Xenoblade Chronicles Definitive Edition REVIEW

Das Xenoblade Chronicles Definitive Edition ein JRPG ist, wird spätestens klar, wenn man sich die Story verinnerlicht. Denn schon am Anfang bekommt ihr die Legende zweier gigantischer Wesen erzählt, die schon seit ewigen Zeiten einen erbitterten Krieg gegeneinander führen – die Titanen Bionis und Mechonis. Nach Jahrtausenden des Zweikampfes geraten beide in einen Stillstand und sterben. Langsam beginnen die toten Körper beider Titanen zusammenzuwachsen und es entwickelt sich Leben auf ihnen. Dabei wird der Titan Bionis von den Menschenähnlichen “Homs“ bevölkert, währenddessen sich auf Mechonis die “Mechons“ ansiedeln, bei denen es sich um Roboter handelt.

Kommt euch diese Geschichte bekannt vor? Noch bevor die Xenoblade Chronicles Definitive Edition auf der Nintendo Switch veröffentlicht wurde, erblickte das JRPG auf der Wii vor 10 Jahren das Licht der Welt. Ferner wurde noch eine New 3DS Version ins Rennen geschickt. Nun aber ist die Switch an der Reihe und bringt einige Neuerungen mit.

Möge die Macht mit dir sein

Xenoblade2

Doch zurück zum Anfang. Der einstige Kampf der Titanen wird nun durch die Völker, die auf ihnen leben, weitergeführt. Die Mechonis greifen in regelmäßigen Abständen das friedliche Volk der Homs an, die aber mit tapferen Soldaten standhaft bleiben. Einer dieser tapferen Recken besitzt eine mächtige und geheimnisvolle Waffe, mit der es ein Leichtes ist, die mechanischen Feinde zu bezwingen. Doch der Held kann diese Waffe nicht länger führen, da sie langsam Besitz über seinen Körper und Geist ergreift. Dunban, der erste Hauptprotagonist, verabschiedet sich nach dem letzten Einsatz von dem mächtigen Schwert Monado. Doch die Angriffe der Mechons wollen einfach nicht enden und so wechselt durch ein tragisches Ereignis das Monado den Besitzer. Ein junger Held, der vom machtvollen Schwert auserwählt wird und in der Kolonie 9 lebt, trägt es nun in der Hand. Shulk muss jetzt die Welt mithilfe dieser sehr ominösen Waffe verteidigen, die ihm sogar noch ermöglicht, schreckliche Visionen aus der Zukunft zu empfangen, die er dadurch ggf. abwenden kann.

Mit der Macht des Schwertes und seines besten Freundes beginnt eine weitläufige Reise über die stillstehenden Titanen, um sich einen besonderen Schurken vorzuknöpfen und damit den ständigen Angriffen entgegenzuwirken. Dabei trifft Shulk noch weitere tapfere Kämpfer, die allesamt eigene Beweggründe haben, sich dem jungen Helden anzuschließen und den ewigen Kampf zu beenden. Vorab sei gesagt, dass sich Xenoblade Chronicles Definitive Edition weit über 100 Spielstunden erstreckt und eine gigantische offene Welt bereithält, die viele Geheimnisse birgt.

Auf in den Kampf

Und ich nehme euch nun mit in dieses Abenteuer, um die wahre Macht des Monados zu entfesseln. Dabei versucht die Xenoblade Chronicles Definitive Edition insbesondere durch ein komplexes wie auch durchdachtes Kampfsystem zu beeindrucken, welches mit vielen Eigenheiten gepaart ist. Selbstverständlich erhaltet ihr eine kleine Einführung für die Mischung aus Echtzeit und Quick-Time-Events. Dennoch wirkt der erste Kampf recht überladen und unübersichtlich, was sich aber nach einigen Minuten in taktischen Spielspaß umwandelt. Die Auswahl besticht durch die Möglichkeit, auf mehrere Attacken im schnellen Wechsel zu setzen. Nach der Nutzung muss sich jedoch der jeweilige Angriff wieder aufladen und kann für einige Sekunden nicht mehr genutzt werden. Eure Begleiter handeln glücklicherweise völlig selbstständig und somit müsst ihr nur eure eigenen Manöver planen und ausführen, was wiederum für leichte Entkrampfung sorgt.

Sollte ein Kampf dank hoher Klasse eines Gegners sich in die Länge ziehen, ladet ihr so eine Angriffskette auf. Ist diese dann aktiviert, müssen alle drei Charaktere von euch eine Zuteilung der gewünschten Angriffe erhalten. Mit flotten Fingern und schnellem handeln, könnt ihr diese Angriffskette auch in eine weitere Runde führen, in der der Gegner ebenso nicht zum Zug kommen wird. Sofern euch dann gar mehr als zehn Techniken zur Verfügung stehen, dürft ihr diese nach Belieben auswechseln und somit andere Attacken dem Kampf zuteilen. Dabei darf eine offensive wie auch defensive Taktik genutzt, bzw. auf eine ausgewogene Verteilung gesetzt werden. Schilde wie auch Heilzauber sind unter den möglichen Optionen selbstständig auch enthalten und müssen mit Bedacht eingesetzt werden.

Das Monado spielt anfänglich jedoch noch keine wesentliche Rolle im Leben des jungen Helden Shulk. Ihr beginnt nun euren Ausflug vom Schrottplatz aus, auf dem Jahre zuvor der siegreiche Kampf von Dunban stattfand, der in seiner Heimat als wahrer Held gefeiert wird. Der sorglose Shulk behauptet sich stattdessen noch in herkömmlicher Ausrüstung gegen kleinere Gegner, die selbst nicht stärker sind als er selbst. Und schon mit den ersten Kämpfen steigt euer Held schnell in seiner Charakterstufe auf, die ihm bessere Attribute zuteilwerden lassen. Dadurch gestalten sich die Kämpfe um einiges leichter, werden aber durch immer schwierigere Gegner wieder stabilisiert. Zudem werfen vernichtete Gegner nicht nur Erfahrungspunkte ab, sondern lassen nicht selten auch Utensilien zurück. Darunter können Ausrüstungsgegenstände, Waffen oder Items sein, die nicht unwichtig für eure beschwerliche Reise werden. Insbesondere die Waffen zeichnen sich in der unterschiedlichsten Art ab, die sich nicht nur in Stärke und Form des Angriffes unterscheiden, sondern auch eine oder mehrere Sockelungen bieten können. Dadurch lassen sich neben dem Stufenaufstieg des jeweiligen Charakters, auch Fähigkeiten mithilfe der Ausrüstung maximieren.

Durch gute und gezielte Angriffe könnt ihr die gigantischen Feinde gar zu Fall bringen und sie dadurch noch verwundbarer machen. Leider haben eure Gegenüber ebenfalls einiges im Repertoire und verlangsamen, vergiften oder lähmen gar eure Party. Da ihr aber im Team agiert, können gewisse Statusveränderungen von anderen Mitgliedern geheilt werden, sodass ihr nicht lange dem Nachteil ausgeliefert seid.

Ich brauch ‘nen Job

Zudem geizt die Xenoblade Chronicles Definitive Edition definitiv nicht mit den Fundsachen und den Feinden, um eure Party für die bevorstehenden Kämpfe zu stärken. Auf eurer Reise über den Körper des Bionis Titanen stellt ihr fest, dass die Vegetation ähnlich unserer Erde ist. Mit einem beeindruckenden Tag und Nacht-Wechsel weiß das Spiel von sich zu überzeugen. Wenn ihr dann nach einem kurzen Fußmarsch in der Kolonie 9 ankommt, erwartet euch eine kleine Stadt, die eine Mischung aus Mittelalter und Moderne zu sein scheint. Die Stadt ist in mehrere Abschnitte unterteilt und wahrt so die Übersicht. Die einzelnen Häuser sind dabei leider nicht begehbar, dafür ist es euch aber möglich, mit allen sichtbaren Personen in und außerhalb der Stadt zu sprechen. Darunter befinden sich sowohl normale Zivilisten, wie auch Händler und Questgeber. Letztere sind nicht unerheblich in Xenoblade Chronicles Definitive Edition, denn auch ihre Aufträge werden mit Erfahrungspunkten belohnt, die ihr für den wichtigen Charakteraufstieg benötigt.

Zudem werden mittels erfüllter Nebenquest die Bewohner untereinander harmonisieren. Das steigert nicht nur euer Inventar, sondern auch die Akzeptanz bei euren Gefährten, die zeitgleich aus drei Köpfen bestehen kann. Ebenso vermehren sich mit einem positiven Harmonie-Diagramm die Quests, die teils wichtige Aufgaben für euch bereithalten. Selbst wenn ihr zu einem späteren Zeitpunkt wieder ein altes Gebiet betretet, können die Auswirkungen vergangener Handlungen neue Aufträge beinhalten. Summa summarum erwarten euch über 400 Quest in der Welt von Xenoblade Chronicles Definitive Edition.

Daher solltet ihr den Aufträgen auch nie abgeneigt sein, denn schließlich verstärken sie nach der Erfüllung gerne eure Attribute. Und dies ist auch wichtig, denn schon in den ersten begehbaren Arealen kann es vorkommen, dass ein Gegner euch mit seinen Attacken übertrumpft. Sinn einen Feind zu bezwingen macht es erst, wenn ihr mindestens auf gleicher Stufe seid und zudem eine gute Ausrüstung vorweisen könnt. Umso höher der Gegner eurem eigenen Charakterlevel gleicht, desto mehr Erfahrungspunkte bekommt ihr nach einem Sieg zugeschustert.

Sofern ihr euch aufgrund verbesserter Attribute für eine andere Rüstung entscheidet, übernimmt der gewählte Charakter in seiner Optik diese. Mit der prunkvollen Ausrüstung geht es dann weiter voran, dessen Ziele auf einer Karte markiert sind. Habt ihr einen neuen Ort erschlossen, kann dieser Reisepunkt später auch durch die Schnellreise-Funktion angewählt werden. Gerade inmitten einer Quest, die euch durch riesige Areale führt, kann dies durchaus zeitsparend sein.

Leider bekommt ihr die Fundorte der Gegenstände oder Monster nicht auf eurer großen Gebietskarte angezeigt, was für euch in vielen Fällen mit einer ewigen Suche verbunden ist. Teils kann auch das Finden von bestimmten Monstern wetter- oder tageszeitabhängig sein, was die Sache weiter erschwert. Wenn ihr jedoch nicht den Mut verliert, begonnene Aufträge abzuschließen, werdet ihr gar für den Wiederaufbau einer ganzen Kolonie gefeiert.

Ein unglaubliches Abenteuer

Überall auf dem stillstehenden Titanen findet ihr kleine blaue und vor allem leuchtende Kugeln. Diese solltet ihr immer fleißig sammeln, dann nicht selten handelt es sich dabei um Questgegenstände. Diese können bei mehrfacher Begehung eines Gebietes auch in höherer Anzahl gesammelt werden. In eurem Inventar wird jede blaue Kugel, die ein Item darstellt und beim Sammeln auch benannt wird, mit ihrer Anzahl vermerkt. Gleichzeitig verrät eine Vision, wenn ihr einen besonderen Gegenstand gefunden habt, wohin dieser ausgeliefert werden sollte.

Eine weitere nette Idee ist das Schmieden von Edelsteinen. Dank eurer Sammelwut werdet ihr die benötigten Utensilien sicher vorweisen können, die mit der richtigen Zusammenstellung unterschiedliche Kristalle erschafft. Um diese dann auch für den Kampf nutzen zu können, müssen sie lediglich an gesockelten Gegenständen befestigt werden. Das Schmieden selbst ist aber eine Kunst für sich, die zwei eurer Charaktere benötigen, die zudem harmonisch aufeinander gestimmt sind. Und selbst beim Schmieden lassen sich Erfahrungspunkte erhaschen.

Was mir nun leider doch fehlt, ist das ein oder andere knifflige Rätsel, welches mich etwas fordert und die Abwechslung weiter ausbaut. Jedoch nimmt sich Xenoblade Chronicles Definitive Edition einen anderen Schwerpunkt als Fokus vor. Trotzdem ist es durchaus schade, das gelungene JPRG nicht zur Perfektion auszubauen.

Neuerungen der Switch Portierung

Die Xenoblade Chronicles Definitive Edition für die Nintendo Switch belässt es aber nicht bei einer 1:1 Portierung des Wii Originals. Neu sind nicht nur einige Gameplay-Verbesserungen, wie eine geänderte Menüführung oder die Questsysteme sowie komplett neue Charaktermodelle, sondern auch ein brandneuer Epilog, an dem sich der Spieler erfreuen darf. Hier gibt es weitere Spielzeit spendiert, die zudem noch eine Verbindung in die Zukunft der Serie schlägt. An dieser Stelle wollen wir aber noch nicht zuviel verraten, denn dieser Part ist für alle Spieler neu und hat es zuvor weder in der Wii noch New 3DS Version geschafft.

Eine kleine Überraschung erwartet aber diejenigen, die bereits Xenoblade Chronicles 2 auf der Nintendo Switch gezockt haben. Hier rollt gleich zum Spielstart der Rubel und erleichtert euch so manche Aufgabe, der ihr euch durch Käufe gut darauf vorbereiten könnt.

Technik-Check

Das einstige Wii Spiel sah schon 2010 fantastisch aus. Dennoch wollte man diesen Charme bestmöglich auf die Nintendo Switch transferieren, was die Entscheidung brachte, eine Remastered Version daraus zu machen. Und schon mit dem Start des Spieles wird klar, dass die Maßstäbe neu gesetzt sind, denn jeder Grashalm findet seine Berechtigung, einen Platz im JRPG zu haben. Alles wartet in einer großartigen Detailreiche auf den Spieler, die einen grenzenlosen Ausblick auf die Areale zulässt. Die Charaktere wurden nicht nur mit Kantenglättung und weiteren Optionen verfeinert, die man aus diversen Remaster-Games kennt, sondern komplett neue Modelle eingefügt. Die Augen, Nasen, Lippen und Gesichtszüge sind deutlich ausgeprägter und farblich weitaus intensiver als im Original. Allgemein setzt Xenoblade Chronicles Definitive Edition mehr auf den comichaften Look, der schon in Xenoblade Chronicles 2 gut funktioniert hat und auch mir zusagt. Nichtsdestotrotz sieht man auch der Remaster-Version die Jahre an, was aber dem Spielspaß keinen Abbruch tut.

Begleitet wird eure Reise von witzigen Kommentaren eurer Mitstreiter, die aber durch die ständigen Wiederholungen irgendwann auch den letzten Nerv rauben. Dennoch bekommt man das Gefühl, dass euch ein richtiger Dialog vorgetragen wird und das Zusammenspiel der Protagonisten harmonisch ist. Leider ist die Sprachausgabe wie schon auf der Wii nur in Englisch, weicht aber wiederum auf deutsche Bildschirmtexte aus. Und um das Abenteuer abzurunden, gibt es selbstverständlich einen epischen Sound, der jede Situation bestmöglich untermalt und damit das Abenteuer noch authentischer wirken lässt. Gerade bei den Bosskämpfen richten sich die Sounds besonders impulsiv aus und geben die Schwierigkeit des Unterfangens auch an eure Ohren weiter.

Die Steuerung muss für Xenoblade Chronicles Definitive Edition nicht neu erfunden werden, denn schon auf der Wii setzte man auf einen Controller, der im Bundle mitgeliefert wurde. Trotzdem ist die Steuerung gerade anfänglich sehr fordernd, was an der Vielfalt der Möglichkeiten liegt. Gerade inmitten der Kämpfe muss blitzschnell reagiert und von einem Angriff in den nächsten gewechselt werden. Dies ist aber nicht nur Profis vorbehalten – auch Anfänger werden nach einer Weile gut mit dem Kampfsystem und der dementsprechenden Bedienung klarkommen. Und nach einer kleinen Verweildauer im JRPG macht es richtig Spaß in die Kämpfe zu stolpern.

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Spiel Bewertung
Singleplayer
91
91
Super
-
Multiplayer

FAZIT

Schlussendlich lässt sich die Begeisterung nicht verbergen, denn Xenoblade Chronicles war und ist ein grandioser Titel, der jetzt noch für ein ganz neues Publikum zugänglich gemacht wurde. Zwar ist das JRPG an einigen Stellen recht skurril, nichtsdestotrotz erwartet euch ein sehr durchdachtes Gameplay, das sehr viele Möglichkeiten bieten und weit über 100 Spielstunden beschäftigen kann. Dabei punktet das Spiel noch mit einer wundervollen Optik inkl. neuer Charaktermodelle, die mit einem grandiosen Sound unterlegt ist. Wer also bislang noch keine Berührung mit dem Rollenspiel hatte, sollte dies mit der Xenoblade Chronicles Definitive Edition schleunigst nachholen.

- Von  Rena

Nintendo Switch

Xenoblade Chronicles Definitive Edition REVIEW

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