Wolcen: Lords of Mayhem REVIEW

Wolcen: Lords of Mayhem hat es nach 4 Jahren endlich aus der Early-Access-Phase geschafft und ist seit letzter Woche auf Steam erhältlich. Das Action-RPG kommt in einem prachtvollen Grafikgewand daher, bietet eine düstere Fantasy-Story und spannende Hack’n’Slay-Kämpfe. In der Theorie also ein perfektes Spiel, für alle, die die Wartezeit auf Diablo 4 verkürzen möchten. Nur leider wurden all diese positiven Aspekte durch die durchaus chaotische Veröffentlichung und diverse technische Probleme überschattet. Warum Wolcen trotzdem mehr als nur einen Blick wert ist, verraten wir euch in diesem Test.

Eine Geschichte, die gern epischer sein würde

Wir spielen einen von insgesamt 3 Überlebenden einer großen Schlacht. Der Hochinquisitor Heimlock rettet uns und nimmt uns in seine Militärakademie auf. Von nun an sind wir die Kinder des Heimlocks und befolgen seine Lehren. Schon bald kündigt sich ein großes Unheil an und wir müssen uns auf den Kampf gegen finstere Kreaturen und die Bruderschaft der Dämmerung bereit machen. Warum die Bruderschaft überhaupt zuerst angegriffen hat, bleibt dabei zunächst unklar.

Die Schlacht verläuft allerdings nicht ganz nach Plan und wir verwandeln uns in eine Art Monster, nur um dann wenig später komplett verwirrt in einer Höhle aufzuwachen. Glücklicherweise hat eine unserer Mitstreiterinnen ebenfalls überlebt und von nun an versuchen wir herauszufinden in was für ein Wesen wir uns da gerade verwandelt haben und bekämpfen natürlich weiterhin etliche Monster.

Über diese recht flache und eindimensionale Erzählung einer Fantasy-Story, kommt Wolcen leider nie hinaus. Da hilft es auch nichts, dass viele der Geschichten in kleinen Cut-Scenes verpackt sind, die mehr Atmosphäre rüberbringen sollen. Zwar sieht das Spiel grafisch sehr gut aus, jedoch lässt sich das gleiche nicht über die Zwischensequenzen des Spiels sagen. Leider sind viele der Animationen während der Sequenzen sehr steif und hölzern. Das Spiel kann dadurch leider nur halb so epischen und cool rüberkommen, wie es gern sein würde.

Das ist schade, da sich doch gerade die CryEngine dazu angeboten hätte etwas Größeres auf die heimischen PC-Monitore zu zaubern. Hier merkt man dem Spiel leider an, dass es eben nicht von einer großen Spiele-Schmiede stammt, sondern von einem relativ kleinen Indie-Studio mit weniger Budget.

Prinzipiell ist das aber in Ordnung, da das Spiel genug andere Stärken hat, um das wieder auszubügeln und auch die grundlegend düstere Atmosphäre lädt dazu ein, die Spielwelt näher zu erkunden.

Zahlreiche Charakter-Builds und große Vielfalt

Die Welt von Wolcen bietet sich perfekt dafür an, daraus ein Action-RPG mit zahlreichen Kämpfen zu machen. Zunächst erstellen wir uns einen Charakter im recht simplen Editor und wählen noch eine Klasse aus. Zumindest könnte man das anfangs denken. Die Wahl im Hauptmenü stellt nämlich keine Klassenauswahl dar, sondern bestimmt lediglich eure Startwaffe. Im Spiel selbst könnt ihr dann in verschiedene Richtungen gehen. Ihr möchtet neben der ganzen Zauberei auch noch ein Schwert schwingen und die Gegner damit niederknüppeln? Kein Problem. Schnappt euch das Schwert und es kann losgehen! Allerdings könnt ihr ohne Zauberstab keine speziellen Zauber-Moves verwenden. Einige Aktionen sind also daran gebunden, welche Waffe ihr gerade nutzt. So können einige Fernkampf-Attacken beispielsweise auch nur mit einem Bogen ausgeführt werden. Ihr müsst also selbst entscheiden und könnt euren Spielstil nach Lust und Laune anpassen.

Generell bietet das Spiel in puncto Skills und Klassen ziemlich viele Freiheiten. Neben einem klassischen Menü, in dem wir Werte wie Ausdauer, Leben oder Magie verbessern, gibt es mit jedem Level-Aufstieg auch noch einen Punkt für unser Charakterblatt. Dieses besteht aus verschiedenen Zweigen und Punkten auf einem runden Brett. Wir können hier verbesserte Effekte und Boni für den Kampf, unsere Magie oder unser Leben auswählen und sind nicht an eine spezielle Abzweigung gebunden.

Man kann sich beispielsweise dazu entschließen zuerst die Magie-Boni zu verbessern und später dann trotzdem noch den Kampf-Zweig ausbauen. Das runde Charakterblatt besteht zudem aus 3 unterschiedlichen Teilen, welche wir jederzeit frei bewegen können. Dadurch entstehen vollkommen neue Wege und Kombinationen für die verschiedenen Boni. Wolcen bietet damit die Möglichkeit einen Charakter-Build nach eigenen Vorstellungen zu erschaffen, ohne dabei jedoch zu komplex zu werden.

Düsteres Hack’n’Slay-Gemetzel im Loot-Paradies

Haben wir dieses System verstanden, kann es losgehen. Die Kämpfe werden durch das klicken mit der linken Maustaste ausgetragen oder eben durch den Einsatz verschiedener Fähigkeiten, welche auf den Nummer-Tasten verteilt sind. Doch stumpfe Schlägereien bringen euch nur selten weiter. Stattdessen ist gerade in den späteren Kämpfen etwas mehr Taktik gefragt und ihr müsst eure Fähigkeiten gut kombinieren oder den Angriffen eurer Gegnern im richtigen Moment ausweichen. Gerade in der Kombination mit der wunderschönen Optik und den knalligen Effekten werden die Kämpfe im Spiel dadurch stets zu einer spannenden Angelegenheit mit Suchtpotential. An jeder Ecke knallt es und die Funken sprühen. So machen Kämpfe wirklich Spaß. Während eines Gefechts solltet ihr zudem immer auf eure Willenskraft und auf die Wutanzeige achten. Habt ihr zu viel Wut und nutzt viele Magie-Attacken, dann sinkt gleichzeitig eure Willenskraft und ihr könnt keine Magie-Attacken ausführen. Haltet also stets eine Balance zwischen den beiden und übertreibt den Spaß nicht.

Natürlich wartet während all dieser Action auch jede Menge Loot darauf von euch eingesammelt zu werden. Egal ob Rüstung, neue Waffen oder Gold nahezu jeder Gegner lässt etwas fallen, sodass ihr euch in einen Wahren Loot-Rausch spielen könnt. Selbst die Gegenstände, die ihr nicht benötigt, solltet ihr mitnehmen, damit ihr sie anschließend in der Stadt bei einem Händler für viel Gold verkaufen könnt. Praktischerweise befinden sich in vielen Dungeons Wegpunkte, mit denen ihr von einem Ort zum anderen reisen könnt, sobald ihr den dazugehörigen Punkt freigeschalten habt. Das ist sehr praktisch, da ihr dann nicht immer gezwungen seid den ganzen Weg wieder zurückzulaufen. In den Städten könnt ihr euch dann auch mit jeder Menge Gegenstände eindecken oder Zauber kaufen, um für die nächste Schlacht bereit zu sein.

So hämmert ihr euch dann durch den Großteil der Welt, erkundet die Landschaften, Höhlen und Paläste der Spielwelt und stoßt auf immer stärkere Gegner. Nach einiger Zeit erwartet euch dann in jedem Kapitel zusätzlich noch ein Bossgegner, für den besonderes Geschick nötig ist. Prinzipiell machen auch diese Kämpfe viel Spaß und sind fordernd, ohne dabei zu unfair zu sein, doch an die ganz großen Vorbilder von Diablo oder einem God of War reichen sie nicht heran. Dafür sind die Bosse einfach noch zu schlicht gehalten und bedienen, passend zur Handlung des Spiels, nur ein Klischee und gehen selten darüber hinaus. Eigentlich sehr schade, da die Welt von Wolcen sich geradezu dazu anbietet sie mit wirklich eindrucksvollen Monster-Bossen zu füllen, welche einem im Gedächtnis bleiben

Das Endgame und jede Menge Probleme

Habt ihr die Kampagne gemeistert, welche ihr übrigens auch online mit Freunden spielen könnt, dann wartet bereits das Endgame auf euch. Kein Loot-Spiel kommt heutzutage noch ohne vernünftige Endgame-Inhalte aus, welche uns dazu anspornen sollen, noch etwas mehr Zeit im Spiel zu verbringen. Im Fall von Wolcen kommen diese Inhalte in Form des  “Champion of Stormfall”-Modus.

Ab hier setzt eine massive Grind-Spirale ein, denn von nun an baut ihr die Stadt Stormfall wieder auf und müsst dafür eine Menge Gold sammeln. Dieses Gold erhaltet ihr etwa durch Aufträge, die euch in Dungeons mit Boss-Gegnern schicken. Habt ihr ein Gebäude mit dem Gold verbessert, so schaltet ihr nützliche Verbesserungen frei, mit denen euer Charakter noch viel stärker werden kann. Außerdem erhaltet ihr einen weiteren Charakter-Slot, welcher die Möglichkeiten der möglichen Builds ausweitet.

Die Missionen sind zwar zufallsgeneriert, aber laufen immer nach dem gleichen Prinzip ab. Wir starten die Mission und legen das Level der Gegner fest. Je höher das Level, desto größer ist auch die Chance auf mehr Beute und Gold. Zusätzlich könnt ihr Modifikatoren aktivieren, welche den Schwierigkeitsgrad erhöhen. Solltet ihr allerdings verlieren, war es das mit eurer Beute. Ihr solltet eure eigenen Fähigkeiten also stets gut einschätzen und dann abwägen.

Da sich dieses Prinzip immer wiederholt, ist das Endgame wirklich nur etwas für Spieler von grindlastigen Spielen, die den besonderen Kick suchen und noch mehr Zeit in der monströsen Spielwelt verbringen möchten. Monströs waren übrigens auch die Bugs und Fehler, die diesen Test und auch die Veröffentlichung des Spiels sehr schwer gemacht haben.

Zur Erklärung: In vielen Fällen bekommt man das Rezensionsexemplar eines Spiels schon etwas früher, damit man genügend Zeit hat, um das Spiel zu testen. Auch bei Wolcen war dies der Fall. Meistens sind diese Review-Muster bereits ziemlich nah am finalen Spiel und es kann hier und da noch zu kleinen Problemen kommen. Die Testversion von Wolcen hatte allerdings mehr als nur einen kleinen Fehler und zeigte das Spiel in einem schlechteren Zustand, als es jetzt der Fall ist.

Hinzu kam noch ein ärgerlicher Charakter-Reset nach der Veröffentlichung des Spiels. Die Testbedingungen waren diesmal also alles andere als einfach. Daher hat sich unser Test in diesem Fall auch etwas verzögert. Fehler und Probleme hat das Spiel immer noch und daher möchten wir einen kleinen Einblick auf die Fehler gewähren, die uns untergekommen sind und teilweise noch immer im Spiel vorhanden sind.

  • Tonausetzer während verschiedener Zwischensequenzen
  • Die Musik wird während eines Kampfes nicht angespielt
  • Ein Boss-Gegner lies sich einfach besiegen und bewegte sich nicht
  • Eine Horde Fledermäuse konnte nicht angeglickt und somit auch nicht angegriffen werden. Abhilfe schafften nur die Zauber
  • Serverprobleme zum Launch-Wochenende
  • Speicherpunkt wurde nicht erkannt und der Fortschritt inklusive Loot ging verloren

All diese Fehler sind sehr ärgerlich und haben in manchen Situation zu viel Frust und Verzweiflung geführt. Mittlerweile sind aber zumindest die größten Fehler behoben, sodass man das Spiel über den Großteil der Zeit genießen kann. Ihr solltet euch dennoch darüber im Klaren sein, dass Wolcen nach wie vor mit kleineren Bugs zu kämpfen hat. Wer damit klar kommt, wird das Spiel wohl trotzdem genießen können. Alle anderen sollten allerdings lieber noch die nächsten Wochen abwarten, denn das Entwickler-Team schiebt fleißig Updates und Verbesserungen hinterher.

Pro & Kontra

thumbs-up-icon

Pro
  • düstere Atmosphäre
  • großartige Optik
  • spannende Kämpfe
  • große Vielfalt bei Erstellung eigener Charakter-Builds
  • keine festen Klassen

thumbs-down-icon

Kontra
  • Eindimensionale Story
  • Charaktere ohne wirkliche Tiefe
  • zahlreiche Bugs vor und nach der Veröffentlichung
  • wenig Abwechslung und viel Grind

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Spiel Bewertung
Singleplayer
71
71
71
Multiplayer

FAZIT

Der Titel Wolcen: Lords of Mayhem ist längst kein perfektes Spiel. Die Story könnte besser ausgearbeitet sein, die Gegner einprägsamer und auch die Vielzahl an Bugs ist nach 4 Jahren Early-Access eher nervig. Unter all diesen negativen Aspekten schlummert jedoch eines der spaßigsten Action-RPGs der letzten Jahre. Wolcen sieht gut aus, bietet packende Kämpfe und eine belohnende Lootspirale. Vielleicht ist es sogar das Spiel, welches Diablo am ehesten Konkurenz macht. Jedoch müsst ihr dabei aktuell noch über viele Bugs hinwegsehen, um das großartige Spiel im tiefen Kern zu erkennen.

- Von  Christopher D

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Wolcen: Lords of Mayhem REVIEW

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