Resident Evil 3 Remake REVIEW

Rund 14 Monate nach der Veröffentlichung des Remakes von Resident Evil 2 legt Capcom nach und legt auch den dritten Serienteil der Reihe mit viel Hochglanz neu auf. Das zwischen beiden Spielen kaum mehr als ein Jahr liegt, mag angesichts der aufwendigen Entwicklungen, die Blockbuster-Spiele mittlerweile in Anspruch nehmen, erstaunen, ist aber wohl mit der effizienten Arbeitsweise der an den Neuauflagen beteiligten Studios und der hauseigenen RE Engine zu erklären.

Zu schön, um es zu verlassen

Wer den Vorgänger gespielt hat, wird bei Resident Evil 3 das ein oder andere Déjà-vu erleben. Das Aussehen der Zombies, die Kanäle, die Polizeistation – viele Assets und auch die grundlegenden Mechaniken aus Resident Evil 2 wurden wiederverwendet. Das war schon bei den Originalen von 1998 und 1999 nicht viel anders und ist auch bei den aktuellen Umsetzungen weniger missfallend, als vielmehr ein Beleg für die gut funktionierende Planung seitens der Entwickler der beiden Projekte. Trotz wiederkehrender Elemente, ist die Rückkehr nach Raccoon City für mich vor allem immer wieder auch ein Aha-Erlebnis gewesen. Die dank der RE Engine unfassbar real wirkenden Straßenzüge vermitteln eine geradezu beklemmende Stimmung, schließlich ist man hautnah dabei in den Stunden, in denen die komplette Stadt vollends im Chaos versinkt, Menschen panisch versuchen zu fliehen, Untote über Zäune klettern und der Tod hinter nahezu jeder Ecke lauert. Zum Glück gibt es immer wieder auch ruhige Momente, in denen ich mich fallen lassen und die Umgebung mit ihren vielen kleinen Details genauer angucken konnte. Zu entdecken gibt es hier nämlich einiges, wenn auch spielerisch meistens weniger relevantes. Da wäre etwa ein Spielzeugladen mit einer Interpretation eines bekannten Capcom-Maskottchens. Oder die vielen Poster, welche die U-Bahn-Station zieren. Und die kleinen Verweise auf die noch kommenden Ereignisse in der Polizeistation der Stadt.

Die Entwickler verstehen es übrigens grandios, wie in keinen anderen Serienteil, mit ihren Locations umzugehen. Anstatt die Areale unnötig in die Länge zu ziehen, wird rechtzeitig der Schauplatz gewechselt. Das sorgt für ein angenehmes Erzähltempo ,wobei man gleichzeitig jegliche Langeweile getilgt und sogar Backtracking fast komplett vermieden hat. Dadurch findet das Spiel mit rund fünf bis sechs Stunden Spielzeit genau die richtige Länge, die es benötigt, um seine Geschichte zu erzählen.

Bekannt und doch ein bisschen anders

Nicht minder beeindruckt bin ich erneut von der Neuinterpretation der Figuren und der Performance der Schauspieler, allen voran von Jill Valentine und Carlos Oliveira. Auch hier leistet die hauseigene Engine wieder ein kleines Wunderwerk und zaubert die mitunter glaubwürdigsten digitalen Menschen auf den Bildschirm, die es derzeit zu sehen gibt. Unfassbar. Schön auch, dass man sich erneut zwar am groben Rahmen des Originals hält, sich aber dennoch Freiheiten herausnimmt und die bekannte Geschichte mit frischen Impulsen versieht. Resident Evil 3 spielt wie gehabt einige Wochen nach den Ereignissen der Spencer Mansion (Resident Evil) sowie einige Stunden vor, während und nach Resident Evil 2. Jill Valentine, vom Dienst bei der örtlichen Polizei frei gestellt, will im Chaos von Raccoon City die Stadt zu verlassen, kann dabei aber nicht aus ihrer Haut und versucht gleichzeitig möglichst viele Menschenleben zu retten. Nicht so einfach, schließlich hat der Umbrella Konzern nicht nur Söldner in die Stadt geschickt, um die Wahrheit zu vertuschen, sondern hetzt auch ihr neuestes Biowaffen-Experiment auf Valentine. Besagtes Projekt hört auf den Namen Nemesis und ist wohl einer der erinnerungswürdigen Gegner, den das Franchise hat.

Feuer verschossen?

Allerdings wirkt der ewige Verfolger trotz seines noch fieseren Aussehens, neuer Fähigkeiten und Formen nicht mehr so bedrohlich, wie ich ihn in Erinnerung habe. Das mag auch damit zu tun haben, dass man im vorhergegangenen Remake mit Mr. X quasi eine runtergedampfte Variante von Nemesis erhalten hat und der neuerliche Verfolger dadurch an Respekt einbüßt, zumal es auch hier eben oft ausreicht, wenn man die Beine in die Hand nimmt und sich nicht weiter mit der Biowaffe auf zwei Beinen beschäftigt.

Resident Evil 3 Remake ist überhaupt sehr viel weniger Horror. Abgesehen von dem Krankenhaus, welches nicht nur wegen der aktuellen Weltsituation schlichtweg unangenehm ist, setzt das Spiel viel mehr auf Action, anstatt auf Atmosphäre. Um Munition und Heilitems muss man sich auf den niedrigen Schwierigkeiten kaum Sorgen machen und auch die aggressiver agierenden Zombies stellen selten eine echte Bedrohung dar. Lediglich die Hunter sind fies wie eh und je.

Und sonst?

Da passt es gut ins Bild, dass man das gesamte Erlebnis wesentlich geradliniger gestaltet hat. So gibt es beispielsweise auch nahezu keine Rätsel mehr und selbst das eine, was mir gerade beim Schreiben in den Sinn kommt, kann man nicht einmal wirklich als Rätsel bezeichnen.

Dafür wurde beispielsweise der spielbare Part um Carlos massiv ausgebaut und überhaupt haben es die Entwickler geschafft aus dem Umbrella-Söldner eine interessante Figur zu machen, an der mir mit fortschreitender Spielzeit wirklich etwas lag. Spielerisch unterscheiden sich Jill und Carlos übrigens kaum, lediglich ein Detail ist anders. Während Jill mit einer gut getimten Ausweichrolle gegnerischen Angriffen entgehen kann, kann Carlos den Untoten noch einen Tackle verpassen, der sie kurzzeitig ins Wanken bringt. Letztere Aktion habe ich aber so gut wie nie benutzt, während die Ausweichrolle gerade in den Auseinandersetzungen mit Nemesis eine willkommene Hilfe darstellt.

Pro & Kontra

thumbs-up-icon

Pro
  • grandios modernisierter Klassiker
  • audiovisuelles Spektakel
  • glaubwürdige Figuren
  • gelungene Abweichungen vom Original

thumbs-down-icon

Kontra
  • Nemesis wirkt selten ernsthaft bedrohlich
  • gestrichene Rätsel

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Spiel Bewertung
Singleplayer
85
85
Gut
-
Multiplayer

FAZIT

Resident Evil 3 ist ein gutes Remake, ein gutes Resident Evil und ein gutes Spiel – viel mehr braucht man eigentlich nicht zu wissen. Erreicht es die Brillanz des Vorgängers? Nein, nicht ganz. Das hat natürlich auch mit den schon unterschiedlich guten Ausgangsspielen zu tun. Allerdings fügt sich die Neuauflage nun wesentlich besser in den Kosmos des Franchise ein, als es das Original anno 1999 getan hat. Die Handlung wird stimmig erzählt, die Figuren sind interessant und nachvollziehbar gestaltet. Das man das Spiel außerdem um zu lang gezogene Areale entschlackt hat und noch am ohnehin guten Kerngameplay des Vorgängers aufgebaut hat, kommt Resident Evil 3 sehr zugute und macht das Erlebnis rundum gelungen.

- Von  Adrian

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