Pillars of Eternity: Complete Edition (Nintendo Switch) REVIEW

Obsidian Entertainment ist verantwortlich für eine ganze Reihe unlängst zu Klassikern avancierter Rollenspiele und entsprechend der Darling schlechthin für all jene, die sich der westlichen Ausprägung des Genres verbunden fühlen. Häufig standen die Zusammenarbeiten mit großen Publishern und bekannten Marken jedoch unter keinem guten Stern. Zwar gehören Titel wie Fallout: New Vegas und Neverwinter Nights 2 unbestritten zum Rollenspiel-Kanon, doch keine große Auftragsarbeit des Entwicklers kommt ohne eine Geschichte um Querelen und Differenzen aus. Eine Erfolgsgeschichte schrieb man hingegen im Jahr 2012, als man auf der damals noch jungen Plattform Kickstarter ein Rollenspiel im Stile von Baldur’s Gate und Icewind Dale pitchte und über 77.000 Unterstützer und rund 4. Millionen US-Dollar für sich gewinnen konnte. Rund drei Jahre später entzückte Pillars of Eternity schließlich Kritiker und Spieler gleichermaßen. Nachdem das zunächst auf PC erschienene Rollenspiel später auch für die Konsolen von Sony und Microsoft erschienen ist, folgt nun die Nintendo Switch und erhält das wunderbare Kleinod in der Complete Editioninklusive aller DLCs.

Ein bisschen mehr, als klassische Fantasy


Seit in Eora immer mehr Kinder ohne Seele geboren werden, regieren Angst und Schrecken den Alltag der Bewohner. Dafür sind aber nicht nur die als „Hohlgeburten“ abgestempelten Jünglinge Schuld, sondern vor allem die von Fürst Raedric VII. ausgerufene Inquisition. Jeder, der sich irgendwie verdächtig macht, muss Galgen und Scheiterhaufen fürchten. Ausgerechnet nach Goldtal, dem Sitz von Raedric VII., zieht es den Protagonisten zu Beginn von Pillars of Eternity. Kurz vor dem Ziel wird die Karawane des Spielers jedoch angegriffen und alle Begleiter ermordet. Nachdem auch noch ein seltsamer Sturm aufzieht, infolgedessen der Held in spe auf einmal mit Toten kommunizieren kann, dürften die Fragezeichen im Kopf immens sein.

Was es mit all den Geschehnissen auf sich hat, gilt es in den kommenden Spielstunden herauszufinden. Interessant ist dabei vor allem der Stilmix, mit der die Entwickler ihre auf den ersten Blick schablonenhafte Fantasy-Welt anreichern. So gibt es eben nicht nur Elfen und Zwerge, Burgen und mittelalterliche Städte, Schwert und Magie, sondern auch eigens für das Spiel geschaffene Fabelwesen, modern wirkende Apparaturen sowie Pistolen und andere Schießeisen, die man zunächst nicht in diesem Setting erwarten würde. Dieser Mischmasch verleiht Pillars of Eternity einen frischen Anstrich, auch wenn unter der Fassade dann doch noch viel klassische Fantasy steckt.

Pen & Paper Flair


In kreativer Hinsicht toben sich Obisdian vor allem bei der Story und Gestaltung der Spielwelt aus. Alleine der Arbeitsaufwand den der für das Szenario hauptverantwortliche Chris Avellone und seine Kollegen in die Lore und Sagenwelt von Eora gesteckt haben, ist durch und durch bemerkenswert. Politische und ethische Fragen und Gedankenkonstrukte fließen auf eine sich angenehm ernst nehmende Art und Weise in die Handlung ein. Humor ist dem Skript zwar nicht vollkommen fremd, wird aber sparsam eingesetzt, was wiederum der Atmosphäre zuträglich ist.

Die Narration findet vor allem durch auffindbare Schriften und Dialoge statt. Bei Letzteren hat man stets unterschiedliche Möglichkeiten zu antworten, wodurch man seiner eigenen Figur Individualität verleiht und sie nach und nach formt. Die Art und Weise, wie man anderen Figuren gegenüber auftritt, hat auch Auswirkungen auf den Verlauf der Handlung und wie sich NPCs dem Spieler in Eora verhalten. Schön auch, wie immer wieder Pen & Paper Traditionen in die Inszenierung der Handlung einfließen. Nicht zuletzt dank des tollen Off-Sprechers hat man wirklich das Gefühl, am Tisch einer gemütlichen Runde Dungeons & Dragons zu sitzen.

Auf die Switch zugeschnittene Portierung


Bevor man ins eigentliche Spiel einsteigt, baut man sich erst einmal einen Helden im entsprechenden Editor zusammen. Geschlecht, Spezies, Name, Aussehen, Attribute und einiges mehr lassen sich anpassen. Die Möglichkeiten sind schier endlos, entsprechend habe ich eine gute halbe Stunde schon alleine damit verbracht, meiner künftigen Heldin nicht nur Aussehen, sondern auch eine Hintergrundgeschichte zu verpassen. Man kann im Baukasten nämlich auch die Schichtzugehörigkeit (Adelig, Sklave etc.) und mehr vorgeben, sodass die Spielfigur schon vor dem Einstieg einen Charakter besitzt. Leider wirkten die Menüs und Texte des Editors im Handheld-Modus der Nintendo Switch ziemlich klein, sodass ich zum Docked-Modus am Fernseher wechseln muss.

Glücklicherweise ist dies eine Ausnahme, denn alle anderen Texte im Spiel wurden an den Handheld-Modus angepasst und sind groß genug, um sie auch auf dem kleinen Bildschirm gut lesen zu können. Überhaupt kann man mit der Portierung zufrieden sein. Die Spielfigur wird direkt via Analogstick gesteuert, sämtliche Menüs wurden ebenfalls sinnvoll auf den Controller umgemünzt, auch wenn ich mich anfangs ziemlich erschlagen von den zahlreichen Menüs, Inventaren, Fähigkeiten und anderen Optionen fühlte.

Chaotische, aber motivierende Kämpfe


Die vielen Menüs sind letztlich wohl aber auch der Komplexität von Pillars of Eternity geschuldet, eine elegantere Lösung war vielleicht einfach nicht möglich. Entsprechend muss man etwas Geduld mitbringen und sich erst einmal mit den unterschiedlichen Kategorien und Möglichkeiten vertraut machen. Auch mit den Kämpfen musste ich mich erst einmal freuen. Die Entwickler setzen auf Kämpfe in Echtzeit, die man aber auch jederzeit pausieren kann. Kommt es zu einen Kampf, wird die Zeit erst einmal angehalten. Nun werden Aktionen, also etwa Angriffe und Magie, und das Ziel ausgewählt, hat man alle Vorbereitungen getroffen, kann der Kampf gestartet werden, wobei man auch im Gefecht noch die Möglichkeiten hat Aktionen und Strategien der jeweiligen Situation anzupassen. Leider münden die Kämpfe schnell in einem unübersichtlichen Chaos, was auch hier teilweise den unzähligen Möglichkeiten geschuldet ist, die einem geboten werden. Immerhin motiviert das Kampfsystem aber zum experimentieren. Übrigens ist man nicht alleine unterwegs, sondern in einer Gruppe mit bis zu sechs Helden. Diese trifft man im Laufe des Spiels und kann sie anheuern. Schön: jede Figur bringt nicht nur individuelle Fähigkeiten und Klassen mit, sondern auch stets eine eigene Hintergrundgeschichte.

Pro & Kontra

thumbs-up-icon

Pro
  • komplexes Rollenspiel mit vielen Möglichkeiten
  • spanende Handlung
  • Complete Edition auf der Switch mit allen Erweiterungen

thumbs-down-icon

Kontra
  • mitunter chaotische Kämpfe

 

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Spiel Bewertung
Singleplayer
88
88
Gut
-
Multiplayer

FAZIT

Fans klassischer Rollenspiele mit Nintendo Switch dürfen sich wirklich freuen, denn mit Pillars of Eternity: Complete Edition ist einer der besten Beiträge, den das Genre in den letzten Jahren zu bieten hatte, jetzt auch für die Hybrid-Konsole verfügbar. Obsidian spielen hier ihre Stärken in jeglicher Variante aus und beweisen, warum sie zurecht für viele Fans zur Spitze der Rollenspielzunft gehören. Sei es die spannende Geschichte, die unvermittelt nach Spielstart in den Bann zieht, seien es die Vielzahl an interessanten Figuren und Schicksalen, die man in der ebenso faszinierenden Welt trifft oder das komplexe System, welches im Hintergrund die Strippen zieht und ein fantastisches Rollenspiel schafft. Vor allem ist es aber diese herrliche Gemütlichkeit, die mir so sehr zusagt. Es sind nämlich vor allem die ruhigen Momente, die dieses Abenteuer so besonders machen und an eine Runde Pen & Paper mit Freunden erinnern. Das die Portierung auf die Nintendo Switch gelungen ist, freut umso mehr, denn Pillars of Eternity im Handheld-Modus gemütlich im Bett, auf der Couch oder im Garten zu spielen, passt wie die sprichwörtliche Faust auf´s Auge.

- Von  Adrian

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USK 0 PEGI 3

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