Maneater REVIEW

Die Prämisse von Maneater klingt wie eine Schnapsidee. Allerdings wäre das neue Spiel von Tripwire Interactive (Killing Floor 2) nicht das erste Spiel, in dem man in die Rolle eines Tiers schlüpft – in diesem Falle, in die eines Hais – und Chaos in der Spielwelt anrichtet. Und es wäre auch nicht das erste Spiel seiner Art, welches gerade wegen seiner Skurrilität erfolgreich wird. Kann die Trash-Action auch abseits ihrer Kuriosität punkten oder handelt es sich am Ende doch nur um einen gekonnten Marketinggag?

Auf Rache gesinnt

Für die Story haben sich die Entwickler von einem der berühmtesten Werke der Weltliteratur inspirieren lassen: Moby Dick. Nur ist es hier eben kein Wal, sondern ein Hai, der im Zentrum der Handlung steht und sich einen Krieg mit den Menschen und insbesondere einem Redneck-Fischer liefert. Dieser ist nämlich für den Tod der Mutter unseres Protagonisten (oder Antagonisten?) verantwortlich, und auch der Kapitän Ahab dieser Geschichte will Blut sehen, haben wir ihm zu Beginn von Maneater doch den Arm abgebissen.

Die meist herrlich überzogene, gelegentlich aber auch mit erstaunlich ernsten Tönen auffallende Geschichte wird im Stile einer Realityshow erzählt, in der ein Erzähler unsere Reise begleitet und mal amüsant, mal ironisch das Geschehen kommentiert. Natürlich arbeitet man sich dabei durch die gesamte Popkultur und referenziert nicht nur das große Werk von Herman Melville, sondern auch Filme wie Der weiße Hai und Sharknado, man amüsiert sich über das Konzept niederster Reality Formate und die vermeintlich doofen Bewohner der Südstaaten kriegen es meistens auch ziemlich ab. Das ist durchaus unterhaltsam, zumal viele Aktionen ebenfalls aus dem Off kommentiert werden, und sorgt für einen übergeordneten Zusammenhang.

Evolutionstheorie im Schnelldurchlauf

Der Rollenspielanteil des selbstbewusst als erstes ShaRkPG vermarkteten Maneater beschränkt sich auf einen recht einfachen, aber nicht minder coolen Skillbaum, wobei Evolutionsbaum in diesem Falle vielleicht die passendere Bezeichnung wäre. Mit Realismus nimmt es das Spiel nämlich nicht so ganz genau, stattdessen kann man den Hai in verschiedene Richtungen entwickeln und Evolutionen freischalten, die von der Natur so wohl eher nicht vorgesehen sind. Insgesamt gibt es drei unterschiedliche Sets, an welche wiederum eigenständige Fähigkeiten gekoppelt sind. Das Knochen-Set etwa ist für Spieler geeignet, die auf brachiale Stärke setzen und gerne auch Boote und Schiffe mit wenigen Aktionen vernichten, während man mit dem Schatten-Set Angriffe mit Gift versieht und so Gegnern zusätzlichen Schaden zufügen kann. Um Zugriff auf die Sets zu erhalten, muss man unterschiedliche Missionen in der Spielwelt absolvieren, beispielsweise spezielle Meerestiere oder menschliche Jäger erlegen.

Weiter kann man auch die Organe des Hai upgraden. Mit dem Sonar lässt sich etwa die Umgebung scannen und so versteckte Collectibles und Feinde aufspüren, man kann das Herz stärken und erhält dadurch mehr Lebensenergie oder man sackt regeneriert zusätzliche Energie und DNS ein, wenn man Meerestiere und Menschen frisst. Der Fortschritt, der auch in Maneater in Leveln berechnet wird, erfolgt vor allem durch Fressen. Und Futter gibt es unter und über dem Wasser so einiges.

Hakeliger Hai

Die Steuerung des Hais funktioniert mit dem Controller per se gut, allerdings gibt es so einige Macken. So kann man Feinde etwa nicht anvisieren, was gerade bei Bosskämpfen störend auffällt. Auch fühlt es sich nicht sonderlich gut an, dass man zum Biss-Angriff immer wieder auf die Schultertasten, im Falle der PlayStation 4 die R2-Taste, hauen muss. Die Steuerung lässt sich leider auch nicht frei belegen.

Die Kämpfe laufen recht simpel ab. Kleinere Fische und Menschen braucht man nicht weiter groß zu schwächen und kann sie ohne große Probleme gleich dem hungrigen Magen zuführen. Bei größeren Gegnern unter Wasser, unter anderem andere Haie und Krokodile, hat man schon etwas länger zu kämpfen. Richtig nervig sind die Kämpfe gegen bewaffnete Menschen, die mit Maschinengewehren, Dynamitstangen und Harpunen Jagd auf uns machen. Hier zeigt sich das fehlende Lock-On-System in voller Härte, denn die Kämpfe werden spätestens ab drei bemannten Booten, die uns jagen, zum unübersichtlichen Chaos. Erschwerend kommt die nicht immer ganz saubere Performance auf der normalen PlayStation 4 hinzu. Meist werden die angepeilten 60 Frames zwar gehalten, sobald es aber zur Sache geht, sind Einbrüche spürbar.

Schöne, kleine Open World

Erstaunt war ich von der visuellen Vielfalt. Die Entwickler haben sich viel Mühe gegeben und eine abwechslungsreiche Unterwasserwelt gebaut, in der man ziemlich viel Kram findet, der eigentlich nicht ins Gewässer gehört. Das sind oftmals auch einfach nur Skurrilität, wie abgestürzte Ufos oder ein von Hinterwäldlern nachgebaute Variante von Stonehenge, aber auch optisch ansprechende Höhlen und versunkene Ruinen kann man immer wieder finden. Häufig passt das zwar nicht so recht zum Südstaaten-Setting, wirklich störend ist das aber nicht. Die Spielwelt ist übrigens recht offen gestaltet. Trotz amüsanter Sehenswürdigkeiten hat man aber nicht viel Grund, sich mit der Spielwelt zu befassen. Zwar gibt es Sammelgegenstände, wie Nährstoffcontainer, mit denen man zusätzliche Ressourcen zum upgraden freischaltet, und, warum auch immer, Nummernschilder, die man einsammeln kann. Allerdings wirkt das alles eher wie Fleißarbeit und weniger, wie eine motivierende Nebenbeschäftigung.

Motivation ist dann auch das eigentliche Problem von Maneater. Denn egal ob man sich in Stunde eins oder Stunde zehn befindet: man macht stets das gleiche. Spielerische Abwechslung gibt es so gut wie keine, was sich vor allem am Missionsdesign zeigt. In jedem Gebiet muss man eine Checkliste abarbeiten, um in der Handlung fortzuschreiten. Die Aufgaben beschränken sich nahezu immer auf das Fressen einer bestimmten Anzahl von Tieren oder Menschen in einem bestimmten Areal sowie gelegentlichen Bosskämpfen – und das war es dann auch schon so ziemlich.

Pro & Kontra

thumbs-up-icon

Pro
  • motivierendes Progressionssystem
  • abwechslungsreich gestaltete Unterwasserwelt
  • spaßige Story

thumbs-down-icon

Kontra
  • Kämpfe gegen bewaffnete Menschen enden oft im Chaos
  • repetetiv
  • auf der normalen PS4 immer wieder Framedrops

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Spiel Bewertung
Singleplayer
72
72
-
Multiplayer

FAZIT

Maneater ist definitiv mehr als ein Marketinggag geworden. Die Entwickler haben sich sichtlich Mühe gegeben und ihre Entscheidungen mehr als einmal überdacht, weshalb das zugrunde liegende Spiel auch gut funktioniert. Das Progressionssystem sticht hier vor allem heraus und ist motivierend, vor allem, wenn man Freude daran hat der Realität eins auszuwischen und den anfänglichen Baby-Hai in den Schrecken der Südstaaten zu entwickeln. Die Spielwelt ist visuell abwechslungsreich und auch die an sich banale Story ist erstaunlich unterhaltsam. Das die Kämpfe meist recht simpel sind und keinen großen Anspruch in sich hegen, ist okay – Spaß hatte ich dennoch. Hinsichtlich der Auseinandersetzungen mit bewaffneten Menschen hätte ein bisschen mehr polish dem Spiel dennoch ganz gut gestanden.

- Von  Adrian

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Maneater REVIEW

USK 18 PEGI 18

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