Lucid Dream REVIEW

Wir haben uns für euch wieder einmal in der Indie-Ecke herumgetrieben. Gefunden haben wir dort Lucid Dream, ein Point&Click Adventure des polnischen Entwicklers Dali Games. Nach einer doch recht langen, halbjährigen Early Access Phase in das Spiel endlich da und wir durften selber Hand anlegen. Wie uns Lucid Dream gefallen hat und ob Dali Games damit den Indie-Markt erobern kann, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen.

Auf der Suche nach Antworten

Lucid Dream erzählt die Geschichte der kleinen Luci. Die sitzt im Rollstuhl und träumt gerne vor sich hin. Lucis Mutter ist schwer krank, das Mädchen weiß aber weder was ihr fehlt noch wie sie ihrer Mutter helfen kann. Weil es unangebracht wäre, eine weinende Frau einfach zu fragen, was ihr fehlt, begibt sich Luci in ihre Traumwelt und sucht dort nach Antworten. Im Traum begegnet sie dem sogenannten Traumdeuter, welcher ihr Antworten und Lösungen verspricht, wenn sie ihm hilft. So kämpft sich die kleine Luci, losgelöst von ihrem Rollstuhl, von Traum zu Traum, um ihre eigene Mutter zu retten.

Dali Games erzählt eine magische Geschichte, rund um die Traumwelt der kleinen Luci. Das Abenteuer fällt ganz klar in die Kategorie Fantasy, mit all den farbenfrohen Welten, die man im Laufe der Geschichte durchstreift. Von sprechenden Monden, über fliegende Elefanten, bis hin zu riesigen Insekten gibt es hier einiges zu entdecken. Das Schicksal des kleinen Mädchens ist zauberhaft und gleichzeitig so tragisch, dass man gar nicht erst so viel Zeit mit den Rätseln verbringen mag, sondern einfach nur wissen will, wie es denn weiter geht.

Knackiger Rätselspaß in düsterem Setting

Hinter dem toll inszenierten Fantasymantel steckt ein klassisches Point&Click Anventure, wie wir es schon seit Jahrzehnten kennen. Ein Rätsel jagt das nächste und verlangt euch ordentlich Hirn ab. Dadurch, dass Lucid Dream die meiste Zeit in einer Traumwelt in Lucis Kopf spielt, ist das Adventure natürlich auch nicht an die üblichen Gesetze der Logik oder Physik gebunden. Dies ermöglichte den Entwicklern eine Menge Freiraum bei der Rätselgestaltung, die zum Teil richtig abstrakt ausfallen. Oftmals muss man mehrmals um die Ecke denken, um auf die richtige Lösung zu kommen. Neben klassischen Kombinationsrätseln warten auch einige Logikrätsel sowie Schiebepuzzle.

Dabei zieht der Schwierigkeitsgrad bereits nach der ersten Spielstunde enorm an. Hat man am Anfang noch zwei einfache Items miteinander kombiniert, beißt man sich kurze Zeit später bereits die Zähne an einem Portalrätsel aus, das nahezu nicht zu schaffen scheint. Hier gerät man als Spieler in eine regelrechte Zwickmühle. Einerseits möchte man das Erfolgserlebnis, selbst die kniffligsten Passagen zu meistern, andererseits kann man es kaum erwarten, wie es mit Lucis Story weitergeht. Zudem kann der knackige Schwierigkeitsgrad bei ungeduldigen Spielern durchaus für Frustration sorgen. Zwar gibt es eine Hinweisfunktion, aber die ist in der Praxis nur bedingt hilfreich. So leidet die Immersion zunehmend unter dem trägen Spieltempo.

Das zunehmend traurige Adventure wird auch für den Spieler zur Durststrecke. Wer aber durchhält, wird mit einer sechs- bis achtstündigen, emotionalen Geschichte, rund um Trauer, Verlust und Hoffnung belohnt. Nicht umsonst zeigen sich viele Spieler in ihren Rezensionen bei Steam hochauf begeistert. Einige sprechen hier sogar vom „besten Adventure“, das sie jemals gespielt haben, was wir etwas zu hoch angesetzt finden. Dennoch hält das Indie Projekt aus Polen knifflige Rätsel für eingefleischte Abenteurer und eine gelungene Story für Fantasy-Fans bereit. Man sieht Lucid Dream einfach an, dass die Entwickler hier sehr viel Herz hineingesteckt haben.

Technik

Kommen wir nun zur Schattenseite von Lucid Dream, der Technik. Die Optik möchten wir an dieser Stelle von unserer Kritik ausnehmen, denn die ist wirklich gut gelungen. Abwechslungsreiche Level wurden hier in einem charmanten Art-Style liebevoll gestaltet. Als Spieler wird man immer wieder aufs Neue überrascht, was die Traumwelten der kleinen Luci so alles hervorbringt. Gerade für ein Indie Adventure wirken die Animationen der Charaktere und Objekte sehr lebhaft. Ebenso positiv ist uns die musikalische Untermalung aufgefallen. Meist bekommt man melancholische Melodien zu hören, welche die Atmosphäre noch weiter unterstreichen. Zugegeben hätte der Soundtrack gerne etwas umfangreicher ausfallen können, denn, wenn man einmal länger an einer Stelle hängen bleibt, wiederholen sich die Titel recht schnell, was auf Dauer die Nerven strapaziert.

Nun aber weiter zum entscheidenden Punkt, der viele positive Gemüter kippen könnte – der Spielestabilität. Lucid Dream läuft an sich nur mit 30 Frames per Second, aber wenn es einmal läuft, läuft es zumindest. Die Betonung liegt auf „WENN“, denn während unseres Tests wollte das Spiel einfach nicht starten. Ein erfolgreicher Spielstart brauchte oft bis zu sieben Versuche, inklusive zusätzlicher System-Neustarts. Im Steam Forum häufen sich diese Meldungen leider. Ursachen werden unterschiedliche genannt, dauerhafte Lösungen gibt es derzeit nur in den seltensten Fällen. Positiv ist an dieser Stelle aber zu vermerken, dass die Entwickler Bescheid wissen, sich wirklich aktiv mit den Spielern austauschen und an den Problemen arbeiten.

Weiters hätten wir uns umfangreichere Einstellungsmöglichkeiten gewünscht. Natürlich ist klar, dass es sich hier um ein Indie Projekt eines überschaubaren Teams handelt, doch zumindest über eine Auswahl zwischen Vollbild und Fenstermodus hätten wir uns gefreut. Derzeit stehen lediglich vereinzelte Regler für die Sprach- sowie Effektlautstärke zur Verfügung. Die Auflösung wird scheinbar automatisch festgelegt, Detailgrad oder dergleichen lassen sich nicht verändern. Gerade wenn man mehr als einen Monitor angeschlossen hat, tappt man oft unabsichtlich aus dem Spiel. Ein Update dazu wäre wirklich toll.

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Spiel Bewertung
Singleplayer
74
74
-
Multiplayer

FAZIT

Lucid Dream präsentiert sich als solides Point&Click Adventure, mit einer einzigartigen, aber durchaus traurigen Geschichte rund um die kleine Luci und dem Versuch, ihrer Mutter zu helfen. Den Spieler erwarten hier liebevoll gestaltete Traumwelten, die immer wieder aufs Neue überraschen. Das sechs bis achtstündige Abenteuer ist mit seiner melancholischen Thematik genau das Richtige für trübe Winterabende. Die Community ist begeistert von dem polnischen Indie Projekt, auch wenn dieses unter diversen technischen Ungereimtheiten leidet. Hoffentlich können wir bald Entwarnung geben, denn an sich ist Lucid Dream für jeden Adventure Fan zu empfehlen.

- Von  Fabian

MS Windows

Lucid Dream REVIEW

USK 1 PEGI 1

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