Barotrauma PREVIEW

Der Begriff Barotrauma beschreibt eine Verletzung, die durch Änderungen des Umgebungsdruck entsteht und sich vor allem auf luftgefüllte Hohlräume (Mittelohr, Lungen etc.) auswirkt. Entsprechende Verletzungen können unter anderem beim Fliegen, Wasserspringen, aber eben auch beim Tauchen auftreten. Das finnische Studio FakeFish hat sein neuestes Spiel nach eben dieser Verletzung benannt. Was verbirgt sich dahinter?

Unterwasseralptraum


Die Entwickler selbst beschreiben Barotrauma als „hardcore 2D submarine survival game“ und treffen damit durchaus den Nagel auf den Kopf. Ihr schlüpft in die Rolle eines Besatzungsmitglieds eines U-Boots. Statt in den unbekannten Tiefen der Meere unserer Erde, befindet ihr euch aber in den noch viel unerforschten Tiefen des Jupiter Mondes Europa. Die eigentliche Heimat der Crew kämpft nämlich mit schwindenden Ressourcen, also sucht man fernab der Erde nach neuen Möglichkeiten, um die Zukunft der Menschheit zu sichern.

Nicht zuletzt, da man inhaltliche, aber vor allem auch visuelle Vergleiche zu Alien oder The Abyss ziehen kann, dürfte das Szenario auf viele Spieler ansprechend wirken. In der Tat bleibt es auch nicht einfach bei Andeutungen, denn tatsächlich trifft man immer wieder auf die Bewohner des Jupiter Mondes. Sonderlich freundlich sind uns die unheimlichen Wesen aber nicht gestimmt, stattdessen stellen sie eine Gefahr für das Überleben der Crew dar. Und das nicht nur, wenn man außerhalb des U-Boots auf Erkundungstour geht, sondern auch innerhalb der eigentlich Sicherheit suggerierenden Stahlwände. Doch die düsteren Kreaturen sind nicht die einzige Gefahr.

Wem kann man trauen?


Barotrauma, welches nun in die Early Access Phase geht und uns dementsprechend in einer noch frühen Version vorliegt, lässt sich sowohl alleine in einer Kampagne als auch mit bis zu 16 Spielern im Koop spielen. Durch das schwer einschätzbare Verhalten menschlicher Kameraden bekommt das Spiel seinen eigentliche Reiz, nicht zuletzt, da es im Online-Spiel die Möglichkeit gibt den sogenannten „Traitor Modus“ zu aktivieren. Niemand ist nämlich zur Zusammenarbeit gezwungen, man kann, wenn man so will, seine Kameraden auch einfach verraten und die Mission ins Chaos stürzen.

Jeder Spieler schlüpft in eine von mehreren unterschiedlichen Klassen, darunter Kapitän, Ingenieur und Mechaniker. Jeder Build besitzt unterschiedliche Fähigkeiten und Möglichkeiten, die allesamt wichtig für das Überleben und den Erfolg der Missionen sind. Wie wichtig eine koordinierte Zusammenarbeit ist, wird spätestens klar, wenn das U-Boot von Aliens angegriffen oder auf andere Art beschädigt wird und plötzlich etwa Wasser durch ein Leck in das Innere strömt. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Kommunikation untereinander, leider steht in der aktuellen Version noch keine Ingame-Lösung parat, sodass man zum (Voice-)Chat auf Skype oder Discord ausweichen muss.

Mit ihrem Versprechen, hier ein knüppelhartes Erlebnis zu bieten, übertreiben die finnischen Entwickler übrigens nicht. Barotrauma besitzt viele Mechaniken, die man erst einmal erlernen und oft auch durch trial and error auf die harte Tour lernen muss. Glücklicherweise stehen sehr umfangreiche und tief in die Materie einführende Tutorials zu jeder Klasse zur Verfügung. Dabei erlernt man schnell die rudimentären Basics. Wo finde ich die wichtigsten Werkzeuge, wie Schraubenzieher und Atemmaske? Habe ich eine Waffe zur Verteidigung dabei? Wo auf dem Schiff sind Atemmaske und Tauchanzug platziert? Habe ich genügend Heilitems zur Hand? Und sind auch meine Kollegen vernünftig ausgestattet?

Gluck, Gluck, Gluck, mein U-Boot kommt niemals in Seenot


Hat man die wichtigsten Grundlagen verinnerlicht, so kann man den Fokus auf den eigentlichen Ablauf richten. Unabhängig von Mission und Szenario, sollte man stets auf den Zustand des U-Boots achten und den Zustand der verschiedenen Geräte an Bord überprüfen. Schließlich will man in brenzligen Situationen nicht auch noch unnötig an Störungen herumdoktern müssen, die mit vorheriger Wartung hätten vermieden werden können. Übrigens spielt auch Handel eine Rolle, schließlich gibt es diverse Outposts, in denen man gefundene Ressourcen gegen andere Gegenstände eintauschen, neue Besatzung anwerben und Vorräte aufstocken kann.

Zwar spielt sich ein großer Teil an Bord des Unterwasserschiffes ab, auf kurz oder lang wird man aber auch die einigermaßen sichere Umgebung verlassen und die Wasserwelt erkunden müssen. Bestenfalls verlässt man das Schiff in kleineren Gruppen und begibt sich im Team auf die Suche nach begehrten Artefakten. Diese befinden sich in visuell durchaus ansprechend gestalteten Ruinen, die selten so leer sind, wie sie anfänglich scheinen mögen. Die teils sehr hektischen Kämpfe steuern sich aktuell noch sehr fummelig, wie vieles andere auch. Auch die eigentlich simpel aufgebaute Menü-Struktur benötigt noch Feinschliff, bis sich das Ganze wirklich angenehm anfühlt.

Überhaupt muss man zum aktuellen Zeitpunkt noch einige Abstriche bei der technischen Umsetzung machen. Einigermaßen volle Server waren in der Testphase noch ziemlich rar, auch das eigenständige Aufsetzen von Spielpartien scheint noch mit Problemen behaftet sein. Ist man dann mal in einer laufenden Partie und alles funktioniert reibungslos, zeigt Barotrauma bereits sein Potenzial. In Zukunft soll auch die Community einen großen Part spielen. So gibt es verschiedene Tools, mit denen man bereits jetzt eigene U-Boote und Figuren erstellen und mit anderen Spielern teilen kann.

Pro & Kontra

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Pro
  • stimmungsvolle Prämisse
  • tief gehende Mechaniken

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Kontra
  • technsiche Schwierigkeiten
  • lange Einarbeitungszeit

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Spiel Bewertung
Singleplayer
60
63
65
Multiplayer

FAZIT

Barotrauma benötigt einiges an Einarbeitungszeit, bis man das Potenzial erkennt. Hat man die Grundlagen aber erst einmal verstanden, eröffnet sich nach und nach die Faszination hinter dem Konzept. Der grafische Look ist zwar nicht so ganz meins, dafür haben mir aber Sprachausgabe und Klangkulisse gut gefallen, auch einige Musikstücke tragen sehr zur Atmosphäre bei. Und spätestens, wenn man die Ruinen des Jupiter-Mondes erkundet und auf die monströsen Bewohner des fernen Planeten trifft, komme ich nicht umher mich an The Abyss erinnert zu fühlen. Potenzial ist also da, allerdings wird Entwickler FakeFish noch einiges an Zeit in den Feinschliff investieren müssen. Und so sehr ich den Reiz eines knallharten Survival-Titels auch verstehe, so sehr würde ich mir hier und da noch einige quality-of-life Verbesserungen wünschen.

- Von  Adrian

MS Windows

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USK 0 PEGI 3

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