Atelier Shallie – Alchemists of the Dusk Sea REVIEW

Um ehrlich zu sein, habe ich noch nie einen Ableger der Atelier-Reihe gespielt, obwohl es sich um eine relativ bekannte JRPG-Serie handelt. Trotzdem wollte ich unbedingt einen Versuch starten und freute mich über den neusten Teil – der gleichzeitig den Abschluss der Dusk-Trilogie darstellt. Genau, ich spreche von Atelier Shallie – Alchemists of the Dusk Sea. Als es endlich vor mir lag, wurde ich allerdings gleich wieder skeptisch: „Die Geschichte zweier Mädchen, die sich ihre Träume erfüllen“ prangte eher weniger vielversprechend auf der Rückseite. Trotzdem wagte ich mich an das Spiel – und war begeistert!

 

Shallie hoch 2

Atelier-Shallie-Alchemists-of-the-Dusk-Sea_2014_03-30-14_030

Die Welt stirbt… Langsam, aber unaufhaltsam. Nach und nach trocknet die Welt aus und lässt jegliches Leben allmählich verschwinden. Bereits der größte Teil der einst grünen Welt ist zu einem gigantischen Sandmeer geworden… und trotzdem haben die verbliebenen Städte und Dörfer noch Hoffnung, die Dürre zu bekämpfen. Genau so beginnt die Geschichte, wobei man anschließend aussucht, aus welcher Sicht man die Geschichte spielen möchte. Denn obwohl dieses Mal nur ein Name im Titel steht, gibt es wie beim Vorgänger zwei Protagonisten. Shallistera kommt aus einem fernen Dorf und ist dort stellvertretende Anführerin. Sie ist aufgebrochen um ihr Dorf vor der anhaltenden Dürre zu retten und eine Lösung zu finden. Shallotte hingegen wohnt in einer großen Stadt und weiß mit sich selber wenig anzufangen. Genaue Pläne oder Vorstellungen für ihre Zukunft hat sie im Gegensatz zu Shallistera nicht. Zwei Shallies also, die unterschiedlicher nicht sein könnten – und trotzdem im Laufe der Geschichte zusammenarbeiten werden.

Und nun die Qual der Wahl: Wie beim Vorgänger unterscheidet sich die Story je nach Charakter, sodass man unterschiedliche Dialoge und Cutscenes sieht, mit anderen Charakteren in Kontakt tritt und teilweise ganz andere Questreihen erhält.

Insgesamt ist die Story – unabhängig vom Hauptcharakter – sehr gut gelungen und strotzt nur so vor Details, Dialogen und vielschichtigen Persönlichkeiten. Je nach Freundschaftsgrad, den man durch gemeinsames Kämpfen und Gespräche steigern kann, schaltet man auch immer weiter Cutscenes, Gespräche und Nebenquests frei. Außerdem unterscheiden sich die Geschichten beider Hauptcharaktere genug, um einen weiteren Spieldurchgang wert zu sein. Ein kleiner Schönheitsfehler sind die anfangs knappen Informationen und das fehlende Ziel, wobei sich das auch wieder sehr schnell ändert und die Story an Spannung gewinnt. Außerdem schafft es Atelier Shallie – Alchemists of the Dusk Sea die Dusk Trilogie episch zu beenden, ohne Lücken zu hinterlassen.

 

Alchemie und Kämpfe in tausend Variationen

Atelier-Shallie-Alchemists-of-the-Dusk-Sea-13

Jedes gute Spiel besitzt bestimmte Merkmale, die es von anderen abheben. Bei Atelier Shallie – Alchemists of the Dusk Sea sind vor allem die Komplexität und die vielen Möglichkeiten toll. Es handelt sich dabei nicht um ein typisches JRPG, sondern kombiniert wie gewohnt Story, Gameplay und Charaktere mit einem weiteren Konzept: Die Alchemie! Alles, was man während der Kämpfe und den Erkundungen von neuen Gebieten findet, lässt sich nämlich verwerten. Egal, ob es sich dabei um Zwischenprodukte, Waffen, Acessoires, Heil- oder Angriffitems handelt: Alles ist möglich, solange man genügend Zutaten und das passende Rezept hat. Auch hier bieten sich an die hundert Rezepte mit noch mehr unterschiedlichen Zutaten an. Dabei belässt es das Spiel nicht beim Stumpfen kombinieren, sondern geht noch drei Schritte weiter: Einerseits verstärken unterschiedliche Zutaten verschiedene Werte, andererseits kann Shallie als Alchemistin zusätzliche Fähigkeiten einsetzen, um die Qualität zu steigern, mehr Produkte herzustellen oder zusätzliche Boosts hinzuzufügen. Je nach gewünschten Fähigkeiten muss man unterschiedliche Schwerpunkte mit den Zutaten und Fähigkeiten legen. Auch wenn das jetzt nach viel klingt, schafft es das Spiel mit verschiedenen kleinen Tutorials nach und nach die Möglichkeiten einfach und anschaulich zu präsentieren.

Auch wenn man während seines Abenteuers viele Sachen herstellen muss, bleibt es durch die vielen Modifikationen, Möglichkeiten und die neuen Fähigkeiten durch die wachsende Erfahrung interessant und spannend. Das Kampfsystem ist ebenfalls ähnlich wie bei den Vorgängern, nimmt aber auch neue Elemente auf. Die Grundlage bildet ein rundenbasiertes Kampfsystem, bei dem man zwischen Angriff, Verteidigung und MP-kostenden Fähigkeiten oder Items aussuchen darf. Jeder Charakter besitzt dabei unterschiedliche Stärken, Schwächen und selbstverständlich auch unterschiedliche Fähigkeiten, die teilweise mehreren Gegnern schaden, über mehrere Runden wirken oder bestimmte Werte steigern oder senken können. Ebenfalls typisch für das Genre ist ein Level-Up System, dass neben der Verbesserung der verschiedenen Werte wie Lebenspunkte, Mana, Angriff, Verteidigung und Geschwindigkeit auch neue Fähigkeiten für die einzelnen Charaktere mit sich bringt.

Besonders ist allerdings das schnelle Auswechseln der Kämpfer. Man spielt insgesamt – je nach Spielfortschritt – mit bis zu 6 Charakteren, wobei nur 3 aktiv sind. Die inaktiven Helden lassen sich ohne Zeitverlust jederzeit austauschen oder bei genügend Initiative mit einem zusätzlichen Angriff oder einer zusätzlichen Verteidigung kombinieren. So gewinnt das gesamte Kampfsystem an Geschwindigkeit und ermöglicht gezieltes Einsetzen unterschiedlicher Fähigkeiten. Außerdem gibt es eine Boost-Anzeige, die sich bei mehreren Attacken hintereinander füllt und einen Boost auslösen kann, der den Schaden deutlich steigert. Diese ganzen Möglichkeiten zusammen ergeben für mich ein spannendes, teilweise neues und teilweise vertrautes Kampfsystem, das so schnell nicht langweilig wird. Auch hier überrascht das Spiel immer wieder mit neuen Elementen und sorgt dafür, dass das Spiel nicht nur von der Story und von der Alchemie, sondern auch vom Kampfsystem spannend bleibt. So kann man später ganz gezielt überlegen, in welche Richtung sich die Charaktere entwickeln sollen.

In den vorherigen Teilen waren jederzeit Zeitlimits präsent – sowohl bei Haupt- als auch Nebenquests. Im neusten Teil ist das allerdings etwas anders, sodass statt einer Uhr die sogenannten Alltagsaufgaben das Tempo bestimmen. Zwischen den Kapiteln muss man durch das Erledigen verschiedenster Aufgaben genügend Punkte ansammeln – angefangen beim Besiegen von Monstern oder Synthetisieren bestimmter Gegenstände über das Erfüllen von Nebenquests von Charakteren bis hin zum Erkunden weit enfernter Gebiete. Erst dann geht es auch in der Story weiter. Dabei sind diese Aufgaben teilweise relativ ähnlich, allerdings bringen gerade die Nebenquests Abwechslung herein. Außerdem halten sich die Anforderungen an erledigten Aufgaben in Grenzen, sodass es nicht langweilig wird.

 

 Technik? Typisch Anime! 

Ob das jetzt positiv oder negativ ist, bleibt wohl Ansichtssache. Der Stil ist auf jeden Fall stimmig und wird grafisch sehr gut umgesetzt. Die Charaktere sind detailliert, die Umgebungen und zu erkundenden Gebiete belebt und abwechslungsreich und auch die Cutscenes laufen flüssig und hochauflösend ab. Es gibt auch einige Anime-Sequenzen, wobei das Spiel überwiegend mit Cutscenes in In-Game-Grafik arbeitet. Gerade im Vergleich zu anderen JRPGs sieht Atelier Shallie – Alchemists of the Dusk Sea besonders gut aus.

Auch der Sound ist durchgängig gut gelungen und besitzt wie schon das Gameplay eine große Auswahl an Tracks, die jeweils zu den Themen der Story oder den einzelnen Umgebungen oder Charakteren perfekt passen. Die Vertonung kommt gleich in zwei Sprachen, entweder komplett Japanisch oder komplett Englisch mit entsprechenden Untertiteln. Beide Tonspuren sind hervorragend und besitzen tolle und vor allem passende Sprecher, was leider immer seltener vorkommt. Der Haken hierbei ist, dass man sehr gute Englisch- oder Japanisch-Kenntnisse braucht, um in den vollen Genuss der Story zu kommen.

Je nach Motivation kommt man mit einem Spieldurchlauf auf gut 35-40 Stunden, wobei das Neue Spiel +, diverse Trophäen und die Möglichkeit, die Story als andere Shallie zu durchleben, den Wiederspielwert enorm steigern.

Facebook
Twitter
Google+
Spiel Bewertung
Singleplayer
86
86
Gut
-
Multiplayer

FAZIT

Trotz der anfänglichen Skepsis ist Atelier Shallie – Alchemists of the Dusk Sea ein tolles Spiel. Die Story ist spannend, das Spiel mit all seinen Charakteren und Umgebungen unglaublich detailliert gestaltet und auch das Gameplay kommt mit spannenden Neuerungen, motiviert für viele Stunden und liefert immer wieder Neuerungen und Abwechslung. Auch die technische Präsentation ist super – mit dem Anime-Stil aber nicht unbedingt etwas für jeden. Mit dem Umfang von 40 Stunden und einem hohen Wiederspielwert kann ich jedem (J)RPG-Fan das Spiel nur empfehlen!

- Von  Tim

Playstation 3

Atelier Shallie – Alchemists of the Dusk Sea REVIEW

USK 12 PEGI 12

Das könnte dir auch gefallen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Partner:

Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de Blogverzeichnis blogli.de - Blog-Verzeichnis Webverzeichnis - Webkatalog www.inetcomment.de Blogverzeichnis Blogverzeichnis TopBlogs.de das Original - Blogverzeichnis | Blog Top Liste Blog Button
GACC  |  Games-Mag  |  Gameplay Gamers  |  Game 2  |  Gamer83  |  Heavenly-Mangas  |  MarioFans  |  PixelOr  |  TrueGamer  |  XBox-Home  |  AlphaOmegagaming  |  Gameplaynews  |  Nintendo Switch Forum  |  Spielkritik  |  Videospielgeschichten  |  N-Mag  |  NAT-Games  |  Indieflock  |  GamingNerd  |  KodyBits  |  Zockerheim  |  twitch/noviiq  |  TVGC  |  RLC-Gamer  |  Zockwork Orange  |  Collect a Box  |  Gametainment.at  |  


NEWS:

Allgemein  |  Handhelden  |   Indie  |   Kickstarter  |   Microsoft  |  Nintendo  |  PC Gaming  |  Sony

  +++    +++    +++    +++    +++    +++    +++    +++    +++    +++    +++    +++    +++    +++    +++    +++    +++    +++    +++