Assassin’s Creed Syndicate REVIEW

London Calling – Aus der wunderschönen französischen Hauptstadt Paris in Assassin’s Creed Unity geht es nun weiter in die englische Großstadt. In Assassin’s Creed Syndicate reisen wir in das Jahr 1868 und machen in der englischen Hauptstadt erneut Jagd auf die bösen Templer. Dabei begeben wir uns zum ersten Mal in der Reihe mit zwei spielbaren Charakteren in ein neues Abenteuer. Doch der Hype um den neuen Ableger aus dem Hause Ubisoft war durch die hohe Konkurrenz rund um Call of Duty: Black Ops III und Fallout 4 besonders groß, sodass das Interesse im Vorhinein nicht mehr so groß war wie noch beispielsweise Unity oder Black Flag. Doch erweist sich Assassin’s Creed Syndicate wieder als ein Highlight der Reihe oder kommt es nicht über grauen Einheitsbrei hinaus? Wir finden es in unserer exklusiven Review für Euch heraus – viel Spaß.

Ein ungleiches Paar erobert London

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In der Vergangenheit von Assassin’s Creed waren wir entweder mit Ezio, Edward Kenway oder Arno jeweils mit nur einem einzigen Helden unterwegs. In Assassin’s Creed Syndicate haben wir erstmals die Möglichkeit einen von zwei Charakteren zu steuern. Jacob und Evie Frye sind zwei junge Assassinen aus dem kleinen Städtchen Crawley, welche ihre Kampfkünste durch ihren eigenen Vater erlernten.

Assassin’s Creed Syndicate spielt wie bereits erwähnt im Jahre 1868 in London während der zweiten industriellen Revolution. London ist fest in der Hand der Templer, kontrolliert durch den Oberschurken Crawford Starrik. Viele einzelne Bezirke werden von den verfeindeten Blighters kontrolliert und so ist es unsere Aufgabe die Stadt nach und nach mithilfe der befreundeten Rooks zu erobern. Doch weil eben jener Fiesling die Kontrolle über ganz London besitzt, erweist sich diese Aufgabe sehr viel schwerer als zunächst angenommen. Evie setzt es sich hauptsächlich als Ziel die Edensplitter finden und vor den Templern zu beschützen, während Jacob gemeinsam mit den Rooks eine große Band zusammenschließen möchte, um damit London in eigene Hand zu gelangen.

Wer sich jetzt auf eine packende Handlung mit allerlei Twists und großer Kino-Atmosphäre erhofft hat, wird allerdings recht schnell enttäuscht sein. Assassin’s Creed Syndicate bleibt seiner Linie treu und schafft es einfach nicht diese gewisse Spannung zu erzeugen, wie es viele andere große Titel immer wieder beweisen. Und auch die Gegenwartsmissionen bleiben, obwohl Ubisoft hier einige Verbesserungen versprach, erneut sehr blass, genauer gesagt hätte man auch vollkommen darauf verzichten können. Denn diese bestehen im Grund nur aus vereinzelten Zwischensequenzen, die uns ein wenig mehr über die Hintergründe aufklären sollen.

Die beiden sympathischen Hauptcharaktere wachsen uns sehr schnell ans Herz und bleiben während der gesamten Handlung über sehr bodenständig, jedoch bleibt besonders der Bösewicht Crawford weit hinter seinen Möglichkeiten und kann absolut nicht mit einem Vaas aus Far Cry mithalten – zugegeben liegt diese Messlatte auch verdammt hoch.

Per Seilrutsche über die Dächer Londons

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Die Reihe von Assassin’s Creed leidet immer wieder unter dem Vorwurf, dass man sich auf spielerischer Seite zu wenig Neues einfallen lässt und den gewohnten Einheitsbrei immer wieder aufkocht und den zahlenden Kunden serviert. Trifft dies auch auf Assassin’s Creed Syndicate zu? Nur zum Teil ! Denn die Macher haben sich besonders zur Fortbewegung und auch im Kampfsystem einige Neuerungen einfallen lassen, welche durchaus schon früher hätten auftauchen können.

Zum einen wäre da der neue Greifhaken, den wir bereits sehr früh im Spiel nach Abschluss der ersten Hauptmissionen erhalten. Mit diesem können sich sowohl Evie als auch Jacob an vorgegebenen Stellen auf Häuserdächer oder Vorsprünge katapultieren und so beispielsweise schneller vor Feinden zu fliehen oder größere Distanzen zu überwinden. Dies erweist sich vor allem bei der Suche der vielen Schatztruhen, die nun alle von Beginn an und ohne Zusatz-App wie noch in Unity zu öffnen sind, als nützliche Hilfe. Natürlich erinnert der Greifhaken sehr schnell an eben jenen aus den Batman-Spielen, doch ehrlich gesagt ist gut geklaut dann besser als schlecht selbst erfunden. Und außerdem tut die schnellere Fortbewegung dem Spiel richtig gut, man wünscht sich sogar, diese Erfindung hätte es bereits in früheren Teilen der Assassin’s Creed Reihe gegeben.

Die zweite größere Neuerung des Spiels sind die Fahrzeuge. Ja, ihr habt absolut richtig gelesen, denn zum ersten Mal in der langen traditionsreichen Geschichte gibt es in einem Assassin’s Creed Fahrzeuge als Fortbewegungsmittel. Diese sind natürlich zeitgemäß Kutschen und diese befahren in großer Anzahl die Straßen Londons – natürlich inklusive dem typischen englischen Linksverkehr. Mit diesen gelangen wir nicht nur schneller an ein bestimmtes Ziel, sondern dienen auch ideal als Mittel bei einer Verfolgungsjagd. Gegnerische Kutschen können wir rammen und so fahruntüchtig machen, oder wie entführen mit Waren vollgepackte Kutschen aus dem feindlichen Lager um so Loyalität, Materialien, Geld und Erfahrungspunkte zu verdienen.

Und auch am recht simplen Kampfsystem aus den Vorgängern hat Ubisoft in Assassin’s Creed Syndicate so einige Dinge verändert. Denn statt auf mächtige Schwerter und Klingen wie noch in Unity wird hier mehr auf Faustkämpfe mit Schlagringen oder kurzen Dolchen gesetzt. Auch hier wieder von Batman abgeschaut, denn mehrere Schläge in Folgen erhöhen einen Schlagzähler, eine Art Combo. Kämpfe dauern nun wesentlich länger und sind intensiver als noch in den Vorgängern. Besonders zu Beginn des Spiels mussten wir aus vielen Situationen fliehen, da wir sonst gegen mehrere Gegner chancenlos waren. Es dauert also eine Weile bis man sich in das neue Kampfsystem eingelernt hat, jedoch sollte man es nach einiger Zeit recht schnell im Griff haben. Am besten ist es jedoch, sich möglichst oft leise heranzuschleichen, wie es eben für einen Assassinen üblich ist und unsere Gegner von hinten eiskalt meucheln.

Das Deckungssystem wurde ebenso verbessert und ermöglicht nun präziseres Meucheln und Werfen von Wurfmessern aus dem Versteck. Außerdem ist es wieder, wie bereits in Assassin’s Creed Black Flag möglich, Feinde durch Pfeifen anzulocken und mit einem Attentat aus der Deckung heraus zu erledigen. Allerdings ist es nun wesentlich schwierige einzelne Feinde von einer Gruppe zu trennen, oftmals lockt das Pfeifen ungewollt auch weiter entfernte Gegner zusätzlich an.

Es gibt immer etwas zu tun

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Assassin’s Creed war ja schon immer bekannt für seine vielen Nebenaufgaben neben der eigentlichen Geschichte. Und an dieser Tradition setzt auch Assassin’s Creed Syndicate fort und bietet noch mehr Nebenbeschäftigungen als zuvor. Neben den gewohnten Schatztruhen, die es in jedem Stadtteil in ausreichender Menge zu finden gibt, suchen wir erneut nach Helix-Glitches oder erklimmen Aussichtstürme, um Missionen oder Schätze auf der Karte aufzudecken. Nun gibt es allerdings neben diesen gewohnten Tätigkeiten auch noch viele weitere, beispielsweise können wir Kutschen entführen, einen Zug überfallen, Schmugglerware auf Schiffen zerstören oder einfach gleich die ganze Ware an Bord nehmen – in Assassin’s Creed Syndicate gibt es eigentlich immer etwas zu tun und Langeweile kommt da so schnell keine auf. Das liegt vor allem daran, dass das Missionsdesign so gut gelungen ist, wie schon lange nicht mehr.

Die Hauptmissionen gestalten sich als sehr abwechslungsreich und bieten in manchen Fällen sogar mehrere Lösungswege an. Wollen wir eher durch Schleichen und Tarnen an die geforderte Zielperson gelangen oder wählen wir die brutale Version und kämpfen uns durch zahlreiche Wachen vorbei zum Ziel. Durch die weitläufigen Gebiete sind uns hier fast keinerlei Grenzen gesetzt, Nebenmissionen während eines Auftrags sind natürlich für eine 100% einer Sequenz auch wieder erforderlich.

Auch die Nebenaufgaben die wir abschließen müssen um die einzelnen Stadtteile zurückzuerobern sind sehr gelungen und unterhalten uns auch auf lange Sicht. So befreien wir Gebiete von verfeindeten Banden, nehmen still und heimlich einen Anführer gefangen oder befreien Kinder von der damals typischen Kinderarbeit aus Fabriken. Dazu gibt es Fight-Clubs in denen wir mehrere Gegner in einem Faustkampf besiegen muss oder Kutschen-Rennen, bei denen wir uns mit 3 KI-Gegnern eine wilder Fahrt durch London leisten – all dies bringt uns Geld und Loyalität. Und per beiliegendem DLC schalten wir Zusatzmissionen bei Karl Marx frei oder können wieder spannende, mysteriöse Mordfälle lösen, die es bereits in Assassin’s Creed Unity gab. Diese sind allerdings nicht mehr ganz so knifflig wie im Vorgänger, trotzdem versucht uns das Spiel mehrmals auf eine falsche Fährte zu locken.

Natürlich gibt es auch wieder ein Crafting-System um an bessere Ausrüstung zu gelangen, die Rezepte dazu finden wir oft in goldenen Truhen in der Stadt oder erhalten sie als Belohnung nach dem erfolgreichen Abschluss einer Aufgabe. Ein Talentbaum besitzen beide Charaktere ebenso wieder, dieser unterscheidet sich allerdings erst gegen Ende ein wenig, denn Evie schlägt ein wenig mehr in die Richtung „Schleichen“ während Jacob Attribute zum Kämpfen verbessern kann. Einen all zu großen Unterschied konnten wir beim Spielen allerdings nicht feststellen. Des weiteren können wir gegen Geld und Materialien die Gang der Rooks mit besseren Waffen oder Kutschen verbessern, die uns in harten Kämpfen sehr oft automatisch zur Seite stehen. Zu guter Letzt wollen wir noch die Loyalität bei einzelnen Charakteren ansprechen, diese steigern wir durch das Befreien von Kindern, das Entführen von Kutschen, usw. Je höher unser Loyalitäts-Level steigt (bis Level 5), desto eine bessere Belohnung bekommen wir bei jedem Anstieg des Levels.

Und so vergeht schnell einer Spielstunde nach der anderen, man will nur noch schnell ein Stadtteil erobern, schnell noch die Kisten sammeln oder eben dann doch noch die nächste Hauptmission spielen, um mehr über die Story zu erfahren.

Die Grafik ist ein Rückschritt, ABER…

Viele von euch werden jetzt sicherlich enttäuscht sein, aber Assassin’s Creed Syndicate sieht auf den ersten Blick schlechter aus als sein direkter Vorgänger Unity. Natürlich sieht Ubisofts neuestes Werk sehr gut aus, dennoch hat man an einigen Ecken und Enden ein wenig an Details gespart. Viele Häuser sind nun nicht mehr begehbar, wodurch man einige Feinheiten einsparen konnte, Lichteffekte sehen auch nicht mehr so schön aus wie im Vorgänger – London wirkt sehr trist und grau. Die Straßen sind nicht mehr so überfüllt und auch die Animationen der Passanten wirkt nun nicht mehr so realitätsnah wie noch in Unity. Diese Einsparungen wurden alle getroffen um die Performance zu verbessern und dies auch wirklich gelungen. Zwar tauchen gelegentlich immer wieder Bugs auf, allerdings in einem vernünftigen und vor allem spielbaren Rahmen. Allerdings kann Assassin’s Creed Syndicate in einem Punkt überzeugen: die gelungene Weitsicht. Wie bereits in den Vorgängern auch haben wir von hohen Positionen wie beispielsweise Glockentürmen oder einem hohen Fahnenmast auf einem Schiff des Themse einen tollen Ausblick auf die hohen Schornsteine der Fabriken oder die Sehenswürdigkeiten der Stadt London.

Ein weiterer störender Aspekt sind doch teils sehr langen Ladezeiten nach einer gescheiteren Mission oder generell dem Starten des Spiels. Warum dies so lange dauert, obwohl man die Detail und Menschen der Stadt verringerte, ist wirklich nicht zu erklären, aber definitiv einer aktuellen Konsole nicht angemessen. Und auch wenn die Synchronsprecher an sich einen guten Job erledigen, sind die Texte nicht immer lippensynchron. Dies fällt natürlich besonders in den gelungenen Zwischensequenzen auf. Gravierende Fehler wie beispielsweise Abstürze oder extreme Ruckler konnten wir während unseres Tests nicht feststellen – nach den groben Startschwierigkeiten von Assassin’s Creed Unity keine Selbstverständlichkeit mehr.

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Spiel Bewertung
Singleplayer
84
84
Gut
-
Multiplayer

FAZIT

Assassin's Creed Syndicate schafft es durch wenige gezielte Verbesserungen erneut ein grandioses Spiel zu erschaffen. Auch wenn es grafische Einbußen hinzunehmen gilt und auch wenn die Spielmechanik an sich keine revolutionären Sprünge schafft und auch wenn wir weiterhin auf eine geniale Story warten, kann Assassin's Creed Syndicate uns sehr lange unterhalten und genau das erwarten wir doch alle von einem Videospiel. Besonders das abwechslungsreiche und spaßige Missionsdesign hat uns im meisten überzeugen können. Aber auch das geänderte Kampfsystem bringt eine neue Herausforderung und somit frischen Wind in die Reihe. Uns hat es definitiv viel Spaß bereitet London aus der Hand der fiesen Templer zu befreien. Wir sind bereits jetzt schon sehr gespannt, was sich Ubisoft für den nächsten Teil der Reihe einfallen lässt, vielleicht bekommen wir ja wieder ein Inselabenteuer mit Schiffen geboten, wer weiß.

- Von  Christian

Playstation 4
Xbox One
MS Windows

Assassin's Creed Syndicate REVIEW

USK 18 PEGI 16

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