Ys I & II Chronicles

Ys I & II Chronicles + REVIEW

Ys I & II Chronicles

Zwei absolute Rollenspiel-Klassiker im neuen Gewand: Bei Ys I & II Chronicles + handelt es sich um eine Compilation der ersten beiden Teile der hierzulande leider nicht ganz so bekannten Action-Rollenspiel-Reihe „Ys“. Die Spiele wurden erstmals im Jahre 1987 (Teil 1) und 1988 (Teil 2) für den japanischen Heimcomputer NEC PC-8801 veröffentlicht. Darüber hinaus wurden die Spiele aber auch für zahlreiche andere Plattformen portiert, unter anderem auch für PC DOS und Master System. Die DOS- und Master System-Versionen fanden seinerzeit sogar den Weg nach Deutschland. Abseits unzähliger Portierungen, gab es für die Spiele auch immer wieder Remakes, die dann für die entsprechend aktuellen Systeme veröffentlicht wurden. Eines dieser Remakes nennt sich Ys I & II Chronicles und wurde Mitte 2009 für die PSP veröffentlicht.

Ein halbes Jahr später folgte dann noch eine Japan-exklusive PC-Version. Doch am 14. Februar 2013 zeigte der Publisher XSEED endlich erbarmen und brachte das Spiel in einer leicht verbesserten Version auch auf Steam heraus (GoG wurde später auch noch beglückt). Damit erhielt ich endlich die Gelegenheit die Ursprünge dieser schönen Serie zu erleben, welche ich bis dato nur durch den sechsten Teil für die PS2 kennenlernen durfte. Ob diese beiden Klassiker in ihrer überarbeiteten Version auch heute noch Spaß machen oder nicht, möchte ich euch im folgenden Review verraten. Da es sich um zwei Spiele handelt, werde ich sie übrigens separat besprechen.

 

Ys I: Adol Christins Bewährungsprobe

01


Die Ys-Spiele versetzen uns in eine Art Parallelwelt zur Erde. Geografie und Ländernamen sind der unserer eigenen Erde sehr ähnlich. So gibt es z.B. einen Kontinent namens „Afroca“ oder ein „Romunisches Imperium“. Der Entwicklungsstand der Ys-Erde bewegt sich jedoch noch in mittelalterlichen Bahnen. Außerdem wird diese Welt durch viele mythische Begebenheiten und Bedrohungen überschattet. Untergegangene Kulturen sind Zeitzeugen dieser Begebenheiten und der Protagonist Adol Christin findet sich oftmals als letzter Widerstand gegen längst vergessene Gefahrenquellen wieder. Im ersten Teil der Ys-Reihe erlebt ihr die Ereignisse von Adols allererster Abenteuerreise:

Der jugendliche Rotschopf Adol Christin träumt seit seiner Kindheit davon Abenteurer zu werden. Um sich auf die künftigen Reisen vorzubereiten, ließ er es sich nicht nehmen die Schwertkampfkunst zu erlernen. Die Gelegenheit ein echtes Abenteuer zu erleben ergibt sich mit einem merkwürdigen Natur-Phänomen: Die Insel Esteria wird seit sechs Monaten von einer undurchdringlichen Stormwall (Sturmwand) umschlossen, welche logischerweise jeglichen Kontakt zur Außenwelt unterbindet. Die Leute vom Festland glauben inzwischen, dass Esteria verflucht sei. Doch davon lässt sich Adol nicht beirren. In seinem jugendlichen Wahnsinn schnappt er sich ein kleines Segelboot und setzt zu Esteria über. Es kommt wie es kommen muss: Adol und seine Nussschale sind dem übernatürlichen Sturm nicht gewachsen und unser Held säuft ab. Doch er hat Glück im Unglück. Er wird an den Strand von Esteria gespült, wo er vom Anführer der örtlichen Dorfmiliz aufgespürt und anschließend von dessen Vater, dem Dorfarzt, aufgepäppelt wird. Nach seiner Genesung setzt Adol seine Erkundung von Esteria unbeirrt fort. Es stellt sich heraus, dass die Insulaner seit dem Auftauchen der Stormwall von Monstern terrorisiert werden. Außerdem treibt eine Diebesbande ihr Unwesen, die sich auf den Diebstahl von Silberwaren spezialisiert hat. Und dann ist da noch der riesige Turm von Darm, der am Rand eines Kraters steht und bis hoch in den Himmel reicht. Je mehr Nachforschungen Adol betreibt, desto ersichtlicher wird, dass die Geschehnisse irgendwie mit dem sagenumwobenen Königreich Ys zusammenhängen, welches vor 700 Jahren unterging. Kann Adol die Geheimnisse von Esteria und Ys ergründen und die Inselbewohner von ihrem Leid erlösen?

Oberflächlich betrachtet bietet die Handlung von Ys nichts außergewöhnliches. Monsterinvasionen, ein untergegangenes Königreich und ein junger Held, der dazu bestimmt ist die Dinge zu richten – das hat man alles schon mal irgendwo gehört. Allerdings sollte man nicht vergessen wie alt Ys bereits ist und außerdem überzeugt das Spiel weniger durch die Handlung an sich, sondern viel mehr durch deren Präsentation. Es gibt zahlreiche NPCs im Spiel, die Adol über ihre Lebensumstände, sowie die Sagen und Geschehnisse auf Esteria Auskunft geben. Durch diese Gespräche fühlt man sich regelrecht als Teil der Spielwelt. Außerdem haben die NPCs im fortlaufenden Spiel auch häufig was Neues zu sagen. Aber der qualitativ hochwertige Schrifttext ist ein Aspekt bei dem Falcom-Spiele ja ohnehin immer wieder positiv herausstechen. Bei Ys I wirkt es aber besonders gut, weil man viele wichtige Informationen nur durch Gespräche mit den Bewohnern der Insel erlangt. Darüber hinaus nimmt einem das Spiel bei der Erkundung, den Rätseln, dem Sagengut und kleineren Nebengeschichten nicht an die Hand, sondern fordert stattdessen Eigeninitiative. Wer die Texte nicht aufmerksam liest, sollte sich nicht wundern, wenn er irgendwann in einer vermeintlichen Sackgasse landet oder gewisse Teile der Handlung nicht nachvollziehen kann. Und gerade dieser Aspekt ist es, der die Handlung von Ys trotz des konservativen Grundgerüsts zu etwas Besonderen werden lässt.

 

Ich schubs dich tot!

02

Zu Beginn steht erst einmal die Wahl aus den vier Schwierigkeitsgraden Easy, Normal, Hard und Nightmare. Doch Vorsicht! Die höheren Grade machen ihren Namen alle Ehre. Ys ist kein Spaziergang und fordert selbst auf den niedrigeren Graden ein gewisses Maß an Können!

Im Spiel selbst steuert man Adol aus der Vogelperspektive durch die Umgebung, redet mit NPCs, und bekämpft in Echtzeit Bestien und Monster um Erfahrungspunkte für Level-Ups und Geld für neue Ausrüstung zu verdienen. Die Steuerung arbeitet dabei absolut flüssig und ohne Probleme. Neben der Tastatur-Steuerung werden auch Controller unterstützt. Außerdem lassen sich die Eingabegeräte konfigurieren.

Das Besondere an Ys ist der Verzicht auf einen Angriffsbutton. Adol greift stattdessen völlig selbstständig an, wenn er mit dem Gegner kollidiert. Hierdurch wird nicht nur ein beachtlich hohes Spieltempo aufrecht erhalten, sondern das Spiel erlangt dadurch eine völlig eigenständige Identität. Das heißt aber nicht, dass man frontal in den Gegner hineinrennen sollte, weil man dadurch mehr Schaden einsteckt als austeilt. Stattdessen sollte man versuchen den Feind dezentriert, von der Seite oder auch diagonal „anzurempeln“ um den größten Erfolg zu erzielen ohne selbst vor den Latz geknallt zu bekommen. Das mag anfangs ungewohnt wirken, doch hat man dieses System sehr schnell verinnerlicht und erfreut sich anschließend an den blitzschnellen, unkomplizierten Echtzeit-Gemetzel. Die kniffligen Bossgegner hingegen erfordern strategisches Vorgehen und Geschicklichkeit und können dementsprechend einige Nerven kosten. Dennoch gehören sie zu den klaren Highlights von Ys. Hat man einen Boss bezwungen, weiß man, was man erreicht hat. Ein Gefühl, welches man in modernen Titel oftmals vermisst.

Falls alle Stränge reißen heißt es freilich etwas aufzuleveln, wobei dies nur in begrenzten Maßen möglich ist, da Adol einen Level-Cap von Stufe 10 aufgebrummt bekommen hat. Auch die Anzahl der Ausrüstung ist recht begrenzt. Adols Ausrüstung besteht aus Schwert, Schild, Rüstung und einem magischen Ring, und von jedem Ausrüstungstyp gibt es nur fünf verschiedene Stücke. Neue Ausrüstung muss man entweder käuflich erwerben oder liegt in Schatztruhen versteckt. Diese begrenzten Möglichkeiten beim Charakteraufbau sind mit ein Grund dafür, dass es in Ys mehr aufs Können, statt auf Grinding-Arbeit ankommt.

Können wird aber nicht nur im Kampf, sondern auch in der Erkundung der Spielwelt vorausgesetzt. Ys ist kein lineares Spiel, sondern versetzt euch in eine kleine aber feine Open World, die sich aus zwei Dörfern, einer Stadt, einer übersichtlichen Wildnis-Umgebung und drei Dungeons zusammensetzt. Klingt nicht nach viel, und ist es auch nicht. Dafür steht einem fast die gesamte Spielwelt schon von Beginn an offen, lediglich der letzte Dungeon öffnet sich erst zum Finale, wobei dieser Dungeon enorm umfangreich ausfällt und locker ein Drittel, wenn nicht sogar die Hälfte des Gesamtumfangs des Spiels ausmacht. Jener Umfang beläuft sich übrigens auf ca. 5-7 Spielstunden. Das Spiel nimmt einen jedoch nicht an die Hand, sondern setzt voraus, dass man mit den NPCs kommuniziert und sich somit die Informationen selber zusammensucht. Dies schließt auch Hinweise zur Lösung einiger Item-Rätsel mit ein. Wer nicht planlos herumirren und herumprobieren möchte, kommt um ausführliche Gespräche mit den Einwohnern der Spielwelt nicht herum. Obendrein sind die Dungeons ziemlich labyrinthartig aufgebaut und erfordern einiges an Konzentration damit man sich nicht verläuft.

Interessanterweise bietet Ys eine Selbstregeneration der Lebensenergie. Diese wirkt aber nur, wenn man sich außerhalb eines Dungeons befindet. Einer der magischen Ringe aktiviert diese Funktion jedoch auch innerhalb eines Dungeons. Diese Hilfe ist aber durchaus angebracht, denn Adol kann immer nur einen einzigen lumpigen Heiltrank mit sich herumtragen. Übrigens darf man innerhalb der Bosskämpfe keine Tränke und sonstige Hilfsmittel einsetzen. Aufgrund dessen waren einige der Bossgegner auf den höheren Schwierigkeitsgraden für mich nicht schaffbar. Auch das Backtracking kann manchmal recht nervig werden. Besonders im finalen Dungeon kommt dieses Element zur Spielzeitstreckung deutlich zum tragen. Wenn man nach 25 Stockwerken feststellen muss, dass die letzte Tür zum finalen Bossgegner versiegelt ist und man deswegen den halben Dungeon zurücklatschen muss, um noch mal mit den dortigen NPCs zu quatschen, ist Frust vorprogrammiert. Da wäre weniger mehr gewesen. Aber das ist nur ein kleiner Makel in einem ansonsten enorm unterhaltsamen Spiel.

Wer das Spiel durchgeschafft hat, schaltet den Time Attack-Modus frei, einen Bossrush wo es darum geht alle sieben Bosskämpfe des Spiels möglichst schnell abzuschließen. Dies ist freilich wesentlich leichter gesagt als getan, weil Adol in diesem Modus ziemlich unterlevelt ist. Dieser Modus ist also nur ein Fall für Profis. Aber immerhin gibt es hierfür eine Anbindung an Online-Bestenlisten.

 

Grafik und Sound

03
Ys bietet herrliche Spritegrafiken im feinsten 16-bit-Stil. Sowohl die Umgebungsgrafiken als auch die Charaktersprites wurden sehr liebevoll und detailliert gestaltet und werden jedem Retro-Fan die Freudentränen in die Augen treiben. Völlig überraschend ging man sogar so weit ein paar kleinere Blut- und Gore-Effekte einzubauen. Beseitigte Gegner hinterlassen eine kleine Blutlache und werden nach ihrer Niederlage in ihre Einzelteile zerfetzt. Aber keine Sorge, dies wird nicht verherrlicht, sondern wirkt eher wie ein kleines Gimmick.
Ein weiteres Gimmick ist die Option vor Spielbeginn zwischen zwei Artstilen für die Anime/Manga-Artworks auswählen zu können. Zur Auswahl stehen „Chronicles 2009“ und „Complete 2001“. Erstere bietet das modernere Artdesign, welches auch in den damals aktuellen Ys-Titeln wie Origins oder The Ark of Napishtim Verwendung findet. Letzteres basiert hingegen auf dem Artdesign des Complete-Remakes von 2001 und erinnert optisch eher an klassische Animes aus den 80ern. Ist im Endeffekt also eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Noch beeindruckender als die Grafik ist jedoch der tolle Soundtrack der die flotte Action mit cooler J-Rock-Mucke unterstützt. Hierbei handelt es sich freilich um Rock-Versionen der klassischen Soundtracks aus den Original-Versionen der 80er Jahre. Wer auf lautstarke Musik abfährt, wird die Tracks von Ys jedenfalls lieben, da sind einige echte Ohrwürmer dabei! Eine Sprachausgabe gibt es leider nicht, die hätte man vielleicht auch noch nachreichen können, schließlich bot die im Jahr 2005 veröffentlichte PS2-Version von Ys: The Ark of Napishtim auch eine Sprachausgabe. Aber man kann halt nicht alles haben.

 

YS II – Das schwebende Eiland Ys braucht einen Retter!

04


Die Handlung von Ys II ist eine direkte Fortsetzung zu den Ereignissen des Vorgängers. Im ersten Teil konnte Adol Christin den bösartigen Magier Dark Fact bezwingen, der die Insel Esteria terrorisierte, um in den Besitz der sechs magischen Bücher von Ys zu gelangen. Es heißt, dass diese Bücher ihren Besitzer zu gewaltiger Macht verhelfen können. Nachdem Adol Dark Fact besiegt hatte und somit in den Besitz des letzten Ys-Buches gelangte, entfalteten die Schwarten auch sogleich ihre verborgene Kraft: Eine Art Teleportationszauber wurde freigesetzt, welcher Adol auf eine unsichtbare, schwebende Insel über Esteria transportierte. Diese entpuppt sich als das untergegangene Königreich von Ys. Und genau wie Esteria, wird auch Ys von zahlreichen gewaltbereiten Monstern und Dämonen tyrannisiert. Doch nun ist ja Adol zur Stelle, um die Dinge wieder ins Lot zu schubsen (ja, den Scherz konnte ich mir jetzt nicht verkneifen^^).

Da es sich um eine direkte Fortsetzung handelt, sollte man Teil 2 erst beginnen, wenn man Teil 1 durchgespielt hat, um alles vollauf nachvollziehen zu können. Neben den zahlreichen neuen Charakteren, haben gegen Ende freilich auch einige altbekannte Gesichter aus dem Vorgänger ihren Auftritt. Ys II schließt die Handlung rund um die Vorgänge in Esteria und Ys ab, die späteren Ys-Teile liefern zwar immer wieder Querverweise auf Adols vorherige Abenteuer, bilden abgesehen davon jedoch eigenständige Geschichten. Charaktere und Schrifttext sind dieses mal sogar noch eine Ecke besser ausgefallen, auch wenn die Handlung an sich immer noch nicht über Genre-Klischees hinausreicht.

 

Ich hau dir meine Feuerbälle um die Ohren

05
Die grundlegenden Spielmechaniken haben sich seit dem Vorgänger nicht geändert, weswegen ich an dieser Stelle vornehmlich auf die Neuerungen eingehen werde.

Es stehen immer noch vier Schwierigkeitsgrade zur Auswahl, der allgemeine Schwierigkeitsgrad wurde aber etwas abgewandelt. Die Kämpfe sind nun einfacher zu bewältigen, denn ein Angriff aus der Diagonale bringt immer den Erfolg. Der Vorgänger verlangte da dann doch etwas variantenreichere Schubs-Manöver. Auch die Bosse sind nun wesentlich leichter zu bezwingen. Dies liegt einerseits daran, dass es nun erlaubt ist in Bosskämpfen den ausgerüsteten Heilgegenstand einzusetzen, und andererseits am neuen Feuerball-Zauber, der sowieso oftmals den Schlüssel zum Sieg im Kampf gegen Bosse darstellt. Generell wurde das Spielprinzip um Zauber erweitert. Neben dem Feuerball-Zauber gibt es noch fünf weitere Sprüche, mit denen man z.B. die Zeit stoppen, dunkle Orte beleuchten oder Adol in ein kleines Monster verwandeln kann. Freilich dienen diese Zauber auch oftmals zur Lösung einiger Rätsel. So offenbart der Beleuchtungszauber schlecht sichtbare Ein- und Ausgänge oder man darf in Monstergestalt mit anderen Monstern kommunizieren, um wertvolle Informationen zu erhalten.

Generell wurde der Adventure-Anteil ein Stückchen angehoben und kniffliger gestaltet. Es ist nun wichtiger denn je mit den NPCs zu kommunizieren, damit man Hinweise und Tipps erhält, was man so alles zu beachten und zu tun hat, um im Spiel voranzukommen. Ys II ging bei den Dialogen sogar noch zwei Schritte weiter als der Vorgänger. Die Monster-Verwandlung und deren Nutzen wurde ja bereits angesprochen, aber abgesehen davon wurde sogar ein Geschenke-System integriert. Man kann jedem NPC Konsumgüter wie Äpfel oder Blumen schenken, damit sie eventuell mit mehr oder weniger nützlichen Infos herausrücken. Solch eine Liebe zum Detail ist schon beeindruckend, zumal dieses Geschenke-System eine rein optionale Angelegenheit ist, die man auch ganz ignorieren kann. Da die Rätsel, welche dieses mal nicht nur den Nutzen von Items, sondern auch von Zaubern beinhalten, zahlreicher und kniffliger ausfallen als im Vorgänger, wird sich vielleicht der Eine oder Andere dazu genötigt fühlen eine Komplettlösung zu rate zu ziehen. Es ist aber nach wie vor möglich das Spiel ohne Lösung zu meistern (mir ist es jedenfalls gelungen). Ein wacher Kopf und Geduld sind jedoch erneut vom Vorteil.

Freilich erfordern auch die labyrinthartigen Dungeons wieder einiges an Erinnerungsvermögen und Konzentration. Alternativ dürfen natürlich auch Karten gezeichnet werden.;) Besonders der finale Dungeon, der sich dieses Mal in Form einer riesigen Tempelanlage präsentiert, könnte manch einen zur Verzweiflung treiben. Der Turm aus dem Vorgänger war da vergleichsweise harmlos. Anders als Ys I setzt Teil II jedoch auf Linearität. Die Open-World-Struktur wurde fallen gelassen und wich einer linear aufgebauten Spielwelt. Ob das gut oder schlecht ist, muss jeder für sich entscheiden. Dank des neuen Teleportations-Zauberspruchs, ist es dafür keine große Sache mehr, zwischen den Siedlungen hin und herzureisen.

Der Umfang musste wegen der Linearität übrigens nicht leiden, im Gegenteil. Während man Teil I in ca. 5-7 Stunden beenden konnte, benötigt man für Teil II locker 10-14 Stunden. Ist schon ne Leistung, wenn man die Spieldauer mal eben verdoppelt.:) Freilich hat man einige Maßnahmen angewandt, um die Spieldauer zu pushen. Der Level-Cap wurde etwa von Stufe 10 bis auf Stufe 55 angehoben, und die Statusverbesserungen pro Level-Up entsprechend angepasst. Wer alles aus Adol herausquetschen möchte, muss also etwas Extra-Grinding betreiben. Ferner hat man die Selbstregeneration außerhalb der Dungeons abgeschafft (die gibt es nur noch, wenn man das entsprechende Zubehör ausrüstet). Stattdessen gibt es jetzt ein paar Schlafplätze, Heilbrunnen und ähnliches.

Hat man das Spiel geknackt, gibt es auch hier den Time-Attack-Modus (Bossrush) zur Belohnung. Und dieses mal ist er sogar schaffbar.^^

 

Grafik und Sound

06
Wenig überraschend wird der selbe Grafikstil wie im ersten Teil verwendet. Das heißt natürlich, dass Freunde von 16-bit Grafikstilen erneut auf ihre Kosten kommen. Der Detailgrad wurde jedoch noch mal ein Stückchen angehoben und außerdem gibt es nun wesentlich abwechslungsreichere Locations. Wo sich Teil I hauptsächlich auf Wiesen, Dörfer und alte Gemäuer beschränkte, bietet Teil II darüber hinaus Eisgebirge, Lavahöhlen und Tempelanlagen. Die Bossgegner sehen imposanter aus und es gibt ein paar nette Zaubereffekte. Übrigens, wer sich an den kleinen Blut- und Gore-Effekten stört, kann diese neuerdings deaktivieren. Die Auswahl aus den beiden „Chronicles 2009“ und „Complete 2001“ Anime/Manga-Artstilen ist natürlich auch hier gegeben.

Beim Soundtrack hat man leider eins, zwei Gänge zurückgeschaltet. Versteht mich nicht falsch, er ist auch in Ys II sehr schön gelungen, aber die ganzen rockigen Ohrwürmer aus Teil I sucht man vergebens. Selbst die lautstarken Tracks die hier geboten werden, können da nicht mithalten. Dafür beweist man bei den Geräuscheffekten Liebe zum Detail. So werden zum Beispiel Adols Laufgeräusche angepasst, wenn er durch Gras läuft und dergleichen. Ein paar gescheite Ohrwürmer wären aber freilich besser gewesen.

 

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Spiel Bewertung
Singleplayer
87
87
Gut
-
Multiplayer

FAZIT

Ys I: Es ist schon erstaunlich wie gut sich dieses Spiel gehalten hat. Sicherlich handelt es sich um ein Remake, jedoch basiert das Grundgerüst immer noch auf dem originalem Ys, welches Anno 1987 veröffentlicht wurde. Der schnelle Spielablauf sucht seinesgleichen und es wird eine hervorragende Balance zwischen Simplizität und Anspruch geboten. Man kann sich direkt ins Spiel stürzen ohne irgendwelche Anleitungen zu wälzen, aber wer Ys durchspielen möchte, sollte schon ein gewisses Maß an Geschicklichkeit und Verstand mitbringen. Kurz gesagt: Ein echter Retro-Klassiker und absoluter Pflichttitel für jeden Retro-Spieler und Freunde des Action-Rollenspiels! Und wer den ersten Teil mochte, wird auch den Zweiten mögen. Die Kernspielelemente, welche den Vorgänger so gut gemacht haben, wurden beibehalten und durch neue Dinge ergänzt. So bekommt Adol ein paar Zaubersprüche zur Verfügung gestellt und der Umfang des Spiels wurde mal eben verdoppelt. Abseits einiger kleinerer Änderungen, die ohnehin in den Bereich des persönlichen Geschmacks fallen, kann eigentlich nur der Soundtrack als echter Kritikpunkt genannt werden, und das auch nur, weil er nicht an die Ohrwurm-Brillanz des vorherigen Spiels heranreicht. Dies ist jedoch Meckern auf sehr hohem Niveau, denn auch Ys II ist ein klasse Action-Rollenspiel, welches Fans von Retro-Games und Action-Rollenspielen sehr viel Freude bereiten wird. Ys I & II Chronicles + ist einfach ein hervorragendes Remake und eine tolle Compilation für all jene, die schon immer mal die Anfänge dieser schönen Action-RPG-Saga miterleben wollten. Der Preis von 11,99 € ist obendrein sehr fair gehalten. Wer hier nicht zuschlägt ist selber schuld.

- Von  Volker

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