Trailmakers REVIEW

Wir haben uns für euch wieder einmal in die Indie-Ecke begeben und möchten euch heute Trailmakers des dänischen Entwicklers Flashbulb Games vorstellen. Das hat gerade erst den Early Access verlassen, nach einer langen Testphase und nun endlich als Version 1.0 bei Steam für PC zu haben. Trailmakers verspricht einen bunten Mix aus Racer und Bastelspaß. Wir haben getestet, was unter der Haube des Funracers steckt.

Nahezu grenzenlose Möglichkeiten

Trailmakers ist ein Spiel für kreative Köpfe, entwickelt von einem kleinen Team aus Kopenhagen. Kurz zusammengefasst handelt es sich dabei um eine Art Fun-Racer bei dem man seine Fahrzeuge zur Gänze selber entwerfen darf. Die Entwickler haben dies in Form eines Baukastensystems realisiert, das zudem sehr einsteigerfreundlich wirkt. Dabei verspürt man ab der ersten Minute den Bauspaß, den man aus seiner Kindheit von Lego kennt. Die Möglichkeiten scheinen nahezu grenzenlos zu sein. Natürlich sind sie das nicht, da man auf die verfügbaren Einzelteile beschränkt ist, aber der Umfang ist sehr anschaulich. Von einfachen Autos, über praktische Uboote, bis hin zu kreativen Flugzeugen, darf man sich hier umfassend austoben. Sowohl im Alleingang, als auch zusammen mit Freunden rund um den Globus.

Wer nur Rennen fahren möchte, bekommt mit Trailmakers eher leichte Kost. Die Fahrzeuge, sollten sie dementsprechend korrekt konstruiert sein, steuern sich sehr „arcadig“, aber mit wenig spielerischem Tiefgang. Flugzeuge, Helikopter und Co navigieren sich sehr starr und schwerfällig, also eher schwer zu kontrollieren. Kompetitive Duelle lassen sich so nur schwer umsetzen, außer die Spieler würden sich auf identische Fahrzeuge einigen. Ähnlich oberflächlich präsentiert sich der Storymodus. Der lässt euch mit einer Rakete auf einem fremden Planeten abstürzen, den ihr fortan nach Ersatzteilen durchsuchen müsst. Klingt zwar interessant, aber nach wenigen Spielstunden entpuppt sich dieser Modus als ausgedehntes Tutorial. Hier wartet nur ein größtenteils leerer Planet, auf dem man sich von Ersatzteil zu Ersatzteil weiterarbeitet.

Das Herzstück von Trailmakers stellt der Sandbox-Modus da. Der gibt euch von Anfang an vollen Zugriff auf den gesamten Bauteilekatalog und somit fast völlige kreative Freiheit. Zusätzlich bekommt man in diesem Spielmodus eine große Insel, auf der man sich nach Lust und Laune austoben darf, gerne auch zusammen mit Freunden. Hier warten vorgefertigte Rennstrecken, Hügel, Rampen, Unterwasserformationen und vieles mehr. Es macht großen Spaß, seine eigenen Kreationen zu testen, jedoch muss man sich als Spieler wirklich darauf einlassen. Ein Flugzeug ist schließlich wesentlich komplexer als ein einfaches Auto aus nur zehn Bauelementen. Von diversen Antriebstypen, über Lenkmechaniken, bis hin zu Logikbausteinen darf man hier aus einem riesigen Sortiment schöpfen, das anfangs schon fast erschlagend wirkt.

Großer Bauspaß mit anfänglichen Schwierigkeiten

Der Bau-Editor an sich ist recht simpel gestaltet und kann auch von Einsteigern ab der ersten Minute bedient werden. Leider harkt es hier oft an der etwas fummeligen Benutzeroberfläche und der teils schwammigen Platzierung der Bauelemente. Somit scheitern einige Projekte anfangs nicht an der Idee selbst, sondern an der Ausführung. Weiters hätten wir uns über eine nähere Dokumentation der verfügbaren Bauteile gefreut. Etwa wie viel Leistung eine Turbine liefert, welchen Einschlagwinkel diverse Gelenke haben oder welchen Auftrieb ein Schwimmkörper generiert. Derzeit lässt sich dies nur Tests herausfinden.

Doch auch wer selbst nicht die komplexesten Fortbewegungsmittel konstruiert, kann mit Trailmakers Spaß haben, dank der guten Steam-Workshop-Integration. Darüber lassen sich neue Baupläne in Sekundenschnelle mit der ganzen Welt teilen und einfach über einen Online Katalog herunterladen. Hier finden sich tatsächlich Kreationen, die man nicht für möglich gehalten hätte. Zweckmäßige Motorräder, Helikopter oder U-Boote, aber auch Nachbauten von Transformers oder Schiffen aus dem Star Wars Universum. Somit kommen auch Casual-Spieler auf ihre Kosten, die einfach nur „spielen“ wollen.

Die restlichen Spieldmodi – Danger Zone, Trailmakers Rally und Renninsel – stellen eine nette Dreingabe dar, da man dort seine selbst gebauten Fahrzeuge mit den Bestzeiten anderer Spieler vergleichen und gegen diese antreten kann. Die Fahrzeuge werden dabei, je nach Anzahl der verbauten Power Kerne, in diverse Klassen unterteilt. Es wirkt aber so, als fehle es den Entwicklern an Zeit, diesen zusätzlichen Modi die Aufmerksamkeit zu schenken, die sie verdient hätten. Anstelle sich auf den Adventure- sowie den Sandbox-Modus zu konzentrieren, bietet man hier ein Überangebot, das nicht notwendig wäre. Oftmals ist weniger am Ende doch mehr.

Gute Kommunikation mit Community und kosmetische Items

Wenn man den Meinungen unter den Steam Reviews glauben darf, haben die Entwickler aber definitiv einen guten Draht zur Community. Mit jedem Update kommen wohl auch noch nach Release neue Bauteile hinzu, die umfangreich in Patch Notes festgehalten werden. Weiters existiert ein offizielles Forum, in dem man über geplante Features abstimmen oder neue Ideen vorschlagen darf. Auch wenn es Kritik am Gameplay gibt, ist es löblich, dass sich ein so kleines Entwicklerteam so gut um seine Community kümmert.

Ein völlig anderes Thema sind die kosmetischen Items, die man im Baumenü findet. Durch diverse Erfolge, etwa dem Fortschritt im Adventure-Modus oder das Aufstellen neuer Bestzeiten in der Trailmakers Rally, verdient man neben Erfahrung auch Gold. Während wir den Hintergrund der Level-Ups noch nicht durchblicken konnten, dient Gold zum Kauf von kosmetischen Items. Etwa Verzierungen für einige Basisbauteile. Echtgeld ist dabei zwar nicht im Spiel und alle Items lassen sich durch simples Spielen freischalten, dennoch ist es fraglich, wie sinnvoll Premium-Items in so einem Spiel sind. Vergrößern sie doch die kreative Vielfalt und sperren neue aus einigen Kreationen aus der Community aus.

Technik und Multiplayer

Technisch präsentiert sich Trailmakers recht solide. Grafisch keine Meisterleistung, aber für ein so überschaubares Entwicklerteam durchaus zufriedenstellend. Außerdem bekommt man wieder den typischen Indie-Charme, den viele Spieler am Indiegenre so lieben. Nur die große Spielwelt wirkt größtenteils sehr leer, das dürfte aber begeisterte Ingenieure wenig stören. Anders ist es beim Sound. Zwar hält sich der Soundtrack unauffällig im Hintergrund, doch die Motorengeräusche nagen bereits nach 15 Minuten Spielzeit erheblich an den Nerven. Je nach verbautem Modell kann man sich entweder zwischen Turbinenkreischen oder monotonem Grummeln entscheiden. Eine Sprachausgabe oder vertonte Dialoge gibt es nicht, dafür aber Bildschirmtexte in diversen Sprachen.

Wie erwartet richtet sich die Steuerung an Casual-Spieler. Mehr als Gas geben, Lenken und eventuell Schießen ist hier nicht vorgesehen. Sollte man sich einmal irgendwo festgefahren oder seinen Racer zerstört haben, lässt er sich auf Knopfdruck wieder zurücksetzen bzw. mit einer weiteren Taste schnell in ein anderes Fahrzeug transformieren. Mit den wenigen Befehlen eignet sich die Steuerung auch perfekt für ein Gamepad, das wir euch auch wärmstens empfehlen würden. Damit steuern sich die selbst gebauten Vehikel nämlich wesentlich weicher als mit der Tastatur. Dafür empfiehlt sich für den Baumodus eher Maus und Tastatur. Der Wechsel zwischen beiden Eingabemethoden ist verzögerungsfrei und unkompliziert möglich.

Etwas schwierig gestaltet sich der Multiplayer-Modus. Der ermöglicht es euch, jegliche Spielmodi zusammen mit Freunden zu erleben, so zumindest die Theorie. Während in den Steam Review viele Spieler von ihren überaus positiven Mehrspielerpartien berichten, hatten wir mit großen technischen Problemen zu kämpfen. War eine entsprechende Lobby gefunden, scheiterte es oft schon am Verbindungsaufbau oder spätestens nach wenigen Minuten im Spiel. Da es nicht sonderlich viele Meldungen über dieses Problem gibt, scheint es sich hier um einen Einzelfall zu handeln. Wer übrigens nicht mit fremden Spielern zusammenspielen möchte, kann bei der Raumerstellung auch ein Passwort vergeben.

Pro & Kontra

thumbs-up-icon

Pro
  • große kreative Freiheit
  • sehr einsteigerfreundlich
  • großer Umfang
  • gute Einbindung der Community
  • Steam Workshop

thumbs-down-icon

Kontra
  • eintöniges Gameplay
  • überwiegend leere Spielwelt
  • teils schwammige Bedienung
  • Cosmethics gegen Premiumwährung

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Spiel Bewertung
Singleplayer
72
72
71
Multiplayer

FAZIT

Trailmakers ist trotz der Einsteigerfreundlichkeit kein Spiel für jedermann, sondern eher ein Baukasten für Hobby-Ingenieure. Der Abenteuermodus bietet nach wenigen Stunden nur noch wenige Neuerungen und auch die diversen Rennmodi nutzen sich schnell ab, aber der Baumodus birgt Unterhaltung für viele Stunden. Voraussetzung ist, man lässt sich darauf ein und erarbeitet sich die Kniffe dieses Tools. Mehrspielerpartien scheinen ebenfalls ein Erfolg sein, besonders mit Freunden, auch wenn dieser Modus bei uns nicht richtig funktionierte. Alte Lego Veteranen und Autofans greifen bedenkenlos zu, alle anderen sollten sich zuerst umfassendes Gameplay-Material ansehen.

- Von  Fabian

Xbox One
MS Windows

Trailmakers REVIEW

USK 0 PEGI 3

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