The Yakuza Remastered Collection: Yakuza 3 REVIEW

Es gibt sicherlich keine andere Spiele-Reihe, in die ich so viele Stunden gesteckt habe, wie in Yakuza. Sämtliche Hauptteile, deren Remakes und die unterschiedlichen Spin-Offs habe ich je locker jenseits der 100 Stunden Marke gespielt und finde nach wie vor Freude daran, alle paar Monate, wenn auch nur für einige Stunden, wieder zurück ins virtuelle Japan zu kehren. Entsprechend war ich sehr erpicht auf die Veröffentlichung der Neuauflagen von Teil 3, 4 und 5, die in Japan bereits seit einiger Zeit für die PlayStation 4 verfügbar sind und ab sofort im Rahmen der The Yakuza Remastered Collection nach und nach auch im Westen veröffentlicht werden.

Kinder hüten statt Gangster prügeln


Den Anfang macht mit Yakuza 3 gleich einer der besten Teile des Franchise. Das Spiel ist in vielerlei Hinsicht besonders. Zum einen ist es der erste nummerierte Serieneintrag gewesen, der 2009 auf der damals noch jungen PlayStation 3 veröffentlicht wurde und somit das erste „Next-Gen“ Yakuza war. Zum anderen ist es das für lange Zeit letzte Spiel, in welchem exklusiv Kazuma Kiryu im Mittelpunkt steht, denn in Teil 4 und 5 sowie dem grandiosen Prequel Yakuza 0 lag der Fokus stets auf mehrere Figuren gleichzeitig, bevor Kazuma in Yakuza 6 das Scheinwerferlicht noch einmal für sich alleine beansprucht hat. Lustigerweise ist der Abschluss der Saga um Kazuma erneut der erste nummerierte Hauptteile, der auf einer neuen Konsolengeneration erschienen ist. Die Gemeinsamkeiten zwischen 3 und 6 hören hier übrigens noch lange nicht auf. Beide teilen sich auch einige narrative Elemente sowie eher ruhig angelegte Settings.

Während man in Yakuza 6 im verschlafenen Onomichi in der Präfektur Hiroshima sich unter anderem um Baby Haruto kümmert und Kazuma Windeln wechseln und Milch besorgen muss, kümmert sich der ehemalige Yakuza in Teil 3 um eine ganze Bande Kids. Yakuza 3 spielt rund zwei Jahre nach den Ereignissen des Vorgängers. Kazuma Kiryu und seine Ziehtochter sind dem Trubel aus Tokyo entflohen und leben mittlerweile in einem beschaulichen kleinen Ort auf Okinawa, wo die beiden gemeinsam ein Waisenhaus betreuen. Vor allem die ersten Spielstunden stehen im gewaltigen Kontrast zu den Vorgängern, teilweise aber auch zu den Nachfolgern. Man haut sehr viel weniger mies gelaunten Gangstern auf die Matschbirne, sondern kümmert sich vielmehr um die Sorgen und Nöten der Kinder des Waisenhauses Morning Glory. Eines der Kinder wird etwa in der Schule gemobbt, ein anderes hat Liebeskummer. Director Daisuke Sato und der für das Skript verantwortliche Masayoshi Yokoyama haben hier gekonnt auf der in den Vorgängern ohnehin schon vorhandenen Dekonstruktion maskuliner Videospielprotagonisten aufgebaut und ihrem Helden noch mehr Charakterisierung und Menschlichkeit verpasst.

Es sind daher auch vor allem die ruhigen Momente, die Yakuza 3 so fantastisch machen. Der Moment, wenn Kazuma und seine Kinder Abends zufrieden am Tisch sitzen, sich von ihrem Tag erzählen und gemeinsam essen, gehört für mich zu den schönsten, da natürlichsten Momenten, die ich je in einem Videospiel gesehen habe. Bedauerlicherweise ist diese Idylle trügerisch. Denn das Grundstück, auf welchem unter anderem auch das Waisenhaus steht, ist zum Spielball politischer und wirtschaftlicher Interessen geworden. Die Anwohner sollen umgesiedelt und die Häuser abgerissen werden, um einem Luxus-Resort Platz zu machen. Wie es das Schicksal will, hängt nicht nur die örtliche Unterwelt, sondern auch der Tojo-Clan in der Sache mit drin, sodass Kazuma erneut in die Machenschaften jener Welt, die er eigentlich verlassen wollte, mit reingezogen wird.

Aufgehübscht und erweitert


Für Spieler, die erst mit den späteren Teilen eingestiegen sind, dürfte Yakuza 3 eine Umgewöhnung darstellen. Anders, als etwa die vollwertigen Remakes von Teil 1 und 2, handelt es sich hier und bei den beiden noch folgenden Spielen nämlich um Remaster der PlayStation 3 Originale. Die ursprüngliche Engine wurde daher beibehalten, dafür wurde die Auflösung nach oben geschraubt und aus den ehemals 30 Frames sind 60 Bilder pro Sekunde geworden. Auch zehn Jahre nach der erstmaligen Veröffentlichung auf der PlayStation 3 besticht das Spiel insbesondere in der Inszenierung der Spielwelt. Mit dem sommerlichen Okinawa hat man einen wunderbaren Gegenpol zur Metropole Kamurocho gefunden. Im Laufe der Geschichte verschlägt es Kazuma natürlich wieder nach Kamurocho, in welchem alte Bekannte und das übliche Rahmenprogramm warten. Abseits der Hauptstory kann man sich wieder in vielen Minispielen die Zeit vertreiben. Neben Billard, Bowling, Angeln und Darts steht mit dem Hostess-Club auch eine zuvor aus der westlichen Fassung entfernte Nebenbeschäftigung zur Verfügung. Auch andere zuvor der Schere zum Opfer gefallene Inhalte, wie einige Sidemissions, sind im Rahmen der Neuauflage erstmals bei uns erhältlich. Darüber hinaus hat sich das Lokalisationsteam noch einmal an die Texte gesetzt und diese überarbeitet. In der ursprünglichen Fassung haben sich seinerzeit einige Fehler eingeschlichen, auch war der Kontext nicht immer stimmig wiedergegeben, was mit der angepassten Lokalisation der Geschichte angehört.

Alte Muskeln rosten nicht


Auch spielerisch müssen einige Abstriche gemacht werden. Gerade das Kampfsystem wirkt im Vergleich zu den jüngeren Teilen etwas schwerfällig. Wenn man Kazuma nach und nach aber mit neuen Moves und Fähigkeiten ausstattet und sich den Weg durch das riesige und teilweise vollkommen absurde Waffenarsenal ebnet, so öffnet das Kampfsystem aber seine unterschiedlichen Facetten und macht ziemlich Laune. Insbesondere auf die Sidemissions (über 100 von diesen gibt es) kann man sich als Erstspieler, aber natürlich auch als Veteran, freuen. Vor allem eine über einen längeren Zeitraum laufende Murder-Mystery, in der Kazuma Zeugen befragen und Beweise eigenständig finden muss, sind mir bis heute im Gedächtnis geblieben und haben mich auch beim erneuten Spielen wieder begeistert.

Pro & Kontra

thumbs-up-icon

Pro
  • spannende Geschichte
  • abwechslungsreiches Gameplay
  • technische Anpassungen, überarbeitete Lokalisation & wiederhergestellte Inhalte, die zuvor geschnitten waren

thumbs-down-icon

Kontra
  • Kampfsystem im Vergleich zu aktuellen Teilen etwas träge

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Spiel Bewertung
Singleplayer
83
83
Gut
-
Multiplayer

FAZIT

Egal ob neu oder alt eingesessen: Fans dürfen sich freuen, denn mit der The Yakuza Remastered Collection werden endlich auch die ehemals PlayStation 3 exklusiven Teile 3, 4 und 5 auf die PlayStation 4 gebracht, sodass man nun die gesamte Saga um Kazuma Kiryu auf einer Plattform spielen kann. Das man auf 4 und 5 noch bis Ende Oktober 2019 bzw. Anfang Februar 2020 warten muss, ist zwar etwas schade, aber in Anbetracht der zusätzlichen Arbeit, welche sich Sega und das Lokalisationsteam schon mit Yakuza 3 gemacht haben, verkraftbar. Zumindest hat man so genügend Zeit, um sich in jeden Titel ausgiebig zu investieren. Mit Yakuza 3 bekommt man gleich zum Start einen der vor allem in narrativer Hinsicht scheinenden Leuchttürme der Reihe geboten. Dass das Spiel nach rund zehn Jahren und mehreren Nachfolgern ein bisschen in die Jahre gekommen wirkt, ist sicherlich nicht ganz von der Hand zuweisen, doch gerade dank der starken Handlung, der Entwicklung insbesondere von Kazuma Kiryu, den vielen schönen Momenten und den teilweise fantastischen Sidemissions, lässt sich über die ein oder andere Alterserscheinung hinwegblicken.

- Von  Adrian

Playstation 4

The Yakuza Remastered Collection: Yakuza 3 REVIEW

USK 18 PEGI 18

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