Stranger Things 3: The Game REVIEW

Parallel zur dritten Staffel der beliebten Netflix-Serie Stranger Things erschien auch das offizielle Spiel zur Serie. Stranger Things 3: The Game ist ein Beat´em Up und orientiert sich inhaltlich stark an den Geschehnissen der dritten Serienstaffel. Das sei vorweggesagt, denn wer mit dem Spiel liebäugelt, sollte sich Gedanken machen, ob er oder sie die Serie vorher bereits schauen möchte oder das Spiel auch unabhängig davon in Frage kommt.

Die Story

Ohne zu viel vorweg zu nehmen, denn das würde, wie gesagt, auch die dritte Staffel der Serie spoilern, kann man sagen, dass sich das Spiel ziemlich exakt an den Ereignissen von Staffel 3 entlanghangelt. Alle wichtigen Schauplätze, sowie alle Charaktere, sind auch Bestandteil des Spiels. Denselben Spannungsbogen kann das Spiel unter anderem aufgrund einer fehlenden Sprachausgabe aber nicht spannen. Um das Spiel im Vergleich zur Serie spielbar zu machen, wurden die Hauptstorystränge durch Nebenmissionen ausgeweitet. Anstatt dass, wie in der Serie, in einem Gespräch eine Lösung zu einem Problem gefunden wird, müssen hier Spielerinnen und Spieler erst losziehen. Beispielsweise muss man in der Bibliothek von Hawkins ein Russisch-Wörterbuch finden, um es dann zu nutzen, um eine verschlüsselte Botschaft zu übersetzen. Auch der Übersetzungsprozess wird noch einmal in verschiedene Phasen unterteilt, die erst durch das Erfüllen anderer Aufgaben getriggert werden.

Ebenfalls angepasst wurde die Konstellation der Charaktere. Im Verlauf des Spiels sind eine Vielzahl der originalen Figuren spielbar und man kann per Knopfdruck jederzeit zwischen ihnen hin und her wechseln, um ihre unterschiedlichen Fertigkeiten zu nutzen. Dies ist sobald ein Charakter freigespielt wurde jederzeit möglich, auch wenn der entsprechende Charakter in der Serie zu einem gewissen Zeitpunkt in der Geschichte gar nicht vor Ort war. Es wird zwar versucht die Geschichte so zu erzählen, dass entsprechende Trennungen der Charaktere gar kein Thema sind, das funktioniert aber nicht immer. Einige „private“ Gespräche, zum Beispiel zwischen den Mädchen Elf und Max, laufen auch dann ab, wenn wir mit dem Charakter das Gespräch starten, über den letztlich „im Geheimen“ geredet wird. Spielerisch, um Zugriff auf eine Vielfalt an Techniken und Fähigkeiten zu haben, ist es in dieser Form letztlich plausibel, warum die Charaktere nicht getrennt wurden. Es ist aber auch die für die Gamedesigner weniger komplizierte Lösung.

Leider ist die deutsche Übersetzung absolut misslungen. Es fehlen häufig Artikel, wenn Sammelobjekte generisch in Sätze eingesetzt werden und häufig fallen Wörter auf, die eindeutig einer wörtlichen Übersetzung des Originals geschuldet sind, wo man besser ein im Deutschen gebräuchlicheres Wort gewählt hätte. Und manchmal wurde schlicht und einfach mangels Hintergrundwissen eine im Kontext vollkommen falsche Übersetzung fabriziert. So wurde zum Beispiel aus dem legendären Ghost-Busters-Zitat „never cross the streams“ anstatt das „Kreuzen der Ströme/Strahlen“ das „Überqueren.“ Prinzipiell kann „cross“ auch überqueren bedeuten, ist hier aber quatsch.

Taschengeld aufstocken und Basteln anstatt Looten und Leveln

Als clevere Alternative zum klassischen Level-Aufstieg haben die Macher des Spiels ein System gewählt, das ausschließlich auf dem Basteln von Ausrüstungsgegenständen basiert. Und das sind ganz im Sinne der Nerds keine hochkomplexen Rüstungen, sondern aus Footballhelmen, Rollschuhen, Topflappen und anderen Alltagsgegenständen zusammengeklebte Behelfslösungen. Die dazu notwendigen Gegenstände lassen sich im Verlauf des Spiels in Kisten und zerstörbaren Umgebungsobjekten wie Parkuhren, Kartons oder Fässern finden, oder mit dem spärlichen Taschengeld an Automaten oder in verschiedenen Läden kaufen. Auch Geld findet man vor allem durch Zerstörung. Es lohnt sich also rabiat mit der Umgebung umzugehen. Aber auch durch das Erfüllen kleinerer Nebenquests lässt sich Geld machen.

Während die Quests alle sehr ähnlich aufgebaut sind – gehe dorthin, sprich mit XY, besorge dies und jenes – und so schnell repetitiv werden, lädt die zwar überschaubare, aber doch Überraschungen bereithaltende Spielwelt zum Erkunden ein. Einzelne Orte sind durch eine Weltkarte miteinander verbunden. So ist man beispielsweise schnell von Hawkins Stadtzentrum zur Starcourt-Mall gereist, hat dann dort aber die Möglichkeit auch die Umgebung um das Gebäude herum zu durchforsten. Und das lohnt sich, denn neben von Gegnern bewachten Verstecken mit guter Beute, sind in der Spielwelt auch kleine Gartenzwerge verteilt, die gesammelt werden können. Immer zehn Zwerge geben die Möglichkeit in einem Haus im Randbezirk eine Kiste zu öffnen. Es gibt also genug zu tun und die sich wiederholenden Aufgabentypen werden auch erst zum Ende des Spiels so richtig lästig.

Das Kampfsystem

Natürlich wird auch gekämpft und dabei sind, anders als in der Serie, alle Charaktere nützlich. Es hängt also nicht so viel an Elf und ihren psychokinetischen Fähigkeiten. Die stehen ihr aber natürlich auch zur Verfügung, genauso wie jeder andere Charakter eine eigene Waffe trägt und eine andere Fähigkeit besitzt. Nancy greift mit einer Schere an und kann als Spezial-Angriff kritische Treffer verteilen, Joyce kämpft mit Bolzenschneider und ihre Spezialattacke ist ein Umsichwirbeln, das mehrere Gegner treffen kann. So haben unterschiedliche Charaktere unterschiedliche Attackentypen (stumpfe Waffen, Feuerschaden, Schockschaden), die es mittels Ausrüstung perfekt zu verstärken gilt, um im Kampf zu bestehen. Die Kämpfe selbst sind dann aber wenig komplex. Im Grunde steht immer nur der eine Standardangriff per Knopfdruck bereit – Kombos gibt es nicht – und es kann geblockt oder die Spezialfähigkeit eingesetzt werden. Ein kleines taktisches Element kommt zumindest dadurch hinzu, dass diese Fähigkeit nicht unbegrenzt oft eingesetzt werden kann, da dafür Energie benötigt wird.

Joyce hat, wie einige andere Figuren, außerdem eine Fähigkeit, die sie außerhalb von Kämpfen einsetzen kann, nämlich das Knacken von Vorhängeschlössern. In gleicher Weise kann Dustin Schlösser mit Code-Eingabe hacken. Der Pool an solchen Fähigkeiten wächst mit Zugewinn neuer Charaktere stetig, sodass schrittweise neue Gebiete erreicht werden können.

Fühlt man sich den Horden an Gegnern allein nicht gewachsen – das CPU-Anhängsel leistet nicht gerade viel – kann jederzeit eine weitere Mitspielerin oder ein Mitspieler beitreten und die zweite Figur steuern, die ohnehin immer mitläuft. Es wäre auch durchaus spaßig sich zu zweit durch das Spiel zu kämpfen und zu rätseln, denn gerade bei ein paar Denkaufgaben ist im Singleplayermodus ein ständiges hin- und herwechseln zwischen den zwei Charakteren notwendig. Ziemlich lästig ist allerdings, dass automatisch in einen Splitscreen geschaltet wird, der sich nicht ausschalten lässt, obwohl der Bildschirmausschnitt meiner Meinung nach auch für zwei Spieler, die sich unabhängig voneinander bewegen, groß genug wäre. Der Splitscreen hingegen macht das ganze unterfangen etwas unübersichtlicher.

Zurück in die Achtziger

Stranger Things 3: The Game möchte vor allem durch Retro-Charme punkten und das gelingt zumindest teilweise. Stilistisch orientiert sich das Spiel mit seinem Pixellook eher an Action-Adventure-Games der 90er Jahre. Den exakten Stil der Arcade-Spiele der 80er – dem Jahrzehnt, in dem die Geschichte der Serienvorlage und des Spiels einzuordnen ist – wäre vermutlich auch nicht ausreichend gewesen, um die Ereignisse abzubilden. Zwar gab es Mitte der Achtziger bereits Spiele, die die isometrische Perspektive verwendeten, die auch Stranger Things 3: The Game abbildet, jedoch waren sie grafisch so rudimentär, dass es kaum möglich wäre in diesem Stil der Serienvorlage Genüge zu tun. Dennoch ist die Idee, ein Spiel, in dem es – wie in der Serie – um junge Spielhallen-Nerds geht, in einem „Retrostil“ zu machen durchaus charmant.

Dennoch wird das Spiel optisch letztlich der Serie nicht gerecht. Vor allem der coole Neon-Look der dritten Staffel, mit seinen vielen, bunten Lichtreflexionen, wird im Spiel überhaupt nicht transportiert. Der Soundtrack ist auf Dauer sehr eintönig. Zwar sind die mystisch-düsteren Synthie-Sounds deutlich an die Vorlage angelehnt und das passt auch sehr gut, aber leider wiederholt sich die immer gleiche Tonspur wieder und wieder. Die Abwechslung, die in der Serie eine grandiose Songauswahl aus Achtziger-Jahre-Klassikern liefert, fehlt dem Spiel komplett.

Pro & Kontra

thumbs-up-icon

Pro
  • charmanter Retrostil
  • cleveres Level- und Crafting-System

thumbs-down-icon

Kontra
  • eintöniger Soundtrack
  • Quests auf Dauer repititiv
  • schwache deutsche Übersetzung
  • Kampfsystem wenig komplex

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Spiel Bewertung
Singleplayer
69
68
67
Multiplayer

FAZIT

Nun ist das Resümee an der Reihe. Stranger Things 3: The Game ist für Fans der Serie eine nette kleine Ergänzung und macht etwa so lang Spaß, wie es tatsächlich lang ist. Eine längere Story hätten die simple Spielmechanik und die repetitiven Elemente im Soundtrack, den Quests und dem Kampfsystem auf Dauer nicht getragen. Man muss schon bereit sein, über einige Macken – sowohl mit der Serie als Vorlage, als auch spielerisch allein betrachtet – hinwegzusehen. Das Spiel kommt bei Weitem nicht an die Serie heran, aber ein bisschen charmant-kultig ist es dann irgendwie doch. Wer aber mit der Serie schon nichts anfangen kann, sollte um das Spiel einen noch größeren Bogen machen.

- Von  Florian

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USK 0 PEGI 3

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