Pikmin 3 Deluxe REVIEW

Ach Nintendo. Ich mag euch ja. Und vor allem eure Spiele. Und ich begrüße es auch sehr, dass ihr in den vergangenen Jahren die großen Exklusivtitel der Wii U neu aufgelegt habt. Schließlich finden sich in dem Portfolio der ambitionierten, aber leider mäßig erfolgreichen Vorgängerkonsole der Nintendo Switch viele hervorragende Spiele, die mal mehr, mal weniger aufwendig neu aufgelegt wurden, wie Mario Kart 8, Tokyo Mirage Sessions ♯FE, Donkey Kong: Tropical Freeze und jetzt eben auch Pikmin 3. Aber bei eurer Preisgestaltung und der in die Portierungen gesteckten Mühe stehe ich immer wieder kurz davor mir in bester Jean-Luc Picard Manier die Hand vors Gesicht zu schlagen. Das könnt ihr doch besser!

Zeitreise ins Jahr 2013


Vor allem in technischer Hinsicht stößt mir Pikmin 3 Deluxe etwas sauer auf. Okay, das ist jetzt vielleicht etwas drastischer ausgedrückt als wirklich gemeint, aber dennoch. Das Spiel ist ursprünglich vor rund sieben Jahren für die Wii U erschienen und sah damals toll aus. Vor allem die abwechslungsreich gestaltete Spielwelt, die wie der Disney-Klassiker Liebling ich habe die Kinder geschrumpft mit der Prämisse spielt, dass man selbst winzig klein ist und sich durch einen Vorgarten bewegt, in welchem selbst Alltagsgegenstände wie Handys und Blechdosen riesig groß wirken, war damals wie heute schön anzusehen. Nicht zuletzt der stilistische Mix aus den herrlich knuffigen Pikmins und der realistisch dargestellten Spielumgebung macht auch 2020 noch einiges her. Leider holt Nintendo nichts aus der an sich auch heute noch schönen Grafik heraus.

In der Docking-Station wird gerade einmal eine Auflösung von 720p mit 30 Frames erreicht, im Handheld-Modus muss man sich gar mit einer Auflösung von 576p zufriedengeben. Das sind in etwa die gleichen Werte, die das Spiel bereits auf der Wii U erreicht hat. Und das sieht man auch. Teilweise gibt es eine sehr starke Kantenbildung und die Texturen wirken stellenweise grob und matschig. Erklären kann ich mir dies eigentlich nur mit der Integration des neuen Splitscreen-Koop-Modus. Das es aber nicht möglich gewesen ist den normalen Einzelspieler-Modus zumindest mit einer nach oben geöffneten Framerate darzustellen, während das Spiel im Koop-Modus genauso flüssig läuft, als wenn man alleine spielt, kann ich mir aber beim besten Willen nicht vorstellen. Immerhin: wenn man jemanden an der Seite hat, dann ist das kooperative Spielen nicht nur eine nette Ergänzung, sondern ein ziemlich großer Spaß!

Darüber hinaus hat Nintendo auch noch einen Epilog sowie sämtliche DLC-Inhalte in die Deluxe Version integriert. Dies rechtfertigt meiner Meinung nach dennoch kaum den Verkaufspreis von 60 Euro, zumal das Original auf der Wii U beim Verkaufsstart, wie alle First-Party-Titel der Konsole, günstiger angeboten wurde.

Großes Wuselabenteuer


Nicht falsch verstehen: Pikmin 3 Deluxe war und ist ein geradezu bezauberndes Spiel. Die Mischung aus Echtzeitstrategie und Knobelei gepaart mit diesem gewissen etwas, das vor allem Nintendo-Spiele aufweisen, funktioniert noch immer und wirkt in Ermangelung an ähnlichen Konzepten nach wie vor frisch und innovativ. Im Kern des Ganzen steht der Abenteuermodus, der der von einer zwar rudimentären, aber dennoch bei Laune haltenden Geschichte begleitet wird. Da die Ressourcen auf ihrem Heimatplaneten knapp werden, machen ich die drei Astronauten und Entdecker Alph, Brittany und Charlie auf, um auf den fernen Planeten PNF-404 nach neuen Nahrungsquellen zu suchen. Die Landung geht allerdings gehörig schief, glücklicherweise sind ihnen mit den Pikmin aber Bewohner des fremden Sterns wohlig gesonnen und helfen der Crew sogar bei der Suche nach neuer Technologie und Nahrung. Einen großen Teil des Charmes zieht das Spiel aus dem Umstand, dass uns bekannte Früchte und Gegenstände wie Relikte und neu entdeckte Nahrungsmittel mit eigener Bezeichnung behandelt werden. In gewisser Weise lernt man sogar die eigene Welt (PNF-404 ist de facto unsere Erde) noch einmal aus einen anderen Blickwinkel kennen.

Helle Köpfchen sind gefragt


Die Hauptattraktion sind aber die Pikmin. Die kleinen Wichtel gibt es in verschiedenen Farben, die auch ihre jeweiligen Stärken und Fähigkeiten kennzeichnet. Rote Pikmin sind gute Kämpfer und feuerfest, gelbe Pikmin lassen sich weit werfen und können Strombarrieren durchbrechen, schwarze Pikmin zerstören Glas und Kristall, Pinke können fliegen und damit leichter Abgründe bewältigen und die Blauen können tauchen und ohne Probleme von einem ans andere Ufer schwimmen, während alle anderen Pikmin bei Wasserkontakt in Panik geraten und zu ertrinken drohen. Bis zu 100 Pikmin lassen sich gleichzeitig befehlen. Via Befehl kann man sie Gegner bekämpfen, Nahrung abbauen und zum eigenen Raumschiff bringen und mit der Umwelt interagieren lassen. Das ist auf dem normalen Schwierigkeitsgrad angenehm fordernd, wer will, kann in der Neuauflage den Schwierigkeitsgrad eigenständig anheben und erhält sogar Zugriff auf eine neue, „Ultra-Motiviert“ genannte Stufe, die es wirklich in sich hat.

Hier wird dann auch das Beschaffen von Nahrung zum wichtigen Bestandteil des Spielablaufs. Man könnte Pikmin 3 Deluxe also durchaus als eine Art Survival-Spiel bezeichnen, schließlich braucht die Crew nach jedem Arbeitstag Nahrung, um weitermachen zu können. Spielt man nur auf dem normalen Schwierigkeitsgrad, so ist dies kein großes Problem, da man eigentlich stets genügend Nahrung findet und schon nach wenigen Spieltagen einen gut gefüllten Vorratsschrank hat. Auf „Ultra-Motiviert“ muss man nicht nur stark auf ausreichend Nahrung, sondern auch auf den viel knackigeren Tagesrhythmus haben. Denn an jeden Spieltag gibt es nur eine festgelegte Zeit, an der man unterwegs sein kann, um die Aufgaben zu erfüllen. Das Missionsdesign ist in der Regel zwar recht simpel aufgebaut (meistens muss man einem Signal folgen oder einen bestimmten Boss besiegen). Doch die Wege zum Ziel sind selten direkt, sodass man immer wieder vor kleine Denkaufgaben gestellt wird und die Gruppe auch aufsplitten muss, um möglichst effektiv vorgehen zu können.

Pro & Kontra

thumbs-up-icon

Pro
  • einmaliges Gameplay mit strategischen Anspruch
  • putziger Artstyle
  • Zwei-Spieler-Koop im Splitscreen

thumbs-down-icon

Kontra
  • technisch auf dem selben Niveau wie das Wii U Original
  • Preisgestaltung

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Spiel Bewertung
Singleplayer
84
84
Gut
84
Multiplayer

FAZIT

Pikmin 3 Deluxe ist sicherlich nicht das Vorzeige-Remaster. Technisch ist die Version nahezu identisch mit der sieben Jahre alten Ursprungsversion und auch inhaltlich halten sich die Neuerungen eher im Rahmen. Immerhin: der neue Koop-Modus sowie der neue Schwierigkeitsgrad sind gute Ergänzungen zu einem ohnehin tollen Spiel. Nach wie vor bietet die Formel in Verbindung mit der liebevoll präsentierten Welt, den putzigen Wichteln und dem eigentlich simplen, aber dennoch abwechslungsreichen und motivierenden Gameplay immer noch etwas sehr eigenständiges, was es im Videospielkosmos so und vor allem in dieser Nintendo-typischen ausgeführten Perfektion kein zweites Mal gibt.

- Von  Adrian

Nintendo Switch

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USK 0 PEGI 3

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