PC Building Simulator Esports Expansion REVIEW

Seit knapp zwei Jahren erfreut sich der PC Building Simulator überaus großer Beliebtheit. Aus dem Early Access Titel wurde mittlerweile ein ambitionierter Hit eines kleines Indie-Studios. Nun wurde vor etwas mehr als einer Woche mit der Esports-Expansion völlig überraschend der erste kostenpflichtige Content-DLC veröffentlicht. Dieser verspricht neue Gameplay-Elemente sowie erste Schritte in Richtung Esports. Wie gut das Konzept funktioniert, haben wir für euch herausgefunden.

Von der eigenen PC-Werkstatt zum Esports-Techniker

Im PC Building Simulator werden bekanntlich Computer gebaut, repariert und aufgerüstet. Während man im Hauptspiel die PC-Werkstatt von seinem Onkel übernommen hatte, schlägt man in der neuen Esports-Expansion komplett neue Wege ein. Nicht aber als Profispieler, sondern als Computertechniker in einem der diversen Teams. Das neue Umfeld verspricht spannende Neuheiten, denn musste man anspruchsvolle Kunden zufriedenstellen, ist man hier für den reibungslosen Ablauf von Esports-Turnieren verantwortlich.

Die neue Thematik bringt frischen Wind und Abwechslung in den sonst recht eintönigen Alltag der PC-Werkstatt. Man darf sich wieder auf einige humorvolle Nachrichten/Mails freuen und bekommt neue Arbeitsstätten zu Gesicht. Außerdem bietet die Erweiterung einige, vorher nicht dagewesene, Gameplay-Elemente. Dazu aber später mehr. Um auch neue Spieler nicht mit der Vorgeschichte aus dem Hauptspiel zu belasten, haben die Entwickler dem Charakter kurzerhand eine Amnesie verpasst, von der er sich langsam wieder erholt. Dementsprechend durchläuft man nochmals das Tutorial, kann dieses als erfahrener Spieler aber auch überspringen.

Los geht es bei dem Team der „Vandals“, einer kleinen Esports-Organisation, die erst kürzlich gegründet wurde und sich nun im Aufbau befindet. Hier lernt man die Teammitglieder kennen, macht erste Erfahrungen mit Sponsoren und darf sich nach der Amnesie zunächst einmal mit dem neuen Umfeld vertraut machen.

Computer reparieren unter Zeitdruck

Genug von der Rahmenhandlung. Kommen wir nun zum Kernelement, dem Gameplay. Spielerisch erwartet uns vieles, das wir aus dem Basis-Game bereits kennen. Das bedeutet, man repariert auch weiterhin zahllose Computer, kauft online Ersatzteile, wiegt das Preis-/Leistungsverhältnis ab und führt Benchmarks durch. Gerade deshalb empfiehlt es sich, das Hauptspiel zumindest einige Stunden gespielt zu haben, bevor man direkt in die Erweiterung eintaucht. Hat man sich dann einmal eingearbeitet, kann man sich auf die Neuerungen konzentrieren, die der DLC mit sich bringt und die fallen bei genauer Betrachtung dann doch sehr reichhaltig aus.

Ganz im Zeichen des namensgebenden Esports dreht sich in der Expansion alles um kompetitive Computerspiele. Im Kern geht es dabei um Titel, die an reale Vorbilder angelehnt wurden, wie etwa SocCar (Rocket League) oder HeartOfStone (Hearthstone). Wie bereits erwähnt, ist es nun die Aufgabe des Spielers, die Teams der einzelnen Esports-Ligen Woche für Woche im Hintergrund zu unterstützen. Manchmal lässt sich der PC eines Spielers nicht mehr starten, die Performance stimmt nicht mehr oder der Rechner muss an neue Sponsoren angepasst werden. In all diesen Fällen kommt man als PC-Techniker zum Zug und muss die Rechenmaschinen oft sehr kurzfristig für das nächste Turnier fit bekommen.

Damit ändern sich auch die Prioritäten im Spiel drastisch. Wollte man im Hauptspiel möglichst viel Profit aus jedem Auftrag schöpfen, muss man in der Erweiterung weitestgehend effizient arbeiten. Hier gilt es, das wöchentliche Budget des Teams zu handeln und dabei zwei oder drei Teammitglieder parallel zu bearbeiten. Da ist es oft alles andere als einfach, den Überblick zu behalten. Zusätzlich zum Email-Postfach verfügt man nun außerdem über ein Smartphone, welches mit einem Messenger sowie Social Media ausgestattet ist. Darüber bekommt man persönliche Nachrichten von Teammitgliedern sowie Erfolgspunkte, mit denen man am Ende einer Saison anderen Teams beitreten kann.

Die größte Neuerung stellen die Esports-Wettkämpfe an sich dar. Hier muss man sicherstellen, dass technisch im Hintergrund alles einwandfrei funktioniert, während die Stars auf der Bühne ihr Können zum Besten geben. Da kann es schon einmal vorkommen, dass kurz vor dem Wettkampf ein Rechner nicht startet und repariert werden muss. Dann wird es stressig, denn man hat nur begrenzte Zeit, um den Fehler zu finden und zu beseitigen. Aber auch während des Turniers selbst kann es zu technischen Störungen kommen, die man dann unter Zeitdruck beseitigen muss. Und das wiederum bringt eine ganz neue Dynamik in den sonst recht entspannten Job eines virtuellen PC-Technikers.

Teil des Teams, Teil der Crew

Insgesamt ist die Esports-Expansion für den PC Building Simulator recht umfangreich. Man kann nach jeder Saison, also alle paar Wochen, das Team wechseln und wird so mit immer neuen Herausforderungen konfrontiert. Jede der Esports-Organisationen verfügt über eigene Spieler und wird durch unterschiedliche Sponsoren unterstützt. Diese sollten möglichst zufriedengestellt werden, indem man bestimmte Vorgaben erfüllt. Dazu zählen etwa die Verwendung eines bestimmten Gehäuses, Grafikkarten oder Lüfter. Somit muss man sich immer anderen Rahmenbedingungen anpassen, hat aber meistens genug Entscheidungsfreiheit bei der Komponentenwahl, um sich nicht eingeengt zu fühlen.

Die unterschiedlichen Teams fallen zudem verschieden anspruchsvoll aus. Die „Vandals“ etwa eignen sich gut für Anfänger, während Team Triton eine größere Herausforderung darstellt. Übergeordnet lässt sich aber sagen, dass die Erweiterung in Bezug auf den Schwierigkeitsgrad anspruchsvoller ausfällt als das Hauptspiel.

Besonders Spieler, die schon viele Stunden mit dem Hauptspiel verbracht haben, bekommen mit der Erweiterung einen Grund, wieder in die PC-Werkstatt zurückzukommen. Die neuen Spielelemente wie der Backstage-Bereich und Social Media bringen neuen Wind in das Spielgeschehen. Außerdem sorgt der ständige Teamwechsel für jede Menge Abwechslung und immer neue Bedingungen, auf die man sich einstellen muss. Für knapp über zehn Euro bekommt man hier viele Stunden Spielspaß, muss sich aber auch auf recyceltes Gameplay aus dem Hauptspiel einstellen.

Technik

Auch technisch macht die Esports-Expansion einen guten Eindruck. Prinzipiell sieht die Erweiterung so aus wie das Hauptspiel. Gestochen scharfen Fotorealismus darf man nicht erwarten, denn der PC Building Simulator ist schließlich kein Triple-A Titel, sondern stammt von einem kleinen Indie-Studio. Hier hat man eine gute Balance zwischen durchaus guter Optik und durchweg guter Performance gefunden, auch auf älterer Hardware. Texturen sowie Hardware-Modelle wurden bestmöglich den realen Vorbildern nachempfunden.

Soundtechnisch hat sich nicht allzu viel getan. Es gibt noch immer keine Sprachausgabe und die Hintergrundmusik ist nach wie vor sehr monoton. Zumindest hinter der Bühne wird man durch einen geladenen Soundtrack und den Countdown bis zum Turnierstart etwas unter Druck gesetzt, was die Spannung anhebt. Während es zwar keine Sprachausgabe gibt, wurden jedoch die Bildschirmtexte in diverse Sprachen übersetzt. Leider haben sich einige Übersetzungsfehler eingeschlichen. Manche Aufgaben werden dadurch etwas schwerer verständlich, lassen sich größtenteils aber trotzdem problemlos lösen. Wer im Hintergrund etwas musikalische Abwechslung möchte, kann entweder zur eigenen Playlist greifen oder nutzt das integrierte Online-Radio, das diverse BestOf’s aus 80er, 90er sowie weiterer Genres wiedergibt.

Während des Tests spielte sich die Esports-Expansion durchweg flüssig. Bis auf einen Absturz während des ersten Starts der Erweiterung kam es zu keinerlei schwerwiegenden Fehlern oder kritischen Bugs, die den Fortschritt negativ beeinflusst hätten. Lediglich ein Gehäuselüfter ließ sich nicht installieren, obwohl eigentlich ausreichend Platz vorhanden gewesen wäre. Für diesen oder einen ähnlichen Fall kann man sich mit einem Bug Report an den Discord-Kanal der Entwickler wenden, die dann versuchen, das Problem bis zum nächsten Update zu lösen. Wer möchte, kann den PC Building Simulator auch auf PC mit Controller spielen. Wir würden an dieser Stelle aber eher zu Maus + Tastatur greifen, da man sich immer durch diverse Menüs klicken und Hardware in enge Gehäuse einbauen muss.

Einen Mehrspieler-Modus gibt es auch in der Esports-Expansion noch nicht. Mit dem passenden Konzept würde sich dieser durchaus anbieten, scheint aber aktuell wohl nicht geplant zu sein. Außerdem wäre die Umsetzbarkeit bei dem recht kleinen Entwicklerteam sehr fraglich. Derzeit ist die erste kostenpflichtige Content-Erweiterung exklusiv für PC (Steam und GOG) verfügbar, soll aber demnächst auch für PlayStation 4 und Xbox One erscheinen. Für alle Achievement-Hunter gibt es einige Errungenschaften bei Steam, die es zu sammeln gilt.

Pro & Kontra

thumbs-up-icon

Pro
  • Umfangreicher Content
  • Neue Gameplay Features
  • Herausfordernder Schwierigkeitsgrad
  • Günstiger Preis

thumbs-down-icon

Kontra
  • An manchen Stellen unnötig kompliziert
  • Einige Bugs
  • Fehler in der Übersetzung

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Spiel Bewertung
Singleplayer
82
82
Gut
-
Multiplayer

FAZIT

Die neue Esports Expansion für den PC-Building Simulator ist durchweg gelungen. Wer etwas Abwechslung von der eintönigen PC-Werkstatt des Hauptspiels sucht, ist hier genau richtig. Neben etwas veränderten Aufgabentypen bekommt man hier gerade mit dem Backstage-Bereich sowie den anspruchsvollen Wünschen der Profispieler reichlich neues Futter. Gerade der ständige Teamwechsel und die damit verbundenen Vorgaben von Sponsoren sowie Spielern ergeben einen knackigeren Schwierigkeitsgrad als noch im Hauptspiel. Natürlich erfindet die Erweiterung das Rad nicht neu, aber wer bereits Spaß am PC Building Simulator hatte, macht hier absolut nichts falsch. Für knapp über zehn Euro bekommt man einen guten Umfang und Unterhaltung für viele Stunden.

- Von  Fabian

Playstation 4
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USK 0 PEGI 3

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