Axiom Verge (Wii U) REVIEW

Mit dem Release von Axiom Verge auf der Wii U kommt zusammen, was gefühlt irgendwie zusammengehört. Schließlich hat das hier abgesteckte Metroidvania genannte Genre seine Ursprünge nicht zuletzt auf den alten Nintendo-Konsolen und wurde durch Spiele wie Super Metroid, Contra und den 2D Castlevanias populär. Entsprechend groß sind die Parallelen zwischen den Vorbildern und der von Tom Happ entwickelten Hommage, der über mehrere Jahre hinweg nach Feierabend alleine an seinem Projekt gewerkelt hat. Ob Axiom Verge aber auch mehr kann, als eine Verbeugung vor den Klassikern zu sein, verrät der Test.

 

Blutige Pustel, schräge Aliens und Cyberpunk

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Metroidvania Revival in gut: Axiom Verge verbindet etablierte Elemente mit frischen Ideen.

Schon mit dem Setting hat mich der ehemals bei Electronic Arts angestellte Tom Happ schnell für sein Spiel begeistern können: nach einem gescheiterten Experiment mit Lasern und der darauffolgenden Explosion des gesamten Laborkomplexes, erwacht der Wissenschaftler Trace nicht im Jenseits, sondern einer ziemlich düster wirkenden Umgebung auf. Am Boden und von der Decke ragen vibrierende Pusteln, die Beleuchtung ist grell und dann fordert uns eine Stimme auch noch auf, die Waffe, die sich im Nebenraum befindet, zu holen. Gesagt, getan und schon erscheinen auch die ersten Gegner, die irgendeine Mischung aus Aliens und Lovecraft´scher Höllenschöpfung zu sein scheinen.

In den folgenden rund 12-15 Stunden Spielzeit jagen wir Trace durch eine ziemlich morbide Welt, die gefüllt ist mit Elementen aus Cyberpunk und Space Horror. Oben drauf gibt es noch eine recht spannende Story, die für meinen Geschmack gerne etwas engmaschiger hätte erzählt werden können, aber dennoch zu unterhalten weiß und mit der ein oder anderen sich nicht abzeichnenden Wendung aufwarten kann.

 

Der Glitch ist dein Freund

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Der Weg wird durch einen Grafik Glitch versperrt. Mit der richtigen Fähigkeit kann man die Barriere allerdings beseitigen…

Wo der Story manchmal etwas an Tragkraft fehlt, wird in spielerischer Hinsicht voll und ganz abgeliefert. Auch wenn Axiom Verge unverkennbar eine Hommage an Super Metroid und Co. ist, so ist es gleichzeitig ein Füllhorn guter Ideen. Dies gilt weniger für den eigentlichen Spielablauf, denn dieser ist ziemlich klassisch gehalten: man bewegt sich relativ frei durch eine große Spielwelt, die nicht nur mit Sprungpassagen, sondern auch aller Hand Gegner gespickt ist. Findet man einen Bossgegner, so findet man nach dessen Tötung in der Regel eine neue Waffe oder ein neues Item, welches zuvor nicht erreichbare Areale eröffnet. Soweit, so bekannt.

Richtig kreativ ist Hopp bei besagten Waffen und Zubehör gewesen. So findet man etwa eine kleine Drohne, die sich fernlenken und somit durch enge Gassen schicken lässt. Das Nova-Projektil, welches bei Abschuss nur eine Kugel verschießt, bei erneuter Betätigung der Schusstaste explodiert, ist praktisch, wenn man Gegner in kurzer Entfernung attackieren will, ohne deren Gegenangriff zu triggern. Ein umgebauter Laborkittel erlaubt es Trace hingegen sich durch Wände zu telepotieren. Richtig cool ist auch eine Strahlenkanone, mit welcher man Grafikglitches zu seinen eigenen Nutzen ummünzen kann.

Hopp sind bei der Programmierung nämlich keinen ungewollten Fehler unterlaufen, stattdessen hat er bewusst grafische Fehler eingebaut, die bei Bestrahlung mit besagter Waffe aber etwa in schwere Blöcke verwandelt werden können, womit ein zuvor unbezwingbarer Abgrund bewältigt werden kann. Diese vielen kleinen Einfälle halten die Motivation über lange Zeit hoch. Und das tut Axiom Verge sehr gut, denn mitunter kann auch Frust aufkommen. Etwa dann, wenn man einfach nicht mehr weiß, wie es weitergeht. Zwar gibt das Spiel zaghafte Hinweise auf das nächste Ziel, wer diese nicht erkennt oder einfach nicht aufpasst, der bleibt schnell auf der Strecke und läuft Gefahr sich in dem großen Areal zu verlaufen.

 

Stilsicher

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Stilistisch ist Axiom Verge stellenweise richtig krass. Und die Musik erst!

Retro-Fan Hopp hat nicht nur ein überwiegend spaßiges und motivierendes Spielsystem geschaffen, sondern bewegt sich auch in audiovisueller Hinsicht auf sicheren Pfaden. Der 8-Bit Pixellook funktioniert, auch weil das Ein-Mann-Entwicklerteam viele unterschiedliche Areale geschaffen hat und mit abwechslungsreichen Farben und grafischen Spielereien agiert. So wird auch dem spielenden Auge nicht allzu schnell langweilig. Lediglich das Design der normalen Gegner ist mir mitunter etwas zu banal, die Bosse wiederum bleiben teilweise auch länger im Gedächtnis. Gerade bei besagten Bossgegnern steigt der ohnehin schon happige Schwierigkeitsgrad noch einmal merklich an. Immerhin sind die Speicherpunkte fair gesetzt.

Das Glanzstück ist aber vor allem der Soundtrack. Ganz im Sinne seiner Vorbilder hat Hopp diesen auf Chiptunebasis programmiert. Dabei feuert er aber einen so kontrastreichen, wie genialen Soundtrack ab, dass es mir mitunter die Sprache verschlagen hat. Das restliche Sounddesign ist ebenfalls gelungen und erzeugt eine schöne Stimmung, der stets etwas Bedrohliches zugrunde zu liegen scheint.

Sehr gelungen ist die Integration des Wii U Gamepads. Auf dieser werden diverse Menüs ausgelagert, beispielsweise Tagebucheinträge, die man in der Spielwelt verteilt findet und die weitere Hinweise auf den geschichtlichen Zusammenhang geben. Das Gamepad wird aber auch dazu genutzt, um die Karte anzuzeigen, was ungemein praktisch ist, da man so nicht das Spiel pausieren und in einen separaten Bildschirm wechseln muss.

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Spiel Bewertung
Singleplayer
83
83
Gut
83
Multiplayer

FAZIT

Pixeloptik und das Zurückgreifen auf etablierte Spielmechaniken sollten nicht darüber hinwegtäuschen, wie viel Arbeit und Liebe in Axiom Verge stecken. Manchmal hat man zwar das Gefühl, das sich Tom Hopp doch ein bisschen zu sehr auf eine Hommage versteift hat, doch dann findet man eine neue Waffe oder ein neues Item, welche ungeahnte Möglichkeiten eröffnen und die bekannten Mechanismen angenehm erfrischen. Axiom Verge ist also mehr als ein Liebesbrief an Samus Aram und Co., sondern auch ein gutes, ja sogar verdammt gutes Spiel. Nicht zuletzt der unsagbar fetzige Soundtrack setzt dem ganzen das i-Tüpfelchen auf. Und auf der Wii U bekommen Spieler dank der Auslagerung der Map auf das Gamepad auch die in meinen Augen definitive Fassung des Spiels geboten.

- Von  Adrian

Nintendo Wii U
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