Zeno Clash 2 REVIEW

Mit ihrem Debut-Titel „Zeno Clash,“ hatten die chilenischen Indie-Entwickler Ace Team einen waschechten Überraschungshit abgeliefert. Die Idee einen Brawler (also so etwas wie Streets of Rage oder Final Fight) in die Egoperspektive zu verfrachten und diesen im Setting einer bizarren, surrealistischen Fantasywelt stattfinden zu lassen, konnte viele Spieler und Kritiker überzeugen. Da sollte es nicht verwundern, dass die Entwickler am 30. April 2013, also rund 4 Jahre nach Teil 1, die Fortsetzung nachschoben, welche den simplen Titel Zeno Clash 2 trägt.

Anders als der Vorgänger, konnte der zweite Teil die Kritiker jedoch nicht mehr überzeugen und heimste nur noch mittelmäßige Wertungen ein. Ob dieses harte Urteil gerechtfertigt ist, oder das Spiel nicht doch wieder den einmaligen Flair des Originals aufbauen kann, wollen wir uns im folgenden Review näher anschauen.

Kulturschock

Die Handlung von Zeno Clash 2 setzt einige Zeit nach den Ereignissen des Vorgängers an. Wir erinnern uns (Achtung, Spoiler!): Ghat ist eines der zahlreichen Kinder der seltsamen Vogelmensch-Kreatur Vater-Mutter. Eines Tages wird Ghat flügge und büxt von zu Hause aus, um eine effektive Kampfausbildung bei den durchgeknallten Korwid zu absolvieren. Als Ghat nach Hause zurückkehrt, entdeckt er zufälligerweise das Geheimnis von Vater-Mutter. „Es“ ist in wirklichkeit ein „Er,“ welcher die unangenehme Neigung hat kleine Babys zu entführen und als eigenen Nachwuchs aufzuziehen. Ghat war nicht sonderlich begeistert über diese Offenbarung und versuchte mithilfe „schlagkräftiger“ Argumente Vater-Mutter von zukünftigen Baby-Entführungen abzuhalten, ohne dabei jedoch seine (Stief)Familie zu zerbrechen.

Ein unmögliches Unterfangen, welches letztendlich in einer Katastrophe endete und Ghat sowie dessen Freundin Deadra zur Flucht ins nördliche Niemandsland ihrer Heimatwelt Zenozoik zwang. Dort fanden sie letztendlich eine gruselige Mauer samt integrierten Thronsaal. Auf dem Thron saß der „Golem,“ eine mysteriöse Gestalt mit unfassbaren Fähigkeiten und Kenntnissen. Der Golem begleitete Ghat und Deadra zurück in deren Heimatstadt Halstedom. Als der Golem miterlebte, das Ghat und Vater-Mutter ihren Konflikt immer noch nicht zivilisiert lösen konnten, beschloss er einzuschreiten, indem er das Geheimnis von Vater-Mutter in aller Öffentlichkeit lüftete. Hierdurch rettere er auch Ghat das Leben, welcher andernfalls von Vater-Mutter ermordet worden wäre.

Jetzt sitzt Vater-Mutter im Gefängnis. Ein Gefängnis, welches erst seit kurzem erbaut wurde und eigentlich überhaupt nicht in die anarchistische Gesellschaft von Zenozoik passen möchte. Natürlich war es der Golem, welcher die Einwohner von Halstedom entsprechend lenkte. Der Golem steht für Recht und Gesetz und hält rein gar nichts vom bisherigen Lebensstil der Zenos. Ghat fühlt sich schuldig dafür, dass er den Golem in seine Welt brachte und somit nicht nur einen Kulturschock auslöste, sondern auch noch indirekt für die Einkerkerung von Vater-Mutter, sowie den Zusammenbruch seiner Familie verantwortlich ist. Der allwissende Golem bot seinen Geschwistern nämlich an, den Aufenthaltsort von deren leiblichen Eltern zu offenbaren. Und abgesehen von Ghat sowie dessen Schwester Rimat haben auch alle das Angebot des Golems angenommen.

Doch jetzt hat Rimat die Schnauze voll. Sie überredet Ghat dazu Vater-Mutter aus dem Gefängnis zu befreien. Dieser willigt ein und die Rettungsaktion entwickelt sich sogar zu einem Erfolg. Doch das eigentliche Problem, der Golem und dessen Einfluss, ist noch lange nicht gelöst. Ghat beschließt einen Weg zu suchen, den ebenso verhassten wie übermächtigen Golem zu beseitigen und somit wieder die alten Zustände nach Zenozoik zurückzubringen. Er hätte nicht ahnen können, dass das was er auf seiner Reise findet, sein gesamtes Weltbild auf den Kopf stellen würde.

Gelungene Weiterentwicklung von Story und Charakteren

Die Handlung von Zeno Clash 2 ist wesentlich mehr als eine Fortführung der Ereignisse des Vorgängers. Der größte Unterschied zum Vorgänger ist jener, dass Zeno Clash 2 aus der Fantasy-Ecke heraus in den Science-Fiction-Bereich übergeht. Inwiefern sich das genau äußert, müsst ihr schon selbst herausfinden, aber lasst euch gesagt sein, dass die Handlung so einige Aha-Momente beherbergt. Die ganz große Offenbarung über die Welt von Zenozik ist dabei auch überraschend subtil gehalten und erfordert ein gewisses Maß an Forscherdrang und Fachwissen (oder den Blick ins Steam-Forum.). Es ist schon spannend, in welche Richtung Ace Team ihre eigenwillige Spielwelt bewegt haben.

Aber nicht nur die herrlich abgedrehte und fremdartige Welt von Zenozoik hat sich weiterentwickelt, sondern auch die Charaktere. Die Einwohner von Zenozoik sind naturgemäß zwar etwas simpler gestrickt als das, was wir als normal bezeichnen, jedoch gewährt der zweite Teil endlich mal einen tieferen Einblick in Ghats Famile, welche im ersten Teil lediglich als blutgeifernde Horde fungierte. Dieses mal lernt man sie aber endlich als Personen kennen. Interessant ist vor allem der Aspekt der leiblichen Eltern, denen man begegnet. Diese entpuppen sich nämlich in den meisten Fällen als herbe Enttäuschung, welche dem liebevollen Vater-Mutter nicht mal ansatzweise das Wasser reichen können. Wollte Ace Team hier ein Statement abgeben, dass es sich Stiefkinder zweimal überlegen sollten, ehe sie blind nach ihren leiblichen Eltern suchen und somit die aufrechte Liebe der Stiefeltern verschmähen? Ein hochinteressanter Ansatz, wie ich finde.

Was die Handlung, sowie deren Dramatik und Präsentation anbelangt, braucht sich Zeno Clash 2 also definitiv nicht zu verstecken. Ace Team haben hier eine fabelhafte Arbeit geleistet, die Faszination von Zenozoik nicht nur aufrecht zu erhalten, sondern auch noch deutlich zu intensivieren. Und auch die aus dem Vorgänger bekannte zwischenmenschliche Ebene stellt wieder ein sehr wichtiges Thema dar. Tatsächlich behandelt Zeno Clash 2 gleich mehrere heikle Themen auf seine ganz eigene ungezwungene Weise. Löblicherweise wird hier auch auf eine tumbe Schwarz-Weiß-Denkweise verzichtet. In den Bereichen Story, Charaktere und Themen ist Zeno Clash 2 also ein klarer Hit und ein würdiger Nachfolger.

Verschlimmbessertes Kampfsystem

Zeno Clash 2 überrascht schon im Titelscreen mit einer ordentlichen Anzahl von Spieloptionen und -menüs. Neben der ca. 10-stündigen Hauptkampagne, welche man entweder allein oder zu zweit im Coop-Modus bestreiten kann, bietet das Spiel noch einen Tutorial/Prolog-Modus und verschiedene Challenge-Modi. Sogar ein Unterpunkt für Bestenlisten wird bereitgestellt.

Es empfiehlt sich erst einmal den Tutorial/Prolog-Modus anzugehen. Einerseits bekommt man hier von Ghat die Geschehnisse des ersten Teils erzählt und zweitens soll dieser Modus mit dem waffenlosen Kampfmanövern vertraut machen. Bereits hier dürfte den Spielern des Vorgängers auffallen, dass sich der Kampf nun ganz anders anfühlt als gewohnt. Es gibt nun wesentlich mehr Kampfmoves, welche leider zum Teil recht kompliziert umzusetzen sind. Zumindest die komplexeren Schlagkombos sind extrem unpraktikabel und selbst gegen den Tutorial-Dummy in Form von Metamog nur sehr schwer auszuführen. Glücklicherweise benötigt man diese aber auch nicht, um effektiv durchs Spiel zu kommen.

Ein Aspekt der im Tutorial nicht wirklich erklärt wird, ist der neue Balken für Spezialenergie. Wie vom Vorgänger gewohnt, gibt es wieder Balken für Lebensenergie (Rot) und Ausdauer (Grau). Die Lebensenergie sollte sich von selbst erklären, während die Ausdauer durch gewisse Kampfaktionen sinkt. Ist der Ausdauerbalken aufgebraucht, ergraut der Bildschirm und Ghat kann für einige Sekunden nur noch im Schneckentempo agieren, was ihn logischerweise recht verwundbar macht. Glücklicherweise füllt sich der Ausdauerbalken nach dieser Phase wieder komplett auf, was der regulären, recht langsamen Ausdauerregeneration sogar oftmals vorzuziehen ist. Doch nun zum Spezialbalken (Gelb).

Viele Angriffstechniken dürfen neuerdings nämlich nur dann eingesetzt werden, wenn dieser Balken über genügend Energie aufweist. Diese wird freilich verbraucht, wenn man die entsprechenden Moves einsetzt. Diese Spezialenergie kann, wie auch der Balken für Lebensenergie, nur mithilfe bestimmter Heilgegenstände regeneriert werden. Derlei Heilgegenstände und auch diverse Waffen findet man hauptsächlich in Schatzcontainern, welche hier in Form von riesigen Muscheln dargestellt werden. Eine Muschel darf übrigens nur einmal geplündert werden, und selbst wenn man den Inhalt nicht gebrauchen kann, verschwindet dieser, wenn man das Gebiet verlässt und später wieder betritt. Man sollte also zusehen, dass man die Muschel-Truhen nicht wahllos plündert. In seltenen Fällen werden Heilgegenstände und Waffen aber auch mal von besiegten Gegnern hinterlassen.

Aber das was ich eigentlich sagen wollte, ist, dass das neue waffenlose Kampfsystem einfach nicht mehr so gut funktioniert wie jenes aus dem ersten Teil. Das schöne bei den Kämpfen im Vorgänger war eben genau jener Punkt, dass die Movepalette recht übersichtlich und obendrein sehr komfortabel zu handhaben war. Das ist im zweiten Teil einfach nicht mehr der Fall. Stattdessen verwendet man hier nur noch die auf Dauer öden Standard-Faustschläge und eins, zwei Spezialangriffe. Darüber hinaus setzt man halt auf die Waffen, welche zum Teil lächerlich stark sind und dem ohnehin schon miesen Balancing des Kampfsystems den Rest geben. Ich habe Zeno Clash 2 einmal auf Leicht und dann noch mal auf Normal durchgespielt. Abgesehen davon, dass die Gegner ein wenig mehr Schaden anrichten, ist mir kein Unterschied aufgefallen. Den Grad Schwer wollte ich dann gar nicht erst ausprobieren. Dafür ist das Kampfsystem ohnehin viel zu uninteressant. Das einzige Highlight innerhalb der Kämpfe sind die teils recht spaßigen Bosskämpfe, aber die tauchen leider zu selten auf, um irgendwas herumzureißen.

Kaputtes Balancing und Metroidvania-Einflüsse

Da sie ja bereits erwähnt wurden, kommen wir nun zu den Waffen, sowie den Ausrüstungsstücken. Es sind wieder viele Schusswaffen dabei, welche in Zenozoik allerdings in Form von primitiven Steinzeitversionen daherkommen. Die da wären Pistole, Gewehr, Shotgun, Granatwerfer und ein seltsamer Kugelwerfer. Freilich dürfen auch die ikonischen Totenschädel-Granaten (Schädelbomben) nicht fehlen. Nahkämpfer können wieder die brachialen Keulen und Hämmer schwingen, welche sich erfreulich wuchtig anfühlen. Die eben aufgezählten Waffen sind jedoch nur begrenzt verfügbar. Ist die Munition einer Schusswaffe verbraucht, dann war es das und man muss sich eine andere suchen. Die Nahkampfwaffen wiederum zerbrechen nach einer gewissen Anzahl von Schlägen. Auch Schusswaffen zerbrechen, wenn man mit diesen im Nahkampf zuschlägt. Wie bereits bei der Erklärung mit den Muschel-Truhen angedeutet, sollte man vielleicht etwas Ressourcen-Management betreiben, um sich das Leben leichter zu machen. Andererseits versorgt euch das Spiel i.d.R. jedoch mit genügend Gegenständen und Waffen, so dass man ruhig von dem Krempel gebrauch machen sollte, den man findet.

Darüber hinaus bekommt man in Zeno Clash 2 auch einige Ausrüstungsgegenstände/Waffen, welche einem permanent erhalten bleiben. Die allererste Sidequest, die man im Spiel finden dürfte, belohnt euch nämlich mit der Kette, welche Ghat im weiten Radius schwingt und die überraschend viel Schaden verursacht. Der Einsatz der Kette verbraucht lediglich einen recht großen Batzen Ausdauer, aber da sich ein leerer Ausdauerbalken ja schnell wieder regeneriert und die Gegner in Zeno Clash 2 wesentlich zaghafter agieren, als im ersten Teil, stellt dies kein großes Problem dar. Im Endeffekt hat man mit der Kette bereits kurz nach Spielbeginn eine verdammt mächtige Waffe zur Hand, mit der man große Teile des Spiels zu seinen Gunsten brechen kann. Mit ausgefeiltem Balancing hat das freilich rein gar nichts mehr zu tun. Und das ist vor allem im Hinblick auf den Vorgänger überaus tragisch.

Abgesehen von der Kette gibt es noch drei weitere Tools. Den Golem-Armreif, den Golem-Handschuh sowie das Kommunikations- und Übersetzungsgerät.

Mit dem Armreif kann man mithilfe von Lichtquellen wie der Sonne, dem Mond oder Leucht-Kristallen eine Explosions-Lunte beschwören. Diese schädigt auf ihren Weg nicht nur Gegner, sondern zündet auch noch Zündschnure an, was notwendig ist, um an bestimmten Stellen neue Wege zu erschließen.
Der Golem-Handschuh erlaubt es euch eine temporäre Verbindung zwischen zwei Personen oder Objekten zu schaffen. Das bedeutet, dass ihr zum Beispiel zwei verbundene Gegner gleichzeitig treffen könnt, denn der Verbundene wird ebenfalls geschädigt. Meistens wird dieses Tool jedoch dazu benötigt, um zwei Kristallkugeln zu verbinden und somit zu schwächen, damit man sie anschließend simultan zerbröseln kann. Diese Kugeln dienen nämlich häufig als Energiequelle für lästige Schutzschilde.

Als letztes erhält man das Kommunikations- und Übersetzungsgerät. Dieses dient in erster Linie dazu, damit ein bestimmter NPC mit Ghat und Rimat aus der Entfernung kommuniziern kann, was hauptsächlich der Narrative dient. Darüber hinaus übersetzt das Gerät jedoch auch die seltsame Beschriftung einiger Steintafeln, denen man im Spielverlauf immer wieder begegnet, welche man aber erst gegen Ende übersetzen und lesen kann. Wirklich relevant ist dies aber nur, weil sich eins, zwei Eingänge erst dann öffnen, wenn man dieses Gerät besitzt.

Wer sich mit Gaming auskennt, dem dürfte dieses Konzept jetzt bekannt vorkommen. Und ja, wir haben es bei diesen Tools mit typischen Metroidvania-Gadgets zu tun, welche in erster Linie dazu dienen, den Spieler durch die vorgegeben Richtung des Storyverlaufs zu lenken, aber auch einen Anreiz dazu geben, das Spiel im späteren Verlauf nochmal genauer zu durchforsten. Anders als im Vorgänger ist man hier nämlich nicht mehr in strunzlinearen Levelschläuchen unterwegs, sondern in mehreren miteinander verbundenen Landabschnitten. Diese sind zwar nicht übermäßig groß ausgefallen, aber umfangreich genug, um zum Erkunden einzuladen. Die Erkundung wird dann auch mit Sidequests, versteckten Zusatzabschnitten und Statusboosts belohnt. Und ja, Zeno Clash 2 verwurstet einige RPG-Elemente.

Totems und Kampfgefährten

Ghat verfügt nun über vier Statistikbalken, in die man Skillpunkte investieren kann, um entweder seine Gesundheit (Lebensenergie), Ausdauer (Ausdauerbalken), Stärke (Kampfkraft) und Führung zu verbessern. Vor allem die Führung ist interessant, da man mit dieser Fähigkeit stärkere K.I.-Kameraden rekrutieren kann, welche man in bestimmten Kämpfen als Unterstützung einsetzen darf. Rimat ist grundsätzlich mit dabei, aber den zweiten Gefährten kann man oftmals selbst bestimmen – vorausgesetzt man findet die entsprechenden Personen in der Spielwelt und Ghats Führungskraft ist hoch genug, um besagten NPC anzuheuern. Ein Kamerad kann aber im Schnitt nur alle zwei Kämpfe eingesetzt werden, da sie sich zwischendrin immer erholen müssen und dann oftmals nicht für das nächste Gefecht bereitstehen. Die K.I. der Gefährten ist ähnlich dusselig wie die der Gegner, allerdings sind sie nützlich genug, um den ein oder anderen schwachen Gegner zu erledigen, oder zumindest härtere Brocken eine Zeit lang von Ghat abzulenken (die Gefährten flüchten sobald sie alle Lebensenergie eingebüßt haben).

Die Skillpunkte erhält man von Totems, die kreuz und quer über die Spielwelt verteilt liegen und in drei Variationen daherkommen: Skillpunkt-Totems schalten entweder einen oder drei Skillpunkte für Ghat frei, welche man anschließens im Map-Screen (M-Taste) verteilen darf. Schnellreise-Totems erlauben es zwischen den Landabschnitten von Zenozoik hin- und herzuspringen, damit man sich etwas virtuelle Latscherei ersparen kann. Dann wären da noch die Berserker-Totems, welche Ghats Kampfkraft und- Geschwindigkeit über einen gewissen Zeitraum drastisch verbessern. Die Knochengötzen sind also verdammt nützlich und fungieren oftmals als Belohnung für fleißige Entdecker.

Ein weitere Aspekt bei der Erforschung der Spielwelt sind einige Sammelobjekte, welche man für bestimmte Sidequests benötigt. Hierzu zählen riesige Schmetterlinge und mysteriöse Steinwürfel-Artefakte. Wozu man diese Dinge braucht, müsst ihr jetzt aber selbst herausfinden.

Die Challenge-Modi

Wenn man die Hauptkampagne durchgezockt, und immer noch Lust aufs Spiel hat, dann lohnt ein Blick in die Challenge-Modi. Diese bieten im Kern drei verschiedene Spielmodi an. Die Colosseum Herausforderung, Rock of Ages und die Framerate Herausforderung.

Die Colosseum Herausforderung kann man, wie auch die Hauptkampagne entweder allein oder im zwei Spieler Coop-Modus bestreiten. Hier geht es darum insgesamt 50 Gegnerwellen zu verdreschen, damit man einen möglichst hohen Platz in der Steam-Bestenliste erlangt. Das Colosseum aktiviert manchmal kleinere Fallen, wie stampfende Säulen oder einen Bombenwerfer. Für besiegte Gegner erhält man Geld, welches man zwischen den Runden in Ausrüstungsstücke, Heilmittel und sogar Kampfgefährten eintauschen darf. Tipp: Kauft euch schnellstmöglichst die verdammte Kette, damit könnt ihr das Colosseum recht gut in die Knie zwingen.

Rock of Ages ist eine Art Crossover zwischen Zeno Clash und dem Geschicklichkeitsspiel Rock of Ages vom selben Entwickler (ACE Team). Dieser Modus wurde erst ein Jahr nach dem Release von Zeno Clash 2 als Bonus eingefügt. Es ist im Grunde genommen nur eine Abwandlung des Colosseums. Doch anstelle von Ghat steuert ihr hier eine große, runde Steinkugel, mit der ihr die Gegnerwellen relativ mühelos plattwalzen könnt. Allerdings ist die Steinkugel nicht unkaputtbar und zerbröselt mit der Zeit in kleinere Kugeln, ehe sie letztendlich komplett zerbricht. Als Unterstützung könnt ihr euch jedoch auch in diesem Modus Kameraden hinzukaufen, die euch jedoch oftmals im Weg stehen und ihrerseits überrollt werden.

Die Framerate Herausforderung ist wohl der kurzweiligste Challenge-Spielmodus. Auch hier seid ihr in einer Art Arena (allerdings nicht im Colosseum) und kämpft gegen unentwegt spawnende Hologramm-Typen. Es gibt einen Framerate-Counter, den man möglichst über 25 Punkte halten muss. Je mehr Hologramme spawnen, desto stärker fällt die Framerate. Man muss die Gestalten also schnellstmöglich beseitigen, um die Framerate oben zu halten. Hierfür stehen einem eine Shotgun mit unbegrenzter Muni, sowie eine große, aber begrenzte Sammlung von Schädelbomben zur Verfügung. Fällt der Counter mehrere Sekunden unter die 25, oder büßt der Spieler sämtliche Lebensenergie ein, hat man verloren. Ein Framerate-Match dauert im Schnitt nicht länger als drei Minuten. Das Ziel ist es freilich so lange wie möglich zu überstehen und so viele Hologramm-Fuzzies wie möglich auszuschalten, um Punkte für die Bestenliste zu kassieren.

Grafik, Sound und weiteres

Für Zeno Clash 2 erfolgte der Umstieg von Valves Source Engine auf die Unreal 3 Grafikengine. Dieser Umstieg macht sich vor allem bei den Charaktermodellen bemerkbar, welche nun viel detaillierter und lebendiger wirken, als im Vorgänger. Bei den Landschaften fällt es da schon schwerer den Leistungsunterschied der beiden Grafikengines zu erkennen. Zenozoik sieht eben immer noch aus wie Zenozoik – eine bunte, surreale Steinzeitwelt. Man besucht viele altbekannte Locations aus dem Vorgänger, erforscht nun aber auch viele neue Gebiete. Anders als zuvor, treten nun vermehrt optische Highlights in Form imposanter Bauwerke oder wunderschöner Panorama-Ausblicke auf. Darüber hinaus gibt es nun auch einen Tag- und Nachtwechsel. Was mich jedoch etwas stört, ist die Ironie, dass die Welt von Zenozoik trotz größerer Gameplay-Areale oftmals wesentlich kleiner wirkt als im Vorgänger. Das fällt vor allem in der Wüste auf, welche im ersten Teil noch als riesiger trostloser Ort präsentiert wurde, aber im zweiten Teil nur noch wie ein recht mickriger Landabschnitt wirkt. In dieser Hinsicht ist doch stellenweise einiges verloren gegangen.

Auch die Kämpfe wirken in der neuen Grafikengine bei weitem nicht mehr so heftig und brutal wie vom Vorgänger gewohnt. Ich kann echt nicht erklären wieso, weshalb und warum, aber glaubt mir, es ist so. Vielleicht liegt es ja auch daran, dass man die ganzen Kampfmanöver nicht mehr so flexibel und unkompliziert anwenden darf wie zuvor. Auch die Blutspritzer hat man hier weggelassen. Na immerhin versucht Zeno Clash 2 diesen Umstand durch kleinere Gimmicks wie die Zeitlupen-Quicktime-Kampfmanöver auszugleichen. Trotzdem fetzt das hier bei weitem nicht mehr so gut wie vom ersten Teil gewohnt.

Beim Soundtrack hat sich nicht viel getan. Es werden viele Remixes der Tracks aus dem Vorgänger verwendet und wie schon zuvor, so dient der OST in erster Linie dazu das Spielgeschehen zu unterstützen. Erwartet also keine Tracks, die euch dazu verleiten werden nach eurer Spielsitzung Youtube einen Besuch abzustatten.
Dafür blieb aber auch die gelungene englische Sprachausgabe unangetastet. Es wurden die selben Sprecher verpflichtet, wie für den ersten Teil und auch die neuen Charaktere wurden hervorragend vertont. Besonders die Stimmen der Mutanten klingen wieder angemessen fremdartig. Und auch die surreale Schönheit der Spielwelt kann wieder überzeugen.

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Multiplayer

FAZIT

Während Story, Charaktere und Spielwelt gekonnt weiterentwickelt wurden, und die Spielwelt Zenozoik nichts von ihrem surrealen Charme eingebüßt hat, wurde das waffenlose Kampfsystem leider verkackt. Und das ist schon ein sehr grober Mangel, schließlich zählt Zeno Clash 2 trotz allem immer noch zum Brawler-Genre, und da ist es schon wichtig, dass die Prügeleien vernünftig funktionieren. Was nützt mir eine breite Movepalette, wenn die Manöver viel zu kompliziert umzusetzen sind und teilweise an einen Energiebalken gekoppelt sind, welcher stetig mit Heilmitteln versorgt werden muss? Und warum sollte ich die Fäuste fliegen lassen, wenn mir das Spiel fast vom Start weg eine mächtige Waffe in die Hand drückt, mit der ich den Großteil der regulären Gegner weghauen kann? Zwar versucht Zeno Clash 2 diese Schwächen mit neuen RPG- und Metroidvania-Spielelementen auszugleichen, welche ja auch gut genug funktionieren, aber dennoch ist es einfach schade, dass dieses erstklassige Kampfsystem des ersten Teils kaputtgegangen ist. Und dennoch konnte Zeno Clash 2 erneut meine Faszination wecken. Dem Charme von Zenozoik kann man sich halt nur schwer entziehen. Diejenigen, die in Zeno Clash mehr als nur ein Prügelspiel sehen, sollten den zweiten Teil also definitiv spielen. Alle Anderen sollten sich hingegen lieber an den mittelmäßigen Wertungen der "großen" Magazine/Websites orientieren.

- By  Volker

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Zeno Clash 2 REVIEW

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