+++    +++    +++    +++    +++    +++    +++    +++    +++    +++    +++    +++    +++    +++    +++    +++    +++    +++    +++  

Yooka-Laylee REVIEW

Es waren einmal Bär und Vogel, die zogen aus, um der bitterbösen Hexe Gruntilda den grünen Hintern zu versohlen. Mit Banjo-Kazooie und dem Nachfolger Banjo-Tooie setzte sich die Entwicklerschmiede Rare auf dem Nintendo 64 ein Denkmal in der Hall of Fame der 3D-Jump and Runs. Seit der Übernahme durch Microsoft produziert das ehemals hochgelobte Studio vornehmlich Titel für die Kinect-Bewegungssteuerung. Außerdem versuchte man sich 2008 mit Banjo-Kazooie Nuts & Bolts an einem Sequel zu den N64-Hüpfern. Ein Schuss, der nach hinten losging. Zwar ist Nuts & Bolts ein gutes Spiel geworden, doch hatte das Spielprinzip nichts mit dem zu tun, was die Fans erwartet haben. Vor etwa zwei Jahren eröffnete das junge Studio Playtonic, ein Zusammenschluss von Ex-Mitarbeitern von Rare, eine Kickstarter-Kampagne für Yooka-Laylee. Sie versprachen einen „echten“ Nachfolger zu Banjo-Tooie, mit originalgetreuem Gameplay, verrückten Charakteren und einem Soundtrack, der im Ohr bleibt. Die Backer waren aus dem Häuschen. Kein anderes Videospiel sammelte auf der Crowdfunding-Plattform in so kurzer Zeit 1 Million $. Nun muss sich zeigen, ob Playtonic die vollmundigen Versprechungen auch einhalten kann.

 

Ein modernes 3D-Jump and Run



Ihr schlüpft in die Rolle des irrwitzigen Duos, bestehend aus der Echse Yooka und der vorlauten Fledermaus Laylee. Der ruchlose Geschäftsmann Capital B will mithilfe des mächtigen „Einbuches“ zum Global Player aufsteigen. Um seine machtdurstigen Pläne zu durchkreuzen, müssen unsere Helden die Seiten des großen Wälzers vor ihm in die Finger bekommen. Das Problem: Die sogenannten Pagies sind überall in fünf großen Welten verteilt. Yooka und Laylee stehen vor einem epischen Hüpf-Abenteuer, in dem es gilt, riesige Level nach den Pagies zu durchforsten. Dazu nutzt das dynamische Gespann nicht nur reine Sprungkraft, sondern auch eine große Anzahl von Partner-Moves.

Die erste Welt, die es zu erforschen gibt, sind die Stammblock-Tropen. In diesem kunterbunten Dschungel-Level trefft Ihr zum ersten Mal auf viele der einzigartigen Figuren, die das Duo mit diversen Aufgaben beschäftigen. Bestreitet ein Wettrennen gegen eine temposüchtige Wolke, helft Blumen beim Wachsen oder spielt am Automaten von Rextro, dem Retro-Dino, Neuauflagen diverser Arcade-Games. Außerdem warten auch Endbosse auf einen Satz heiße Ohren. Erfolge werden mit den begehrten Pagies belohnt. Die Aufgaben variieren stark und es kommt in keiner der fünf Welten das Gefühl von Langeweile auf. Dazu trägt auch das ausschweifende und kunstvolle Design der Welten bei. Es lädt einen gerade dazu ein, jeden Winkel zu erforschen. Wenn Ihr noch mehr von einer Welt sehen wollt, habt Ihr die Wahl. Entweder Ihr nutzt die gesammelten Pagies, um den Zugang zur nächsten Welt zu eröffnen. Somit wird der Weg frei, etwa in einen Sumpf oder zu einem eisigen Gletscher. Oder aber Ihr nutzt die goldenen Seiten des Einbuches, um bereits besuchte Welten zu erweitern. Die erweiterten Welten sind dann absolut riesig und beeindrucken mit noch imposanterem Design.

Wisst Ihr mal nicht weiter, fehlt Yooka und Laylee wohl der Move. Aber keine Sorge! Zum Glück ist der absolut vertrauenswürdige Vertreter Trowzer nie weit. Die Schlange mit den Bermuda-Shorts kennt alle Kniffe. In jedem Level hat er irgendwo sein Büro eingerichtet. Dort lehrt er dem dynamischen Duo neue Moves. Die Palette ist groß. Laylee nutzt etwa sein Sonar, um Unsichtbares sichtbar zu machen und Yooka verschluckt feurig scharfe Beeren, um zum Flammenwerfer zu mutieren. Auch als Team sind die zwei unschlagbar. Etwa nutzt Laylee ihren grünen Kollegen als Laufball, um Schrägen emporzurollen, die sonst unüberwindbar wären. Diesen Service lässt Trowzer natürlich einiges kosten.

 

Früher war alles besser?



Bezahlen lässt sich das listige Reptil mit Federn. Diese sind nur eines von vielen Collectables. Genau wie im geistigen Vorgänger Banjo-Kazooie warten dutzende von Items in jeder Welt darauf, eingesammelt zu werden. Das Spielprinzip ist also dasselbe. Die allermeisten Goodies erhielten einfach ein neues Äquivalent. Aus Noten wurden Federn, aus Jiggies (Puzzleteilen) wurden Pagies und so weiter. Klar kann man Playtonic hier vorwerfen, dass etwas mehr Einfallsreichtum drin gewesen wäre. Doch vermutlich ist es genau das, was die Backer sich von Yooka-Laylee erhofft haben: Die gute alte Sammelhatz. Und doch ist der Crowdfundig-Titel mehr als nur eine stumpfe Kopie. Überall gibt es kleine und große Veränderungen am Gameplay. Was früher die Jinjos waren, von denen es in jeder Welt fünf zu finden galt, sind heute die Ghostwriter. Banjo und Kazooie konnten Jinjos einfach einsacken, doch die Ghostwriter machen es Euch nicht so einfach. Jeder von ihnen verlangt eine spezielle Aktion, bevor er in Euer Inventar wandert. Einer möchte etwa gefüttert werden und ein anderer wünscht sich sogar ein paar auf die Mütze. Das ist nur eines von vielen Beispielen, die aufzeigen, dass Yooka-Laylee nicht bloß alte Elemente in neuem Gewand liefert.

 

Bitte Bitte, ein Patch!



Was kann einem ein toll gemachtes Jump and Run so richtig vermiesen? Richtig! Eine hackelige Steuerung. Als ich die ersten Schritte mit Playtonics Power-Duo tat, fühlte es sich an, wie Super Mario 64 mit der dreifachen Geschwindigkeit. Auch die Kamera reagierte zackig wie ein Kaninchen bei der Treibjagd. Obwohl man sich schon bald an das „moderne“ Tempo gewöhnt, sind Yooka und seine Fledermaus-Freundin manchmal absolut nicht zu kontrollieren. Daraus resultieren auch ungenaue Sprünge. Alles bleibt im Rahmen, doch die zu straffe Steuerung und die manchmal unpassende Kameraperspektive sorgen für Frustmomente. Darum hier mein Appell an Playtonic: Bringt einen Patch! Ein paar Parameter zu verändern, könnte dem Problem bereits Abhilfe schaffen.

 

Eine Traumbesetzung



Das hinter Yooka-Laylee ein Team aus Profis steht, merkt man zu jeder Sekunde. Zum Beispiel steht niemand geringeres als Grant Kirkhope hinter dem Soundtrack von Playtonics Hüpfspiel. Der Brite war auch schon für die Dauerbrenner-Melodien aus Banjo-Kazooie und -Tooie verantwortlich. Wenn Euch also auch die Titelmelodie von Yooka-Laylee bis in den Schlaf verfolgt, wisst Ihr ja, wem es zu verdanken ist.

Wider Erwarten muss sich muss sich das Kickstarter-Projekt auch grafisch nicht hinter den aktuellen Titeln großer Studios verstecken. Ich habe nach der Testphase mit der Xbox One-Variante keine Ruckler zu vermelden. Unabhängig von den technischen Spezifikationen sieht der Titel einfach toll aus. Alles ist bunt und voller Leben. Das Art-Design der Level kommt einem Kunstwerk gleich. Aus welchem Winkel man sie auch betrachtet, man wird das Gefühl nicht los, die Welt von Yooka-Laylee sei ein Gemälde. Eines, das bewohnt wird, von einigen der charismatischsten Figuren der Videospielwelt. Sogar der namensgebende Ritter mit der Schaufel aus Shovel Knight bekam einen Gastauftritt. Dazu strotzen die Dialoge noch vor Humor und Anspielungen auf die Spieleszene. Playtonic hat einen Ort geschaffen, an dem man als Gamer gern Zeit verbringt!

 

Zu zweit allein?



Was hat Yooka-Laylee für Eure Multiplayer-Partien zu bieten? Man möchte meinen, wenn es gleich zwei Protagonisten gibt, gäbe es doch bestimmt einen tollen Koop-Modus. Nun ja, den gibt es. Kenn Ihr den Koop-Modus aus Super Mario Galaxy? Dabei steuert der zweite Spieler einen Courser und nimmt nur indirekt Einfluss auf das Geschehen. Und so ist es auch in Yooka-Laylee. Während ein Spieler das Echse-Flattermann-Gespann steuert, geht ihm Spieler Zwei helfend zur Hand. Wenn Ihr lieber gegen- statt miteinander zockt, bietet das Spiel Euch und Euren Freunden einen Modus, in dem Ihr Minispiele gegeneinander bestreiten könnt. So, wie damals in Banjo-Tooie. Zum Beispiel gibt es da Wettrennen aus der Vogelperspektive.

Facebook
Twitter
Google+
Unsere Wertung
USK 6 PEGI 7
Singleplayer
87
83
79
Multiplayer

Johannes sagt:

Für mich hat das kleine Studio Playtonic seine Versprechen restlos erfüllt. Yooka-Laylee fühlt sich an, wie die Wiedergeburt von Bär und Vogel. Ich bin begeistert von dem Charme der Charaktere und dem fantastischen Art-Design. Vielen wird das stundenlange Jagen nach einer schier unendlichen Anzahl von Collectables unzeitgemäß vorkommen. Vermutlich ist es das auch. Aber genau das ist es eben auch, was Banjo-Kazooie ausgemacht hat. Und das ist es, was ich von dem Titel erwartet habe. Da kann ich auch bei der etwas zu griffigen Steuerung ein Auge zudrücken. Darum sage ich: „Danke, Playtonic!"
Playstation 4Xbox OneMS WindowsNintendo Switch

Das könnte dir auch gefallen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Partner:

Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de Blogverzeichnis blogli.de - Blog-Verzeichnis Webverzeichnis - Webkatalog www.inetcomment.de Blogverzeichnis Blogverzeichnis TopBlogs.de das Original - Blogverzeichnis | Blog Top Liste Blog Button
GACC  |  Games-Mag  |  Gameplay Gamers  |  Pixelbirnen  |  Gamer83  |  Heavenly-Mangas  |  MarioFans  |  PixelOr  |  TrueGamer  |  XBox-Home  |  AlphaOmegagaming  |  Gameplaynews  |  Nintendo Switch Forum  |  Spielkritik  |  Videospielgeschichten  |  N-Mag  |  NAT-Games  |  Indieflock  |  GamingNerd  |  Nintendo-Magazin  |  Game-2  |  Zockerheim  |  twitch/noviiq  |  TVGC  |  RLC-Gamer  |  Collect a Box  |  X-Nation.at