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Warriors All Stars REVIEW

Schon in der Vergangenheit hat Koei Tecmo im Rahmen von Warriors Orochi chinesische Feldherren und japanische Feudalkrieger in gemeinsame Schlachten geschickt. Warriors All Stars, der neuerliche Ableger der Hack & Slash Reihe, geht aber noch eine Spur weiter und entleiht sich Charaktere aus dem gesamten Markenkatalog des japanischen Publishers. Da trifft der Katana schwingende William Adams aus Nioh auf die flinke Kasumi aus Dead or Alive, Ninja Ryu Hayabusa (Ninja Gaiden) kämpft Seite an Seite mit Sophie aus der Atelier-Reihe und selbst Exoten wie Laegrinna (Deception) und Nobunyaga Oda erhalten einen Auftritt als spielbare Kämpfer. Ein Fest für Musou-Fans also?

 

Ein Dimensionsportal, natürlich

Nioh trifft auf Dead or Alive, Ninja Gaiden auf die Atelier-Serie: viel SInn macht die Story nicht, dafür sind die Dialoge oft unterhaltsam.

Gerade in Japan sind Crossover zwischen verschiedenen Marken, teilweise sogar zwischen verschiedenen Herstellern und deren Lizenzen keine Seltenheit. Was auf dem Papier cool klingt, stellt Storyschreiber aber oft vor eine Schwierigkeit: wie erklärt man schlüssig das Aufeinandertreffen verschiedener Figuren aus unterschiedlichen Universen? Die bequemste Lösung: Dimensionsportale! Das hat schon in Spielen wie Marvel vs Capcom oder Projext X Zone „funktioniert“ und wird auch in Warriors All Stars als Prämisse für das Aufeinandertreffen verschiedener Spielmarken eingesetzt. Für das Öffnen von Dimensionsportalen ist diesmal Tamaki verantwortlich, die sich dadurch erhofft das mutige Helden in ihre Welt kommen und diese vor dem Untergang bewahren. Soweit, so hanebüchen also.

Viel sollte man nicht von der Handlung erwarten. Diese ist nämlich sterbenslangweilig und bemüht sich erst gar nicht so etwas wie Spannung aufkommen zu lassen. Obendrein sind die extra für das Spiel neu entworfenen Figuren, die wie humanoide Katzen und Hunde aussehen, potthässlich und versprühen keinerlei Charme. Dennoch hatte ich zu einem gewissen Teil Spaß an der Handlung, was aber weniger an der Geschichte und ihrem vorhersehbaren Verlauf liegt, sondern an der Interaktion der unterschiedlichen Figuren untereinander. Warriors All Stars lebt in dieser Hinsicht zweifellos von seinem über 30 Charakter starken Roster, der sich quer durch die verschiedensten Koei Tecmo Marken bedient und auch einige im Westen zuvor nie in Erscheinung getretene Figuren einführt. Da entspinnen sich teilweise herrlich absurde Gespräche und Situationen, die mich immer wieder köstlich amüsiert haben. Alleine die Dialoge zwischen Nobunyaga Oda (einer Katzenversion des japanischen Feldherren Nobunaga Oda) und William Adams sind grandios!

 

Der Held und seine Sidekicks

Prinzipiell erlaubt es euch die Kampagne so gut wie alle verfügbaren Charaktere zu spielen, allerdings ist das Roster mit über 30 Helden enorm groß. Und die Kampagne ist so ausgelegt, das ihr sie mehr als einmal angeht.

Prinzipiell ist es möglich den Großteil der Figuren in einem Spieldurchlauf zu befehligen, allerdings ist die doch recht kompakte Kampagne eher auf mehrmaliges Durchspielen ausgelegt – zumal insgesamt 15 Enden darauf warten gesehen zu werden. Abseits der für die Handlung relevanten Missionen gibt es zwar noch unzählige Nebenquests, allerdings sind diese kaum der Rede wert und haben lediglich im Erspielen von Gold und Erfahrungspunkten ihre Daseinsberechtigung. Sämtlicher Fortschritt wird übrigens nach einem abgeschlossenen Durchlauf übertragen.

Zu Beginn wählt ihr aus insgesamt elf Figuren euren Startcharakter aus und werdet auf Grundlage eurer Wahl in eine von drei Fraktionen eingeteilt. Im Verlauf der Kampagne könnt ihr immer neue Kämpfer freischalten und euch nach und nach euer Traumteam zusammenstellen. Die meisten Charaktere werden wohl oder übel aber die Rolle des Sidekicks einnehmen, denn auf dem Schlachtfeld könnt ihr stets nur einen zuvor festgesetzten Hauptcharakter selbst befehligen. Die anderen Recken eures insgesamt fünf Personen starken Teams lassen sich lediglich als Hero Skill aktivieren und geben euch im Kampf Unterstützung, etwa in Form von einer mächtigen Spezialattacke oder dem kurzzeitigen Erhöhen verschiedener Statuswerte. Vor jedem Kampf könnt ihr zwar munter die Teams mischen und für jedes Match neu zusammenstellen. Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, das ich mich letztlich doch auf ein, zwei Charaktere festlege und diese als Hauptkämpfer verwendet habe, während die anderen Figuren mein Support Team bildeten.

Hier verleibt sich Warriors All Stars eine vor allem aus MOBA-Spielen bekannte Mechanik ein, nämlich die der Sammelkarten. Jeder Held hat ihm zugehörige Karten, die als Belohnung nach abgeschlossenen Missionen ausgeschüttet werden und spezielle Werte verbessern. Jeder Charakter kann stets nur eine aktive Karte zugewiesen bekommen und durch diese etwa stärker gegen Feuerangriffe werden oder selbst mit stärkeren Attacken auftrumpfen. Dieses System hat im Prinzip die Waffen-Upgrade Funktion anderer Warriors Spiele ersetzt, krankt aber am gleichen Problem. Denn mit der Zeit haben sich im Inventar unzählige Karten angesammelt, sodass man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht. Bei einem Händler in der spärlich inszenierten Hub-Welt kann man die Karten außerdem noch verstärken, mehrere Karten miteinander mischen und eine stärkere Karte erhalten oder die Karten gleich in Gold umwandeln. Mit Gold wiederum könnt ihr im Trainingslager eure Helden schnell aufleveln.

 

Omega Force bleibt sich treu

Beim Kerngameplay bleibt sich das Spiel treu und wagt keine großen Experimente.

Im Grunde bleiben Koei Tecmo und Entwickler Omega Force der Marke aber weitestgehend treu und ersetzen bekannte Mechaniken – wenn überhaupt – durch neue Namen. Sonderlich viele Auswirkungen auf das eigentliche Spiel hat all das nicht – ob das nun gut oder schlecht ist, muss jeder selbst wissen. Wer darauf hofft, dass die Japaner für das große Markencrossover aber an der seit Jahren festgelegten Kernmechanik rütteln, der wird enttäuscht.

Warriors All Stars spielt sich auf dem Schlachtfeld im Grunde wie jedes andere Musou-Spiel auch. Das Kampfsystem basiert auf zwei Angriffsknöpfe, dazu gibt es noch einen dritten Button der die Charakter spezifischen Spezialaktionen auslöst. Ist die entsprechende Leiste voll, aktiviert ihr mit R3 außerdem den Musou-Rush, in welchem ihr innerhalb von 20 Sekunden möglichst viele Gegner vom Bildschirm wegfegt und dadurch zusätzliches Gold, Erfahrungspunkte und Items erspielt.

Die Missionen und Kämpfe laufen derweil nach dem bekannten Muster ab: ihr werdet auf ein einigermaßen großes Schlachtfeld geworfen und müsst verschiedene Zielvorgaben erfüllen. Mal müsst ihr einen Charakter eskortieren, mal innerhalb eines bestimmten Zeitfensters eine gegnerische Basis einnehmen. In den meisten Fällen prügelt, metzelt und schnetzelt ihr euch aber einfach durch hunderte Gegner und besiegt hin und wieder stärkere Bossgegner. Diese sind in taktischer Hinsicht ebenfalls anspruchslos und halten einfach nur mehr aus, als das normale Fußsoldatenvolk.

 

Warriors auf Diät

Auch wenn die Kampagne an sich sehr unterhaltsam ist, so fehlen dennoch Online- und Koop-Modus sowie weitere Einzelspieler-Varianten.

Die audiovisuelle Umsetzung ist okay. Nicht mehr, nicht weniger. Die angepeilten 60 Frames werden auf der (normalen) PlayStation 4 nicht ganz erreicht und sacken immer mal wieder ab, ohne das Warriors All Stars dabei unspielbar wird. Das Artdesign des humanoiden Katzen-/-Hundevolkes finde ich absolut scheußlich, immerhin sind die bekannten Figuren aus anderen Spielen aber gut umgesetzt worden und auch die Kampfarenen, die sich zum überwiegenden Teil an den Welten der anderen Spielereihen orientieren, sind nett, fallen aber durch das Warriors typische Fehlen von Details und „Leben“ auf. Schön ist hingegen die abwechslungsreiche Musik, die sich natürlich ebenfalls aus Nioh, Dead or Alive, Atelier und Co. bedient.

Sauer aufgestoßen ist mir das Fehlen jeglicher anderer Modi abseits der Kampagne. Mittlerweile ist man es ja gewohnt das die Entwickler lokale und online Modi streichen, das es jetzt aber nicht einmal mehr den Free Mode gibt, ist eine absolute Farce. Was soll das Koei Tecmo? Da kann auch der durchaus hohe Wiederspielwert des Story-Modus mit seinen zig unterschiedlichen Enden nicht hinwegtäuschen.

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Unsere Wertung
USK 12 PEGI 12
Singleplayer
70
70
-
Multiplayer

Adrian sagt:

Trotz oder vielleicht gerade wegen ihrer Einfachheit liebe ich die Musou-Spiele und freue mich gerade dann, wenn interessante Lizenzen verwurstet werden. Entsprechend habe ich mich sehr auf Warriors All Stars und habe letztlich genau das bekommen, was ich wollte: eingängige Massenschlachten mit einem bunt zusammengestellten Cast. Das die Handlung ziemlich hanebüchen ist, Entwickler Omega Force seiner Linie treu bleibt und keine Änderungen am Spieldesign vorgenommen hat und das Spiel technisch eher mittelmäßig ist – alles geschenkt. Wirklich verärgert bin ich aber über das Fehlen jeglicher Modi abseits der Kampagne. Diese hat zwar einen durchaus hohen Wiederspielwert, täuscht aber nicht über das Fehlen von Online-Anbindung und einem Koop-Modus hinweg. Und das mittlerweile selbst der Free Mode rausgenommen wurde, ist eine Frecheit. Dadurch hat Warriors All Stars einen Beigeschmack.
Playstation 4

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