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Until Dawn REVIEW

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Es ist dunkel und der Monat Februar klopft mit seiner Kälte an die Türen und Fenster von Blackwood Mountain. Der Schnee bedeckt die Wege und Dächer, was die Kulisse (vorerst) zu einem kleinen Wintertraum macht. Genau dieses Szenario wird von acht Freunden für ein jährliches Treffen genutzt, welches jedoch auch eine Schattenseite hat, denn tragische Vorfälle fanden vor einem Jahr an diesem Ort statt. Nichtsdestotrotz genießen sie die gemeinsamen Stunden, lachen, flirten und schwelgen in Erinnerungen. Und all das wird für uns in ein Abenteuer gepackt, welches fast schon wie ein interaktiver Film wirkt und von euren Entscheidungen bestimmt wird.

 

Acht kleine Jägermeister…

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Um die Geschichte ein wenig mit Spannung voranzutreiben und dadurch ein paar Klischees neben den acht Teenagern zu bedienen, gibt es selbstverständlich einen Mörder, der immer nahe der Berghütte und angrenzenden Gebäuden herumschleicht. Ohne ersichtliche Gründe hat er es auf die Mädchen und Jungen abgesehen und beginnt seine Jagd langsam zu vollziehen. Dabei wird es ihm auch relativ einfach gemacht, denn die Gruppe trennt sich und so seid ihr zumeist mit einem oder zwei Charakteren unterwegs, die sich mit spärlicher Beleuchtung in Sicherheit bringen möchten. Dabei wird euch die Geschichte um Until Dawn in 10 Kapiteln erzählt, die die verschiedenen Orte als Thematik verwenden und jeden einzelnen Überlebenskampf in den Vordergrund rücken. Zwischen den jeweiligen Kapiteln gibt es gleichzeitig noch eine wegweisende Auflockerung, die wir aber nicht weiter spoilern möchten, um euch eine eigenen Entdeckungsreise vollends zu ermöglichen.

Gegenüber den gängigen Horror-Survival Titeln liegt auf Until Dawn aber ein ganz anderer Schwerpunkt. Eure Entscheidungen, die ihr auch teils in binnen von Sekunden treffen müsst, tragen zum Spielverlauf bei. So müsst ihr euch während einer Flucht beispielsweise vor einer Gabelung entscheiden, ob ihr den rechten oder den linken Weg einschlagen möchtet. Ebenso könnt ihr Abkürzungen wählen oder euch für eine sichere Route entscheiden, die aber wiederum wichtige Zeit einverleibt. Als weitere Schwierigkeit kommt hinzu, dass in vielen hektischen Situationen noch Quick-Time-Events abverlangt werden, dessen Zeitintervalle auch immer kürzer werden. Selbst hier kann ein verkehrter Button schwerwiegende Folgen haben, der bis zum Exitus reicht.

Da ihr im Verlaufe der Spielzeit über alle acht Teenager die Kontrolle übernehmen dürft, müsst ihr immer achtsam sein, denn nur ihr habt es in der Hand, wer überlebt und wer nicht. Until Dawn ermöglicht es aber, dass ihr alle Charaktere rettet oder sie in ihren sicheren Tod schickt und das sogar teilweise über mehrere Ereignisse und Handlungen. Niemand kann sicher sein, dass ein Charakter bis zum Ende überleben wird, nur weil er einer verhängnisvollen Situation entgangen ist.

 

Der Schmetterlingseffekt


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Jede Entscheidung kann also schwerwiegende Folgen haben und die Story neu ausstellen. Genau diese Momente werden durch das Symbol des Schmetterlingseffekts hervorgehoben. Dieser Effekt besagt sprichwörtlich, dass der Flügelschlag eines Schmetterlings an einem weit entfernten anderen Ort Chaos verursachen kann. Und jenes Chaos bekommt ihr nicht selten zu spüren, wenn Personen euch misstrauen oder mehr denn je vertrauen. Denn neben den verschiedenen Entscheiden, die ihr treffen müsst, verändert sich auch der jeweilige Charakter in seinen Eigenschaften wie witzig, tapfer, Ehrlichkeit, hilfsbereit, romantisch und neugierig. So werden einige Attribute mehr ausgeprägt, währenddessen andere wieder leicht zurückgehen. Wer also zum Beispiel immer jede Entscheidung mit Mut beweist, wird bald die Skala der Tapferkeit wachsen sehen. Beweist wird stattdessen in den Dialogen mehr Einfühlungsvermögen, wird eure Verhältnis zu dem jeweiligen Gesprächspartner angenehmer ausfallen.

Nachdem den Teenagern Ashley, Emily, Matt, Jessica, Josh, Mike, Chris und Sam nun endlich bewusst ist, dass sie auf der Berghütte nicht alleine sind, geht das Horror-Szenario erst richtig los und spielt mit den Ängsten der Menschen. Dabei wird auch viel mit unschönen Perspektiven gespielt, die so manche Gefahr wie Stolperfallen verstecken. Aber auch so ist es nicht immer ganz eindeutig, wohin der Weg führen soll und daher ist es immer ratsam, die komplette Umgebung nach Hinweisen abzusuchen. Ferner finden sich gar Waffen, die ihr sogar einsetzen dürft. Dabei erfolgt dies aber nicht durch die Selbstverstimmung, sondern wird nur in gewissen Momenten ermöglicht.

Letztlich führen Fehlentscheidungen aber auch zu tragischen Verlusten, die nicht mehr ausgebügelt werden können. Dadurch wird der gesamte Verlauf verändert und die Geschichte um Until Dawn wieder anders erzählt. Das heißt zudem aber auch, dass der Titel definitiv einlädt, ihn wieder und wieder zu entdecken und immer neue Wege einzuschlagen, die gute, wie auch schlechte Voraussetzungen mitbringen – Der Schmetterlingseffekt lässt grüßen.

Ein Interaktiver Film, wie sich Until Dawn auf jeden Fall nennen darf, lebt durch seine Erzählweise und der authentischen Charaktere. Durch eine sehr gelungene Mimik und Gestik der Teenager verliert man nicht selten den Gedanken daran, dass es sich bei dem Titel doch um ein Videospiel handelt. Und auch wenn die Geschichte anfänglich mit einigen gängigen Horrorfilmklischees behaftet ist, hält sie jede Sekunde bei Laune und der Spieler möchte unbedingt wissen, wie es weitergeht und wie alles zusammenpasst. Und je nach eigener Spielweise kann dies auch schon gerne 7-10 Stunden in Anspruch nehmen, ohne den Wiederspielwert dabei zu verlieren. Denn je nach Anzahl der Überlebenden gibt es weitere Schauplätze zu erkunden.

 

Lasst uns sein Spiel spielen

Dabei wird Until Dawn auch durch eine wundervolle, wenngleich dĂĽstere Umgebung bereichert, die auĂźerhalb der Gebäude mit viel Schnee begeistert. Mit jedem Schritt durch den Schnee drängt auch die Soundkulisse hervor, die jedes Geräusch perfekt vermittelt und zudem durch passende Klänge fĂĽr viel Gänsehaut sorgt. Jene Gänsehaut vermitteln aber auch die Teenager, die wirklich sehr charakteristisch ins Spiel ĂĽbertragen und dank einer grandiosen Engine bis ins kleinste Detail ausgearbeitet wurden. Die Glaubhaftigkeit der Charaktere sind unter anderem auch durch Schauspieler wie Hayden Panettiere (American Dad, Scream 4, Malcolm mittendrin), Peter Stormare (Arrow, 22 Jump Street, Psych) und Rami Malek (Need for Speed, Oldboy, Nachts im Museum) geschuldet, die ihren virtuellen Spiegelbildern die nötige Mimik und Gestik verleihen. Ebenso reich an Details sind die verschiedenen Schauplätze, die unter anderem auch einen Funkturm, unterirdische Gänge sowie ein längst verlassenes Sanatorium bieten und dadurch noch mehr spannende Momente vermitteln – denn die Gefahr lauert ĂĽberall. Und wenn jene Gefahr nicht mehr abzuwenden ist, benötigt es ein starkes NervenkostĂĽm, denn einige Szenen sind hart an der Grenze und daher mit dem USK 18 Siegel zurecht versehen.

Angereichert wird dieses glaubhaft internierte Szenario noch durch eine besonders gute Lokalisation. Nicht nur der Text, auch die Stimmen haben eine komplett deutsche Sprachausgabe erfahren dürfen. Zwar wirken die englischen Dialoge noch ein wenig emotionaler, dennoch runden auch die übersetzen Gespräche die jeweiligen Kapitel bestmöglich ab. Dabei werdet ihr immer tiefer in die Geschichte hineingezogen, die euch nicht mehr von der PlayStation 4 wegkommen lässt.

Und auch die Steuerung darf sich etwas hervorheben, denn endlich wird eine individuelle Nutzung des Dual Shock 4 Controllers zum PlayStation 4 exklusiven Until Dawn eingebracht. Neben den bereits beschriebenen Quick-Time-Events, die relativ häufig ihre Anwendung finden, wird unter anderem auch auf die Bewegungssteuerung gesetzt. So müsst ihr in gewissen Situationen den Controller komplett still halten, was gleichzeitig eurer Spielfigur suggeriert, dasselbe zu tun. Ansonsten geht die Steuerung leicht von der Hand und benötigt nicht viele Kommandos, da ihr die meiste Zeit nur euren Protagonisten durch die Areale führt, euch ab und an verteidigt oder Gegenstände und Hinweise aufsammelt.

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Unsere Wertung
USK 18 PEGI 18
Singleplayer
92
92
-
Multiplayer

Rena sagt:

Wie bereits beschrieben ist der Horror-Survival Until Dawn ein interaktiver Film, der euch so manches Mal zurückzucken lasst und mit den Ängsten der Spieler auf Tuchfüllung geht. Durch die vielen Handlungsstränge, die immer wieder die Geschichte umlenken und tragische Ereignisse hervorrufen oder eben vereiteln, bekommt der Titel einen hohen Wiederspielwert, der in dem Maße kaum ein Spiel bot. Gleichzeitig fängt man an für die Charaktere Sympathien zu entwickeln und immer länger über bestimmte Entscheidungen nachzudenken, damit sie vom Exitus verschont bleiben, der hinter jeder Ecke lauern kann. Und da dieses stimmige Erlebnis noch mit einer tollen Grafik und einem mehr als passenden Sound bestückt wurde, bleiben letztlich nur die manchmal nervenden Quick-Time-Events als kleiner Kritikpunkt übrig!
Playstation 4

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