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Tied Together REVIEW

Es gibt Spiele, bei denen man genau überlegen sollte, ob und mit wem man sie gemeinsam spielen möchte, da sie Freundschaften durchaus auf die Probe stellen können. Monopoly ist beispielsweise so ein Spiel. Mit Blick auf die Videospielwelt wären hier möglicherweise auch FIFA und Mario Kart zu nennen. All diesen Spielen ist gemeinsam, dass ihr als Konkurrenten gegeneinander antretet und Schadenfreude schnell zu eurem engsten Begleiter im Spiel gegen eure Kumpels wird.

Tied Together beschreitet hier andere Wege. Auch hier kann eure Geduld und euer Verständnis untereinander ganz gehörig strapaziert werden. Einen entscheidenden Unterschied gibt es zu den zuvor genannten Titeln aber trotzdem: Im Gegensatz zu der Konkurrenzsituation sind eure Figuren in diesem 2D-Jump‘n Run mit einem Seil aneinander gebunden – folglich ist es vielmehr die Kooperation, die ihr hier suchen müsst. Klingt lustig und nach einer Menge Zündstoff – doch kann dieser reine Multiplayer-Titel halten, was er verspricht?

Pures Chaos

Die Idee hinter Tied Together ist zweifellos innovativ und absolut interessant. Kaum nötig zu erwähnen, dass vor allem am Anfang jedoch erst einmal ein gewaltiges Chaos herrscht: 2D-Jump‘n Runs hat ja jeder schon einmal gespielt, und wenn jeder seine Figur gefunden hat, beginnt auch schnell das intuitive Drauflosstürmen, um sich von links nach rechts durchzuschlagen. Dabei lernt ihr allerdings schnell, dass es so einfach nicht funktioniert, denn irgendwann müsst ihr plötzlich doch jemanden mitschleppen oder schafft eine Sprungpassage nicht, weil nicht alle Mitspieler mitgezogen sind. Als lernfähige Mitspieler einigt ihr euch bald: Moment mal, so klappt das nicht – wir müssen uns schon irgendwie absprechen.

Fortan müssen einzelne Schritte und Abläufe je nach Level mehr oder weniger gut geplant und koordiniert werden. Beinahe unausweichlich erscheint hier der früher oder später fallende Satz „Also, auf drei springen wir ALLE gleichzeitig!“ – andernfalls findet sich wieder mindestens ein Mitspieler in einer Grube wieder und zieht den oder die anderen hinunter.

Das Repertoire an Bewegungsmöglichkeiten ist hierbei für euch angenehm klein: Neben laufen und springen könnt ihr zuschlagen (beispielsweise um ausgeknockte Mitspieler wiederzubeleben) und euch im Boden verankern, was zur Folge hat, dass ihr euch auch dann nicht mehr von der Stelle wegbewegen könnt, wenn eure Mitspieler quer durch die Welt fliegen – eine wichtige Funktion in einigen Levels, ohne deren strategischen Einsatz ihr schnell an eure Grenzen stoßen werdet. Mehr als diese simplen Bewegungen stehen euren Figuren jedoch nicht zur Verfügung, was insbesondere den Zugang für Nichtspieler erleichtert.

Die richtigen Leute müssen her

Keine Frage: Das Spielprinzip ist einfach, witzig und kann eine ganze Menge Spaß machen. Wie eingangs erwähnt, handelt es sich bei Tied Together jedoch um einen reinen Multiplayer-Titel. Logisch: Das Prinzip mit Figuren, die aneinander gebunden sind und ihr Vorgehen abstimmen müssen, funktioniert alleine nun einmal nicht. Ganz wichtig ist außerdem, dass ihr unbedingt die richtigen Leute vor die Konsole zerrt, um an diesem Titel so richtig Spaß zu haben, denn das große Geschrei, die Diskussionen und Vorwürfe, die sich zwangsweise aus der Konzeption des Spiels ergeben, machen im Grunde genommen den größten Anteil des Spaßes aus, den ihr hier haben könnt.

Tied Together spielt seine Trümpfe dann extrem gekonnt aus, wenn es euch eine kluge Planung abverlangt und Kommunikation zwischen den Mitspielern erzwingt. Ein wenig negativ ins Bild fallen daher die Levels, die auch ohne großes Überlegen recht einfach absolviert werden können, indem alle Mitspieler wild drauflos laufen und springen. Auch wenn sich deren Zahl dankenswerterweise in Grenzen hält, ist hier anzumerken, dass ein etwas abwechslungsreicheres Leveldesign an manchen Stellen nicht geschadet hätte.

Nur eingeschränkt überzeugen kann Tied Together in Sachen Umfang und Wiederspielwert: 40 Levels sind im Zweispielermodus auswählbar, für drei oder vier Mitspieler sind es 25. Für einen erfolgreichen Leveldurchlauf benötigt ihr selten länger als eine Minute – auch wenn sich selbstredend die Spielzeit erheblich verlängert, da ihr für die meisten Levels weit mehr als nur einen Versuch brauchen dürftet. Je nach Kompetenz eurer Truppe stehen für die insgesamt 65 Levels zwischen zwei und fünf Stunden zu Buche – eine zweifellos launige Zeit, die ihr hier verbringen werdet, aber danach wird Tied Together doch sehr schnell uninteressant. Sind einmal alle Levels gesehen, sinkt die Motivation zum Weiterspielen rapide, es sei denn, alle Mitspieler sind zufälligerweise absolute Bestzeit-Fetischisten, die ihre Leveldurchläufe nochmals verbessern wollen.

Präsentation

Tja, was gibt es sonst noch zu sagen? Der Umfang ist (noch) vertretbar, das Spielprinzip ebenso einfach wie witzig und einige unterhaltsame Stunden sind euch eigentlich so gut wie garantiert – spätestens dann, wenn ihr die richtigen Leute vor der Konsole versammelt habt.

Bleiben für die Rezension eigentlich nur noch ein paar technische Aspekte. Wie den Bildern auf einen Blick zu entnehmen sein dürfte, ist hier nichts Spektakuläres zu erwarten: Sehr zweckmäßig wurde die grafische Gestaltung belassen, besonders viel Abwechslung wird euch in optischer Hinsicht nicht geboten. Auch versteht sich, dass diese Aufmachung bereits vor 20 Jahren möglich gewesen wäre. Doch all das fällt nicht wirklich ins Gewicht, denn dieser Stil ist dem Spiel absolut angemessen. Hier geht es nicht um grafische Spielereien, sondern einfach nur um eine einfache Darstellungsform, die vollkommen ausreicht, um ein paar Kumpels vor der Konsole gut zu unterhalten. Ähnliches lässt sich für die akustische Untermalung sagen, die sicherlich kein Ohrwurmpotenzial hat, das Spielgeschehen jedoch angemessen begleitet.

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Singleplayer
0
83
Gut
83
Multiplayer

FAZIT

Tied Together ist ungewöhnlich, erfrischt aber mit seinem einfachen und sehr unterhaltsamen Prinzip ungemein und weiß gemütliche Zockerrunden über ein paar wenige Stunden super zu unterhalten. Die witzige Idee, aneinander gebundene Spielfiguren kooperativ durch Jump‘n Run-Levels zu navigieren, geht weitestgehend auf - vor allem dann, wenn viel Kommunikation von den Mitspielern verlangt wird. Der Wiederspielwert ist allerdings nach einmaligem Durchzocken doch ziemlich gering - und wer hier zuschlägt, muss unbedingt im Hinterkopf behalten, dass ein Singleplayer-Modus überhaupt nicht existiert.

- By  Roman

Nintendo Switch

Tied Together REVIEW

USK 0 PEGI 3

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