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The Coma: Recut REVIEW

Wer kennt es nicht? Prüfungen stehen an, man lernt, arbeitet Nächte durch und was ist der Dank trotz aller Bemühungen? Schlechte Noten! Wäre dies nicht schlimm genug, überkommt einen noch stetig Müdigkeit und man fällt selbst während des Unterrichts ins Land der Träume.

Genau dieses Szenario ist die Ausgangslage für das überarbeitete, koreanische Survival-Horror-Game The Coma: Recut aus dem Hause Devespresso Games. Man schlüpft in die Rolle des Schülers Youngho, welcher sich in einer Art Traumwelt wieder findet. Genauer gesagt: einer Alptraumwelt. Denn was Youngho dort sieht und erlebt, ist alles andere als traumhaft.

Sexy Serien-Killer

In dieser dunklen Welt versucht der junge Schüler einem Serien-Killer zu entkommen, der niemand anderes als seine mit einem Teppichmesser ausgestattete, attraktive Lehrerin ist. Das gestaltet sich allerdings schwieriger als gedacht, denn die Schule ist komplett verschlossen. Türen, Fenster – keine Chance!

Um sich den Weg nach draußen zu bahnen, muss der tapfere Youngho alle Klassenzimmer, Projekträume und Schulgebäude durchforsten. Dort findet er wichtige Informationen und allerlei Hilfsgegenstände, mit denen er seine Energie oder Ausdauer wieder auffrischen kann. Diese lassen sich zwar auch an den Getränke- und Snackautomaten ziehen, allerdings benötigt man dafür das nötige Kleingeld – ebenfalls in der Räumlichkeiten der Schule zu finden. Darüber hinaus sind Gegengifte oder Verbände unentbehrlich, denn Youngho kämpft um das nackte Überleben! Doch Vorsicht, das Inventar in Form Younghos Tasche ist in seiner Größe beschränkt, weswegen man sich gut überlegen muss, welche Gegenstände man darin aufbewahren möchte.

Katz und Maus

Beim vorsichtigen Erkunden der Schulräume, stößt Youngho hin und wieder auf den Killer. In solchen Situationen hat man die Möglichkeit sich ruhig hinzuhocken und zu hoffen, dass der Killer Youngho nicht bemerkt oder man rennt davon und sucht sich Schutz. Gerade zu Beginn des Spiels ist es also wichtig sich von allen Fluren und Räumen einen Überblick zu verschaffen, um im richtigen Moment Schutz zu finden. Toilettenkabinen oder Schränke lernst du völlig neu kennen! Auch toxische Pflanzen oder von den Decken herab fallende Körper können Schaden und Vergiftungen verursachen, die es zu heilen gilt. Fühlt man sich im nächsten Moment sicher, kann mit Hilfe der Taschenlampe alles deutlicher begutachtet werden.

Doch nicht nur die Lehrerin hält sich in der Schule auf, auch der ein oder andere Schüler und ein mysteriöses Mädchen laufen Youngho über den Weg. Letztere ist sehr mürrisch und zurückhaltend, hilft Youngho aber mit Hinweisen, klärt ihn Stück für Stück über die mysteriösen Schattenseiten der Schule auf und was das schlechte Abschneiden bei den Prüfungen mit all dem zu tun hat.

Komm in meine Arme

Die Atmosphäre von The Coma: Recut ist angenehmen, wird aber auf die Dauer ermüdend. Was zunächst als dunkles, gruseliges Setting startet, wird nach und nach dröge und repetitiv. Zwar können die Flure und Räume ohne Licht in Kombination mit der stimmigen Musik für entsprechende Spannung sorgen. Aber spätestens nach dem fünften Mal, wenn die Lehrerin Youngho entdeckt hat und sich auf ihn stürzt, wird es eher langweilig als aufregend. Man möchte ihr am liebsten in die Arme laufen, um dem Ganzen ein Ende zu setzen.

Grafisch ist das Spiel sehr schön anzusehen und im Manhwa-Stil gehalten, der hier zu Lande verbreiteten Bezeichnung für koreanische Comics. Daher stellt die Optik gerade für Anime-Fans einen großen Pluspunkt dar. Grafik-verwöhnte werden diesem Stil jedoch nichts abgewinnen können. Auch wie bereits erwähnt ist die musikalische Untermalung stimmig. Gerade die tiefen Bässe in den stillen, verlassenen Momenten von Youngho oder die herauf schnellenden Violinenklänge bei der Begegnung mit dem Killer erhöhen die Dramaturgie – bis die Gewohnheit des immer wieder kehrenden Schemas einkehrt und die Spannungsblase verpufft.

Beschränkte Möglichkeiten

Der Fundus an Bewegungen und Interaktionsmöglichkeiten ist recht eingeschränkt. Youngho kann zwar rennen, sich hinhocken, einem Angriff ausweichen oder sich in Schränken verstecken, aber mehr scheint er nicht gelernt zu haben. In vielen Situationen möchte man am liebsten mit Gerümpel versperrte Flure leer räumen oder hinüber klettern – Fehlanzeige! Auch die Interaktion mit Gegenständen ist recht mühselig. Oftmals benötigt es ein zweites Drücken der Taste, damit Youngho auch wirklich Gegenstände aufnimmt, Treppen auf- und absteigt oder Türen öffnet. All das wird durch einen kurz eingeblendeten Countdown hinausgezögert. Apropos Türen: viele davon sind verschlossen oder lassen sich nur mit bestimmten Zahlenkombinationen öffnen, was gefühlt genau so lange dauert wie das Aufheben von Gegenständen – nämlich viel zu lange. Daher kommt in solchen Momenten eher Frust statt Langzeitmotivation auf.

Neben Hilfsmitteln sind in der gesamten Schule auch Notizblätter verteilt, welche Hinweise auf Schüler, Lehrer und die aktue Situation liefern. Somit kommt man Stück für Stück den Geheimnissen der Schule auf die Schliche. Das Sammeln und Kombinieren der Hinweise stellt eine nette Abwechslung zu dem eigentlichen Survival-Part dar. Doch auch hier setzt sich Ermüdung ein, denn man hat viel zu lesen. Sehr viel zu lesen. Nicht nur die Dialoge ziehen sich gelegentlich in die Länge, auch die Flut an Notizen erschlägt einen.

Wer aber viel Zeit mitbringt, kann glücklicherweise seine Switch einpacken und unterwegs spielen. Denn The Coma: Recut wird in allen gängigen Modi der Nintendo Switch unterstützt.

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Singleplayer
66
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Multiplayer

FAZIT

Das Survival-Horror-Genre ist Neuland für mich und ist um ehrlich zu sein auch nicht mein Lieblings-Genre. Daher konnte ich mich dem Spiel recht unvoreingenommen widmen und komme zu dem Schluss, dass Spiele dieser Art unterhaltsam sein können. Auch The Coma: Recut macht dabei keine Ausnahme. In meinen Augen kommen aber hier Anime-Liebhaber eher auf ihre Kosten als eingefleischte Horror-Fans. Zu viele Spielelemente wiederholen sich und sind viel zu anspruchslos umgesetzt. Womit das Spiel aber punkten kann sind Präsentation und musikalische Untermalung. Spieler, die der koreanischen Kultur oder dem Anime-Charakter des Spiels nichts abgewinnen können, sollten sich daher überlegen, ob sie ihr Geld in dieses Spiel investieren möchten. Der Rest wird das Spiel sicherlich schnell verinnerlichen und lieben lernen.

- By  Markus

Playstation 4
MS Windows
Nintendo Switch

The Coma: Recut REVIEW

USK 12 PEGI 16

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