Taiko no Tatsujin: Drum Session! REVIEW

In japanischen Arcades ist Taiko no Tatsujin seit vielen Jahren ein Renner, hierzulande hingegen ist die Reihe von Bandai Namco nur eingefleischten Fans ein Begriff. Erschwerend zu der bei uns quasi nicht vorhandenen Spielhallenkultur kam bisher auch dazu, dass die Ableger für Heimkonsolen selten den Weg nach Europa angetreten sind. Als wolle Bandai Namco diesen Umstand entschuldigen, hat der Publisher im Herbst 2018 auf einen Schlag gleich zwei unterschiedliche Spiele der arcadigen Trommelaction auch bei uns veröffentlicht. Während man Taiko no Tatsujin: Drum ‚n‘ Fun! auf der Nintendo Switch nebst einer Downloadfassung auch im Bundle mit Modul und Plastiktrommel kaufen kann, muss man sich beim PlayStation 4 Gegenstück Taiko no Tatsujin: Drum Session! nicht nur mit einer digitalen Fassung begnügen, sondern auch auf das zusätzliche Eingabegerät verzichten.

Controller Session!

Zumindest eure Nachbarn werden es euch aber danken, wenn ihr nur mit Controller spielt. Die Plastiktrommeln haben nämlich den Ruf enorme Krachmacher zu sein, insofern wird also zumindest der Hausfrieden gewahrt. Letztlich ist die Steuerung mit Controller gelungen, zumal es verschiedene Layouts gibt, auf die man zurückgreifen kann. Gerade wer die Fassung aus der Spielhalle kennt, dürfte dennoch die Anwesenheit der eigentlichen Eingabegeräte vermissen. Wer auch auf der PlayStation 4 nicht auf das authentische Spielgefühl aus der Arcade verzichten will, kann sich immerhin – aber auch zum hohen Preis – eine Miniaturtrommel aus Asien importieren.

Spielbarer Kulturschock

Wer nicht gerade Japan-affin ist und mit Taiko no Tatsujin: Drum Session! in die Reihe einsteigt, könnte sich beim ersten Spielstart erschlagen fühlen. Gleich im Hauptmenü plärrt die fröhliche Musik schon ohne Unterlass, jedes neu geöffnete Menü wird mit einem munteren Schrei begrüßt und überall tanzen verniedlichte Wesen aus der japanischen Folklore. Wie auch in der Arcade, ist die Heimumsetzung also laut, bunt und schrill – und darauf muss man definitiv Lust haben.

Lust muss man aber auch auf japanische Musik haben. Etwas anderes gibt es hier eben nicht, denn der gesamte Songkatalog der japanischen Fassung wurde in die westliche Version übernommen. Und das ist auch gut so, denn würde man hier mit englischsprachiger Musik beschallt, so würde definitiv viel vom eigentlichen Charme der Reihe flöten gehen. Statt einer Lady Gaga, gibt es also Hatsune Miku. Und statt Coldplay, gibt es eben Greeeen. Und statt den Score von Call of Duty, klingt hier eben die Titelmelodie von Tales of Berseria. Und von Hello Kitty. Und das Intro von Attack on Titan. Den viralen Hit Pen-Pineapple-Apple-Pen. Und vieles, vieles mehr.

Don, Ka, Don Don Ka

Das Spielprinzip lässt sich recht schnell erklären. Über den Bildschirm laufen rote (Don) und blaue (Ka) Symbole, die im richtigen Takt getroffen werden müssen. Je besser man das Timing trifft, desto mehr Punkte erhält man. Zusätzlich gibt es noch Schlagketten (Drum Roll), in denen man in einem kurzen Zeitfenster so oft wie möglich auf die Tasten hämmern muss. Und wäre das nicht noch genug, gibt es von den roten und blauen Symbolen auch noch große Varianten, bei denen man doppelt zuschlagen muss. Je nach Song, kann dies selbst auf dem normalen Schwierigkeitsgrad bereits eine ziemlich anstrengende Angelegenheit sein und erfordert eine entsprechend hohe Aufmerksamkeit, was wiederum aufgrund des bunten Geschehens auf dem Bildschirm auch nicht immer so ganz einfach ist, hat man aber erst einmal den Bogen raus, entfacht schnell ein ziemlicher Spaß.

Überschaubarer Umfang, aber motivierendes Progressionssystem

Der erste Blick auf das Hauptmenü enthüllt recht schnell: viele Modi gibt es nicht. Während das Pendant auf der Nintendo Switch zusätzlich mit einigen Minigames aufwartet, besinnt sich Taiko no Tatsujin: Drum Session! ganz auf die eigentliche Kernkompetenz. So spielt man wahlweise alleine oder gegen einen zweiten Spieler im lokalen Multiplayer und buhlt um eine möglichst hohe Punktzahl. Zusätzlich gibt es noch einen Online-Modus. In diesem tritt man aber nicht direkt gegen einen anderen Spieler an, sondern nur gegen dessen “Geist”, womit ein von Usern hochgeladener Songdurchgang beschrieben wird. Natürlich kann man auch selbst entsprechende Spielstände anlegen und diese hochladen. Hin und wieder gibt es außerdem spezielle Events, die einige Tage laufen und das Erspielen von neuen Inhalten, entweder neuen Songs, ermöglichen.

Sehr gelungen ist die Einbindung des Progressionssystems. An jeden Song sind nämlich verschiedene Vorgaben gekoppelt, die man erfüllen kann, aber nicht muss. Meistens sind das bestimmte Highscores, die man erreichen soll, oder eine vorgegebene Anzahl an Komboketten.Für das Absolvieren der Aufgaben sammelt man wiederum Ingame-Geld, welches gegen Schatzkisten eingetauscht wird. In den Schatzkisten sind vor allem kosmetische Items verborgen, mit denen man dem eigenen Avatar einen neuen Anstrich verpassen kann, was schnell ziemlich absurde und bizarre Früchte trägt und sich gleichzeitig als erstaunlich motivierender Antrieb entpuppt.

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Spiel Bewertung
Singleplayer
80
81
Gut
82
Multiplayer

FAZIT

Taiko no Tatsujin: Drum Session! ist eine gelungene Heimumsetzung des Arcade-Klassikers. Die Songauswahl ist umfangreich und deckt verschiedene Genres und Interessen ab, wobei ich mich besonders über so manch lieb gewonnenen Pop-Song oder bekannte Anime- und Klassik-Melodie gefreut habe. Man sollte definitiv empfänglich für J-Pop sein, denn englisch- oder gar deutschsprachige Songs gibt es nicht zu hören. Durch die Möglichkeit, den eigenen Avatar in die absurdesten Outfits zu kleiden, gibt es sogar ein erstaunlich motivierendes Progressionssystem. Der Online-Modus mit seinen Ranglisten ist hingegen eine pflichtgetreue Sache, am meisten Spaß macht es aber sowieso mit jemanden im gleichen Zimmer zuspielen. Und auch wenn die Steuerung mit Controller nicht optimal ist und den Flair der Arcade vermissen lässt, so tut dies dem Spaß dennoch keinen großen Abbruch.

- Von  Adrian

Playstation 4

Taiko no Tatsujin: Drum Session! REVIEW

USK 0 PEGI 3

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