+++    +++    +++    +++    +++    +++    +++    +++    +++    +++    +++    +++    +++    +++    +++    +++    +++    +++    +++  

Super Mario Maker for Nintendo 3DS REVIEW

Donkey Kong Country Returns, Hyrule Warriors und Super Smash Bros. haben eines gemeinsam: Alle drei Games wurde sowohl für Nintendos Heimkonsole als auch für den noch immer aktuellen Handhelden Nintendo 3DS veröffentlicht. Der japanische Unterhaltungssoftware-Riese hat mit diesen Titeln ganz klar das Konzept der kommenden Hybridkonsole Nintendo Switch erprobt. Spiele, die sich Stationär vor dem Fernseher ebenso spielen lassen, wie auch mobil. Der Jump `n Run-Baukasten Super Mario Maker, der vor etwa einem Jahr einen fulminanten Start auf der Wii U hingelegt hat, kommt nun auch auf den 3DS. Packt der kleine Bruder das, oder mussten wegen der vergleichsweise schwachen Hardware des 3DS große Abstriche gemacht werden?

 

Die gute Nachricht vorweg!

 Super Mario Maker bietet zwei wesentliche Spielerfahrungen: Entweder könnt Ihr Level selbst kreieren, indem Ihr mithilfe des Stylus allerlei Objekte und Gegner auf dem Bildschirm platziert, oder Ihr spielt in guter alter Hüpf-Manier Level, die von anderen Spielern erstellt wurden sowie 100 enthaltene Level.

Der umfangreiche Level-Editor hat den Sprung von der Wii U auf den mobilen Doppelbildschirm fast ohne Verlust von Features überstanden. Kaum etwas ist dem Rotstift zum Opfer gefallen. Auch die genial einfache Handhabung der Heimkonsolen-Ausgaben blieb beinahe unverändert. Ein Level zu erstellen, ist so einfach, wie es sich anhört, die richtige Inspiration und Schöpfungsgabe vorausgesetzt.

Ihr wählt einen der vier Skins, die da wären: Super Mario Bros., Super Mario Bros. 3, Super Mario World oder New Super Mario Bros. U. Dann habt ihr noch einmal die Wahl zwischen Oberwelt, Unterwelt, Unterwasserlevel, Spukhaus, Luftgaleere und Festung. Zieht nun mit dem Stylus auf dem Touchscreen einzelne Objekte und Gegner in Euer Level. Zur Vereinfachung können auch mehrere Objekte zugleich markiert, bewegt und gelöscht werden. Der letzte Schritt kann mit nur einem Klick rückgängig gemacht werden. Wer eine Anzahl bestimmter Elemente löschen möchte, wählt einfach den Radiergummi. Hier ein paar Blöcke, dort eine Röhre und dort eine Fragezeichen-Box mit einem Superpilz. Dazu noch einige Gumbas und selbstredend Koopas. Zuletzt legt Ihr noch das Zeitlimit fest. Fertig! Jetzt noch mit einem Klick den Testlauf starten. Funktioniert alles? Super!

Für mehr Tiefgang sorgen diverse Variationen der Objekte und Gegner. Durch einfaches Schütteln der Elemente im Editor verändern viele ihre Form. So wird aus dem Koopa mit grünem Panzer einer in Rot. Auch lassen sich, genau wie im Original, wieder Objekte kombinieren. Was passiert, wenn ich einem Koopa einen Superpilz verpasse? Passt Bowser eigentlich in eine Fragezeichen-Box? Der Editor lädt zu spielerischem Experimentieren ein. Das Erstellen eigener Level könnte unterhaltsamer und intuitiver nicht sein.

Viele Objekte, die in der Wii U-Version erst später verfügbar waren, stehen in der Nintendo 3DS-Variante von Beginn an zur Verfügung. Etwa der Frosch, mit dessen Hilfe Ihr diverse Geräusche implementieren könnt, oder die Möglichkeit, Unterwasserlevel zu gestalten. Dazu sind sämtliche Inhalte, die der große Bruder auf der Heimkonsole erst via Update nachgereicht bekam, verfügbar.

Einsteiger könnten angesichts dieser Menge an Objekten und Möglichkeiten überfordert sein, möchte man meinen. Aber mitnichten! Die Taube (Ja, Taube…) Yamamura steht Euch mit hilfreichen Tutorials zur Seite. Zudem ist das Interface im Level-Editor beinahe selbsterklärend. Gekniffen sind Kenner der Heimkonsolen-Variante, da Yamamuras Tutorials oft langatmig und ausschweifend sind. Vielleicht lernt Ihr ja noch den einen oder anderen Kniff.

 

Irgendwas fehlt da doch…

Im Level-Editor muss man wirklich ganz genau hinsehen, um zu entdecken, dass es eben doch nicht ausnahmslos jedes Feature auf den 3DS geschafft hat. Die 150 Kostüme, die man auf der Wii U freispielen konnte, fehlen ersatzlos. Das ist sehr schade. Mithilfe des Fragezeichen-Pilzes war es so möglich, dass Mario sich etwa als die Ice Climbers oder als das Pokémon Bisasam verkleidet. Das Item fehlt auf dem Handhelden. Die Konsequenz ist dabei noch viel weitreichender. Denn alle online veröffentlichten Level, in denen dieser Pilz genutzt wurde, sind nicht mit der Mobil-Variante von Super Mario Maker kompatibel. Das heißt, Ihr könnt sie nicht auf dem 3DS zocken.

Außerdem fällt im Editor auf, dass die Gegner und Items nicht mehr die typischen Mario-Sounds von sich geben, wenn sie platziert werden. Kein Beinbruch, aber schon irgendwie schade. Weniger überraschend ist, dass die Software keinen 3D-Effekt bietet. Warum? Weil Super Mario Maker den mittlerweile betagten 3D-Handhelden vermutlich ans technische Limit führt. Das spiegelt sich auch darin wider, dass das Limit für die Anzahl von im Level platzierten Gegenständen im Vergleich zur Heimkonsolen-Variante etwas nach unten korrigiert werden musste. Aber keine Panik! Man kann dennoch komplexe Level basteln. Das einzige, was Euch sonst noch den Spaß als Level-Baumeister vermiesen kann, ist der vergleichsweise kleine 3DS-Bildschirm. Die XL-Variante des 3DS und New 3DS mag noch genug Platz bieten doch auf den Bildschirmen der Standard-Versionen wird die Baukunst manchmal zur Prüfung für die Feinmotorik Eurer Finger.

 

Jedem (nur) das seine…

 

Neben dem umfangreichen Editor bietet Super Mario Maker auf Nintendos mobiler Hardware auch eine vollwertige Spielerfahrung. In der neuen „Mario-Herausforderung“ erwarten Euch in 18 Welten 100 vorgefertigte Level. Alle erstellt mit den Möglichkeiten und Tools des Editors. Sie dienen als Inspiration für eigene Schöpfungen und sind nebenbei auch wirklich unterhaltsam. Jedes dieser Level bietet zwei optionale Ziele. Um alles zu ergattern, werdet Ihr sie mehrfach in Angriff nehmen müssen. Zudem werden durch das Spielen der Level neue Elemente für den Editor freigeschaltet. Das ist eine gute Lösung! Man sieht gleich, welchen Zweck die neuen Objekte haben.

Manchmal möchte man den Verantwortlichen für die Online-Anbindung bei Nintendo nehmen und so lange schütteln, bis ein vernünftiger Online-Modus dabei rauskommt! Sicher, auf der Wii U war Super Mario Maker eine Erfahrung, die auf der Community und den von ihr erstellten Level basierte. Ohne Online? Undenkbar! Im Vorfeld der Veröffentlichung der mobilen Adaptation hat wohl niemand damit gerechnet, dass man im Hause Nintendo an dieser großen Stärke des Titels rütteln würden. Und doch, es ist wirklich passiert! Super Mario Maker for Nintendo 3DS bietet nur eine höchst marginale Anbindung an das Internet.

So existiert noch immer die 100-Mario-Herausforderung. Ein Modus, in dem Ihr, mit 100 Leben ausgestattet, eine bestimmte Anzahl von durch Nutzer der Wii U-Version erstellte Level absolvieren müsst. Ihr könnt angeben, welchen Schwierigkeitsgrad die Level haben sollen und das Spiel bietet Euch daraufhin eine zufällige Auswahl aus dem Online-Katalog an.

Zudem kann die Software Euch Vorschläge machen, für Level aus aller Welt, die ihr dann einzeln spielen könnt. Auch in diesem Modus ist der einzige Filter, um die Suche einzuschränken, der Schwierigkeitsgrad. Es existiert kein Suchmodus, der es dem Spieler ermöglichen würde, nach Nutzern oder Level-Namen zu suchen. Wer seine Arbeit von der Wii U also unterwegs fortsetzen möchte, guckt in die Röhre.

Ebenso zum Mäuse melken ist auch die Tatsache, dass die Level, die Ihr mithilfe von der 3DS-Version des Super Mario Makers erstellt habt, nicht online teilen könnt. Ernsthaft! Kein Scherz! Stattdessen geschieht die Verteilung ausschließlich lokal oder über StreetPass. Wer also als echter Baukünstler weiterhin die ganze Welt teilhaben lassen will, an seinen Schöpfungen, der bleibt ohnehin bei der stationären Ausgabe.

Facebook
Twitter
Google+
Unsere Wertung
USK 0 PEGI 3
Singleplayer
88
74
60
Multiplayer

Johannes sagt:

Ja, ich habe gemeckert! Und ja, das auch nicht ganz ohne Grund. Denn im Vergleich zum Heimkonsolen-Äquivalent hat Super Mario Maker for Nintendo 3DS gewaltige Schwächen. Bezeichnenderweise liegen diese auch noch genau dort, wo frühe seine Stärken lagen. Bei der Anbindung an die Community. Und dennoch vergebe ich eine gute Wertung. Ganz einfach, weil es sich um eine vorzüglich durchdachte und intuitive Software handelt, die es jedem ermöglicht, komplexe Level zu gestalten. Bauen und Spielen, beides ist ungemein unterhaltsam! Wer lediglich basteln und zocken möchte, für den ist die mobile Variante ausreichen und besticht mit der Möglichkeit, die eigene Kreativität auch unterwegs in Bus und Bahn auszuleben. Wer aber seine Meisterstücke mit der Community teilen möchte, für den führt kein Weg vorbei an der Wii U.
Nintendo 3DS

Das könnte dir auch gefallen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.