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Patapon Remastered REVIEW

Endlich habe ich es geschafft und bin zum Gott ernannt worden! Wird ja auch mal Zeit, nach all den mühsamen Jahren als Menschenwesen. Wer aber glaubt, man könne als Allmächtiger die Füße hochlegen und den Tag ohne Mühen genießen, der täuscht. Gewaltig sogar, denn zumindest im jüngst erschienenen Patapon Remastered ist Gott sein nämlich ganz schöne harte Arbeit. Aber was tut man nicht alles für seine Untergebenen, welche die göttlichen Mühen mit Lobgesängen und ihrem Vertrauen belohnen?

Pata-Pata-Pata-Pon

Den richtigen Takt zu treffen, ist das A und O. Andernfalls setzen sich die Patapons weder in Bewegung, noch greifen sie an oder verteidigen sich.

Meine Untergebenen sind in diesem Fall kleine schwarze Wesen, deren rundliche Körper nur aus einem Augapfel und dünnen Gliedmaßen zu bestehen scheinen. Trotz ihres seltsamen Aussehens habe ich die kleinen Patapons aber schnell in mein Herz geschlossen. Das sie mich anbeten und in mir ihren Erlöser sehen, schmeichelt natürlich ebenfalls. Also gebe ich meine göttlichen Kräfte doch gerne her, um den Patapons aus ihrer misslichen Lage zu helfen und sie nach Jahrhunderten im Exil wieder in ihre Heimat ans Ende der Welt zu führen. Verantwortlich für die Verbannung sind übrigens Zigotons. Die sehen meinen Patapons zwar ein bisschen ähnlich, sind aber ganz fiese Zeitgenossen – vor allem aber beten sie mich nicht an! Eine bodenlose Frechheit! Nieder mit den Zigotons und auf in die Heimat!

Der Weg ans Ende der Welt ist allerdings ganz schön beschwerlich, da sich die Zigotons meinem putzigen Völkchen in den Weg stellt. Obendrein sind die gemeinen Säcke auch noch ziemlich versierte Kämpfer und können mit Pfeil und Bogen, Speer und diversen Nahkampfwaffen geschickt umgehen. Können meine Patapons allerdings auch. Ihre wichtigste Stütze bin dennoch ich, schließlich gebe ich ihnen stets den Befehl zum marschieren, angreifen und verteidigen.

Die kleinen Glubschaugen setzen sich nämlich nur dann in Bewegung, wenn ich im richtigen Rhythmus den Takt treffe. Im Spielkontext mache ich das mit einer heiligen Trommel, in der nicht ganz so göttlichen Realität gebe ich den Takt via Controller und mit simplen Tastenbefehlen vor. Der Marschbefehl lautet Pata-Pata-Pata-Pon (□ □ □ ○), zum Angriff blasen die kleinen Glubschaugen hingegen bei Pon-Pon-Pata-Pon (○ ○ □ ○). Mit anderen Tastenkombinationen gebe ich den Patapons den Befehl zur Verteidigung oder lasse sie ihre aktuelle Aktion abbrechen und rufe sie zum Rückzug.

FEEEEEEEEEEEEEEEEEVER

Was so einfach aussieht, ist teilweise ganz schön knackig. Die Kämpfe erfordern nämlich ein gewisses Maß an taktischem Feingefühl.

Je besser ich den Takt treffe, desto länger kann ich die Kombokette schwingen. Bei zehn erfolgreichen, hintereinander erfolgten Kombos blühen meine Krieger erst so richtig auf, verfallen in den Fever-Modus und geben ihren Angriffen mehr Kraft. Den Fever-Modus zu halten ist allerdings gar nicht so einfach – ob das am eigenen Unvermögen oder an einer Eingabeverzögerung liegt, kann ich nur schwer beurteilen. Mal funktionieren die Kombos ohne Probleme, sodass ich 12, 15 Kombos am Stück hinlege, mal bekomme ich nicht einmal einen Befehl im richtigen Takt hin.

Das kann stellenweise frustrieren – auch einen Gott wie mich. Schade das Sony hier keine Option eingebaut hat, die sich dem jeweiligen Ausgabegerät angepasst hat. So ist es mir beispielsweise mit Kopfhörern in der Regel einfacher gefallen den vorgegebenen Takt zu treffen, als wenn ich über die Lautsprecher meines Fernsehers gespielt habe.

Trotz besagter Widrigkeiten wollte ich meine Patapons aber nicht im Stich lassen. Schließlich können die Kleinen ja nichts dafür das ihr Gott nicht mehr der Jüngste ist und gelegentlich den Takt nicht trifft. Dafür kann ich mich beinahe Blind auf die kriegerischen Fähigkeiten meiner Untertanen verlassen. Wie die Zigotons, so greifen nämlich auch die Patapons zu Speer, Axt, Schild und anderen Nah- und Fernkampfwaffen und bedecken ihre Feinde mit allerlei Angriffen.

Ehret mir, mit eurem Hab und Gut

In Patapolis wird nicht nur entspannt. Auch können gefallene Krieger wieder zum Leben erweckt werden. Das kostet allerdings Ressourcen.

In den Kämpfen, die einen nicht unerheblichen Teil der Reise ans Ende der Welt ausmachen, muss ich taktisch denken und den Spielraum meiner Möglichkeiten ausschöpfen. Gerade gegen größere Gruppen der Zigotons, deren Festungsanlagen und gegen noch größere Bossgegner hilft es nämlich nicht stumpf den Angriff zu befehligen, sondern zwischen Angriff und Verteidigung im richtigen Moment zu wechseln. Nicht unerheblich ist es außerdem im Vorfeld eines neuen Abschnitts die Ausrüstung und Formation meiner Krieger festzulegen. Scheitere ich, äh, Pardon, die Patapons im Kampf, so müssen sie sich vorerst zurückziehen und ihre Heimreise nach Patapolis antreten.

Patapolis ist so etwas wie das mobile Lager meines Volkes. Hier können sie mich mit Opfergaben huldigen und im Gegenzug darum bitten, gefallene Krieger wieder zum Leben zu erwecken. Eine Priesterin gibt außerdem gute Tipps, wie die weitere Reise verlaufen sollte und auf was zu achten ist. Im Lager können außerdem Waffen, Ressourcen und andere wichtige Gegenstände in Augenschein genommen werden. Vor allem Ressourcen sind wichtig, da ohne sie fast nichts geht. Weder bemühe ich mich gefallene Patapons zum Leben zu erwecken, noch kann ohne Nahrung der Patapon´sche Hunger gestillt werden.

Daher müssen die Patapons auf ihrer Reise immer wieder auch kleine Zwischenstopps einlegen und auf die Jagd gehen. Das kann ganz schön mühsam sein und verkommt nach einer Weile zur Fleißarbeit. Und wenn ich als Gott das Gefühl habe zu arbeiten, na dann läuft doch was verkehrt, oder?

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Unsere Wertung
USK 0 PEGI 3
Singleplayer
82
82
-
Multiplayer

Adrian sagt:

Für viele Besitzer der PSP gilt Patapon als Klassiker. Eine Meinung, die ich nach einigen Stunden mit der jüngst veröffentlichten Neuauflage für die PlayStation 4 auch gut nachvollziehen kann. Das eigenwillige Art-Design und der ebenfalls eigenwillige Genre-Mix aus Rhythm-Game und Echtzeitstrategie haben mich nämlich schnell in ihren Bann gezogen und fantastisch unterhalten. Was anfänglich nach banalem Tastendrücken aussieht, ist in Wahrheit nämlich durchaus komplex und erfordert ein gewisses Maß an Konzentration und taktischem Denken. Schön auch, wie gut der ehemalige Handheld-Titel auf der großen Konsole dank hochgedrehter Auflösung und gestochen scharfen Texturen aussieht. Das die Sammelaufgaben mit der Zeit etwas lästig werden und eine zumindest leichte Eingabeverzögerung vorhanden ist, kann ich da gerne in Kauf nehmen. Dennoch hoffe ich bei Letzterem darauf, das Sony noch einmal nachjustiert und dieses Kleinod auf diesem Weg sogar noch ein bisschen besser macht.
Playstation 4

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