OutDrive REVIEW

„This project was created for the sake of music.“ Dieses Projekt wurde der Musik zuliebe geschaffen. Mit diesem Satz wird OutDrive vor dem letzten Update auf der Steam-Storepage beschrieben und er passt verdammt gut zu dem, was dieses Produkt überhaupt sein möchte. Bei dem Entwickler handelt es sich um einen Russen, der die Synthwave-Musik und CD’s befreundeter russischer Künstler bewerben möchte. Hierfür hat er ein Spiel geschaffen, dessen Gameplay und visuelle Ästhetik hervorragend zur beworbenen Musik passt. Und genau diesen Aspekt sollte man auch genau vor Augen haben, bevor man in OutDrive hineingeht. Musik und Ästhetik stehen hier klar im Vordergrund. Das eigentliche Spiel ist im Grunde genommen nur eine, wenn auch ungewöhnliche, Werbeplattform. Mit 2,99 € ist das Ende Februar 2016 veröffentlichte OutDrive auch alles andere als teuer. Bedenkt man jedoch, dass es mal eine Zeit gab, als solche Werbespiele auch häufig kostenlos rausgegeben wurden, stellt sich dennoch die Frage, ob das Spiel seinen Preis wert ist oder nicht. Und genau diese Frage kann ich euch hoffentlich im folgenden Review beantworten.

Drück aufs Gaspedal, um deine Liebste am Leben zu erhalten

Auch die Handlung ist eigentlich nichts weiter als ein Mittel zum Zweck, fügt sich dafür aber ebenfalls gut in die Gesamtästhetik ein. Ein Fluchtwagenfahrer hat sich mit den falschen Leuten angelegt und musste untertauchen. Während dieser eher ereignislosen Lebensphase traf er jedoch auf die Frau seiner Träume. Als der Kerl wieder aktiv wird, kommt es zu einer Schießerei bei einem „Warenaustausch“. Zwar gelingt es unserem Fahrer die drei Pappenheimer umzunieten, doch bekommt auch seine Liebste eine tödliche Kugel ab. Für den Fahrer bricht eine Welt zusammen. In seiner Verzweiflung schließt er sein Mädchen an den Motor seines DeLoreans an, um sie auf diese Weise künstlich am Leben zu halten. Das funktioniert aber nur, wenn die Hitze des Automotors in einem relativ konstanten Bereich gehalten wird. Somit ist der Fahrer dazu verdammt entweder endlos lange zu fahren, oder den endgültigen Tod seiner Herzensdame zu akzeptieren.

Autofahren bis zum Zusammenbruch

Man hat also quasi schon zu Spielbeginn verloren, denn es gibt kein Entkommen aus dieser Misere. Ziel ist es ganz einfach so lange wie möglich durchzuhalten. Das gesamte Gameplay besteht im Grunde genommen aus einer endlosen Autofahrt über eine zufallsgenerierte Strecke. Der Clou hierbei ist natürlich die Tatsache, dass man dazu gezwungen ist die Hitze des Automotors durch regelmäßige Turboboosts zu regulieren. Eine Anzeige unter dem Rücklicht gibt jederzeit Aufschluss darüber, wie es um die Hitzeregulierung und somit das Überleben der Freundin bestellt ist. Wird der Motor zu kalt, schläft das Mädchen nach 10 Sekunden auf ewig ein. Wird der Motor über einen längeren Zeitraum überhitzt, stirbt sie unter starken körperlichen Schmerzen. Doch das ist nicht das einzige Problem. Es gibt Straßenblockaden, die man mithilfe einer engen Rampe überwinden muss, in einigen Stadtgebieten herrscht lästiger Gegenverkehr und alle acht Minuten taucht ein Helikopter auf, der den Fahrer mit Maschinengewehrsalven traktiert und mit diesen sogar manchmal Betonbrocken aus der Straße reißt. Glücklicherweise explodiert der Heli nach einiger Zeit von selbst – warum auch immer. Der DeLorean ist übrigens unzerstörbar. Wer Realismus sucht, spielt also bitte ein anderes Rennspiel.

Abgesehen von diesen Hürden gilt es natürlich auch den DeLorean mehr oder weniger geschickt um die Kurven zu lenken. Das ist leichter gesagt als getan, denn man muss immer wieder den Boost aktivieren, um den Motor warm zu halten. Und die Fahrstrecke schert es freilich einen Dreck, ob die enge Doppelkurve gerade recht kommt oder nicht. Man kann zwar mittels Handbremse driften, doch funktioniert das eher schlecht als recht und endet in regelmäßigen Fällen in einer Begegnung mit der Leitplanke bzw. der unsichtbaren Wand, welche die Autobahn umzäunt. Ein Crash sorgt glücklicherweise lediglich dafür, dass der Motor abkühlt und der Tod der Liebsten somit in bedrohliche Nähe rückt. In den meisten Fällen hat man den Boost aber wieder rechtzeitig aufgefüllt, ehe die Schönheit das Zeitliche segnet, womit diese Pseudo-Crashs beinahe schon zu einer lästigen Unannehmlichkeit verkommen, statt eine ernste Bedrohung darzustellen.

Trotz des eher suboptimalen Driftverhaltens funktioniert die Steuerung jedoch unterm Strich absolut problemlos, um nicht zu sagen kinderleicht. Selbst Leute, die wenig bis gar keine Erfahrung mit Rennspielen mitbringen, haben die Kontrolle über den DeLorean schnell erlangt und wem die Vorkonfiguration der Tastatursteuerung nicht gefällt, kann sie auch selber konfigurieren. Leider hat man jedoch beim Controllersupport geschlampt. Dieser wird zwar angeboten und lässt sich ebenfalls konfigurieren, doch hat dieser noch nie reibungslos funktioniert – wenn er denn überhaupt irgendwie funktionierte. Bei mir arbeitet die Pad-Steuerung jedenfalls nicht, und laut Steam-Forum haut das auch nur hin, wenn man gewillt ist tiefgreifendere Eigenbemühungen zu schultern, wozu ich persönlich jedoch nicht bereit war.

Drei Vorschläge um OutDrive zu verbessern

Obwohl das Spiel schon fast zwei Jahre auf dem Buckel hat, entdeckte der Entwickler sein Interesse an OutDrive wieder und veröffentlichte am 04.01.2019 ein Update für seinen Endless-Racer. Dieses integriert einige Dinge, die ich schon damals vermisst hatte. So bietet OutDrive neuerdings Achievements und ein Leaderboard, wo jene 200 Spieler eingetragen werden, welche am längsten durchgehalten haben.
Diese Motivation ist doch mehr als man von jemanden erwarten sollte, der ein Werbespielchen für unter 3 Euro entwickelte. Dennoch bin ich so frei, drei weitere Verbesserungsvorschläge zu nennen, die das Spiel nochmals verbessern würden, sofern sie denn umgesetzt werden würden.

  1. Den Controller-Support patchen, damit auch Leute, die ihre Racing-Games nur mit Pad-Steuerung angehen versorgt sind.
  2. Einen Casual-Modus anbieten, der das Gameplay-Element des zwingend erforderlichen Turboboosts über Bord wirft und somit relaxte Autofahrten ermöglicht (was bei dem Werbehintergrund des Spiels auch absolut Sinn machen würde).
  3. Einen Hardcore-Modus bereitstellen, der die Pause-Funktion des Standard-Spielmodus unterbindet und somit den Story-Aspekt des Spiels hervorhebt.

Witzigerweise arbeitet der Entwickler jedoch ohnehin an weiteren Updates zu OutDrive, wo unter anderem von verbesserten Steuerungskonfigurationen und einem „Chill Game Mode“ die Rede ist. Auch die Fortsetzung „OutDrive 2“ soll sich bereits in Produktion befinden. Synthwave-Fans dürfen sich also freuen! 🙂

Grafik, Sound und sonstiges

OutDrive wurde mit der Unity-Engine kreiert. Eine Grafik-Engine, welche bislang am meisten durch diverse Walking Simulators aufgefallen ist. Oberflächlich betrachtet erweckt das Spiel jedoch eher den Eindruck, man würde an einem Playstation 2-Spiel dransitzen. Aber das ist in diesem speziellen Fall nicht weiter schlimm, denn worauf es eigentlich ankommt ist die retro-futuristische Neon-Ästhetik des angepeilten Synthwave-Flairs. Und in dieser spezifischen Hinsicht wird das Ziel locker erreicht. Bilder sagen in diesem Fall mehr als tausend Worte, also schaut euch einfach die Screenshots an. Zu kritisieren ist lediglich, dass man etwas sparsam bei den Hintergrund-Szenarien und auch den Streckensegmenten gewesen ist. Es sind doch immer wieder die gleichen Segmente die uns in zufälliger Reihenfolge durch Gebirgsketten mit Tunneln, Sandbänke mit Palmen oder Stadtgebiete mit Brücken, Wolkenkratzern und Pseudo-Abzweigungen führen. Etwas mehr Abwechslung wäre sicherlich nicht verkehrt gewesen.

Herzstück des Spiels ist natürlich der Synthwave-Soundtrack, der sich aus den Werken diverser Künstler aus dem russischen Raum zusammensetzt. Die da wären The Foreign, Prius an Sich, Scmore, Spaceinvader, Pulse 80, Quasars, Retouch, Itnia, Wings of Solace, 3Force, D-Noise, Logic Puzzle und Maniac Lover. Die schiere Masse sorgt erfreulicherweise dafür, dass es Stunden dauern kann, ehe sich ein Track wiederholt. Und natürlich geht es im Spiel eigentlich darum, auf besonders coole Tracks aufmerksam zu werden, was einem im Endeffekt dazu verleiten soll, sich eine CD von den Künstlern zu kaufen. Und wer auf Synthwave-Musik steht, der kommt hier definitiv auf seine Kosten!

Für diejenigen, die mit dem Begriff „Synthwave“ nichts anfangen können: Es handelt sich hierbei um eine Kunstrichtung, die sich mit dem futuristischen Gedankengut der 80er und 90er Jahre beschäftigt. Also grelle Neon-Farben, retro-futuristisch angehauchte Szenerien und kraftvolle Synthesizer-Soundtracks, die stark von der Filmmusik der damaligen Zeitperiode inspiriert ist.

Das Einzige was mich noch in technischer Hinsicht gestört hat, waren vereinzelt auftretende Lagging-Aussetzer, die in unregelmäßigen Abständen von mehreren Minuten für ein Sekündchen aufpoppten und entsprechend irritierten. Ich vermute, dass hängt damit zusammen, dass im Hintergrund neue Streckenabschnitte nachgeladen werden. Die Endlos-Strecke wird schließlich zufällig generiert.

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Singleplayer
70
70
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Multiplayer

FAZIT

Als Werbespiel macht OutDrive eine gute Figur sein Produkt zu bewerben. Beworben wird natürlich die Synthwave-Musik diverser russischer Künstler, welche vor der Kulisse eines Endless-Racers im feinsten Retro-Neon-Flair abgespielt wird. Dem Spiel an sich mangelt es an Umfang und Substanz, kann aber immerhin für ein paar Stündchen bei Laune halten. Und bis die Laune verflogen ist, hat man auch bestimmt ein paar neue Lieblingstracks für seine Synthwave-Musiksammlung aufgeschnappt – und das ist es schließlich, worum es hier eigentlich geht.

- By  Volker

MS Windows

OutDrive REVIEW

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