Onimusha: Warlords (PS4) REVIEW

In den frühen 2000er Jahren war das von Resident Evil zementierte Survival-Horror Prinzip mit seinen festen Kameraperspektiven, den gerne auch mal ziemlich konfusen Rätseln und anderen Kniffen auf dem absoluten Höhepunkt. Das Franchise von Capcom fand unzählige Nachahmer und auch im eigenen Haus stülpte man die Erfolgsformel über andere Szenarien. Neben Dino Crisis (1998) und Devil May Cry (2001), ist da natürlich noch Onimusha: Warlords. Die Reihe erhielt binnen weniger Jahre insgesamt vier Spiele auf der PlayStation 2 und einen Ableger für den GameBoy Advance, verschwand mit dem Aufkommen der HD-Konsolen aber aus dem Scheinwerferlicht. Einen zweiten Frühling erfährt Samurai Samanosuke nun noch einmal, denn Capcom veröffentlicht dieser Tage für alle aktuellen Plattformen (PlayStation 4, Xbox One, Nintendo Switch und PC) ein Remaster des Serienerstlings von 2001. Ein Grund zur Freude?

Sengoku Biohazard

Die Idee für einen Resident Evil Ableger, der in der Sengoku-Ära spielt, hatte Game Designer Yoshiki Okamoto bereits 1997. In seiner Vision hätte der Fokus auf Ninja gelegen, die sich durch ein verschachteltes Haus voller Fallen hätten rätseln müssen und in Kämpfen auf Schwert, Shuriken und diverse Ninjutsu-Techniken zurückgegriffen hätten. Das für das Nintendo 64DD (einem Japan exklusiven Ableger des uns bekannten Nintendo 64) angedachte Spiel, ist so nie zustande gekommen, stattdessen haben Jun Takeuchi als Schirmherr und Keiji Inafune als Produzent das Projekt in Form von Onimusha: Warlords weitergeführt und letztlich für die PlayStation 2 fertiggestellt.

Viele der ursprünglichen Ideen fanden sich damals wie heute im fertigen Spiel wieder. Als Setting dient nach wie vor das Japan in der von Kriegen zerrütteten Sengoku-Ära, statt eines Ninja, spielen wir aber mit Samanosuke Akechi einen Samurai, der gegen die Truppen von Nobunaga Oda in den Kampf zieht. Nachdem Nobunaga in einer Schlacht stirbt und Samanosuke der Hilferuf von Prinzessin Yuki erreicht, zieht es ihn gemeinsam mit seiner Begleiterin Kaede auf ein von Dämonen überranntes Schloss. Dort angekommen, scheint die Festung bereits gefallen und Yuki in den Krallen der Wesen aus der Unterwelt.

Schnetzeln und rätseln im feudalen Japan

Der erzählerische Rahmen gibt sich sparsam. Die Figuren werden schnell eingeführt und auch die Suche nach der entführten Yuki wird ohne große Worte angepackt. Sehr viel mehr hat Onimusha: Warlords in seinen knapp fünf Stunden Spielzeit dann auch nicht zu erzählen, erst die Nachfolger sollten sich hier qualitativ steigern und mehr aus der eigentlich spannenden Prämisse machen.

Insofern liegt die Last der Unterhaltung letztlich auf den spielerischen Schultern. Seinerzeit stach Onimusha: Warlords aus der schieren Schwemme an konzeptionell ähnlich ausgerichteten Titeln nicht zuletzt durch das Setting hervor, welches sich auch im Gameplay niederschlägt. Statt mit Schusswaffen, erwehrt sich Samanosuke mit seinem Katana, Pfeil & Bogen sowie einem Luntenschloss. In zwei kurzen Abschnitten schlüpft man außerdem in die Rolle von Kaede. Diese spielt sich aber recht ähnlich zu Samanosuke, hält in den Kämpfen aber deutlich weniger aus.

Recht früh im Spiel erhält Samanosuke zusätzlich einen dämonischen Handschuh. Mit diesem entfesselt man nicht nur übermenschliche Kräfte in Form von Elementarangriffen, sondern kann auch die Seelen der Gegner nach deren Ableben einfangen. Insgesamt gibt es drei unterschiedliche Gattungen von der umherfliegenden Kugeln. Rote Seelen dienen als Währung um Fähigkeiten aufzubessern, gelbe Seelen geben Lebensenergie zurück, wohingegen blaue Seelen den Balken für Spezialangriffe füllen.

Doch Samanosuke und Kaede kämpfen sich nicht nur durch das Schloss, sondern müssen immer wieder auch Rätsel lösen. Diese bauen ganz auf dem Resi-Prinzip auf und sind mal ziemlich banal, mal ziemlich nervig (ich gucke dich an, Wasser-Puzzle). Ziemlich frustrierend kann es werden, wenn man infolge eines nicht gelösten Rätsels oder bei einem Boss-Kampf stirbt und vom letzten Speicherpunkt zurückkehren und die gleiche Situation mit nicht abrechenbarer Zwischensequenz noch einmal angehen muss. Hier hätte Capcom ein bisschen Milde walten und zumindest die Möglichkeit einbauen sollen, dass man die Cutscenes überspringen kann.

Solide Neuerungen

Ich war sehr erstaunt, wie flüssig sich die Kämpfe auch nach rund 18 Jahren noch spielen. Wie gehabt, bewegt man Samanosuke durch die verschachtelten Areale des Schlosses, stößt dabei auf untote Samuraikrieger, dämonische Ninja und anderen Ungeheuern der japanischen Folklore. Die Echtzeitkämpfe gehen flott von der Hand und machen nicht zuletzt aufgrund ihrer Einfachheit angenehm kurzweilig. Ein echter Mehrwert ist hier die neue, direkte Steuerung, die Capcom ähnlich, wie auch schon bei den Neuauflagen des Resident Evil Remakes und Resident Evil 0 eingeführt hat.

Wer will kann aber auch auf die alte Panzersteuerung zurückgreifen, auch das Bild lässt sich vom als Standard festgelegten Breitbildformat zurück ins ursprüngliche 4:3 Format ändern. Der Auflösung entsprechend wurden Modelle und Texturen angepasst und wirken nun deutlich schärfer. Besonders gefreut habe ich mich über die japanische Sprachausgabe, die nun neben der seinerzeit schon nicht sonderlich guten englischen Vertonung zur Verfügung steht. Einiges an Arbeit dürfte auch in den neuen Soundtrack geflossen sein, aber keine Angst, auch hier kann man in den Optionen auf die klassische Musik wechseln.

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Spiel Bewertung
Singleplayer
78
78
Okay
-
Multiplayer

FAZIT

Capcom legt mit der Neuauflage von Onimusha: Warlords ein durch und durch gelungenes Remaster vor. Anders, als noch bei den Neuveröffentlichungen von Devil May Cry, gibt es diesmal keinerlei technischen Probleme. Auf der PlayStation 4 läuft das Spiel sauber mit 60 Bildern, die höhere Auflösung und die angepassten Modelle und Texturen lassen sich sehen. Die direkte Steuerung ist sogar ein echter Gewinn gegenüber der fummeligen Panzersteuerung des Originals. Zwar bleibt die Handlung komplett hinter ihren Möglichkeiten zurück, dafür macht die Mischung aus kurzweiligen Kämpfen und Rätseln noch immer Spaß. Für knapp 20 Euro bekommt man hier also eine stimmige Neuauflage geboten, mit der man als Fan nicht viel falsch macht. Nun bleibt eigentlich nur noch zu hoffen, das sich die Neuveröffentlichung für Capcom rentiert und wir in Zukunft Remaster zu den Nachfolgern sehen werden. Über einen komplett neuen Serienteil würde ich mich aber noch mehr freuen.

- Von  Adrian

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Onimusha: Warlords (PS4) REVIEW

USK 1 PEGI 1

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