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Nidhogg 2 REVIEW

En garde! Das fantastische Nidhogg hat endlich eine Fortsetzung erhalten und l√§dt auch in seiner neuesten Iteration zu spannenden Mehrspieler-Gefechten auf der heimischen Couch ein. Im Vorfeld der Ver√∂ffentlichung erregte Nidhogg 2 aufgrund seines sehr vom Erstling abweichenden Grafikstils allerdings die Gem√ľter der Fans und lie√ü auch mich etwas ratlos zur√ľck. Wie ich nach einigen Stunden im Spiel zur streitbaren Pr√§sentation stehe und ob das simple, wie geniale Spielgef√ľhl noch einmal funktioniert, erfahrt ihr im Test.

 

Winner, winner worm dinner

Das grundlegende Gameplay wurde vom Vorg√§nger √ľbernommen. Gut so, denn dieses war bereits nahezu perfekt. Die kleinen Neuerungen stehen Nidhogg 2 dennoch gut.

Die Grundpr√§misse √ľbernimmt Nidhogg 2 1:1 von seinem Vorg√§nger: zwei Spieler treten in einer 2D, sich in beiden Seiten scrollende Arena gegeneinander an, wobei derjenige gewinnt, der es schafft das gegnerische Ende des Level zu erreichen, nur um dort von einem riesigen Wurm gefressen zu werden. Um dies zu bewerkstelligen, muss man also eigentlich nur die virtuellen Beine in die Hand nehmen. Das ist in der Praxis aber alles andere als einfach, da beide Spieler mit Waffen ausgestattet sind und sich aufs Blut bek√§mpfen m√ľssen. Denn nur der Spieler, der seinem Kontrahenten zuvor die Klinge in den Leib gerammt hat, darf ein paar Schritte und bestenfalls bis in den n√§chsten Abschnitt laufen, bevor der Widersacher respawnt und das Duell von Neuem beginnt. Diese Ausgangssituation hat Nidhogg zu einer der intensivsten Multiplayer-Erfahrungen der letzten Jahre gemacht und f√ľr etliche und vor allem spannende Auseinandersetzungen gesorgt.

Nidhogg 2 ist auf dem besten Weg in die Fu√üstapfen seines Vorg√§ngers zu treten. Der Zwei-Mann Entwickler Messhoff hat vielleicht ganz gut daran getan, indem das Spielprinzip nicht allzu stark abge√§ndert wurde. Stattdessen wurde nur an offensichtlich kleinen Schrauben gedreht, gleichzeitig hat der Titel dennoch an Tiefe gewonnen. Dies wurde vor allem durch die Integration von drei neuen Waffen geschafft. Neben dem Degen gibt es nun auch ein sich zwar sehr beh√§big spielendes, aber m√§chtiges Gro√üschwert, einen flinken Dolch und Pfeil und Bogen f√ľr den Fernkampf. Durch die neu eingef√ľhrten Waffen entfalten sich vier unterschiedliche Spielweisen und neue taktische M√∂glichkeiten. So m√∂gen Pfeil und Bogen zun√§chst √ľberm√§chtig wirken, da man recht einfach einen (unge√ľbten) Spieler auf Distanz halten kann. Allerdings lassen sich Pfeile parieren und mit einem richtig sitzenden Schwertschlag zum urspr√ľnglichen Sch√ľtzen zur√ľckschie√üen.

Auch die drei Hiebwaffen spielen sich unterschiedlich und erlauben andere Vorgehensweisen. Hierbei gilt es vor allem die drei unterschiedlichen Haltungen zu verinnerlichen und in der richtigen Situation anzuwenden. Rollt ein Gegner etwa auf den eigenen Charakter zu, so ist die tiefste Haltung mit Degen und Co. ratsam, da der Widersacher so im besten Fall direkt die Klinge zu sp√ľren bekommt. Auch die mittlere und hohe Haltung sind je nach Kontext einsetzbar. Auch kann man die Klinge nach wie vor auf den Gegner werfen, womit etwa eine Flucht abgebrochen werden kann. Allerdings ist man ohne Waffe nahezu chancenlos gegen einen Spieler mit Waffe.

 

Couch-Duelle vom feinsten

Am Ende eines packenden Duells steht nicht nur der Sieg, sondern auch die Ehre, von einem riesigen Wurm verspeist zu werden.

Hinsichtlich der Level hat sich auf den ersten Blick (abgesehen von der Grafik) nicht viel getan, jedoch verstecken sich auch hier diverse Elemente, die einen Einfluss auf die Spielweise nehmen. So gibt es in einem Level etwa Lavafelder, in denen man sich nicht zu lange aufhalten sollte, in einer anderen Arena wiederum wartet ein gefr√§√üiger Fleischwolf darauf Hackfleisch aus den Spielern zu machen. Auch gibt es wie gehabt diverse Hindernisse, wie etwa verschlossene T√ľren, die nicht selten Austragungsort langwieriger Duelle sind, und hohe Gr√§ser, in denen man weder sich, noch den Gegner richtig erkennen kann. Die Anzahl der Level hat sich derweil von ehemals vier auf acht erh√∂ht und gl√§nzt mit sehr abwechslungsreichen Settings.

Nidhogg 2 wird wie sein Vorg√§nger vor allem im (lokalen oder online) Mehrspieler-Modus gespielt. Zwar gibt es einen Arcade-Modus, allerdings ist dieser nur eine Aneinanderreihung von acht K√§mpfen durch die acht Arenen. Das kann f√ľr ein paar Runden durchaus Laune machen und vor allem Neulinge mit den Mechaniken und Level vertraut machen. Den gr√∂√üten Spa√ü erhaltet ihr aber gemeinsam mit einen oder mehreren Freunden vor dem heimischen Fernseher. Egal ob in einzelnen Duellen oder im Turniermodus mit bis zu acht Spielern: in Sachen Couch-Multiplayer kommt kaum etwas an die packenden Duelle heran. Ein bisschen entt√§uscht bin ich derweil vom Online-Multiplayer. Im Vorg√§nger konnte ich in diesem nie einen Kontrahenten finden, nun immerhin nach einigen Minuten. Leider wurden s√§mtliche K√§mpfe in meiner Testphase von √ľblen Lags begleitet und waren somit unspielbar. Hier muss Messhoff unbedingt nachbessern!

 

Was bitte ist das?

Der neue Grafikstil ist gew√∂hnungsbed√ľrftig, gerade das eigenwillige Charakterdesign spaltet die Meinungen. Gerade in der Gestaltung der Level zeigt die neue Pr√§sentation aber ihre St√§rken.

Der streitbarste Punkt bleibt sicherlich aber die visuelle Pr√§sentation. Der Sprung vom ehemals sehr reduzierten und dadurch eben auch sehr ansehnlichen Look des Erstlings hin zur ebenfalls mit viel Wiedererkennungswert aufgeladenen Grafik von Nidhogg 2 k√∂nnte gr√∂√üer nicht sein. Vor allem das Design der K√§mpfer, bei denen ich bis heute nicht so ganz wei√ü, was sie eigentlich darstellen sollen, ist gew√∂hnungsbed√ľrftig. Allerdings habe ich mich nach anf√§nglicher Skepsis schnell an den neuen Stil gew√∂hnen k√∂nnen.

Vor allem die ungemein detailreichen Level rei√üen einiges raus. Nicht nur sind sie allesamt abwechslungsreich gestaltet, auch merkt man den Arenen sofort an, das hier sehr viel Herzblut und Arbeit eingeflossen ist. Am kruden Humor seines Vorg√§ngers hat Nidhogg 2 √ľbrigens nichts eingeb√ľ√üt. Im Gegenteil, die vollkommen √ľberzogene Gewalt ist sogar noch omnipr√§senter und √§u√üert sich in zerplatzenden K√∂rpern, Blutfont√§nen und umherfliegenden K√∂rperteilen.

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Unsere Wertung
USK 12 PEGI 12
Singleplayer
80
84
87
Multiplayer

Adrian sagt:

Als gro√üer Fan des Vorg√§ngers hat mich Nidhogg 2 aufgrund seiner Optik zun√§chst abgeschreckt. Auf ersten Screenshots empfand ich den visuellen Stil gar als absolut furchtbar! Ein Eindruck, der sich nach einigen Runden im fertigen Spiel relativiert hat. Zwar kann ich dem Charakterdesign noch immer nicht so viel abverlangen, daf√ľr gef√§llt mir die visuelle Gestaltung der Level und deren thematische Gestaltung richtig gut. In spielerischer Hinsicht bleibt das Spiel der Formel vom Erstling treu und schraubt nur wenig an der bekannten Mechanik. Die drei neuen Waffen und die dynamischer gestalteten Level bringen ein bisschen mehr Tiefe in das sowieso schon tolle Gameplay und machen Nidhogg 2 zu einer runden Sache.
Playstation 4MS Windows

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