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Supermassive Games und Bandai Namco haben im Rahmen der Gamescom mit The Dark Pictures Anthology ein neues Projekt angekündigt. Wie der Name bereits nahe legt, handelt es sich hier um eine Anthology, welche aus mehreren Spielen bestehen soll, die in sich abgeschlossene Handlungen erzählen. Den Anfang macht Man of Medan, zu welchem es nicht nur


Neverwinter Nights 2 REVIEW

Das Ende 2006 veröffentlichte Neverwinter Nights 2 (kurz: NWN2) ist das Sequel zu Biowares Kassenschlager „Neverwinter Nights“ und wurde von Obsidian Entertainment entwickelt. Das US-Amerikanische Entwicklerstudio, welches von PC-RPG-Entwicklerveteranen gegründet wurde, dürfte dieser Tage vor allem durch Spiele wie Pillars of Eternity, Fallout: New Vegas und South Park: Der Stab der Wahrheit bekannt sein. Vor der Veröffentlichung von Neverwinter Nights 2 sind sie hingegen nur durch das verbuggte und unfertig wirkende Star Wars KoTOR II: The Sith Lords aufgefallen. Und auch NWN2 stellte sich recht bald als fehlerbehaftete Baustelle heraus, die noch ordentlich nachgepatcht werden musste, bevor sie spielbar wurde. Tatsächlich leidet das Dungeons & Dragons-PC-Spiel selbst heute noch unter lästigen Programmfehlern, die einem zumindest im späteren Spielverlauf ordentlich piesacken können. Warum NWN2 jedoch trotz dessen ein absoluter Pflichttitel für jeden Freund von westlichen Rollenspielen ist, soll folgendes Review aufzeigen.

Der Fürst der Schatten erhebt sich, und ein Dörfler ist dazu bestimmt ihn aufzuhalten!

Ja, solch eine Ausgangslage zu einem Rollenspiel ist wahrlich nichts besonderes. Doch alles der Reihe nach: Es ist schon einige Jahrzehnte her, seitdem das Sumpfdorf Westhafen zwischen die Fronten eines Krieges von Dämonen- und Teufeln auf der Einen, und von Schatten und Untoten auf der anderen Seite geraten ist. Die beiden Parteien wurden jeweils von einem grausamen Hexer und dem ominösen Fürst der Schatten angeführt. Freilich blieb von Westhafen nicht viel übrig, und dennoch kehrten die Überlebenden zurück, um ihre Heimat wiederaufzubauen.

Zur Erinnerung an das Durchhaltevermögen der Einwohner von Westhafen wird sogar ein jährliches Erntefest abgehalten, bei dem der Sieger um tolle Preise und die Ehre kämpfen kann. Und so beginnt auch das Abenteuer für den Spieler am Tag des Erntefests, welches sowohl als Prolog, als auch als Tutorial dient. Doch der Frieden hält freilich nicht lange an. In derselben Nacht wird Westhafen von Githyanki und deren Duergar-Sklaven und Klingenmonstern überfallen. Die extraplanaren Angreifer befinden sich scheinbar auf der Suche nach einem Artefakt, welches irgendwo im Dorf oder in der näheren Umgebung versteckt sein soll.

Unser missmutiger Elfen-Stiefvater Daeghun beauftragt uns folglich das Artefakt, einen Silbersplitter, zu bergen und sicher zu seinem Bruder Duncan in die Stadt Niewinter zu transportieren.
Das ist freilich wesentlich leichter gesagt als getan, denn die Githyanki und deren Schergen sind uns bereits auf den Fersen. Außerdem brauen sich weitaus finsterere Mächte in Niewinter und Umgebung zusammen. Nekromanten terrorisieren die Friedhöfe, Echsenmenschen flüchten urplötzlich aus dem Sumpf und machen Dorfbewohnern ihren Lebensraum streitig und einer der Obermagier aus der ebenso verruchten wie verhassten Hafenstadt Luskan verfolgt finstere Pläne. Und irgendwo mittendrin lauert der übermächtige Fürst der Schatten auf seine Rückkehr, um zu beenden, was er seinerzeit begonnen hatte. Es sieht so aus, als stünde Niewinter der nächste verhängnisvolle Krieg bevor, dabei befindet sich die Stadt seit dem Geschehnissen des ersten Teils immer noch in der Erholungsphase. Werden der Spross aus Westhafen und dessen Gefährten das Schlimmste verhindern können?

An und für sich ist die Handlung um eine finstere Macht, welche die Welt bedroht nun wirklich nichts besonderes im Genre der Rollenspiele. Das macht aber nichts, denn NWN2 zeigt eindrucksvoll, dass auch eine klassische Handlung sehr sehr reizvoll sein kann, wenn sie nur vernünftig präsentiert wird und mit zahlreichen interessanten und liebenswürdigen Charakteren angereichert wird. Und von diesen Dingen mangelt es diesem Spiel in keinster Weise! Bei den Gefährten haben wir eine sehr bunte Mischung aus guten, neutralen und bösen Charakteren, die sich trotz ihrer Gesinnung auch nicht unbedingt in bestimmte Schubladen pressen lassen. Da wäre z.B. die Tiefling-Diebin Neeshka, welche trotz ihrer schurkischen Natur und dämonischen Herkunft auch irgendwie niedlich ist und sofort Beschützerinstinkte weckt, oder wie wäre es mit dem Gnomen-Barden Grobnar, der mit seinem Kapriolen, seinem wirren Technik-Gebrabbel und seinen ebenso genialen wie gefährlichen Einfällen die Gruppe immer wieder in den Wahnsinn treibt? Mein Lieblingscharakter ist und bleibt jedoch Khelgar fucking Eisenfaust!!! Der beste Zwerg ever!! Ein lebensfroher Schlägertyp mit einem Herz aus Gold, der es sich in den Kopf gesetzt hat Mönch zu werden, obwohl er keinen Plan hat, was es überhaupt bedeutet ein Mönch zu sein. Als Spieler hat man sogar die Möglichkeit Khelgars Persönlichkeit zu formen und ihm dabei zu helfen eine bessere Person zu werden und sogar seinen großen Traum zu erfüllen Mönch zu werden!

Doch was wären die besten Charaktere, wenn man sie nicht in angemessene Situationen stecken würde? Von witzigen Stänkereien bis hin zu emotionalen Wutausbrüchen ist alles dabei, was man begehrt. Am eindrucksvollsten war da wohl die Gerichtsverhandlung (wurde absolut super umgesetzt, Phoenix Wright wäre stolz!) und Khelgars Gefühlsausbruch ob der Ungerechtigkeit deren Verlaufs. Diese Szene hatte mich schwer beeindruckt! Es gibt nur sehr wenige Spiele die solch starke Emotionen beim Spieler hervorrufen können. NWN2 hat hier die Messlatte auf seine eigene zwanglose Art gewaltig nach oben gedrückt!
Übrigens bringt fast jeder Begleiter seine eigenen Nebenquests mit sich und es gibt sogar ein Freundschaftssystem. In den zahlreichen Gesprächen kann man je nach Antwortoption die Gunst seiner Kameraden gewinnen oder verlieren. Dies beeinflusst dann unter anderem, ob sie uns im großen Finale die Treue halten oder nicht. Bei insgesamt 12 Kameraden, die sich uns im Verlauf des umfangreichen Abenteuers anschließen, gibt es also eine Menge zu erleben. Zahlreiche überzeugende Nebencharaktere, der hochwertige Schreibstil, Choices & Consequences, zwei verschiedene Endings (für gute und böse Charaktere) und die gut präsentierten (wenn auch etwas verbuggten) Ingame-Zwischensequenzen halten die Story jedenfalls auf einem konstant hohen Niveau.

Bevor es losgeht: Schwierigkeitsgrade, Charaktererstellung und Steuerungsschemata

Bevor man sich ins Abenteuer stürzt, sollte man erst mal einen Blick ins Optionsmenü werfen. Dort lässt sich nicht nur die komplexe Steuerung konfigurieren, die übrigens in drei grundverschiedenen Variationen daherkommt, sondern auch aus vier verschiedenen Schwierigkeitsgraden auswählen. Die da wären Leicht, Normal, Hardcore D&D und Sehr schwierig. Die Grade beeinflussen in erster Linie die Höhe von ausgeteilten und eingesteckten Schaden, die Dauer negativer Zustandsveränderungen und ob PvP aktiviert oder deaktiviert ist. Aktives PvP bedeutet, dass eigene Angriffszauber auch eigene Leute verwunden, also Vorsicht! Bei meinem letzten Spieldurchlauf habe ich auf Hardcore D&D gespielt und bin damit auch sehr gut durchgekommen. Unterm Strich ist der Schwierigkeitsgrad nicht so hoch wie in vergleichbaren D&D-Spielen, vorausgesetzt man weiß was man tut und welche Unterstützungszauber man in Petto haben sollte (Steinhaut hilft immens 😉 ). Zwischendrin gibt’s aber immer wieder mal vereinzelte Kämpfe, die etwas härter sind. Wirklich problematisch ist jedoch nur der finale Dungeon, da man dort nicht rasten kann ohne das man von zufällig spawnenden Gegnern unterbrochen wird – etwas, was sonst nirgendwo im Spiel vorkommt. Dementsprechend ist der finale Dungeon, samt Bosskampf auch eine echte Qual.

Aber zurück zum Thema: Vor Spielbeginn geht es erst mal darum sich seinen eigenen individuellen Charakter zu erstellen. Je mehr Add-ons man installiert hat, desto mehr Optionen hat man in diesem Bereich. Zunächst kann man sich ein Geschlecht und eine von 10 verschiedenen Rassen auswählen. Zur Auswahl stehen unter anderem Menschen, Zwerge, Elfen, Halblinge oder sogar exotische Rassen wie „Berührte“ (Leute mit Elementar-, Dämonen- oder Engelsblut in den Adern). Die einzelnen Rassen bieten manchmal sogar Unterrassen wie etwa Dunkelelfen, Mondelfen, Waldelfen usw. Da hat man echt die Qual der Wahl, zumal sich dann ja noch das Aussehen der Charaktere bis zu einem gewissen Grad anpassen lässt (Haar- und Hautfarbe, Frisur, Körpergröße etc.). Doch das ist erst der Anfang, schließlich gilt es dann noch eine Kampfklasse, eine Gesinnung und eine Gottheit auszuwählen. Die Kampfklassen umfassen satte 15 Grundklassen (z.B. Krieger, Magier, Schurke, Waldläufer etc.) und sogar beeindruckende 24 Prestigeklassen (darf man erst anwählen, wenn man bestimmte Bedingungen mit einer regulären Klasse erfüllt hat). Manche Klassen sind da freilich an bestimmte Gesinnungen gebunden. Ein Paladin etwa, muss immer „Rechtschaffen“ sein, während ein Druide „Neutral“ sein soll. Die Gesinnungen umfassen jede Kombination aus der persönlichen Einstellung Gut, Neutral und Böse, sowie den Lebensstilen Rechtschaffen, Neutral und Chaotisch. Ist das geschafft, darf man sich noch eine mehr oder weniger passende Gottheit aussuchen, was jetzt nicht so wichtig ist – zumindest nicht bis man das Add-on „Mask of the Betrayer“ spielt, he he.

Aber ihr seht schon, dass die Charaktererstellung und -entwicklung enorm komplex ist und eine Wissenschaft für sich darstellt, zumal jede Charakterklasse mit eigenen Talenten, Angriffstechniken, Spezialfähigkeiten, Zauberschulen usw. daherkommt. Ach und Attributspunkte wollen ja auch noch möglichst effektiv verteilt werden … Ich will jetzt auch nicht näher darauf eingehen, da es einen großen Reiz ausmacht sich selbst einzuarbeiten, das Regelwerk einigermaßen zu erlernen und bei der Charakterentwicklung, die sich durchs gesamte Spiel zieht, zu experimentieren. Übrigens kann der eigene Charakter bis zu drei verschiedene Klassen erlernen, wäre ja sonst alles viel zu simpel (die Companions sind hingegen an festgelegte Klassen gebunden).^^
Aber im ernst, wer hier nicht den Durchblick hat bzw. nicht gewillt ist sich einzuarbeiten, hat sich eh das falsche Spiel gekauft. Alle anderen freuen sich auf eine sehr umfangreiche Umsetzung des Dungeons & Dragons Regelwerks der Edition 3.5.

Ist die Hürde der Charaktererstellung überwunden wartet auch schon sogleich die nächste, wesentlich unerfreulichere Herausforderung: Die allgemeine Steuerung ist nämlich auch etwas, was man erlernen muss und mit der man experimentieren sollte. Schließlich bietet NWN2 drei verschiedene Steuerungsmodi, welche sich großspurig Strategiemodus, Erforschungsmodus und Charaktermodus nennen. Im Strategiemodus kann man die Kamera bis zu einem gewissen Grad unabhängig von der Charakterpositionierung bewegen, um sich einen flexibleren Überblick über die Umgebung zu verschaffen. Der Erforschungsmodus zentriert die Kamera auf die aktive Spielfigur, was schon wesentlich angenehmer zu handhaben ist. Im Charaktermodus schlussendlich, wird man in eine Third-Person-Perspektive á la Tomb Raider verfrachtet, was zwar schick aussieht, da man in diesem Modus sogar die Decken in Innenbereichen sehen kann, jedoch für solch ein Spiel absolut unpraktikabel ist. Es ist jedenfalls wichtig, dass man weiß, dass es die drei Modi gibt und diese jederzeit mithilfe der Buttons neben der Hotkey-Leiste am unteren Bildschirmrand anwählen kann. Und man sollte sich auch die Zeit nehmen, die drei Modi ausgiebig zu testen. Sollten alle drei Modi missfallen, kann man im Optionsmenü auch noch zahlreiche Dinge wie Tastenbelegung, Mausempfindlichkeit uvm. einstellen. Auch hier erwartet euch eine kleine Wissenschaft für sich.

Doch spätestens beim Mikromanagement der Inventare der eigenen Truppe, hilft auch das nicht weiter. Es gibt leider keinerlei Autosortierfunktionen, was bedeutet, dass man seine zahlreiche(!) Ausrüstung und Beute selbstständig per Drag & Drop im absurd umfangreichen Inventar hin und herlegen muss. Das ist zeitraubend und nervig. Da vermisst man doch glatt das gestraffte Inventar und die übersichtlichere Beute aus den alten Infinity-Engine-Spielen (Baldur`s Gate und Co.).

Die oben geschilderten Dinge werden jedenfalls einige Stunden in Anspruch nehmen. Man hat es hier nicht mit einem Spiel zu tun, in das man mal eben schnell reinspringen kann. Da spreche ich aus eigener Erfahrung, dabei hatte ich zum Zeitpunkt, als ich mit Neverwinter Nights 2 begann schon viel Erfahrung mit den Infinity-Engine-Spielen und dem ersten NWN gesammelt. Zeit und Geduld sind definitiv wichtige Eigenschaften, um an Neverwinter Nights 2 überhaupt Freude zu gewinnen, doch es lohnt sich!

Und jetzt: Auf ins Abenteuer!

Das eigentliche Spiel ist recht klassisch gehalten. Man erkundet die Maps, redet mit NPCs um die Handlung voranzutreiben und (Side)quests zu erhalten, erkundet die Umgebungen nach Schätzen und Ausrüstung, die man entweder selbst verwenden möchte oder bei Händlern verscherbelt und prügelt sich mit feindlich gesinnten Kreaturen und löst die Aufgaben, um Erfahrungspunkte für Level-Ups und Beute zu verdienen. Klassische Spielschemata eben.

Die Kampagne ist so strukturiert, dass man bis zum Ende maximal Charakterstufe 20 erlangt haben sollte. Zufallskämpfe, Gegnerrespawning und ähnlichen Käse gibt es hier nämlich nicht (mit Ausnahme des finalen Dungeons). Ein Großteil der Spielwelt ist linear aufgebaut und gescriptet. Gegner wurden ebenso bewusst platziert wie wertvolle Schätze und Ausrüstung. Sekundäre Schätze wie Gold, Tränke, Schriftrollen etc. werden hingegen auch gerne mal nach dem Zufallsprinzip verteilt.

Die Dungeons sind abwechslungsreich und bieten neben Fallen, Schatztruhen und besonderen Ereignissen auch mal kleinere Rätsel zur Auflockerung. Für Fallen und Schatztruhen ist es natürlich wichtig einen Schurken dabei zu haben, der Fallen überhaupt erst entdeckt und anschließend entschärft sowie lästige Schlösser knackt. Alternativ kann man auch einfach durch Fallen durchrennen und dadurch etwas Schaden einstecken oder Truhen zertrümmern, was jedoch etwaige Trankflaschen in besagter Kiste zerdeppert. Solch eine Detailverliebtheit sieht man gerne!

Blessuren und verbrauchte Zauber können jederzeit durch die Rasten-Funktion regeneriert werden, welche jederzeit aktiviert werden darf, solange sich keine Feinde in der Umgebung befinden. Da Rasten keine Nachteile mit sich bringt, ist dies ein sehr nützliches Werkzeug, um sich das Abenteuerleben leichter zu machen.

Aber das Herzstück im Gameplay ist freilich der Kampf. NWN2 nutzt das seit Baldur’s Gate bekannte RTwP-Kampfsystem (Real-Time with Pause). Das ist eine Mischung aus Echtzeit-Strategischem und rundenbasierten Kampfsystem, welches im Hintergrund die virtuellen Würfel des Dungeons & Dragons Pen & Paper-Rollenspiels rollen lässt und jederzeit pausiert werden kann, um seine Leuten neue Befehle zu erteilen. Diese virtuellen Würfel-Berechnungen entscheiden freilich, ob die Angriffe treffen, wie effektiv die Treffer sind, ob man der Zustandsveränderung entgeht oder nicht usw. Das Würfelglück spielt also genauso mit hinein, wie die eigene Taktik.

Im Spiel kontrolliert man bis zu fünf Gruppenmitglieder auf einmal (in der ersten Spielhälfte sind es zunächst nur maximal Vier). Dank umfangreicher K.I.-Kontrollmuster, ist man jedoch nicht gezwungen jeden einzelnen Charakter separat Kommandos zu erteilen, obwohl dies für Puristen freilich immer noch möglich ist. In den K.I.-Kontrolltabellen kann man quasi jedes Verhaltensmuster des jeweiligen Charakters festlegen, so dass er, zumindest in der Theorie, genau das macht, was wir wollen. Freilich muss man sich hierfür auch die Zeit nehmen sich diese Liste genau anzuschauen und entsprechend einzustellen. Wer sich z.B. wundert, warum die Charaktere ständig wertvolle Heiltränke und Zauberspruchrollen verballern, deaktiviert einfach das entsprechende K.I.-Muster und schon ist das Problem erledigt. Netterweise lässt sich die K.I. jederzeit auf Knopfdruck (gibt hierfür auch einen Button am unteren Bildschirmrand) aktivieren oder deaktivieren. Dies ist wichtig, wenn man z.B. sein Team aufsplitten möchte um ein bestimmtes Rätsel zu lösen oder einen schleichenden Schurken vorausschicken will, um die Umgebung auszukundschaften. Leider leidet die K.I. unter lästigen Bugs. So passiert es etwa, dass mir die Truppe trotz deaktivierter K.I. hinterherrennt, oder das fünfte Gruppenmitglied bleibt trotz aktiver K.I. zurück und muss manuell befehligt werden.

So richtig rund läuft die K.I. also nicht und auch die Wegfindungsroutine versagt ganz gerne mal und lässt die Pappenheimer die absurdesten Umwege laufen oder an Umgebungsobjekten festhängen. Da ist es halt manchmal doch besser die Jungs und Mädels eigenhändig zu steuern. Der Großteil der Kämpfe sind aber ohnehin nicht schwer genug, dass sich das auch wirklich lohnen würde, zumal die Rasten-Funktion ja alle Verluste und Blessuren wieder ausgleicht. Permadeath und Dergleichen gibt es hier nämlich nicht. Charaktere die im Kampf KO gehen, sind nach Kampfende sofort wieder auf den Beinen. Somit kann man das Spiel also trotz allem recht entspannt spielen. Andererseits könnte Neverwinter Nights 2 für hartgesottene PC-RPG-Veteranen viel zu leicht sein. Mich persönlich stört dies jedoch nicht.

Meine eigene Festung, mit Blackjack und ähh Graumänteln!

Ein extrem cooler Aspekt von Neverwinter Nights 2 ist die Kreuzwegfeste, die man im späteren Verlauf des zweiten Spieldrittels erhält. Hierbei handelt es sich um eine zunächst heruntergekommene Festungsbasis, die man mithilfe von Geldmitteln restaurieren soll, um sie auf den bevorstehenden Krieg vorzubereiten. Es bleibt jedoch nicht nur beim bloßen Aufbau der Festung selbst, sondern geht sogar zwei Schritte weiter. So lassen sich für die unterschiedlichen Einrichtungen NPCs rekrutieren, die uns anschließend als Schmiede, Bergleute, Sergeanten usw. dienen. Und dann geht es noch darum die Festung zu verwalten, was bedeutet die Steuergelder zu regulieren, die Graumäntel (aus Zivilisten rekrutierte Soldaten) auszubilden, auszustatten und zu organisieren, sowie Bittsteller zu empfangen. Einfach genial!

Freilich hat man sich dieses tolle Konzept von den Suikoden-Spielen abgeschaut, aber es gibt ohnehin viel zu wenige Spiele, die einem eine eigene Basis spendieren, die man verwalten und ausbauen kann, vor allem nicht in solch komplexen Maßen wie hier. Was ist das doch für ein tolles Gefühl sich jede einzelne Goldmünze zusammenzusparen, um die Festung so schnell wie möglich komplett auszubauen und nach getaner Arbeit die Wegsteuern für die Händler zu erhöhen, so dass die Festung auf einmal gewaltige Gewinne abwirft! Im übrigen wird jeder Ausbau der Feste auch visuell präsentiert. Man bekommt wirklich zu sehen wie aus der Ruine eine stolze Festung wird! Und auch die rekrutierten NPCs machen es sich in der Kreuzwegfeste gemütlich und stehen neben ihrer Dienstleistung für ein nettes Gespräch parat – Es ist einfach ein Riesenspaß mit der eigenen Festung zu arbeiten und zu interagieren! Ich frage mich, warum dieses Konzept nicht schon längst Schule gemacht hat und auf andere RPGs übergesprungen ist.

Grafik, Sound und sonstiges

Wie schon beim ersten Teil der Serie, wird auch Neverwinter Nights 2 mit einem Toolkit zum erstellen eigener Abenteuer ausgeliefert. Dies sorgte beim ersten Teil für eine recht schematische Grafik, die nicht jeden restlos überzeugen konnte. Bei Neverwinter Nights 2 hat man diese Problematik jedoch weitestgehend in den Griff bekommen. Sicherlich merkt man hier und da immer noch, dass das Spiel auf einem mehr oder weniger userfreundlichen Toolkit basiert, doch macht sich diese Tatsache nicht mehr so negativ bemerkbar. Die Grafik sieht sogar richtig schick aus und bietet farbenfrohe, großflächige Gebiete, relativ ansehnliche Charaktermodelle nebst ordentlichen Animationen, nette Zaubereffekte usw. Wermutstropfen sind jedoch die Bugs in den Ingame-Zwischensequenzen, die sich oftmals in Form von unglückliche Kameraperspektiven äußern, welche halt ab und zu lieber die Wände zeigen, statt der agierenden Charaktere. Das allein kann man ja noch mit Humor nehmen, die ätzenden Ladezeiten für die einzelnen Maps sind da hingegen schon störender und haben auch weniger mit der Hardware zu tun, sondern eben mit der Grafikengine, die halt für ein Toolkit gedacht ist. Unterm Strich dennoch eine tolle grafische Leistung für ein Spiel mit starkem Toolkit-Fokus.

Beim Soundtrack hat man sich leider nicht so große Mühe gegeben. Versteht mich nicht falsch: Meisterkomponist Jeremy Soulle hat auch hier hervorragende Arbeit geleistet, einen epischen und passenden Fantasy-Soundtrack zu kreieren. Jedoch stört es mich, dass man einen Großteil der Tracks aus dem ersten Teil recycelt hat. Solch eine Maßnahme wirkt halt immer recht billig und ist für so ein tolles Spiel irgendwie unwürdig. Aber das ist meckern auf hohem Niveau, vor allem wenn man der ebenso umfangreichen wie hochwertigen deutsche Sprachausgabe lauscht. Alle wichtigen Haupt- und Nebencharaktere wurden markant vertont, was ihnen sehr viel Leben einhaucht. Nervig sind hingegen die sich ständig wiederholenden Sprüche im Kampf, die bei manchen Charakteren obendrein reichlich albern klingen. Cool sind dafür die aufgesagten Zaubersprüche und deren Geräuscheffekte in Aktion. Alles in allem kann NWN2 also auch akustisch sehr gut unterhalten.

Wirklich zu kritisieren sind hingegen die Bugs, die sich vor allem im letzten Spieldrittel bemerkbar machen. Das Spiel bleibt dort nämlich gerne hängen und muss aufgrund dessen mühselig mit dem Taskmanager geschlossen werden. Es empfiehlt sich auch die Schattenqualität im Optionsmenü um eine Stufe zu senken, da ansonsten die Performance stark in die Knie geht. Meine Hardware, die deutlich über den empfohlenen Systemanforderungen liegt, kann dafür übrigens nicht verantwortlich gemacht werden. Diese Probleme hatte ich schon immer mit dem Spiel – auch auf anderen Rechnern.

Dabei bleibt es nicht nur bei derlei klassischen Macken. So kann es auch passieren, dass plötzlich Gegenstände aus dem Inventar verschwinden (in solch einem Fall am besten einen alten Spielstand laden), die K.I. der Gruppenmitglieder und Wegfindungsroutinen versagen und so weiter und so fort.
Nichts davon war drastisch genug um mich vom spielen abzubringen und viele der Macken tauchten ja auch erst in der zweiten Hälfte oder im letzten Drittel des Spiels auch, aber störend ist es halt allemal und sorgt für ärgerlichen Punktabzug in der B-Note.

Neverwinter Nights 2 war übrigens erfolgreich genug, um 2 Add-ons (Mask of the Betrayer und Storm of Zehir) sowie einen offiziellen Fanmade DLC (Mysteries of Westgate) nach sich zu ziehen. Aber das sind Themen für andere Reviews.

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92
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Multiplayer

FAZIT

Trotz der Bugs und der keineswegs zu unterschätzenden Eingewöhnungsphase, ist Neverwinter Nights 2 wohl eines der meistunterschätzten PC-Rollenspiele die es gibt. Ich kenne kaum ein anderes West-RPG mit liebenswürdigeren und abwechslungsreicheren Charakteren, sowie erinnerungswürdigeren Momenten als dieses hier. Und dann bekommt man noch tolle Sachen wie eine eigene Festung vor die Füße gelegt, die man selber aufbauen und verwalten soll. Die Faszination die dieses Spiel ausübt ist enorm, man hat hier wirklich das Gefühl ein mächtiger Held zu sein, der die Geschicke der Welt in den Händen hält und sich Stück für Stück vom einfachen Dörfler zum heldenhaften Kommandanten emporarbeitet. Ein Gefühl das schwer zu beschreiben ist und jeder RPG-Fan in all seinen variantenreichen Facetten selbst erleben sollte. Neverwinter Nights 2 ist für mich deutlich besser als der überschätzte Vorgänger, besser als ein Dragon Age: Origins und generell kriminell unterbewertet! So, das musste jetzt mal gesagt werden. Und vergesst niemals: Es ist das Spiel mit Khelgar fucking Eisenfaust!!! Dem besten Zwerg ever!!!

- By  Volker

MS Windows

Neverwinter Nights 2 REVIEW

USK 12 PEGI 12

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