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Neon Drive REVIEW

Das am 12.05.2016 veröffentlichtes Neon Drive ist keineswegs ein weiterer Casual-Synthwave-Racer wie z.B. Outdrive oder Riff Racer, sondern stattdessen ein knüppelhartes Geschicklichkeitsspiel. Das Spiel hat wohl in erster Linie dank seiner Synthwave-Ästhetik Aufmerksamkeit erlangt und dürfte bis dato wohl auch das bekannteste und erfolgreichste Produkt des slowenischen Entwicklers Fraoula sein. Fraoula war ja bislang auch hauptsächlich im App/Mobile-Sektor anzutreffen. Mit Neon Drive hatte man jedoch endlich auch breitere Gefilde wie zum Beispiel Steam erschlossen.

Als reines Geschicklichkeitsspiel bietet Neon Drive übrigens keinerlei Story oder dergleichen und muss sich daher ausschließlich auf sein Gameplay, sowie die audiovisuelle Präsentation stützen. Ob das allein ausreicht um den Titel spielenswert zu gestalten, wollen wir in folgenden Review herausfinden.

Ein Casual-Spiel fĂĽr Hardcore-Spieler!? Wie geht das denn?

   
In Neon Drive geht es darum sein Vehikel ungeschoren durch eine mit Hindernissen bestückte Fahrbahn zu lotsen. Die Fahrbahn besteht in der Regel aus vier Linien, zwischen denen man hin und her springen muss, um den zahlreichen Hindernissen auszuweichen. Das Spielprinzip ist sogar noch simpler als es sich anhört und dementsprechend sofort begriffen und erlernt. Es geht nämlich wirklich nur darum mit zwei Richtungstasten den Wagen hin und herzuschieben – mehr nicht. Der große Knackpunkt ist hingegen der harsche Schwierigkeitsgrad, welcher vor allem die späteren der insgesamt 7 Level zu einer wahren Willens-, Konzentrations- und Geduldsprobe werden lässt. Doch ich greife vor:

Neon Drive bietet natürlich mehrere Spielmodi, um das doch recht kurze Spielvergnügen umfangreicher zu gestalten. Im Hauptmenü kann man z.B. die Levelanwahl aufrufen oder den Ausdauer-Modus anwählen. Letztere Option ist eine Art Überlebensmodus. Die Level werden hintereinander abgespielt und man muss so lange wie möglich überleben, um sich seinen Platz in der Weltrangliste zu erkämpfen. Eine einzige Kollision bedeutet bereits das Aus. Und ja, es ist natürlich Ehrensache, dass solch ein Spiel Online-Ranglisten bietet.

In der regulären Levelauswahl findet man freilich weitere Optionen. So bietet jeder Level (der hier als Arcade-Spielhallenautomat präsentiert wird) drei verschiedene Schwierigkeitsgrade. Die da wären Normal, Hart und Verrückt. Selbst auf „Normal“ ist der allgemeine Schwierigkeitsgrad recht gnadenlos. Checkpoints sind zwar vorhanden aber streng gelegt und auf Normal darf man sich nur eine Kollision erlauben, ehe man zum letzten Checkpoint zurückgeworfen wird. Auf den höheren Graden darf man sich gar keine Kollision mehr erlauben und obendrein wird die Geschwindigkeit erhöht, wodurch es sogar noch schwieriger wird den Hindernissen auszuweichen.

Neon Transformer?

Jeder Level/Automat bietet darĂĽber hinaus seine eigenen Gimmicks, um das Spielprinzip abwechslungsreicher zu gestalten. So endet zum Beispiel der zweite Automat mit einer primitiven Shoot’em Up-Passage oder der Wagen verwandelt sich im siebten Level/Automat plötzlich in einen Transformer, weswegen man sich auf einmal mit einem automatisch scrollenden Jump’n’Run-Abschnitt konfrontiert sieht.

Solche Überraschungen helfen nicht nur dabei das Spiel frisch zu halten, sondern wecken auch den Wunsch jeden der Automaten doch noch zu knacken. Das ist freilich leichter gesagt als getan, denn der Schwierigkeitsgrad ist wirklich nicht ohne und jeder Level/Automat ist schwerer als der Vorherige. Da ändert auch die freie Level/Automatenanwahl nichts dran. Neon Drive kostet Nerven und schließt trotz seines simplen Spielprinzips Casual-Spieler aus, die einfach nur ihren gemütlichen Spaß haben wollen. Ein Fehler wie ich finde. Dabei haben die Entwickler bereits auf den harschen Schwierigkeitsgrad reagiert und die Level etwas entschärft. Die noch fieseren Originalversionen können besonders masochistisch veranlagte Spieler aber immer noch anwählen, indem sie einen Haken unter „Klassisches Layout“ setzen.

Zur Ehrenrettung haben die Entwickler aber noch zwei zusätzliche Spielmodi bereitgestellt, an denen auch unbedarfte Spieler ihren Spaß haben können. Im Test-Modus werden wesentlich mehr Checkpoints bereitgestellt, außerdem wird dieser Modus in Form eines alten Röhrenfernsehers präsentiert (komplett mit Mono-Sound), was doch ein recht witziges Retro-Erlebnis ist.
Dann ist da noch der Freilauf-Modus, wo es nicht darum geht Hindernissen auszuweichen, sondern eben diese einzusammeln um Punkte zu verdienen. Und das macht ironischerweise wesentlich mehr Spaß als die regulären Spielmodi.

Alles in allem richtet sich Neon Drive jedoch ganz klar an die harten Knochen unter der Spielerschaft. Das erkennt man schon an den Achievements, die teilweise abartig schwer zu verdienen sind. Kinderkram wie der Freilauf-Modus wird hingegen gar nicht erst in die Achievements einbezogen – wie unhöflich!

Grafik und Sound

Der wahre Dreh- und Angelpunkt von Neon Drive liegt meines Erachtens jedoch ohnehin nicht im Gameplay, sondern der audiovisuellen Präsentation. Diese schwimmt freilich auf der wunderbaren Synthwave-Welle mit, die schon seit einigen Jahren das Internet bereichert. Wer mit dem Begriff Synthwave nichts anfangen kann, gehört ohnehin nicht zur Zielgruppe von Neon Drive und sollte sich stattdessen mal auf Youtube schlau machen.

Aber wie auch immer: Obwohl die Grafik auf der Unity-Engine basiert und dementsprechend veraltet wirkt, macht das nichts aus, da die Synthwave-Ästhetik hervorragend eingefangen wird. Und damit sind nicht nur die typischen Neon-Farben gemeint, sondern auch die zahlreichen Anspielungen an kultige Franchises der 80er und 90er Jahre. So verwandelt sich der Wagen in einigen Levels in einen Afterburner-Jet, einen Transformer oder in ein fliegendes Auto á la „Das fünfte Element“ (inklusive Hochhäuserschluchten und Gegenverkehr). Und spätestens wenn euch ein riesiges Space-Invader-artiges Raumschiff mit Laserstrahlen bombardiert, werdet ihr euch das wohlige Grinsen wohl nicht mehr verkneifen können.;)

Ehrensache, dass da auch der Soundtrack nicht hintenan stehen darf. Neon Drive bietet eine gesunde Palette an Synthwave-Soundtracks, die speziell für dieses Spiel kreiert wurden und Freunde dieses Musikgenres jede Menge Spaß bereiten werden. Es sollte niemanden verwundern, dass der Soundtrack separat als DLC verkauft wird (7,99 €). Interessanterweise werden die Hindernisse im Spiel im Takt der Musik eingestreut, was doch ein recht cooles Gimmick ist.
Auch wenn man über das simple Gameplay und dessen überbordenden Schwierigkeitsgrad streiten mag, so muss man neidlos anerkennen, dass die audiovisuelle Präsentation von Neon Drive absolut hervorragend ausfällt.

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Unsere Wertung
USK 0 PEGI 3
Singleplayer
70
70
-
Multiplayer

Volker sagt:

Neon Drive zu bewerten ist gar nicht so einfach. Als Synthwave-Kunstprodukt macht es seine Sache sehr sehr gut. Die Präsentation ist klasse und wird Fans von Synthwave-Ästhetik und -Musik jede Menge Freude bereiten. Das Spiel an sich ist im Kern nur ein simples kleines Casual-Geschicklichkeitsspielchen, über das man eigentlich kein weiteres Wort zu verlieren braucht. Allerdings scheitert Neon Drive als Casual-Spiel, weil der Entwickler der Meinung war einen recht überzogenen Schwierigkeitsgrad reinzuknüppeln, der einen Großteil der potentiellen Kunden ordentlich vor den Kopf stößt. Diese Tatsache macht es natürlich sehr schwer das Spiel zu empfehlen. Aus der Sicht eines Synthwave-Fans bin ich dennoch gewillt dem Spiel eine ganz knappe gute Wertung zu spendieren.
Playstation 4MS Windows

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