Moonlighter (PS4) REVIEW

Sie sind allgegenwärtig und unverzichtbar, dennoch kommt ihnen in der Regel lediglich die Rolle als Statist zu. Die Rede ist von Händlern, ohne denen in den meisten Rollenspielen und vielen anderen Genre-Gattungen vermutlich nichts ginge. Erst das kürzlich erschienene God of War rückte seine beiden Händler, das Bruderpaar Sindri und Brok, verstärkt in den Fokus und verlieh ihnen einen eigenen Charakter. Moonlighter von Digital Sun Games und den 11 Bit Studios geht jetzt noch einen Schritt weiter und lässt uns gar selbst in die Rolle eines Kaufmannes schlüpfen. Macht das Spaß?

Beschauliches Dorf, finstere Höhlen

Protagonist ist Will, jüngster Abkömmling einer Familie mit langer und großer Einzelhandelstradition. Doch das Moonlighter, der Laden seiner Familie, floriert längst nicht mehr, und auch das Dorf Rynoka, welches einst Helden und Abenteurer aus aller Herren Länder anzog, hat seine besten Tage bereits hinter sich. Das soll sich aber wieder ändern, nicht nur das Moonlighter, auch Rynoka sollen wieder zu ihrem alten Glanz kommen. Welch praktischer Zufall, das unweit des beschaulichen Ortes Höhlen mit allerhand Ressourcen und Artefakten nur darauf warten, geborgen und ins eigene Händlerregal gestellt zu werden. Leider kann man das künftige Verkaufsgut aber nicht einfach während eines ruhigen Spaziergangs einsammeln, sondern muss sich in den dunklen Dungeons allerhand Monster erwehren.

Das Moonlighter keine halben Sachen macht und sich als ziemlich anspruchsvoll versteht, wird bereits in den ersten Spielminuten deutlich gemacht, in denen man, lediglich mit einem Besen bewaffnet, ziemlich schnell merkt, wer in den Dungeons das Sagen hat. Selbst mit Schwert und Schild, Großschwert, Pfeil und Bogen und anderen Waffen, die man im Laufe des Spiels freischalten und auch aufwerten kann, bleiben die Ausflüge in die Dungeons knackig. Nicht zuletzt, da nach jedem Ableben alle gesammelten Gegenstände futsch sind und sämtlicher Fortschritt zurückgedreht wird. Stirbt man etwa in der dritten Ebene, so muss man beim nächsten Besuch wieder von Anfang an starten.

Aufbau, wechsel dich

Weiter befeuert wird das Rogue-like Wesen von Moonlighter durch die zufällige Generierung der Dungeons. Die Areale sind bei jedem Besuch also immer ein bisschen anders aufgebaut und arrangiert, als zuvor. Eine Karte gibt es zwar, diese zeigt aber nur die Bereiche an, die man im aktiven Durchlauf bereits besucht hat, und verschwindet selbstredend wieder, sobald man den Dungeon verlässt.

Um das Leben des tapferen Ladenbesitzers ein wenig zu erleichtern, gibt es aber diverse Hilfsmittel. So erhält man sehr früh im Spiel etwa ein Amulett, mit welchem man sich – gegen Einsatz von Geld – vom Dungeon aus zurück ins Dorf teleportieren lassen kann. Noch teurer ist ein verwunschener Spiegel, der ein Portal zwischen Dungeon und Dorf öffnet. Will man also seine gefundenen Gegenstände in Sicherheit bringen, die Heiltränke auffrischen und noch beim Schmied vorbeischauen, um eine Waffe zu verbessern, so kann man dies tun und danach mittels Portal wieder an den Ausgangspunkt zurückkehren. Nachteil: das Ganze funktioniert nur einmal. Will man erneut ein Portal öffnen, so muss man wieder blechen. Und das ist nicht billig.

Ohne Moos nix los

Moonlighter fordert in den ersten Spielstunden eine überlegte Prioritätensetzung ein. Verwendet man das verdiente Geld für verbesserte Ausrüstung und Heiltränke? Ein stärkeres Schwert kann nämlich einen ziemlichen Unterschied ausmachen und mehr Tragelast, ist ebenfalls nützlich. Oder baut man lieber den eigenen Laden aus, um eine größere Verkaufsfläche nutzen, dank einer speziellen Kasse mehr Trinkgeld von der Kundschaft einnehmen zu können und mit individueller Dekoration neue Kundengruppen zu erschließen? Ach, und Rynoka will ja auch noch ausgebaut werden! Schmied, Trankbrauerin und andere Ladenbesitzer kommen nämlich nur in das Dorf, wenn man sie mit Geld anlockt.

Das Managen des eigenen Ladens gestaltet sich gerade zu Beginn spannend, nicht zuletzt, da man unvermittelt ins kalte Wasser geworfen wird. Wie viel ein Gegenstand letztlich wert ist und was man für ihn im Endverkauf verlangen kann, wird nämlich nicht verraten. Lediglich die Reaktionen der Kunden, die sich durch Smileys über den Köpfen der putzig gestalteten Figuren ausdrücken, geben einen vagen Hinweis auf den Wert eines Artikels. Setzt man den Verkaufspreis zu hoch an, ziehen die Interessierten enttäuscht weiter, setzt man zu niedrig an und verhilft man der Kundschaft zu einem Schnäppchen, so ärgert man sich selbst.

Hübsch, aber generisch

Das große Problem von Moonlighter ist der Leerlauf, der nach einigen Spielstunden einsetzt. So sehr die Ausflüge in die Dungeons zu Anfang frustrieren können, so leicht werden sie, wenn man sich die Zeit nimmt und grindet um Waffen und Ausrüstung zu verbessern. Auch der Verkaufspart erweist sich als wenig spannend, sobald der eigene Kontostand bereits ins Unermessliche gestiegen ist und man sogar einen Assistenten anheuern kann, der den Verkauf selbst übernimmt.

Auf der Habenseite stünde noch der Art-Stil. Gerade die Figuren und Monster weisen hübsche Pixel-Sprites auf, Rynoka verzaubert mit einem an die Filme von Studio Ghibli erinnernden Charme und die Dungeons sind zumindest auf dem Papier abwechslungsreich, erweisen sich aber nach einiger Zeit als generisch.

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Singleplayer
73
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Multiplayer

FAZIT

Die Zweiteilung aus seichter Verkaufssimulation und Rogue-like verheißt frischen Wind, letztlich verspricht die Prämisse aber mehr, als das Spiel hält. Der eigentlich interessante Verkaufspart verkommt schnell zur lästigen Geldbeschaffung, die Dungeons inklusive des an ihnen hängenden Gameplays bieten nichts neues, sondern lediglich Altbekanntes in einer netten Verpackung. Und genau das ist Moonlighter unterm Strich dann auch: ein nettes Rogue-like, welches mit den bekannten Stärken und Schwächen des Genres daher kommt.

- By  Adrian

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Moonlighter (PS4) REVIEW

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