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Leisure Suit Larry: Magna Cum Laude REVIEW

Im Jahr 1998 kam Larry Laffer mit seiner Online-Casino-Minispielsammlung „Leisure Suit Larry’s Casino“ ein letztes mal zum Zug, ehe er in Rente ging und die Fackel, zumindest vorerst, an seinen Neffen Larry Lovage weitergeben musste. Dessen erster großer Auftritt Leisure Suit Larry: Magna Cum Laude sollte ironischerweise ebenfalls eine Minispielsammlung werden, was wohl auch einer der Gründe dafür ist, dass das Spiel bei alteingesessenen Larry-Fans bis heute verpönt ist. Ein klein wenig engstirnig ist das aber schon, denn wie oben bereits angerissen, ist auch Larry Laffer zuvor schon mit zwei Casino-Minigame-Sammlungen aus dem Adventure-Genre ausgeschert.

Aber wie dem auch sei: Magna Cum Laude wurde vom, immer noch aktiven, US-Entwickler High Voltage Software im Auftrag von Sierra entwickelt und im Oktober bzw. November 2004 veröffentlicht. Der geistige Vater von Larry Laffer, Al Lowe, war nicht an dem Spiel beteiligt, was in erster Linie dafür sorgt, dass der Humor in diesem Spiel eins, zwei Ecken „direkter“ ausfällt. Und „direkt“ umschreibt insbesondere Dinge wie komplette Nacktheit (mit Genitalien), regelmäßige Kraftausdrücke und ein hoher Ekelfaktor (Larry Lovage kann z.B. überall hinpissen wo er will – und ich meine wirklich überall!). Das alles wiederum führte sogar dazu, dass sich die Verantwortlichen gezwungen sahen für die prüden USA zwei verschiedene Versionen zum Spiel zu veröffentlichen. Eine entschärfte Version (also keine Nackten und geschnittene Sexszenen) und eine „Uncut and Uncensored!“-Version, welche für uns Europäer ja glücklicherweise der Standard war. Aber jetzt erst mal genug davon, schauen wir uns stattdessen an, was das Spiel so alles zu bieten hat.

Neue Generation, altbekannte Probleme

Der sexuell frustrierte Mittzwanziger Larry Lovage ist der Neffe des legendären Aufreißers Larry Laffer und hat mit ähnlichen Problemen zu kämpfen wie seinerzeits sein Onkel. Er kriegt keine geile Schnalle ab und kommt auch sonst nicht im Leben voran. Er verbringt bereits das siebte Jahr auf der Wilhelm-Ständer-Hochschule, was wohl in erster Linie daran liegt, dass Lovage nichts mit sich anzufangen weiß und sich seinen kindischen Tagträumen hingibt. Doch das Blatt wendet sich, als die Datingshow „Swingles“ bei der Uni auf der Matte steht. Sinn dieser Show ist es, dass vor laufender Kamera drei Weibchen um ein Männchen buhlen sollen und jeder Schüler der Wilhelm-Ständer bekommt eine Chance zu den vier Teilnehmern zu gehören – auch Larry. Damit hat Lovage endlich ein festes Ziel vor Augen! Allerdings gibt es da noch einige Haken: Die fesche Moderatorin Uma Yasmine lässt nur denjenigen mitmachen, der sich einen Ruf als Verführer erarbeitet, sowie einige Teilnehmer-Prüfungen bei Swingles gewonnen hat.

Larry soll pro Swingles-Runde zwei Beweise, das heißt Souveniers, seiner Eroberungen präsentieren, bevor er an der jeweiligen Prüfung teilnehmen darf. Gelingt dies Larry fünf mal, ist er dabei. Und so begibt sich der notorische Loser auf den Campus und in die umliegenden Stadtviertel, um diverse Tussen anzugraben, um deren Gunst und Souveniers zu erlangen. Und wer weiß, vielleicht springt dabei ja sogar ein Schäferstündchen für Larry bei raus? Immerhin ist er der Neffe und Schüler des berühmten Larry Laffer!

Ihr seht also, dass die Handlung sehr simpel gestrickt ist und nur als Aufhänger zu Larrys Frauenjagd dient. Aber das macht nichts, denn hier geht es ganz eindeutig um den versauten Humor und natürlich auch um Titten und Sex. Das Spiel bietet 15 Babes zum anbaggern und jede „Beziehung“ die Larry versucht aufzubauen nimmt eine ganz eigene Dynamik an. So platzt das Schäferstündchen z.B. durch religiöse Differenzen, oder die scharfe Schnalle entpuppt sich als mörderische Superschurkin im James Bond-Stil. Manchmal hat Larry aber auch durchaus Glück und er kommt zum Zug! Da gibt’s für den kleinen Loser auch mal nen Blowjob, nur dumm, dass sich die Dame anschließend als Shemale entpuppt und ihrerseits geblasen werden will, wozu der verklemmte kleine Scheißer freilich nicht die Eier hat – und mit diesem groben Verhalten wird freilich wieder einmal eine potentielle Gefährtin vergrault.

Das Schöne an der Sache ist also, dass man nie so recht abschätzen kann in welche Richtung sich die Anmache letztendlich entwickeln wird, was für Absurditäten sich Larrys Geilheit in den Weg stellen und was Lovage so alles für Müll von sich gibt, um die Braut um den Finger zu wickeln. Das gefakte Telefonat mit einem Promi gehört ebenso zu Larrys Repertoire wie das Quarter-Saufen, mit dem das Mädel betrunken gemacht werden soll, damit sie williger wird. Glaubt mir, das alles mitzuerleben ist ein absolut faszinierender Spaß, welcher für die doch eher faden Minigames und sonstige Schwächen des Spiels sehr gut entschädigt. Und wer weiß, vielleicht bekommt Larry dann ja doch noch ne Freundin die zu ihm passt?

Selbstbewusstsein vs. Betrunkenheit

Magna Cum Laude ist in zwei grobe Spielsegmente unterteilt, welche im Handbuch als „Wander-Modus“ und „Spiel-Modus“ bezeichnet werden. Beim Wander-Modus handelt es sich um die allgmeine Erkundung der Spielwelt, während der Spiel-Modus die Minigames umschreibt. Hier möchte ich mich zunächst auf den Wander-Modus konzentrieren. Eine Auflistung samt Erläuterung der Minigames findet ihr im nächsten Spielabschnitt.

Die Steuerung umfasst sowohl Tastatur und Maus, als auch Controller-Support. Allerdings fühlt sich die Steuerung mit dem Controller im Wander-Modus steifer an, da man mit diesem nicht die volle Kamera-Kontrolle erhält und sich Larrys Fortbewegung mit dem Analogstick etwas ungelenk anfühlt. Mit der Tastatur und Maus-Kombi funktioniert das deutlich besser. Dummerweise lassen sich die Minispiele hingegen wesentlich besser mit dem Controller abwickeln. Man merkt auch überdeutlich, dass die Minigames mit Blick auf den Controller erstellt wurden. Wer den meisten Komfort aus der Steuerung herausholen möchte, muss also immer wieder die Eingabegeräte wechseln, was auch kein größeres Problem darstellt, da man ja alle Geräte parallel am PC anschließen kann. Dennoch sollte so ein fliegender Wechsel nicht Sinn der Sache ein. Ärgerlich auch, dass es keine richtige Steuerungskonfigurationen gibt. Man kann lediglich die Analogstick-Achsen umkehren und die Sensitivität der Maus anpassen.

Aber genug davon. Im Wander-Modus erkundet man also die Spielwelt, welche sich nach jeder Swingles-Runde weiter öffnet, was natürlich ein cleverer Kniff ist, die Motivation aufrecht zu erhalten. Es gibt nämlich einiges zu entdecken. Larry kann alle möglichen Umgebungsobjekte betrachten und untersuchen, was viele witzige Sprüche und sogar Geldeinheiten zu Tage fördert. Das Spiel bietet zwei verschiedene Sorten von Geldeinheiten. Reguläres Bargeld für die Shops und Verkaufsautomaten und die sogenannten „Geheimen Marken,“ welche bei einem zwielichten Typen namens Nigel in rein optionale, schlüpfrige Extras eingetauscht werden kann. Hierzu gehören erotischere Ladescreens, eine freischaltbare Striptease-Funktion für die Minigames, einen Charaktermodell-Viewer (freilich für nackte Charaktermodelle) – eben das unterhaltsame Zeug.

In den regulären Shops erwirbt man hingegen neue Outfits für Larry (notwendig um einige Mädels anzubaggern), diverse Sammel-Gegenstände (senken den Schwierigkeitsgrad der Minigames durch diverse Funktionen) und Getränke. Letztere dienen dazu Larrys Selbstbewusstseins- und Alkohol-Pegel zu regulieren. Diese beiden Pegel beeinflussen ebenfalls den Schwierigkeitsgrad der Minigames, denn mit niedrigem Selbstbewusstsein oder hohem Alkoholpegel wird es einfach schwieriger die Steuerung innerhalb der Minigames zu handhaben. Sogar innerhalb des Wander-Modus haben diese Dinge negative Auswirkungen. Bei hohem Alkoholpegel verschwimmt die Sicht und bei niedrigem Selbstbewusstsein schlurft Larry nur noch langsam durch die Gegend.

Mit Alkohol kann man das Selbstbewusstsein steigern, allerdings steigt dadurch auch der Alkoholpegel. Die Betrunkenheit kann man senken, indem man entweder Koffeingetränke trinkt, welche jedoch teuer sind und nur an wenigen Verkaufsautomaten angeboten werden, oder einfach den Alkohol herauspisst. Pissen senkt jedoch den Selbstbewusstseinsbalken, vor allem dann, wenn man es in der Öffentlichkeit tut. Dummerweise gibt es keine Toiletten im Spiel. Man ist also gezwungen in der Öffentlichkeit zu pissen. Sicherlich kann man eine unbeobachte Ecke aufsuchen, allerdings kostet selbst das fast immer ein Stückchen Selbstbewusstsein. Aber das mit dem Selbstbewusstsein ist eh so eine Sache. Dieses baut sich nämlich ohnehin mit der Zeit ab, womit man gezwungen ist ständig Selbstbewusstsein zu grinden. Der Druck der hierdurch erzeugt wird fühlt sich zwar nie zu stark an, aber es ist dennoch ein nicht zu unerschätzender Nervfaktor im Spiel.
Ein weiterer Nervfaktor ist das Geldginding, welches Larry-Fans ja schon vom allerersten Serienteil gewohnt sein dürften. Zwar findet man Geld auch durch das Untersuchen von Umgebungsobjekten, doch reicht das nicht aus. Oftmals muss man Geld in Minispielen zusammengrinden, um sich die erwünschten Gegenstände leisten zu können.

Positiv zu erwähnen sind hingegen die umfangreichen Menüs in Form von Larrys Notizbuch, welches sowohl Aufgaben, Gegenstände, diverse Statistiken und natürlich auch die Girls festhält. Schön ist weiterhin, dass Magna Cum Laude einige optionale Nebenaufgaben und sogar eine Open End-Funktion bietet. Wer die Story um Swingles abgeschlossen hat, sollte übrigens mal bei Larry Laffer in der örtlichen Bar vorbeischauen. Dieser bietet dann nämlich einen Nackt-Modus zum Verkauf an, welcher jedoch verdammt viele Geheime Marken kostet. Man kann sich jeweils 5 Geheime Marken hinzuverdienen, indem man ein Minispiel perfekt, also fehlerlos, meistert. Das ist freilich leichter gesagt als getan …

Minischwanz und Minispiele

Aber kommen wir jetzt zum Kerninhalt von Magna Cum Laude. Im Endeffekt läuft schließlich alles auf die Minigames hinaus, und von denen gibt es auch durchaus eine zufriedenstellende Anzahl verschiedener Sorten. Leider tauchen einige Sorten immer wieder und wieder auf, während andere Minigames vielleicht zwei bis drei mal gespielt werden müssen. Hier wäre etwas mehr Ausgewogenheit angebracht gewesen. Aber nun gut. Es folgt die obligatorische Auflistung der enthaltenen Minigames:

Plaudern: Larry führt ein Gespräch, um ein Mädel um den Finger zu wickeln. Damit der Dialog erfolgreich ist, muss man ein Spermium durch einen Tunnel lenken (man kann es nur nach oben und unten steuern) und dabei Hindernissen (rot gefärbte Symbole) ausweichen und Boni (grün gefärbte Symbole) einsammeln. Witzigerweise haben die eingesammelten Symbole sogar einfluss auf den genauen Wortlaut, der im Gespräch genutzt wird.

Rhythmus: Kennt ihr diese japanischen Musikspiele wie Parappa? Das Rhythmus-Spiel, welches beim Tanzen als auch Trampolinspringen zum Einsatz kommt, funktioniert nämlich ähnlich. Man bekommt vom Kontrahenten die zu betätigenden Knöpfe (Richtungstasten und Aktions-Button) vorgesagt, die anschließend in einem Balken von rechts nach links scrollen. Man soll die entsprechenden Buttons betätigen sobald sie die Kreismarkierung am linken Rand des Balkens erreichen.

Quartern: Hier soll man eine Münze in ein Bierglas schnippen. Trifft man muss das Gegenüber ein Bierglas leertrinken. Wer zuerst besoffen umkippt verliert. Klingt simpel, aber tatsächlich ist das Münzenschnippen ungewöhnlich trickreich umzusetzen und erfordert ein gewisses Maß an Übung als auch ein wenig Glück.

Barkeepen: Kennt ihr das Arcade-Game Tapper? Barkeepen ist nämlich nichts weiteres als eine Tapper-Kopie. Man muss Getränke, Prospekte oder was auch immer servieren, um eine aufdringliche Meute zu befriedigen. Vier Reihen müssen hierbei parallel bedient werden. Einige Kunden werden frech und werfen mit Müll. Larry wiederum muss aufpassen, dass er in der Hitze des Gefechts keine leere Reihe bedient.

Maulwurf-Hauen: Es werden vier Kreise auf dem Bildschirm angezeigt. Oben, Unten Links und Rechts. Jeder Kreis steht für eine spezifische Taste auf dem Controller bzw. der Tastatur. Sobald der Button bzw. die Taste aufleuchtet, soll man sie schnellstmöglichst drücken. Wer zu viele Fehler macht scheitert.

Klapsen: Seltsames Spiel, in dem es darum geht die Hände des Gegners abzuklatschen. Hierzu hat man einige Sekunden Zeit, um einen Energiebalken mit Buttonmashing aufzufüllen und anschließend zuzuklatschen. Genaues Augenmaß ist erforderlich um die subtilen Körperbewegungen des Gegners zu lesen, ansonsten zieht er die Hände zurück und man verfehlt. Ist der Gegner an der Reihe, werden die Rollen getauscht und es geht darum die eigenene Hände im richtigen Moment zurückzuziehen bevor man seinerseits geklatscht wird. Man darf aber nicht zu früh zurückziehen, ansonsten erhält man einen Straftreffer.

Pflock-Hauen: Ein Pong-Klon. Die Besonderheit ist, dass man beide Paddel bedienen muss, um den Ball möglichst lange im Spiel zu halten. Hält man lange genug durch, damit der Phallus in der Bildschirmmitte den oberen Spielfeldrand erreicht, gewinnt man. Man bekommt drei Versuche. Einige zufällig auftretende Power-Ups helfen ebenfalls dabei das Spiel zu gewinnen.

Vermeidung: Hier wird Larry von einigen fiesen Gestalten verfolgt, die ihn zusammenschlagen wollen. Lauft ihnen davon, weicht ihnen aus und legt Köder aus, um sie abzulenken. Sammelt alle grell leuchtenden Gegenstände ein und begebt euch rechtzeitig zum Ausgang um zu gewinnen.

Posieren: Geht zu eurem Auftraggeber und holt euch sein Sprüchlein ab. Begebt euch jetzt in die Nähe der angepeilten NPCs und lasst das Sprüchlein rechtzeitig ab, um euren Auftraggeber zu befriedigen. Freilich gibt es zweierlei Zeitlimits, die die Sache erschweren. Ein ganz reguläres Zeitlimit, und eines dass euch dazu zwingt das Sprüchlein rechtzeitig rauszuposaunen, ehe es verfällt und man sich ein Neues vom Auftraggeber holen muss. Klingt zwar komisch, ist aber so.

Flitzen: Ist eigentlich nur eine Abart des Vermeidungs-Minispiels. Larry ist nackt und soll jedem NPC in der Umgebung sein bestes Stück zeigen. Manche NPCs finden das aber nicht so witzig und hetzen anschließen hinter Larry her, um ihn eine reinzuhauen. Freilich nervt hier auch ein Zeitlimit.

Fotos: Ein klassisches Fotoshooting. Euer Fotomodell sollte geknipst werden, sobald es sexy Posen zeigt. Die Qualität der Pose wird netterweise durch einen fünfstelligen Counter dargestellt. Je höher der Counter, desto mehr Punkte bringt das Foto. Man darf nur sechsmal knipsen und unterliegt freilich einem Zeitlimit.

Wassersport: Unter diese Kategorie fallen eigentlich zwei verschiedene Minispiele, aber das Handbuch reiht sie in eine einzelne Kategorie. Beim Wet-T-Shirt-Contest befeuchtet ihr einfach die weißen T-Shirts der Girls die euch vor die Wasserflinte kommen in simpelster Gallery-Shooter-Manier. Dadurch gibt’s auch ein paar Titties zu sehen (zumindest durch durchnässte T-Shirts). Weitaus weniger Elegant ist das Vandalen-Pissen wie ich es nenne. Larry soll die Gemälde einer Kunstgalerie mit seinem Urinstrahl zerstören. Hierfür muss freilich auch mal mit ner Wasserflasche „nachgetankt“ werden, die es im Foyer des Museums zu haben gibt. Abgesehen vom obligatorischen Zeitlimit gibt es hierbei zwei Probleme: Erstens gibt es einen kunstliebhabenden Zuhälter, der versucht Larry eine reinzuhauen, und zweitens muss Larry seinen Urinstrahl zielgerichtet abfeuern, damit die Bilder überhaupt getroffen werden.

Dein Ding durchziehen: Solange Larrys Selbstvertrauen noch nicht zu angeknackst ist und er eben dieses etwas verbessern möchte, kann er sich vor vielen NPCs in Pose schmeißen. Hierfür muss innerhalb von drei, vier Sekunden eine Tastenkombi wiederholt eingegeben werden, um einen Balken aufzuladen. Das hier ist so simpel und belanglos (man kann dieses Spiel eigentlich komplett ignorieren) dass man es eigentlich kaum als vollwertiges Minispiel werten kann. Aber das Handbuch sieht das anders.

So, das waren dann also die Minigames von Magna Cum Laude. Leider schwankt der Schwierigkeitsgrad und die allgemeine Qualität dieser Games sehr stark. Ein Pong-Klon ist immer witzig und gut zu meistern. Die endlosen Plaudern-Minigames erfordern hingegen richtig viel Konzentration und vor allem im späteren Verlauf auch einige Fehlversuche. Das ist insbesondere deswegen paradox, da man dadurch ja die witzigen Dialoge bestenfalls nur am Rande mitbekommt. Und das jetzt nur mal als kleiner Einblick in meine Spielerfahrung, denn etwaige Vorzüge und Nachteile der Games noch detaillierter aufzudröseln, würde dann doch den Rahmen sprengen.
Generell steigt der Schwierigkeitsgrad der Minigames im Spielverlauf stetig an, wodurch sie dann richtig nerven können. Aufgrund dessen hat man zwei Failsafes eingebaut. Sobald man ein Minispiel drei mal versemmelt hat, darf man einen niedrigeren Schwierigkeitsgrad für diese eine Minispiel-Variante aktivieren. Sollte auch das nicht helfen, darf man sogar kneifen, was bedeutet, dass man fünf geheime Marken abdrückt, um besagtes Minispiel zu überspringen. Ich selbst musste jedoch nur ein einziges mal zu dieser drastischen Maßnahme greifen (beim Fotoshooting mit Helmut).

Größtes Ärgernis ist jedoch, dass einige Bugs innerhalb einiger Minispiel-Varianten auftreten können. So gibt es sehr früh im Spiel ein optionales Trampolin-Rhytmus-Minispiel mit Luba, welches ich zum verrecken nicht gewinnen konnte, da das Programm einige meiner Buttonkommandos einfach nicht wahrgenommen hat. Das dürfte jedoch kaum an mir gelegen haben, da ich spätere und schwerere Rhytmus-Varianten problemlos lösen konnte. Beim Barkeepen war ich wiederum manchmal in einer Endlosschleife aus Kundenströmen gefangen, was mir einen Sieg unmöglich machte. Derlei Bugs können vor allem zu Beginn des Spiels sehr viel Frust auslösen und sorgten dafür, dass ich das Spiel beinahe abgebrochen hätte. Letztendlich habe ich beschlossen viele optionale Minigame-Varianten einfach zu ingnorieren und habe fürs Money- und Selbstbewusstsein-Grinden einfach unzählige Male mit Analisa das Tanzbein geschwungen (man kann in diesem kurzen und relativ einfachen Rythum-Minispiel 8 Euro auf seinen Sieg setzen und somit relativ schnell viel Kohle machen). Ob diese Macken nur die PC-Version betreffen oder nicht, kann ich leider nicht sagen. Vielleicht flutscht es auf Konsolen ja besser.

Grafik und Sound

Magna Cum Laude ist das erste Larry-Spiel, welches eine 3D-Grafikengine verwendet. Sämtliche Vorgänger wurden noch in 2D-Grafik gestaltet. Da stellt sich erst einmal die Frage, ob der Sprung in die dritte Dimension gelungen ist. Meiner Meinung nach durchaus. Der eigenwillige, etwas krude Comiclook hält nicht nur die Tradition der Serie aufrecht, sondern sorgt auch dafür, dass der visuelle Aspekt des Spiels nicht ganz so schlimm gealtert ist wie viele andere 3D-Spiele dieser Zeitperiode. Die Grafik ist angenehm bunt und die Locations strotzen regelrecht vor Details.

Neben haufenweise von Umgebungsdetails wie Postern oder herumwuselnden Tierchen wie etwa Eichhörnchen, bieten die Ortschaften auch eine gesunde Anzahl von NPCs und Gegenständen die beiläufig aus den Weg gekickt werden, wenn man über sie hinwegläuft. Diese Detailverliebtheit ist für so ein Sex-Game schon sehr lobenswert, auch wenn sie mit zahlreichen Ladezeiten erkauft werden muss, welche auch nicht gerade kurz ausfallen.

Aber selbst diesen Aspekt versuchen die Entwickler spaßig zu gestalten. Magna Cum Laude bietet nämlich gleich mehrere Dutzend verschiedener Ladebildschirm-Grafiken. Diese reichen von witzigen Werbetafeln der im Spiel enthaltenen Shops und Gegenstände, bis hin zu Ingame-Charaktermodellen der Girls, welche im Ladescreen sexy Posen zeigen. Der Knaller ist jedoch, dass die Verantwortlichen sogar so weit gingen, neben der Ingame-Modelle richtige Frauen zu engagieren, welche die Mädels im Spiel cosplayen. Und das alles nur um die Ladebildschirme erträglicher zu machen! Da kann echt keiner sagen, dass High Voltage Software nicht mit voller Motivation bei der Sache war.

Das ändert aber leider auch nichts daran, dass die Ladezeiten einfach zu häufig auftreten und zu lange andauern. Hier zeigt sich mal wieder die technische Limitierung des Multiplattform-Formats. Denn obwohl die Comicgrafik als solche sehr nett ausschaut, rechtfertigt sie bei weitem nicht derartige Ladezeit-Eskapaden. Auch die Locations sind viel zu klein ausgefallen, um derartige Wartephasen nachvollziehbar zu machen.

Aber genug zur Grafik. Der Soundtrack ist überaus gelungen und bietet viele passende und abwechslungsreiche Tracks zum frivolen College-Treiben. Die Minigames werden akustisch sehr gut unterstützt und es können sogar einige Ohrwürmer auftreten. Freilich fanden auch einige klassische Larry-Melodien ihren weg in diesen Ableger. Doch man ging sogar noch einen Schritt weiter, denn man hat sogar einige lizensierte Songs angeschafft. Also nicht wundern, wenn ihr plötzlich einige Tracks von Right Said Fred oder 2 Live Crew auf die Ohren bekommt.
Tja, und dann ist da freilich noch die deutsche Sprachausgabe. Durch die Verpflichtung des Comedians Oliver Pocher als Synchronsprecher für Larry Lovage hat man seinerzeit ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit erlangt. Dummerweise passt Olivers Stimme nicht wirklich zum Hauptcharakter, da diese viel zu fade und unspektakulär herüberkommt. Vergleicht einfach nur die Synchronstimmen der deutschen Variante mit der englischsprachigen Originalversion und ihr versteht was ich meine. Pocher ist zwar durchaus bemüht bei der Sache und die Tatsache, dass Oliver Pocher irgendwie wie eine Real Live-Variante von Larry Lovage aussieht ist sicherlich ein netter Zufall(?), jedoch bleibt der erhoffte Knall aus. Glücklicherweise wurden die restlichen Synchronstimmen schon wesentlich besser getroffen. Somit entpuppt sich Pocher ironischerweise als einziger Fehlgriff bei der deutschen Synchronisation.

Als weiterer Fehltritt entpuppt sich übrigens die Eindeutschung der Spielwelt. Es ist offensichtlich, dass das Ganze in den USA spielt. Dummerweise versucht uns das Spiel in der deutschen Version immer wieder weiszumachen, dass das Geschehen in Deutschland stattfindet. So wird mit dem scharfen Country-Cowgirl eben über deutsche Schlagerstars getratscht statt über US-Country-Sänger und die Währung ist freilich der Euro, obwohl auf den Preisschildern der Shops doch überall Dollar-Zeichen draufstehen. Hier hätte man einfach den halbgaren Versuch der Eindeutschung stecken lassen sollen. Oder man hätte die Eindeutschung eben konsequent durchziehen müssen. Denn spätestens wenn sich Larry mit der scharfen Russin in einen USA vs. Russland-Streit verwickelt, fällt die fehlgeleitete Anpassung wie ein Kartenhaus zusammen.

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Multiplayer

FAZIT

Magna Cum Laude entpuppt sich als etwas zwiespältige Angelegenheit. Auf der einen Seite haben wir ein herrlich schräges Comedy-Sex-Abenteuer, welches die langlebige Serie durchaus kompetent in die dritte Dimension verfrachtet, aber auf der anderen Seite entpuppt sich das Gameplay im Kern nun einmal als eher fade Minispiel-Sammlung. Und gerade alteingesessene Adventure-Fans werden von der neuen Gameplay-Ausrichtung wenig begeistert sein. Aber auch jene Spieler, die offen für das neue Konzept sind, werden anhand der andauernden Repetition der Minigames und anderer Schwächen wie quälend langen Ladezeiten, ärgerlicher Bugs oder überflüssigen Spielelementen völlig zurecht mit der Nase rümpfen. Als reinrassiges Adventure hätte Larry Lovages Einstand wohl eine bessere Figur gemacht. Andererseits ist es aber auch unangebracht das Spiel schlechter zu reden als es ist. Man merkt nämlich deutlich wie viel Mühe und Engagement High Voltage Software in diesen Leisure Suit Larry-Teil hineingesteckt hat. Magna Cum Laude mag den Vorgängern vielleicht nicht das Wasser reichen könnne, braucht sich jedoch auch nicht zu verstecken. Wer bock auf ein abgedrehtes Comedy-Game mit Sex-Thematik hat, darf im nächsten Sale oder auf dem Flohmarkt gerne zugreifen.

- By  Volker

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Leisure Suit Larry: Magna Cum Laude REVIEW

USK 16 PEGI 16

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