+++    +++    +++    +++    +++    +++    +++    +++    +++    +++    +++    +++    +++    +++    +++    +++    +++    +++    +++  

Kite PREVIEW

Ein zuk├╝nftiger Klassiker? Kite ist der Debut-Titel des Indie-Entwicklerstudios Cat Lab Games. Dahinter verbirgt sich der US-Amerikaner James Treneman. Ein begeisterter Retro-Gamer, der Titel wie Soldiers of Fortune (The Chaos Engine), Mega Man X, Zombies ate my Neighbors oder Secret of Mana zu seinen Lieblingsspielen z├Ąhlt. Was liegt da also n├Ąher als selbst ein Spiel zu schaffen, welches versucht Spielelemente, Themen und Charme von oben genannten Klassikern miteinander zu vereinen? So oder so ├Ąhnlich k├Ânnte jedenfalls die Idee zum Top-Down Action-Shooter Bullethell/Danmaku-RPG Kite entstanden sein. Das Spiel gibt es seit dem 11.11.2016 auf Steam als Early Access-Titel f├╝r 9,99 ÔéČ zu kaufen. Ob sich die Investition f├╝r euch lohnt, erfahrt ihr hoffentlich im folgenden Preview.

 

Wenn Roboter Amok laufen


01

Kite versetzt uns in eine utopische Zukunftsvision der Erde, in der die Menschheit endlich gelernt hat ihre technischen Errungenschaften dazu zu nutzen, um in Einklang mit der Natur von Mutter Erde zu leben, statt den Planten ohne Sinn und Verstand auszubeuten. Um den Weltfrieden zu wahren, wurde ein weltweites Waffenverbot ausgesprochen, welches freilich auch die Produktion von Waffen mit einschlie├čt. In Wirklichkeit gibt es aber immer noch zahlreiche geheime Waffen-Forschungsstationen und ÔÇ×Arch CityÔÇť ist die Gr├Â├čte davon. Eines Tages geraten die Computersysteme, Sicherheitsanlagen und Kampfroboter von Arch City ohne ersichtlichen Grund au├čer Kontrolle, was die dort stationierten Wissenschaftler freilich in eine ├Ąu├čerst brenzlige Situation bringt. Um die Lage zu kl├Ąren ├╝bernimmt eine Person namens Mags die Kontrolle ├╝ber den weiblich geformten Kampf-Droiden H.O.R.D (Human Operated Remote Droid). Nun liegt es in der Hand des Spielers Arch City und dessen Einwohner zu retten.

Wie schon in den meisten der Retrospiele, welche als Inspiration f├╝r Kite dienen, fungiert auch hier die Handlung lediglich als Mittel zum Zweck um das actionreiche Geschehen zu rechtfertigen. In den acht Levels, welche die Beta-Version 0.1.2 anzubieten hat, l├Ąsst sich jedenfalls nicht herauslesen, wohin die Story von Kite letztendlich f├╝hren soll ÔÇô wenn sie denn ├╝berhaupt zu irgendwas nennenswerten f├╝hren soll. Alles weitere wird freilich erst die Alpha-Version zeigen k├Ânnen.

 

Coole Non-Stop Action aber leider noch ohne ├ťbersicht und Balancing

06

Man ├╝bernimmt also die Kontrolle ├╝ber H.O.R.D und k├Ąmpft sich in Top-Down-Perspektive durch die Levelkarten um diverse Auftr├Ąge zu erf├╝llen. Die Steuerung via Tastatur und Maus arbeitet dabei ohne Probleme, l├Ąsst es jedoch an einer Konfigurations-Option mangeln. Controller-Support ist noch nicht implementiert, soll aber noch folgen.

In jedem Level geht es darum alle Wissenschaftler zu retten sowie die Angriffs- und Sicherheitssysteme zu schrotten bzw. zu deaktivieren, damit sich der Levelausgang ├Âffnet. Das ist freilich leichter gesagt als getan, denn die Selbstschussanlagen und Gegner-Spawner sind oftmals von einem Schutzschild gesch├╝tzt und verf├╝gen ├╝ber eine Selbstreparatur. Dies bedeutet, dass man gezwungen ist, zuerst einmal diverse Stromgeneratoren und Computerserver zu zerst├Âren, bevor man ernsthaft angreifen kann. Dies bringt freilich eine taktische Note ins Spiel, denn man muss sich erst einmal die Standorte der ganzen Generatoren, Server und Turrets einpr├Ągen, bevor man ├╝berhaupt eine Chance hat. Und hier kommen in der Beta leider einige gr├Â├čere Schwachpunkte zum Vorschein. Die sp├Ąteren Levelkarten sind oftmals so gro├č, dass man ohne Minimap relativ alt aussieht, und eine Minimap ist nicht vorhanden. Ob diese noch eingef├╝gt wird oder nicht, wei├č allein der Entwickler. Dar├╝ber hinaus verf├╝gt man in der Beta ├╝ber unbegrenzt Extraleben. Wird H.O.R.D zerst├Ârt, wird man einfach zum Leveleingang zur├╝ckteleportiert. Der bislang im Level erlangte Fortschritt bleibt jedoch bestehen. Anspruch ist somit freilich (noch) nicht vorhanden. Wirklich Sorgen mache ich mir jedoch um den Schwierigkeitsgrad und dessen Balancing. Die sp├Ąteren Level sind derma├čen absurd hektisch, dass man ohne die unbegrenzten Leben nicht den Hauch einer Chance h├Ątte. Sobald die Gegner-Spawner auftauchen, steht man st├Ąndig einer feindliche ├ťbermacht gegen├╝ber, die einem ├╝ber kurz oder lang den Robo-Hintern aufrei├čt.

Gl├╝cklicherweise ist H.O.R.D alles andere als wehrlos. Ihr stehen immer zwei Waffensets zur Verf├╝gung. Jedes Set besteht aus zwei kleineren Waffen f├╝r jeweils die linke und rechte Hand und eine zweih├Ąndige Waffe. Die beiden Sets und deren Varianten lassen sich schnell mit dem Mausrad durchschalten. Man hat also immer sechs verschiedene Waffen griffbereit. Neben diversen futuristischen Schie├čpr├╝geln und Raketenwerfern stehen auch Nahkampfwaffen zur Auswahl. Dar├╝ber hinaus beherrscht unsere Droidin auch einige Spezialf├Ąhigkeiten. So kann sie auf Knopfdruck entweder eine Zeitlupenfunktion oder den Turboboost aktivieren, um den gnadenlosen Kugelhagel nicht allzu wehrlos gegen├╝berzustehen. Weitere Spezialf├Ąhigkeiten und Gadgets wie ein station├Ąres Schutzschild oder kleine Minibots, die als Geleitschutz fungieren runden das Arsenal ab. Planloses Vorgehen fruchtet aber nicht, da die Waffen Munition verbrauchen, die sich erst langsam nachladen muss. Auch die Sonderf├Ąhigkeiten verbrauchen Energie, die sich mit der Zeit wieder aufl├Ądt.

Beseitigte Gegner bringen Erfahrungspunkte und hinterlassen Schrottteile. Mit Ersteren levelt man auf, damit man einen Skillpunkt erh├Ąlt, den man im Basisscreen zwischen den Levels in vier verschiedene Skilltrees investieren kann. Diese dienen freilich dazu H.O.R.Ds F├Ąhigkeiten und Statistikwerte zu verbessern. Schrottteile hingegen k├Ânnen verwendet werden, um neue, leistungsst├Ąrkere Ausr├╝stungsst├╝cke und Waffen zu erstellen. F├╝r st├Ąrkere Ausr├╝stungsst├╝cke ben├Âtigt man aber eine bestimmte Anzahl von Wissenschaftlern, die erst mal in den Missionen bzw. Levels gerettet werden wollen.

Nochmals stelle ich mir die Frage, wie der Entwickler sein Spiel strukturieren m├Âchte. Wird es homogen ausbalanciert, so dass man es in einem Rutsch durchspielen kann, oder wird man zum Grinding gezwungen, indem man in alte Level zur├╝ckkehrt um Skillpunkte und Schrottteile f├╝r bessere Statistikwerte und Ausr├╝stung zu farmen? Wird es mehrere Schwierigkeitsgrade geben, damit auch regul├Ąre Spieler dem Bullethell-Wahnsinn gewachsen sind? All diese Fragen sind im vorliegenden Beta-Build freilich noch ungekl├Ąrt.

 

Grafik und Sound

05

Kite ist ein Festschmaus f├╝r Liebhaber von Pixelgrafik. Die Levelkarten sind detailliert und liebevoll gestaltet und die Action wird durch zahlreiche schie├čfreudige Gegner, wuchtige Explosionen, teilweise zerst├Ârbare Umgebungsobjekte und dem chaotischen Spielablauf auf einem hohen Niveau gehalten.

Noch eindrucksvoller ist jedoch der tolle Synthwave-Soundtrack von Liam Hanley. Dieser transportiert den Charme und Kitsch eines 80er Jahre Science-Fiction Action-Films mit einer Brillanz, welche selbst die Konkurrenz in Form von Hotline Miami und Party Hard in die Schranken weist. In audiovisueller Hinsicht d├╝rfte Kite also viele Fans gewinnen.

Facebook
Twitter
Google+
Unsere Wertung
USK 1 PEGI 1
Singleplayer
75
75
-
Multiplayer

Volker sagt:

Top oder Flop? Es ist noch viel zu fr├╝h um sagen zu k├Ânnen, ob sich Kite lohnen wird oder nicht. In audiovisueller Hinsicht, vom Grundkonzept her und der gnadenlosen Action, kann das Spiel ├╝berzeugen. Jetzt kommt es auf den Entwickler an, wie er sein Spiel strukturieren m├Âchte und an welchen Spielerkreis es sich richten soll. Die fehlende ├ťbersicht in den Levels und der teils abartige Schwierigkeitsgrad, welcher jegliche Balance vermissen l├Ąsst, sind jedenfalls b├Âse Stolpersteine, die Kite den Kopf kosten k├Ânnen. Und auch Dinge wie Controller-Support oder eine etwas ansprechendere Handlung sollten nachgereicht werden. So wie die Dinge aktuell stehen, hat Kite sowohl das Zeug zum Top-Hit, als auch zum ├Ąrgerlichen Flop. Die aktuelle Wertung ist daher als Kompromiss zu verstehen. Wir werden sehen wie sich das Spiel entwickelt.

Das könnte dir auch gefallen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht ver├Âffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.