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Herald: An Interactive Period Drama REVIEW

Point-and-Click Adventures sind ein großes und extrem abwechslungsreiches Genre, welches die unterschiedlichsten Zeitalter, Charaktere und Franchises zusammenbringt. Schon als Kind war ich fasziniert davon, als ich am PC meiner Mutter Petterson und Findus gespielt habe. Natürlich bin ich seitdem älter geworden und spiele auch andere Spiele, die Freude an guten Point-and-Click Adventures ist aber geblieben. Herald stammt dabei von dem neuen Entwicklerstudio Wispfire und beschäftigt sich mit einem eher ernsteren Thema, als ich von den meisten Adventures gewohnt bin. Herald spielt nämlich mitten im 19. Jahrhundert während der Kolonialisierung auf einer Parallelwelt und verspricht ein interessantes und mysteriöses Abenteuer – da sag ich natürlich nicht nein! Ob Herald seinem Versprechen gerecht wird, möchte ich euch im Laufe dieser Review verraten.

 

 Lass mich eine Geschichte erzählen…

Wir finden uns in einem orientalisch eingerichtetem Raum wieder, wo uns eine ältere Frau drängt, unsere Beweggründe zu erklären, warum wir in die Kolonien gekommen sind. Vorher dürften wir den Raum nicht verlassen. Zögerlich stellen wir uns als Devan Rensburg vor, der aus dem Protektorat stammt. Das Protektorat stellt einen Zusammenschluss der westlichen Mächte zusammen, der gemeinsam den Kolonien gegenübersteht. Wir haben uns jedoch losgesagt vom Protektorat und sind auf der Suche nach unseren Wurzeln in den Kolonien. Doch bevor wir uns auf die Suche machen dürfen, möchte die alte Frau noch wissen, wie wir in die Kolonien gelangt sind…

Devan Rensburg ist wohl alles andere als ein typischer Matrose. Er mag keine Hierachien, führt nicht gerne Befehle aus und ist doch eher schmächtig, dafür aber durchaus intelligent. Allerdings stellt das Schiff HLV Herald, welches dem Spiel seinen Namen verleiht, die einzige Möglichkeit dar, aus dem Protektorat in die Kolonien zu gelangen. Devan wurde in den Kolonien geboren, ist dann aber auf mysteriöse Weise ins Protektorat gelangt. Dort wurde er adoptiert und ist aufgewachsen. Genau deshalb stellen sich ihm Fragen über Fragen, denen er auf den Grund gehen möchte. Und so beginnt für ihn auf der HLV Hera ein Abenteuer voller Mysterien, Intrigen und Möglichkeiten auf der Suche nach seiner Vergangenheit und wahren Identität.

Die Story wird spannend erzählt und basiert auf sehr vielschichtigen Charakteren, die man im Laufe seiner Reise immer besser kennen- und oft auch verstehen lernt. Auch aus einem historischen Standpunkt ist die Geschichte sehr interessant und wagt sich in eine geschichtliche Epoche, die meist von Point-and-Click Adventures gemieden wird. Entsprechend sind vor allem Rassismus, aber auch Gleichberechtigung und Gleichheit der Menschen zentrale Themen, die sehr gut umgesetzt werden.

 

 Reden was das Zeug hält!

Herald ist nicht nur wegen der ernsteren Story kein klassisches Point-and-Click Adventure, sondern geht auch mit dem Gameplay einen etwas anderen Weg. Meist muss man in diesem Genre Sachen kombinieren, kleinere Rätsel lösen und Gegenstände finden. Bei Herald wird allerdings der Fokus auf etwas ganz Anderes gelegt: Gespräche. Das wichtigste Element im Spiel sind tatsächlich die vielen Dialoge mit der Crew des Schiffs und mit unterschiedlichen anderen Personen, die ihr im Lauf eures Abenteuers treffen werdet. Dabei könnt ihr jeweils auf verschiedene Dialogoptionen zurückgreifen, sodass ihr unterschiedliche Reaktionen und Gesprächsverläufe erzielen könnt. Auch hier zeigt sich, dass vor allem die gut erzählte Story im Vordergrund steht und überzeugen kann. Abgesehen davon muss man oft Botengänge erledigen, welche die Story und Gespräche voranbringen. Viel mehr lässt sich zum Gameplay nicht erzählen, da es nicht wirklich viel mehr gibt. Das ist aber keineswegs negativ, sondern stellt die Geschichte als Einziges in den Vordergrund, fast wie ein interaktiver Film, in dem ihr aussuchen könnt, wie ihr antworten wollt. Die Steuerung ist denkbar einfach gehalten mit wortwörtlichen nur Point-and-Click, also zeigen und draufklicken, sodass man direkt ins Spiel einsteigen kann, auch wenn man sonst weniger Videospiele spielt.

Einzig und allein etwas schade ist die Aufteilung in BĂĽcher. Die Grundversion umfasst die BĂĽcher (quasi Kapitel) 1 und 2, wobei 3 und 4 erst in einiger Zeit als DLC nachgeliefert werden. Grade durch die spannende Geschichte ist das etwas schade.

 

Schöne Verpackung

Die Grafik bei Herald ist nicht weltbewegend, aber sehr detailliert und liebevoll gestaltet worden. Der Stil vermischt einen realistischen Look mit Comic-Grafik und präsentiert die Umgebungen und Charaktere mit schönen Farben und vielen Details. Hierfür könnt ihr euch auch die in die Review eingebundenen Bilder anschauen. Gleichzeitig wirkt das Spiel durchgängig authentisch und stellt die Kolonialisierungszeit passend dar. Bei Gesprächen werden zusätzlich – ähnlich wie etwa bei Fire Emblem – 2D-Proträts der sprechenden Charaktere eingeblendet, die toll gezeichnet sind.

Auch die musikalische Untermalung ist gut gelungen und reiht sich authentisch ins Gesamtbild ein. Einen ebenfalls tollen Job machen die Sprecher, welche sehr gut zu den einzelnen Figuren passen und die Hintergründe der Charaktere und deren Beweggründe glaubhaft darstellen. Insgesamt eine schöne technische Präsentation.

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Unsere Wertung
USK 0 PEGI 3
Singleplayer
80
80
-
Multiplayer

Tim sagt:

Herald ist ein tolles Point-and-Click Adventure, nur vielleicht etwas anders, als ihr das Genre sonst kennt. Die Geschichte voller Mysterien und Geheimnisse, sowie gesellschaftlicher Probleme während der Kolonialisierungszeit, wird spannend und mit tollen Sprechern erzählt. Auch die vielen Dialogoptionen und vielschichtigen Charaktere lassen das Spiel wie einen interaktiven Film erscheinen. Die technische Umsetzung ist dabei nicht weltbewegend, aber durchaus gut und solide. Daher ist Herald durchaus einen Blick wert! Wir dürfen gespannt bleiben, was die abschließenden Kapitel 3 und 4 zu bieten haben werden.
MS Windows

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