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Go Vacation (Nintendo Switch) REVIEW

In den vergangenen Monaten hat Nintendo vermehrt Titel der Wii U für die Nintendo Switch neu veröffentlicht. Das macht aus zweierlei Sicht durchaus Sinn: zum einen kann Nintendo so einfach einen Puffer zwischen richtigen Neuerscheinungen schaffen, zum anderen hatte nicht jeder Switch Besitzer eine Wii U und kommt nun in den Genuss, Perlen wie Bayonetta 2 und Donkey Kong Country: Tropical Freeze nachzuholen. An der Neuveröffentlichung von Go Vacation dürften sich hingegen die Geister scheiden. Nicht nur, handelt es sich hier um ein eigentlich sieben Jahre altes Wii Spiel, hinzu kommt noch, das Nintendo das Spiel ohne große Änderungen quasi zum Switch Vollpreis (UVP 49,99 Euro) in den Laden stellt. Ob Go Vacation diesen Preis heute noch wert ist

Sommer, Sonne, Spaß und Spiele


Go Vacation bietet 50 verschiedene Aktivitäten, die auf vier verschiedene Bereiche der Ferieninsel Kawaii-Island verteilt sind. Leider stehen euch anfänglich nicht gleich alle Minispiele zur Verfügung, daher geht ihr auf Stempeljagd, um nach und nach die verschiedenen Disziplinen freizuspielen. Doch bevor euer Urlaubsausflug startet, müsst ihr eurem Charakter erst einmal ein Gesicht geben. So könnt ihr euch zwischen einer vorgefertigten Figur, oder eurem eigenen Mii entscheiden. Eine nette junge Dame erklärt euch am Anfang des Spieles ihr Anliegen und fordert 20 Stempel von euch, die ihr für das abschließen der verschiedenen Sportsimulationen bekommt. Eure Erkundungsreise beginnt nun im See-Resort, in der die ersten Wettbewerbe warten.

Die verschiedenen Minispiele sind quer über die gesamte Insel verteilt. Wer dann die ersten Stempel im Beachvolleyball, Fallschirmspringen oder Tauchen holt, bekommt schon bald Zugriff auf die anderen Resorts. Die Besucher von Kawaii-Island müssen nicht erst die ganze Insel durchstöbern, um sich ins Vergnügen zu stürzen, sondern können auch direkt zu ihrer Lieblingssportart übergehen. Wer die Insel aber gründlich erforscht, wird auf viele verborgene Geheimnisse stoßen und sich immer neue Aktivitäten und Herausforderungen erschließen. Im See-Resort etwa können ihr zum Beispiel surfen, Beachvolleyball spielen oder tauchen. Im Berg-Resort dagegen ist es euch möglich Kajak und Schlauchboot zu fahren, Reiten und Schießen zu gehen. Es gibt aber auch ein Schnee-Resort, das zu einer Schneeballschlacht einlädt oder dazu, Schneemänner zu bauen, in Schneemobilen über die Piste zu brettern oder sich als Skispringer zu versuchen. Selbst beim Bobfahren könnt ihr Erfahrungen machen und euch auf das Balance-Board setzen, zu dem ich später komme. Im Stadt-Resort wiederum dürfen sich die Urlauber Tortenschlachten liefern oder sich beim Minigolf, Tischhockey oder vielen anderen Tätigkeiten austoben.

Die 50 verschiedenen Sportsimulationen auf Kawaii-Island sind mit einer Direktwahl schnell zu erreichen. Dazu müsst ihr im aktuellen Resort einfach nur den korrekten Abschnitt wählen, auf dem sich die gewünschte Disziplin befindet. Selbstverständlich kann man aber auch gemütlich zum nächsten Wettbewerb gehen und dabei die Insel erkunden. Zusätzlich stehen euch noch je nach Resort, ein Boot, Ski, Skateboard oder ein Jetski zur Verfügung, mit dem sich die ausgedehnte Insel gleich viel besser in ihren Fassetten entdecken lässt. Seid ihr nun bereit den Wettbewerb zu starten, müsst ihr lediglich eine bestimmte Person ansprechen, die über dem Kopf das Symbol des jeweiligen Minispieles trägt.

Die Sims lassen grüßen


Alle von euch, die natürlich nicht nur von einer Sportsimulation zur anderen jagen wollen, um beispielsweise ihre Stempel-Liste zu vervollständigen, oder einen Rekord nach dem anderen aufzustellen, die können sich auch Zeit lassen um Kawaii in aller Schönheit zu genießen. Es ist sogar möglich bei der Resort-Wahl, einen Tag- oder Nachtmodus zu bestimmen. Dank dieser netten Option, lässt sich die Urlaubsinsel immer wieder neu entdecken. Doch sicherlich fragen sich manche von euch jetzt trotzdem, was passiert wenn man alle geforderten 20 Stempel besitzt. Ist dies geschehen, bekommt ihr eine Villa gestellt. Natürlich ist es euch erlaubt, die Villa ganz nach eigenen Vorlieben zu gestalten und etwa mit Mobiliar zu bestücken. Ebenso bieten die Möbel und Dekorationsutensilien eine breite Palette an Farbvarianten.

Wer natürlich nur das schnelle Spiel sucht, darf schon im Menü, die gewünschte Simulation starten, ohne überhaupt einen Fuß auf die Insel setzen zu müssen. Aber irgendwie macht es doch mehr Spaß die Insel zu erforschen, mit ihren Bewohnern ein nettes Gespräch zu führen, viele verborgene Geheimnisse zu erschließen, eure Spaziergänge mit einem Hund zu teilen, sowie immer neue Disziplinen freizuschalten. Und das geht sogar mit bis zu vier Spielern gemeinsam. Dank Splitscreen können alle gleichzeitig ihre Entdeckungstour unabhängig voneinander gestalten.

Der Zahn der Zeit


Nach rund sieben Jahren lassen sich natürlich einige Abnutzungserscheinungen erkennen, zumal Go Vacation schon zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung nicht unbedingt zu den Hinguckern der Wii gehörte. Zwar hat Nintendo den Titel auf HD poliert, die Auflösung nach oben gehoben und die Texturen sichtlich aufgebessert, dennoch sieht man dem Spiel zu jedem Moment seine Herkunft an. Immerhin wirken die Animationen und der Look der Charaktere auch heute noch ganz putzig – wenn man sich denn mit den Mii und ihren Stil anfreunden kann.

Die Steuerung wurde ebenfalls etwas überarbeitet und wirkt mit den Joy Cons nun deutlich präziser, als noch mit der unsäglichen Wii-Remote. Wer will, kann zwar gänzlich auf die Bewegungssteuerung verzichten, doch ich muss zugeben, das es einige Disziplinen gibt, in denen sie durchaus sinnig erscheint und Spaß macht. Bei Bedarf kann man aber auch jederzeit klassisch mit den Controllern bzw. Joy Cons steuern.

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Singleplayer
72
75
Okay
78
Multiplayer

FAZIT

Warum Nintendo ausgerechnet Go Vacation ausgekramt hat, ist mir immer noch etwas schleierhaft. Offensichtlich wollten die Japaner ein Party-Spiel auf der Plattform sehen, um die entsprechende Zielgruppe zu bedienen. Und nein, vollkommen schlecht ist das Spiel sicherlich nicht, letztlich habe ich hin und wieder durchaus meinen Spaß an einer guten Minispielsammlung. Man muss aber auch zwei Tatsachen ehrlich ins Gesicht sehen: Zum einen wird man wohl nur einen Bruchteil der Minispiele öfters, als einmal spielen, da viele Disziplinen schlicht langweilig sind oder nach einmaligen Spielen ihren Reiz verlieren. Zum anderen ist die UVP von rund 50 Euro mehr als happig, bedenkt man, das aktuelle Switch Titel wie Super Mario Odyssey oder The Legend of Zelda: Breath of the Wild im gleichen Segment um die Gunst der Käufer buhlen. Gerade für Familien ist Go Vacation sicherlich nett, aber selbst für diese kann ich kaum eine Vollpreis-Empfehlung aussprechen.

- By  Adrian

Nintendo Switch

Go Vacation (Nintendo Switch) REVIEW

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