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Gear Club Unlimited REVIEW

Ich muss zugeben, anfangs stand ich Gear Club Unlimited für die Switch skeptisch gegenüber, handelt es sich doch um eine Umsetzung einer iOS- und Android-App. Eden Games, die selbsternannten Rennspiel-Experten aus Lyon, versprechen immerhin ein authentisches Rennerlebnis und das Gefühl, hinter dem Lenkrad der schönsten Luxusschlitten der Welt zu sitzen. Kann sich Gear Club ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit den großen der Liga liefern, oder ziehen Forza und Gran Turismo gnadenlos davon

Simulation oder Arcade-Racer?

Glücklicherweise hat sich der Titel als Vollpreisspiel für Nintendos Hybriden vollkommen vom Konzept der Minitransaktionen verabschiedet, das Gear Club auf iOS- und Android-Geräten verfolgt. Daher habt Ihr, je nach Spielfortschritt, Zugriff auf 32 Lizensierte Wagen von 16 Herstellern. Über eine Oberweltkarte wählt Ihr Euren nächsten Rennevent aus. Diese gliedern sich in zwei Disziplinen: Es gibt Derby-Rennen, in denen Ihr zeitgleich gegen andere, computergesteuerte Fahrer antretet und Time-Trials, bei denen Ihr allein auf der Strecke unterwegs seid und Bestzeiten schlagen müsst. 430 Rennevents gilt es insgesamt zu bestreiten. Je nach Platzierung wird ein Rennerfolg neben dem Preisgeld mit bis zu drei Sternen belohnt. Mehr Sterne legen neue Bereiche der Karte frei und eröffnen Euch den Weg in neue Championships.

Die Fahrzeuge werden im Spiel nach Leistung in vier Klassen unterteilt: A, B, C und D, wobei letztere die schnellste ist. Es reicht jedoch nicht, bei einem der Händler ein Vehikel der dem Championship entsprechenden Klasse zu erstehen. Um mithalten zu können, müsst Ihr Eure Karre auch Tunen. Gear Club beschränkt sich hier jedoch nicht auf das reine Verbessern von Leistungsfaktoren wie Aerodynamik, Motor und Getriebe, Reifen und Gestell sondern bietet auch umfangreiche Anpassungsmöglichkeiten bei der Optik. So könnt Ihr Eurem liebsten Schlitten neue Front- und Heckschürzen verpassen, die Felgen ändern und auch an Spoiler und Motorhaube dürft Ihr Hand anlegen. Selbstverständlich könnt Ihr auch ganz nach eigenem Geschmack neu lackieren. Im Großen und Ganzen sind die Möglichkeiten gerade im Leistungstuning aber weit weniger detailliert als etwa bei Forza. Das bedeutet, dass Ihr bei Gear Club etwa linear den gesamten Motor als Ganzes Stufe für Stufe aufmotzt und das Ergebnis bei der Fahrzeugleistung sofort recht deutlich bemerkt, während Ihr bei Forza nahezu jede Gummidichtung im Motorraum einzeln verbessern und damit Stunden zubringen könnt.

Ähnlich verhält es sich auch beim Fahrverhalten. Eden Games´ Switch-Racer bietet die in Rennspielen heute üblichen Hilfen wie Optimallinie, Brems- und Lenkassistent sowie eine unbegrenzt nutzbare Rückspulfunktion. Wieviel Hilfe Ihr beim Fahren in Anspruch nehmen wollt, könnt Ihr sehr genau dosieren. Wenn Ihr alle Assistenten voll nutzt, spielt sich Gear Club auf der Piste wie Arcade-Renner à la Ridge Racer, ohne Stützräder kommt das Spielgefühl dem einer Rennsimulation sehr nahe. Allerdings ist das Fahrverhalten beispielweise eines Hecktrieblers dann nicht so nachvollziehbar wie es Forza Motorsports hinbekommt. Ohne eingeschaltete Hilfen ist das Spiel im Allgemeinen schwerer zu meistern. Zudem könnt Ihr die Fähigkeiten der KI-Fahrer noch in drei Stufen von leicht bis schwer regulieren.

Die Welt ist Deine Piste

Gear Club Unlimited präsentiert sich sehr abwechslungsreich. So rast Ihr an Strandpromenaden entlang, jagt eisige Bergstraßen hinauf oder lasst in der Wüste den Staub fliegen. Rennevents finden nicht nur auf Asphaltierten Straßen statt, sondern als Rallye auch auf schroffem Sandboden. Ein einzelnes Rennen geht meist nur einige Minuten und die 200 Strecken ähneln sich meist. Gut gelungen ist es den Entwicklern, den Einfluss von Wetter und Tageszeit in die Rennen zu implementieren. Nachtrennen oder Rallyes im Regen stehen an der Tagesordnung.

Akustisch hätte mehr drin sein können. Die Motorgeräusche der Wagen sind oft nicht überzeugend. Gerade, wenn man einen Wagen in der Realität schon mal gehört hat, kommt man ins Grübeln, wenn man erfährt, wie er sich im Spiel anhört. Hintergrundmusik gibt es leider nur in den Menüs, der Werkstatt und auf der Oberweltkarte. Zwar passen die gelassenen Techno-Beats gut zum Geschehen doch in den Rennen hätte ein paar treibenden Hintergrundmelodien sicher Wunder gewirkt.

Ganz weit abgeschlagen ist Gear Club Unlimited in Sachen Technik. Zumindest im Vergleich zu Genre-Platzhirschen wie Gran Turismo kann die App-Portierung nicht mithalten. Trotzdem ist Gear Club nicht unansehnlich. Gerade die Fahrzeugmodelle wissen zu gefallen und punkten mit detaillierten und originalgetreuen Innenräumen. Neben der Strecke wird zwar landschaftlich viel Abwechslung geboten, jedoch laden die groben Texturen nur selten zum Staunen ein. In Bewegung bleibt ein schöner Gesamteindruck. Gänzlich abstinent ist übrigens ein Schadensmodell. Das hätte den Rennen noch etwas mehr Authentizität verliehen. Zu bemängeln sind zudem kleine Ruckler, die das Spielgeschehen zwar nicht merklich behindert haben, jedoch zuverlässig einmal im Rennen auftreten. Ansonsten läuft der Racer auf der Switch mit 30 FPS flüssig in allen Modi.

Nach dem Rennen ist vor dem Rennen

Zwischen den Rennen wird die unspektakuläre Story um Euren Einstieg in das Rennbusiness mit sympathischen Standbildern und Text erzählt. Das ist einfach aber effektive.

Anstatt einfach von einem Rennen zum nächsten zu gehen, habt Ihr von der Weltkarte aus auch die Möglichkeit, die Werkstatt zu betreten oder bei Autohändlern weitere Boliden zu erstehen. In der Werkstatt ist es möglich, die bereits erwähnten Verbesserungen bei Leistung und Optik vorzunehmen. Außerdem könnt Ihr als Chef des ganzen Ladens auch Eure Werkstatt selbst vergrößern und umbauen. Nach und nach schaltet Ihr mit Rennerfolgen neue und bessere Upgrades für Euren Schraubertempel frei. Ihr betrachtet die Werkstatt aus der Vogelperspektive und dürft einzelne Bereiche wie die Lackiererei, den Reifenstand oder auch Parkplätz für Euren Fuhrpark platzieren. Auch rein optische Gimmicks wie eine Kaffeemaschine oder Snackautomaten finden sich in der Auswahl. All das kostet natürlich Geld, doch nur wer investiert, kommt in der Welt des Rennsports voran.

Achtung Baustelle!

Für alle, die sich schon gewundert haben, warum ich bei einem Rennspiel bisher nicht über die Online-Anbindung gesprochen habe, kommt nun die Auflösung: Gear Club Unlimited bietet zu diesem Zeitpunkt leider nur sehr marginale Online-Modi. Einzig anhand von Bestzeiten und Geistdaten dürft Ihr gegen anderen Fahrer auf der Welt antreten. Eden Games hat aber bereits ein Update angekündigt, das in Bälde weitere Online-Modi nachliefern soll. Zudem möchte man unter anderem weitere Inhalte und eine touchscreenoptimierte Menüsteuerung wie auf dem Smartphone nachliefern. Bisher heißt es, die Updates werden gratis sein.

Bis dahin jedoch bietet Gear Club mit dem Lokalen Splitscreen-Modus für bis zu vier Spieler im TV- und Table-Modus der Konsole ein kleines Goldstück, das bei nahezu allen anderen Racern heute ausgestorben zu sein scheint. Wenn Ihr also gerade Eure Freunde zu Besuch habt, reicht ein Joycon je Spieler und es kann losgehen.

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Singleplayer
73
76
Okay
78
Multiplayer

FAZIT

Als einziger Vertreter seines Genres auf der Switch ist Gear Club zurzeit ohnehin konkurrenzlos. Mit mehr als 30 detaillierten, lizensierten Fahrzeugen und 430 Events ist für lange Unterhaltung gesorgt. Auch das Tunen und Verändern der Autos macht ordentlich Laune. Durch die fein dosierbaren Fahrhilfen kommen sogar Anfänger auf Ihre Kosten. Eden Games´ Renner kann optisch zwar bei weitem nicht mit den simmulationslastigen Giganten der Branche mithalten, macht aber sehr viel richtig, geht eigene Wege und weiß gerade im lokalen Multiplayer zu begeistern. Ich war skeptisch doch muss zugeben, Gear Club Unlimited macht sich gut auf der Switch!

- By  Johannes

Nintendo Switch

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USK 0 PEGI 3

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