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Food Wars REZENSION Vol. 1


Anime, die das Thema Essen in den Vordergrund stellen, scheinen aktuell eher rar gesät und fristen ihr Dasein in der Nische. Entsprechend riskant scheint es für viele Studios und Geldgeber zu sein entsprechende Produktionen in Auftrag zu geben. Mit dem von den J.C.Staff produzierten Food Wars schwappt nun aber ein Food-Anime mit einigen Vorschusslorbeeren zu uns. KAZÉ veröffentlicht das Werk ab sofort in insgesamt vier Volumes und will dem Genre einheimischen Fans wieder etwas schmackhaft machen. Ob die ersten sechs Folgen das schaffen?

 

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen

Soma´s Kochtalent ist schon im jungen Alter herausragend. Doch ob er damit auch seine neuen Mitschüler und Lehrer überzeugen kann?

Zeit seines Lebens träumt der 15-jährige Soma Yukihira davon das Restaurant seines Vaters zu übernehmen. Seit er ein kleiner Bub ist jobbt Soma in dem traditionellen japanischen Lokal und lernt alle kleinen und großen Tricks von seinem Vater. Doch als ihm dieser eröffnet das Lokal für einige Jahre schließen zu wollen, um im Ausland zu arbeiten, zerplatzt für Soma zunächst der große Traum. Anstatt die Jahre bis zur Wiedereröffnung zu vergeuden, besteht Soma´s Vater darauf, das sein Sohn einen Abschluss an der berühmt und berüchtigten Totsuki Akademie macht. Gar nicht so leicht, immerhin schaffen nur 10% der Schüler den Abschluss.

Die ersten Tage in der neuen Umgebung fallen Soma alles andere als leicht. Viele seiner neuen MitschĂĽler erscheinen dem ebenfalls von seinem eigenen Talent sehr ĂĽberzeugten Teenager hochnäsig und seine Mitbewohner im Wohnheim mitsamt der alten Hausdame sind ihm auch nicht ganz geheuer…

 

Experten am Herd

Gerade die von Soma und seinen Freunden zubereiteten Gerichte sind enorm gut in Szene gesetzt – und ein wahrer Augenschmaus.

Auf den ersten Blick mag Food Wars wie ein weiteres Massenwerk der riesigen Anime-Maschinerie wirken, doch dieses frĂĽhe Urteil wĂĽrde dem Werk keinesfalls gerecht werden. Zwar setzt der Anime mit seinem zumeist juvenilen Humor und seiner kurzweiligen Unterhaltung auf eher seichte Kost. Trotzdem ist Food Wars doch ein bisschen mehr, als simples Anime Fast Food fĂĽr zwischendurch. Das erkennt man auch daran, das sich mit J.C.Staff (Jin-Roh, Bakuman, Witch Craft Works) ein renommiertes und fĂĽr seine sehr variationsreichen Produktionen bekanntes Studio die Lizenz fĂĽr die Adaption des in Japan als Shokugeki No Soma bekannten Manga gesichert hat.

Man erkennt sehr schnell die große Erfahrung und Routine des Studios. Gekonnt vermischen sie die verschiedenen Elemente miteinander und sorgen schon in der ersten Episode für einen gelungenen Auftakt, der sich bis zur sechsten (und damit letzten) Folge der ersten Volume trägt. Food Wars will in erster Linie Spaß machen, und schafft das ohne Probleme.

 

Zwischen Schulalltag und Koch-Battles

Ohne eine Prise Fanservice kommt Food Wars nicht aus. Billig wirken entsprechende Szenen aber zum GlĂĽck nie.

Die ersten Episoden etablieren zunächst die tragenden Figuren und führen uns in die Welt der Eliteakademie Totsuki ein. Dass es hier alles andere als gesittet zugeht, erklärt sich von selbst: weder die meisten Schüler noch die Lehrkräfte sind das, was man gemeinhin als Normal bezeichnen würde und jeder Charakter scheint ein eigenes Markenzeichen zu haben. Dies führt dazu, das Soma von einer ulkigen Situation in die nächste schlittert und in enorm schmackhaft inszenierten Koch-Battles sein Können am Herd beweisen muss. Dabei darf er seine Testesser gar bis zum ekstatischen Höhepunkt führen.

Der Begriff „Gaumenorgasmus“ ist hier wortwörtlich zunehmen, denn ganz ohne Fanservice kommt Food Wars nicht aus. Anstatt hier aber auf billige Attitüden zusetzen, sind die leicht erotisch angehauchten Szenen eher Bestandteil des Humors und treiben diesen auf die Spitze. Doch auch ohne seine seichte Erotik könnte der Anime gut leben und würde trotzdem noch wunderbar funktionieren. Hauptsächlich zieht sich der Humor sowieso aus Slapstick und den abgedrehten Charaktere.

Eine große Rolle nimmt selbstredend auch das Kochen ein. In den bisher vorliegenden Episoden steht Soma stets vor der Aufgabe seine Kritiker zu überzeugen, selbst dann, wenn diese ihm das Leben schwer machen wollen und trotz der eigentlich benötigten, aber nicht vorhandenen Zutaten Gerichte von ihm einfordern. Hier verlassen die Macher zwar gerne mal die Pfade des realistischen, trotzdem schafft es der Anime Lust auf mehr und sogar auf das Kochen selbst zu machen.

 

Augen- und Ohrenschmaus

Die Blu-ray aus dem Hause Kaze lässt keine Wünsche offen.

Denn gerade bei den Kochszenen setzen die Illustratoren voll auf ihr Können und zaubern wahrhaftig schmackhafte Bilder auf den Fernseher. Überhaupt macht der Anime visuell einen sehr guten Eindruck. Das Design der Figuren wirkt individuell, die oft actionreich inszenierten Koch-Battles gut choreografiert und trotzdem nicht überladen. Selbst bei den eher ruhigen Einstellungen ist das Niveau der Animationen hoch und die sehr detailreich gezeichneten Gerichte lassen einem förmlich das Wasser im Munde zusammenlaufen. Lediglich bei den Hintergründen wurde ab und an mal etwas gespart und auf einfache Bilder gesetzt, was aber kein Beinbruch ist.

Die mir vorliegende Bluray aus dem Hause KAZÉ wird dem optisch sehr ansprechenden Anime gerecht und liefert ein mit satten Farben ausgestattetes Bild. Selbiges ist gestochen scharf und verfügt über eine Auflösung von 1080p. Richtig gut gefällt mir außerdem die deutsche Synchronisation. Die einzelnen Sprecher wirken gut gewählt und scheinen sich (zumindest bei den tragenden Figuren) bereits gut in ihre Rolle gefunden zu haben. Wer will, kann wie bei KAZÉ natürlich gewohnt auch auf die japanische Tonspur mit optionalen Untertiteln zurückgreifen.

Ebenfalls wie mittlerweile vom Animespezialisten aus Deutschland gewohnt, kommt auch die erste Volume von Food Wars mit einem exklusiven Sammelschuber daher. In diesem befindet sich noch einmal das separate Mediabook von Volume 1, welches optisch gelungen gemacht ist und sehr wertig wirkt. Im Mediabook befindet sich neben der Blu-ray auĂźerdem noch ein 24-seitiges Booklet mit Informationen zu Charakteren und den ersten sechs Episoden. Auf dem Silberling selbst gibt es das Clean Opening & Ending.

 

Fazit

In den ersten sechs Folgen präsentiert sich Food Wars als quirliger und überaus kurzweiliger Anime Spaß. Die Mischung aus ansprechenden Koch-Battles, der juvenile Humor und die kleine Prise Erotik funktioniert und sorgt für gute Unterhaltung. Auch die sympathischen und teilweise total durchgeknallten Charaktere tragen zum enormen Spaß, den der Anime macht, bei. Optisch macht der Anime gerade in seinen Kochszenen sehr viel her und lässt einem aufgrund der detaillierten Animationen der fertigen Gerichte förmlich das Wasser im Munde zusammenlaufen. Die Blu-ray von KAZÉ lässt ebenfalls keine Wünsche offen. Wer auf Anime mit Kochthematik steht, der dürfte in Food Wars endlich wieder einen lohnenden Zeitvertreib gefunden haben.

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