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Far Cry Primal REVIEW

Far Cry Primal Banner

Keine Projektilwaffen, keine Fahrzeuge, kein im Vorfeld übermäßig in den Fokus gerückter Bösewicht – für Far Cry Primal reist Ubisoft ganze 12.000 Jahre in die Vergangenheit und will der Shooter-Reihe mit einigen Abweichungen von der bekannten Formel neuen Schwung verleihen. Die Prämisse um einen Krieger, der sich im Steinzeitalter Säbelzahntigern, feindlichen Stämmen und der Natur erwehren muss, macht auf jeden Fall hellhörig und angesichts diverser ähnlich gelagerter Titel, wie ARK, scheint man auch den aktuellen Nerv vieler Spieler ansprechen zu wollen. Doch hat Ubisoft mehr zu bieten, als ein unverbrauchtes Setting oder fällt man doch wieder in alte Gewohnheiten zurück?

 

Von Jägern und Sammlern


Far Cry® Primal_20160220133739

Schon in den Vorgängern war die Jagd als Spielelement vorhanden. In Far Cry Primal wird es essentiell.

 

Zumindest das Intro atmet schon einmal eine ganz andere Sprache als die aufgedrehten Vorgänger: Gemeinsam mit einer kleinen Gruppe Jägern verfolgt Protagonist Takkar eine Mammutherde. Lediglich mit Speeren, Pfeil und Bogen bewaffnet, pirschen sich die Männer langsam an die majestätischen Geschöpfe heran und versuchen ein Tier von seiner Gruppe zu trennen. Als dies geschafft ist, beginnt der Kampf. Einige Augenblicke später bricht das Mammut unter der Last von Speeren und Pfeilen ein und die Jäger jubeln. Doch die Freude über das erlegte Tier hält nicht lange an, denn plötzlich taucht ein Säbelzahntiger auf und zerfleischt Takkar´s Freunde und verletzt diesen schwer. Nur mit Mühe kann er sich in Sicherheit bringen…

Der intensive Auftakt markiert den Auftakt in die bisher vielleicht faszinierendste Welt, die Ubisoft für Far Cry geschaffen hat. Das Oros genannte Land ist dabei so abwechslungsreich, wie eh und je. Es gibt dichte Urwälder, ausgedörrte Gegenden, schwüle Sumpfgebiete und verschneite Gebirge im Norden – und das alles wird dank der hauseigenen Dunia Engine 2 umso schöner in Szene gesetzt. Der wahre Hauptdarsteller ist also einmal mehr die weitläufige Spielwelt, welche mit Leben angefüllt ist, sodass man stets auf Mammuts, Löwen, Bären und andere Tiere trifft. Aber eben auch auf andere Menschen. Und diese sind uns, sofern sie nicht Takkar´s Stamm der Wenja zugehörig sind, nicht gerade freundlich gesinnt.

War schon bei den Vorgängern der Handlungsrahmen überschaubar und nur dafür da, den Spielen einen Anfang und ein Ende zu geben, so tritt Far Cry Primal noch einmal einen Gang zurück. Ausgearbeitete Figuren, Spannungsaufbau, erinnerungswürdige Momente innerhalb der Erzählung – auf all das muss man verzichten. Entwickler Ubisoft Montreal fokussiert sich voll und ganz auf das Setting und reichert dieses mit einer immerhin stimmigen Mischung aus Wahrheit und Fiktion an. Und irgendwie ist es fast schon ein bisschen angenehm, das man den Spieler diesmal einfach „spielen“ lässt, ohne ihm eine sowieso hanebüchene Story aufzudrängen.

 

Illusion von Authentizität


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Die Cutscenes sind wie gewohnt hübsch und atmosphärisch in Szene gesetzt.

 

Eine der großen Stärken von Far Cry Primal ist die Illusion von Authentizität. Wer mäkeln möchte, dass sich das Spiel nicht an historische Fakten hält, der wird sicherlich keine Freude haben. Wer sich der Welt und seiner grandiosen Inszenierung hingibt, der dürfte schnell in ihren Bann gezogen werden. Oros und seine Bewohner, egal ob menschliche oder tierische, sind rau und brutal. Es tobt ein Krieg zwischen den Stämmen der martialischen Udam und der weiter fortgeschritteneren Izila – und irgendwo dazwischen befinden sich Takkar und seine Wenja.

Gerade bei der Vertonung traut sich Ubisoft im Übrigen einiges. Denn anstatt die Steinzeitmenschen in Deutsch oder Englisch mit gebrochenem Akzent im Sinne von „Stamm Hunger, Mammut jagen!“ sprechen zu lassen, hört wird in den Dialogen Proto-Indogermanisch gesprochen. Auch wenn sich die Entwickler bei der Rekonstruktion gewisse Freiheiten gelassen hat, so ist dieser Schritt doch ein bemerkenswerter. Vor allem wenn man bedenkt, das wir es hier mit einem Triple-A Blockbuster zu tun haben.

Zum besseren Verständnis gibt es natürlich Untertitel in allen wichtigen Sprachen. Hier hat man dann allerdings doch zum Stil einer gebrochenen Übersetzung gegriffen. Das sei aber verziehen und war zugegebenermaßen wohl auch nötig um den Flair nicht zu zerstören. Auch abseits der Dialoge klingt Far Cry Primal übrigens sehr gut. Während die musikalische Untermalung sehr zurückgefahren wurde und wirklich nur in wichtigen Momenten eintritt, hat man sich noch mehr auf die Akustik der Umwelt fokussiert. Selten hat eine in der freien Natur angelegte Open World so atmosphärisch gewirkt. Verstärkt wird das noch durch einen Tag- und Nachtwechsel. Wetterumschwünge gibt es hingegen leider nicht.

 

Mit Stock und Stein…und Eule


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In Far Cry Primal kämpft man mit Pfeil und Boge, Speer und Keule. Aber auch tierische Unterstützung bekommt man, wie hier von einer Eule, die man befehligen kann.

 

Dem Setting entsprechend wurde natürlich auch das gesamte Waffenarsenal ausgetauscht. Statt AK-47 und Granaten wird nun mit Speeren, Steinschleuder, Pfeil, Bogen und Keulen gekämpft. Etwas später im Spiel gesellen sich außerdem noch Feuer-, Gift und mit Bienen befüllte Stacheltaschen als urzeitliche Variante von Granaten zum Inventar von Takkar hinzu. Diese muss man nun übrigens selbst herstellen. Das aus den Vorgängern bereits bekannte Crafting System wurde nun deutlich ausgebaut. Alle Gegenstände, die man im Spiel benutzen kann, müssen selbst hergestellt werden. Bevor man also zum Jäger werden kann, muss man sich erst einmal als Sammler betätigen und Holz, Schilf und andere Materialien zusammensuchen. Dies geschieht glücklicherweise ganz einfach und geht dank des unkomplizierten Crafting Menüs auch sehr bequem von der Hand.

Wer gehofft oder befürchtet hat, das Far Cry mit Primal stärker den Weg von Survival-Simulationen wie ARK geht, der täuscht allerdings. Das Spiel bleibt der Linie der Vorgänger treu und ist ein arcadiger Shooter. Nur dass jetzt eben der Schwerpunkt auf den Nahkampfwaffen liegt. Was die Umsetzung der Kämpfe angeht, bin ich aber etwas enttäuscht. Egal ob ich mit einem Speer einen Bären niederstrecke, einen befeindeten Stammeskrieger mit einer Keule umschwinge oder einen Pfeil in die Brust eines Tigers jage – das alles fühlt sich sehr dürftig an und vermittelt kein sonderlich zufriedenstellendes Trefferfeedback.

Neu ist hingegen die Möglichkeit, das man nach einiger Zeit im Spiel die Möglichkeit bekommt bestimmte Tiere, wie Säbelzahntiger und Bären, zu zähmen. Diese begleiten Takkar und stürzen sich gar in den Kampf für ihn, was das Kampfsystem etwas interessanter macht. So kann ich meine Bestie in den frontalen Angriff schicken und sicher von einem Felsvorsprung mit Pfeil und Bogen agieren. Cool: Gezähmte Bären, Säbelzahntiger und sogar wilde Mammuts kann ich bereiten und so die weitläufigen Areale von Oros schneller erkunden. Am besten gefällt mir von den tierischen Begleitern trotzdem die Eule. Diese kann ich nicht nur einsetzen um mit ihr Feindesgebiet auszukundschaften und Gegner zu markieren sondern auch, habe ich die entsprechende Fähigkeit freigeschaltet, mit ihr auch die Feuertasche und andere Wurfwaffen auf die Gegner werfen.

 

Ubisoft bleibt sich treu


Far Cry® Primal_20160220144939

Der aus den Vorgängern bekannte Skillbaum ist in überarbeiteter Form zurück.

 

Für viele Spieler am interessantesten dürfte aber fast schon die Frage sein, ob es Ubisoft endlich geschafft hat von seiner bewährten Open World Formel abzulassen. Die Antwort lautet schlicht nein. Schon nach wenigen Spielminuten ist die Karte von zig Markierungen bevölkert, im Sichtfeld blinken stets Objekte auf, mit denen man interagieren kann, es gibt unzählige sammelbare Gegenstände, zu befreiende Lager – selbst die Drogentrips, die nun endgültig zum Running Gag geworden sein dürften, sind wieder mit dabei. Immerhin muss man diesmal nicht auf Funktürme klettern, um die Karte nach und nach aufzudecken. Das funktioniert nun zum Glück automatisch, sobald man unbekanntes Terrain betritt.

Mit von der Partie ist natürlich auch der simplifizierte Rollenspielaspekt. Egal, was ich in Far Cry Primal auch mache, für alles bekomme ich Erfahrungspunkte. Diese können in unzählige neue Fähigkeiten und Upgrades der Waffen investiert werden. Bis man den Fähigkeitenbaum vollends gefüllt hat, wird man auch einige Zeit beschäftigt sein. Mit dem Aufbau des eigenen Wenja-Dorfes erhält das Spiel darüber hinaus einen recht interessanten, aber leider nicht zu Ende gedachten Aspekt. Denn um an stärkere Waffen-Upgrades und Ähnliches zu kommen, muss ich erst einmal meine Heimat weiter ausbauen. Hierzu kann ich verschiedene Hütten mit vorbestimmten Gegenständen verbessern. Leider endet aber auch das in der schon aus den Vorgängern und anderen Open World Spielen bekannten Sammelwut von Objekt X, Y, Z.

Während ich über diese Elemente des Gameplays trotz meiner persönlichen Übersättigung an der Ubisoft/Open World Formel noch einigermaßen hinwegschauen kann, fällt mir das bei dem schablonenförmigen Missionsdesign schon schwerer. Egal ob Haupt- oder Nebenmission – die Aufgaben fühlen sich stets gleich an und bieten kaum Variation. Mal soll ich ein bestimmtes Tier jagen, dann soll ich einen Stamm angreifen, eigene Kumpanen befreien oder einen speziellen Gegenstand finden. Auch die Inszenierung seiner Missionen macht Far Cry Primal wesentlich schwächer als die Vorgänger. Und warum der Koop-Modus des Vorgängers wegrationalisiert wurde, ist mir ebenfalls ein Rätsel.

Unsere Wertung
USK 16 PEGI 16
Singleplayer
80
80
80
Multiplayer

Adrian sagt:

Auch wenn sich Ubisoft in vielen Belangen treu bleibt, so beweisen sie an anderer Stelle doch Mut zu neuen Ideen. Nicht jeder Publisher traut sich mal eben so aus seiner überdrehten Shooter-Reihe ein zurückgefahrenes Steinzeitalter-Setting mit Speeren und Keule anstelle von Maschinengewehr und Granate zu basteln. Das steht der Reihe gut zu Gesicht, ebenso, wie die fast schon nebenbei erzählte und unaufdringliche Rahmenhandlung und die Verwendung einer authentisch (klingenden) Sprache. Nur hinsichtlich des grundlegenden Spieldesigns hätte man für meinen Geschmack noch weiter experimentieren und mit Far Cry Primal stärker von der bewährten Formel der Vorgänger zurücktreten können. Ich bin schon jetzt gespannt, wohin mich der nächste Ableger der Reihe entführen wird. Bis dahin darf sich Ubisoft aber gerne etwas Zeit lassen. Denn so viel Spaß ich mit Far Cry Primal auch hatte, so sehr brauche ich nun erst einmal wieder eine Erholungsphase vom Looten, Craften und Stützpunkte einnehmen.
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