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ELEX REVIEW

Das deutsche Entwicklerstudio Piranha Bytes, welches seinen grĂ¶ĂŸten Erfolg durch die Rollenspiel-Trilogie Gothic feierte, veröffentlicht nach einiger Zeit Abstinenz das Rollenspiel ELEX. Doch ob das postapokalyptische Abenteuer vollends ĂŒberzeugen kann oder ob wir doch die ein oder andere SchwĂ€che entdecken können, entnehmt ihr am besten unserem Test.

 

Ein zÀher Start

Die Geschichte von ELEX gehört sicherlich nicht zu den absoluten Highlights im Genre und ist im Grunde auch schnell und einfach erzĂ€hlt. Der erdĂ€hnliche Planet Magalan wurde von einem schweren Meteoriten getroffen, welcher das namensgebenden Elex mit sich brachte. Schnell stellt sich heraus, dass dieses Material nicht nur abhĂ€ngig wie eine Droge macht, sondern auch sehr mĂ€chtig ist und ĂŒbermenschliche KrĂ€fte verleiht. Durch diese interessante FĂ€higkeit wird Elex natĂŒrlich zum großen Konfliktpunkt der drei großen Völker von Magalan. Da haben wir zunĂ€chst die mittelalterlichen Berserker, welche aus dem Elex Mana gewinnen möchten um so den staubtrockenen Planeten erneut befruchten zu können. Sie sind außerdem auch die erste Fraktion auf die wir als Spieler treffen werden. Außerdem gibt es noch die sogenannten Outlaws, ein eher zurĂŒckgezogeneres Volk mitten der WĂŒste, sowie die Kleriker, eine Fraktion die auf moderne Technik und Überwachung setzt. Alle drei Völker leben total unterschiedlich und auf ihre ganz eigene Art und Weise.

Aber zurĂŒck zur eigentlichen Geschichte: Wir ĂŒbernehmen die Kontrolle von Jax, einem Commander der Albs, der großen Gegenpartei in ELEX, welcher zum Tode verurteilt worden ist. Die genauen HintergrĂŒnde hierfĂŒr sind zunĂ€chst völlig offen und gilt es im weiteren Lauf der Story selbst herauszufinden. Doch es kommt wie es kommen muss und Jax kann in letzter Sekunde entkommen, allerdings werden ihm sĂ€mtliche Habseligkeiten genommen und der Spieler beginnt quasi bei 0 – eben so richtig typisch fĂŒr ein Spiel aus dem Hause Piranha Bytes. Und so macht sich schnell der Entzug nach Elex bemerkbar und Jax kann wieder GefĂŒhle wahrnehmen. In welche Richtung sich diese allerdings lenken, das entscheidet ihr völlig alleine als Spieler. Und so trefft ihr frĂŒh im Spiel auf die Berserker und versucht euch im Dorf einen Namen zu machen und durch zahlreiche Aufgaben euer Ansehen zu verbessern. Nach und nach kommen so immer weitere Geheimnisse rund um die Person Jax ans Tageslicht, ebenso welche Absichten die Völker haben und was es genau mit Elex auf sich hat.

 

Magalan – das Highlight von ELEX

Fans von Rollenspielen werden mit ELEX sehr schnell glĂŒcklich werden, da sind wir uns sehr sicher. Da das Spiel seine Spieler kaum an die Hand nimmt, sondern sehr viel Freiraum bietet, will dieser natĂŒrlich auch genutzt werden. Und hierzu haben die Entwickler mit dem Planeten Magalan eine ideale Welt erschaffen, um selbststĂ€ndig einen beeindruckend großen Planeten zu erkunden, der zahlreiche Geheimnisse bietet, die nur darauf warten, von euch gefunden zu werden. Ihr werdet sehr schnell feststellen, dass eure BemĂŒhungen und Anstrengungen ein Hindernis zu ĂŒberwinden oder einen Berg oder Turm zu besteigen immer belohnt werden. Und genau das macht das Highlight von ELEX aus – es ist nicht die rahmenhafte Story oder das packende Gameplay was euch vor die Bildschirme fesselt, nein es ist der Drang nach mehr Entdeckungen. Auch Ruinen solltet ihr deshalb nie außer Acht lassen, ein Blick hinein lohnt sich immer. Und auch optisch bietet der Planet eine immense Abwechslung, denn von WĂŒsten und WĂ€ldern ĂŒber verschneite Berggipfel findet ihr alles was euer Rollenspiel-Herz begehrt.

Doch neben zahlreichen Items und Belohnungen warten in der Welt von ELEX natĂŒrlich auch Feinde darauf von uns getötet zu werden. Neben menschlichen Gegnern wie Banditen, treffen wir zu Beginn des Spiels hĂ€ufig auf wilde Tiere. Besonders die Raptoren und Wölfe stellen sich zu Beginn als hartnĂ€ckige Widersacher heraus, sodass es nicht selten passiert, dass wir den Schriftzug „ENDE“ zu sehen bekommen. Denn eines wird schnell klar: Auch auf den niedrigeren Schwierigkeitsgraden bekommt ihr in diesem Rollenspiel nichts geschenkt. So können die ersten Spielstunden schnell in Frust versinken, was wir sehr schade finden. Wer sich allerdings durchbeißt wird sehr schnell belohnt und mit verbesserter AusrĂŒstung gestalten sich die KĂ€mpfe auch einfacher. Zudem könnt ihr mit der Zeit auch einen Begleiter erspielen, der euch bei euren Reisen tatkrĂ€ftig unterstĂŒtzt.

Auch das Kampfsystem wird bei vielen Spielern nicht gut ankommen, auch wir waren beim Testen nicht vollends ĂŒberzeugt. Obwohl wir im spĂ€teren Verlauf die Wahl haben mit Magie aus der Ferne anzugreifen oder mit Schwert und Schild in den Nahkampf zu gehen, so hatten wir bei anderen Ablegern des Genres schon mehr Spaß gehabt die bösen Feinde zu vermöbeln. Besonders negativ aufgefallen ist uns die Ausdauer, die im Kampf viel zu hĂ€ufig ins Leere geht und die Kombos, die erst ab dem fĂŒnften Treffer einen Spezial-Angriff und damit besonders viel Schaden liefern.

Ein weiteres Highlight des Spiels sind die zahlreichen Entscheidungen die wir meist in Dialogen zu treffen haben. Wollen wir einen Mörder ausliefern oder nutzen wir eine dreiste LĂŒge um einen Unschuldigen die Tat in die Schuhe zu schieben. All dieses Taten haben in ELEX ihre Konsequenzen – manche eben erst spĂ€ter, allerdings wird keine Tat gĂ€nzlich vergessen. Und so muss man eben genauer ĂŒberlegen mit welchen Folgen wir als Spieler besser leben können. Solche wichtigen Entscheidungen mĂŒsst ihr auch in Nebenmissionen treffen, in den man so etwas auf den ersten Blick nicht erwartet hĂ€tte. Ebenso haben wir die Wahl aus den drei vorhandenen Völkern, welche wir im Laufe des Spiels kennenlernen. Diese Wahl erinnert eben stark an jene Gothic-Reihe, welche aus dem selben Entwicklerstudio stammt.

 

Technisch weit zurĂŒckgeblieben

Kommen wir nun zum wohl grĂ¶ĂŸten und schwerwiegendsten Problem von ELEX: die Technik. Das Rollenspiel aus dem Hause Piranha Bytes sieht nicht nur schlecht aus, es leidet auch noch unter zahlreichen Bugs und Problemen. Auch wenn man mit dem Hintergrundwissen bewertet, dass an diesem Spiel ein ĂŒberschaubares Entwickler-Team am Werk war, so hĂ€tten wir uns dennoch mehr erhofft. Viele Texturen sehen unschön und verschwommen aus und auch die Gesichtsanimationen können nicht ĂŒberzeugen. Auch das Kampfverhalten unseres Charakters wirkt sehr steif und die Bewegungen mit dem Jet-Pack sind teils unkontrollierbar. Auch FrameeinbrĂŒche mussten wir auf Sonys PlayStation 4 des öfteren feststellen. Besonders ruckelig wird ELEX wenn man die Übersichtskarte öffnet – wie das passieren kann, bleibt verwunderlich. Auch nach dem Aufspielen des Day-One-Patches waren diese Probleme weiterhin vertreten. Es kam auch einmal vor, dass sich der feindliche Raptor in eine Hauswand hineinbuggte und nicht mehr heraus kam. Solche Fehler sollten dringend vermieden werden und mit einem der folgenden Patches ausgebessert sein.

Auch an der Balance des Spiels mĂŒssen wir leider ein wenig Kritik lassen, denn manche Aufgaben zu Beginn des Spiels sind quasi unlösbar, wĂ€hrend andere ein Kinderspiel sind. Hier hĂ€tte uns das Spiel vorgeben können, welche Aufgaben wir idealerweise zuerst angehen sollten mit unserer Stufe.

Hingegen loben möchten wir die tolle Untermalung der AtmosphÀre durch gelungene Hintergrundmusik. Diese ist in den meisten FÀllen ideal abgestimmt und passt angenehm in das gebotene Szenario. Auch die Vertonung der Charaktere empfanden wir als gelungen.

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Unsere Wertung
USK 12 PEGI 16
Singleplayer
74
74
-
Multiplayer

Christian sagt:

Mit rund 60-80 Spielstunden, je nach Spielweise natĂŒrlich, bietet ELEX eine riesige Welt zum entdecken und zahlreichen Aufgaben, die uns quasi vor den Bildschirm fesseln. Weniger der Drang nach dem Fortschreiten der Story als nach der Erkundung des wirklichen tollen Planeten Magalan holt uns immer wieder in die Welt von ELEX zurĂŒck. Doch leider leidet das Spiel unter einigen MĂ€ngeln wie der durchwachsenen Technik und dem stumpfen und monotonen Kampfsystem, welchen wir in anderen Rollenspielen bereits spannender erlebt haben. Und auch an der Balance-Schraube hĂ€tten die Entwickler noch ein klein wenig drehen können. Trotz alledem hatten wir wĂ€hrend des Tests unseren Spaß mit ELEX und wir werden sicherlich noch zahlreiche Stunden auf Magalan verbringen.
Playstation 4Xbox OneMS Windows

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Kommentare zu: "ELEX REVIEW"

  1. Volker Volker sagt:

    Na ja, das Ergebnis ĂŒberrascht mich nicht. Nach dem enttĂ€uschenden Risen 3 erwarte ich aber auch nichts herausragendes mehr von PB. Guter Test, ich finde es auch lobenswert, dass du auf eine provokante Niedrigstwertung verzichtet hast, wie sie von so vielen anderen Testern rausgetreten wird.

    • Christian Christian sagt:

      Hallo Volker,

      erst einmal vielen Dank fĂŒr das Lob 🙂 Eine Niedrigwertung hĂ€tte das Spiel auch einfach nicht verdient, vor allen wenn man berĂŒcksichtigt, dass hinter dem Projet ein ĂŒberschaubares Team daran gearbeitet hat. Und dafĂŒr haben sie ein durchaus ordentliches RPG abgeliefert, Luft nach oben ist selbstverstĂ€ndlich noch vorhanden. Allerdings kann ich den Riesen-Hype z.B. der Gamestar auch nicht so ganz teilen.

      Liebe GrĂŒĂŸe

      Christian

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