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Dragon Rage REVIEW

Ursprünglich sollte Dragon Rage ja ein weitere Ableger der Might and Magic-Franchise werden. Der ursprüngliche Titelname lautete „Dragon Wars of Might and Magic“ und sollte auf Xeen spielen, jener Spielwelt die man schon in Might and Magic IV und V unsicher machen konnte. Da das Spielprinzip von Dragon Rage jedoch fast ausschließlich auf Action ausgelegt ist, hatte man die Verbindungen zur hauseigenen RPG-Saga gekappt, um eventuellen Fehlkäufen von Might and Magic-Fans vorzubeugen. Kleine Spurenreste auf die eigentliche Herkunft lassen sich im fertigen Spiel aber nach wie vor finden. So ist in einer Zwischensequenz immer noch von Xeen die Rede, während im Handbuch von Ardon gesprochen wird (welche ja die Spielwelt der Action-Adventure-Ableger von Might and Magic ist) … Aber ist ja auch wurscht! Hier geht’s darum als angepisster Drache Orks zu grillen und Gebäude zu zertrümmern! Wer mit meinen Reviews vertraut ist weiß, dass dies ein Spielkonzept ist was mir überaus zusagt (siehe Drakan und Divinity II)! Dementsprechend kommt mein Test zu diesem PS2-Game nicht unerwartet, zumal ich ja auch eine seltsame Neigung zu 3DO’s Might and Magic-Konsolenablegern habe. Na dann wollen wir mal herausfinden, ob die US-Amerikaner von 3DO was halbwegs anständiges zusammenprogrammiert haben. Kann man bei diesem Studio ja nie so genau wissen.

Ein Drache sinnt auf Rache


Die Story ist schnell erzählt: 1000 Jahre ist es her seitdem die pösen Orks in Ardon eingefallen sind. Die Ureinwohner, in Form von Drachen und Elfen, wurden versklavt. Es dauerte nicht lange, ehe das magische Element Zeenium in den Körpern der Drachen und deren Eiern entdeckt wurde. Um an den wertvollen Rohstoff heranzukommen, muss der jeweilige Drache jedoch geschlachtet bzw. das Ei zerstört werden. Klar, dass die Drachen nach einem Jahrtausend der Versklavung längst am Rande der Ausrottung stehen.
Der Drache Cael Cyndar gehört zum „Bestand“ des Schlachthofes Desmurian Ty. Der Augenblick seiner Schlachtung steht kurz bevor. Doch bevor die Tötung vollzogen werden kann, durchströmt ihn plötzlich eine mächtige magische Energie! Es stellt sich heraus, dass die Elfe Adara Cael eine Dosis Zeenium verabreicht hat, um ihm zur Flucht zu verhelfen. Mittels Gedanken-Illusion lehrt sie Cael seine angeborenen magischen Kräfte zu nutzen, was ihm letztendlich die feurige Flucht aus Desmurian Ty ermöglicht. Nun liegt es am Spieler Cael und Adara dabei zu helfen die Tyrannei der Orks auf möglichst brachiale Weise zu beenden.

Die Handlung dient wohl nur als Mittel zum Zweck, um Caels zerstörerischen Racheakt zu rechtfertigen. Wer versucht sich tiefer in die Geschichte hineinzudenken stößt recht bald auf gewisse unangenehme Fragestellungen: Wie haben es die Orks seinerzeit eigentlich geschafft Ardon zu erobern, wenn das Land doch von übermächtigen Drachen beherrscht wurde? Cael alleine ist mächtig genug es mit einer gesamten Orkarmee aufzunehmen! Und wieso sind die Drachen nach 1000 Jahren als widerwilliges Schlachtvieh noch nicht ausgestorben? Domestizierungserscheinungen sind an Cael jedenfalls nicht zu erkennen. Ne sorry, aber die Handlung wirkt zu stark zusammengewürfelt um überzeugen zu können. Cael und Adara geben zwar ein recht sympathisches Heldenpärchen ab, die Orks jedoch, welche durch den zwielichtigen, feigen Orkmagier Galthran Etruk und den dümmlichen General Mandek verkörpert werden, erwecken nicht gerade den Eindruck es mit einem mörderischen, schier unbesiegbaren Tyrannenvolk zu tun zu haben. Da stelle ich mir doch glatt noch mal die Frage, wie die Orks es überhaupt geschafft haben ein Land voller mächtiger Drachen zu erobern?

Tod aus der Luft


In 15 Missionen (inklusive Tutorial) steuert man Cael durch relativ weitflächige Landstriche und verbringt seine Spielzeit hauptsächlich damit Feindeinheiten zu erledigen und Gebäude zu zertrümmern. Die Steuerung funktioniert dabei nach einiger Übung tadellos. Cael beherrscht zahlreiche verschiedene Aktionsmöglichkeiten. Das beginnt schon beim regulären Flug. Mit „Barrel Rolls“ lässt sich z. B. feindlicher Beschuss besser ausmanövrieren. Per Tastendruck ist es sogar möglich die Flugrichtung um 180° zu wenden um lästige Kurvenflüge zu vermeiden. Ferner kann der Drache Objekte vom Boden aufheben und gezielt abwerfen. Da man eine hungrige Flugechse spielt ist es sogar möglich feindliche Einheiten aufzufressen, was dann sogar mit Manaregeneration belohnt wird. Wer statt der ekligen Orks wohlschmeckende Nutztiere wie Schweine, Schafe und Kühe vertilgt, heilt stattdessen Lebensenergie.

Die eben genannte Manaenergie wird benötigt um Caels Atemwaffen und Drachenkräfte nutzen zu können. Neben den typischen Feuerbällen darf sich der Drache auch mit scharfen Eissplittern, Blitzkugeln und Felskugeln zur Wehr setzen. Die Drachenkräfte aktivieren auf Knopfdruck Sonderfähigkeiten. So erhöht sich die Durchschlagskraft des Feuerballs, Wasser-Elemente spendieren einen Reflektor-Schutzschild um feindliche Projektile zurückzuwerfen, das Luft-Element erhöht die Fluggeschwindigkeit und mit Erde wird ein Schutzschild aktiviert.

Die Art der Waffe wird durch das aktuell ausgerüstete Element festgelegt. In den Levels liegen diverse Feuer-, Wasser-, Luft-, und Erde-Juwelen verborgen. Je mehr Juwelen identischen Elements man sammelt, desto stärker wird es für die Dauer der Mission (geht bis Stufe 5). Der Haken an der Sache ist jedoch, dass Cael nur ein Element auf einmal ausgerüstet haben darf. Da es auch diverse Elementar-Schutzbereiche in den Levels gibt, ist die korrekte Wahl des Elements ein wichtiger Bestandteil des Spiels. Wer mit falschem Element durch solch eine Schutzzone fliegt, bekommt nämlich Mana- oder Lebensenergie abgezogen.
Glücklicherweise gibt es da noch die „Furienattacken.“ Die genaue Art der Furienattacke ist ebenfalls ans ausgerüstete Element gebunden, verbraucht aber keine Manaenergie. Es handelt sich hierbei um besonders mächtige und zerstörerische Attacken. Wer zusätzliche Furienattacken für eine Mission freischalten möchte, hat übrigens die Möglichkeit Seelen gefressener Kühe an entsprechenden Schreinen zu opfern. Klingt absurd ist aber so.

Um eine Mission erfolgreich abzuschließen, soll natürlich die entsprechende Missionsvorgabe erfüllt werden, wobei ein Radar entsprechende Hilfestellung bietet. Oftmals geht es um „Töte dies, zerstöre das“-Aufgaben. Aber manchmal kann es auch etwas anspruchsvoller werden. So geht es in einer frühen Mission zum Beispiel darum Dracheneier zu retten, die von Orks abtransportiert werden. Wer hier zu lange trödelt scheitert und muss den Level neu starten. Im Gegensatz dazu hat man für jeden Level ein Extraleben zur Verfügung. Wer alle Lebensenergie eingebüßt hat, braucht also nicht gleich von Vorne zu beginnen sondern hat noch eine Chance die Mission erfolgreich abzuschließen.

3DO ließ es sich nicht nehmen ein simples RPG-System zu integrieren. Nach bestimmten Missionen darf Cael eine der vier Elementarklassen aufleveln, was seine Statistikwerte verbessert (Lebens- und Manaenergie, Stärke, Geschwindigkeit etc.). Auch die Elementarstufe wird dadurch dauerhaft erhöht. Ist also eine nützliche Sache, auch wenn Caels Levelcap bei 9 liegt sowie die ganze Sache ziemlich unausgereift und aufgesetzt wirkt. So darf man sich noch nicht einmal auf eine Elementarklasse spezialisieren, sondern wird stattdessen gezwungen die vier Elemente gleichmäßig aufzustufen. Im Handbuch wird kurz angedeutet, dass es notwendig ist eine Elfe während der entsprechenden Mission zu retten, damit man nach Missionsende aufleveln darf. Innerhalb der Missionen kann man tatsächlich gefangene Elfen befreien, auch wenn man hierfür wahllos Gebäude schrotten muss, was das ganze eher zum Glücksspiel werden lässt. Ich bin mir auch unsicher, ob es wirklich notwendig ist die Elfen zu retten oder das Ganze nicht doch automatisch festgelegt ist.

Alles in allem bietet Dragon Rage solide Flugaction. In den 8-10 Stunden die ich fürs durchspielen benötigte, hatte ich definitiv meinen Spaß. Sicherlich gibt es einige nervige Dinge. Fast jedes Spiel dieser Art hat zum Beispiel die eine Mission, welche unzählige Nerven kostet (war bei mir die Goldsammel-Mission). Auch das Konzept, dass man nur ein Element auf einmal ausrüsten darf, fand ich zu unflexibel. Zu guter Letzt hätte man die RPG-Elemente weglassen können – die wirkten ziemlich unnötig. Aber wie gesagt: Das Spiel macht im Großen und Ganzen Laune! Was mich irritiert ist die Abstinenz eines Multiplayer-Modus. Drachenkämpfe gegen- oder miteinander wären sicherlich unterhaltsam geworden.

Grafik, Sound und weiteres

Der größte Schwachpunkt des Spiels ist definitiv die Grafik. Die Umgebungen sind nicht nur detailarm und schlecht texturiert, sie leiden auch unter akuter Farbarmut. Braun ist die Farbe, die man am häufigsten zu sehen bekommt. Und selbst wenns mal farbenfroher wird, wirkt alles sehr trist und trostlos. Die Charaktermodelle und Gebäude schauen aus, als seien sie für das N64 programmiert worden und nicht für die PS2. Die Ausnahme hierbei ist noch Cael, der zumindest einigermaßen ordentlich anzuschauen ist. Das einzig gute an der Grafik sind die paar Renderfilmchen, welche hier und da abgespielt werden um die Story voranzutreiben. Besonders Cael sieht in diesen recht imposant aus. Leider reichen die Filmchen alleine nicht aus, um eine schlechte Wertung für die Grafik zu verhindern. Gerade auf Action fokussierte Games sollten was fürs Auge bieten, was hier leider nicht der Fall ist.

Im Nachhinein betrachtet ist der Soundtrack nichts was einem im Gedächtnis hängenbleibt. Ich muss es wissen, schließlich kann ich mich kaum noch an diesen erinnern, obwohl ich das Game erst vor ca. ner Woche beendet habe während ich diese Zeilen verfasse. Die Bruchstückchen davon die noch in meinem Kopf herumspuken erzählen von einem eigentlich epischen OST, der zwar sehr gut zur Spielthematik passt aber zu krampfhaft wirkt und eben über keinerlei langfristigen Erinnerungswert verfügt. Meine Youtube-Recherche bestätigt diese Ansicht. Bei der Sprachausgabe schauts ähnlich aus. Die Sprecher machen ihre Sache eigentlich gut, was aber nicht viel heißt, da die Charaktere oberflächlich sind und an einer Hand abgezählt werden können. Ein stummer Protagonist hilft da auch nicht weiter, obwohl Cael im Abspann dann auf einmal doch reden konnte … Ernsthaft! Was denken sich die Macher bei so etwas? Ein sprechender Hauptcharakter hätte vieles ausmachen können. Sein Sätzchen im Abspann war dann wie ein Schlag ins Gesicht!

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Singleplayer
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67
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Multiplayer

FAZIT

Unterm Strich war Dragon Rage trotz aller Mängel eine positive Erfahrung. Sicher, die Grafik und Story sind Schrott, aber das eigentliche Spiel hat für die Dauer der 15 Missionen genügend Freude bereitet um mich bei der Stange zu halten. Wer also kein Meisterwerk erwartet, mit der Thematik was anfangen kann und günstig drankommt (ich habs für 3 € bekommen), darf ruhig zugreifen. Für 3DO-Verhältnisse eine vorzeigbare Leistung. Ist darüber hinaus auch mal wieder ein Spiel welches von manchen Kritikern zu hart angegangen wird. Ein absolutes Sch...spiel, welches Wertungen im untersten Bereich verdient, kann ich auch hier nicht erkennen.

- By  Volker

PlayStation 2

Dragon Rage REVIEW

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