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Die Siedler von Catan BRETTSPIEL REZENSION

Es gibt einige Brettspiele, die sind √ľberall bekannt und √ľberdauern alle Zeiten. Ob ‚ÄěMensch √§rger dich nicht‚Äú oder ‚ÄěMonopoly‚Äú, nur wenige Haushalte sind ohne eines dieser beiden Spiele ausgestattet. F√ľr mich geh√∂rt inzwischen aber noch ein weiteres Brettspiel als Bestandteil toller Treffen mit Freunden dazu. Seit √ľber 5 Jahren geh√∂re ich zu jenen, die einer gepflegten Runde Catan nicht abgeneigt sind. Mit jenem Spiel, das als Die Siedler von Catan bekannt geworden ist, verbinde ich lustige Konstellationen und skurrile Geschichten ‚Äď und all das nur, weil uns dieses Brettspiel eint. Grund genug, euch die Faszination etwas n√§her zu erl√§utern und das Regelwerk grob anzuschneiden.

 

Langer Aufbau f√ľr noch l√§ngeres Spielvergn√ľgen

Leider geh√∂rt Catan nicht zu den Spielen, die schnell aufgebaut sind. Zuallererst platziert ihr wabenf√∂rmige Felder aneinander, die im besten Falle unterschiedliche Motive haben. Jene Motive stehen f√ľr Rohstoffe, die euch sp√§ter zugutekommen. Vorab hei√üt es aber, die Insel, die ihr letztlich aufbaut, fertigzustellen. Geht die Insel mit eurer Zufriedenheit einher, werden nun kleine Nummern auf den wabenf√∂rmigen Feldern platziert. Die jeweiligen Zahlenchips werden (optional) so verteilt, dass es recht ausgewogen ist. Wer mehr auf das Zufallsprinzip setzt, kann noch vor dem Start die Zahlenchips verkehrt herum auf die Felder legen. Umrandet wird alles von Wasserfeldern, von denen einige H√§fen beherbergen, die den Spielern weitere Vorteile verschaffen k√∂nnen ‚Äď doch dazu sp√§ter mehr.

In Catan geht es haupts√§chlich darum, die Landstriche zu besiedeln und D√∂rfer, St√§dte sowie Stra√üen zu errichten. Dazu sind 3 ‚Äď 4 Spieler eingeladen, die sich f√ľr eine Farbe entscheiden. Damit vier Personen dem Spiel beiwohnen k√∂nnen, sind die Farben dunkelblau, wei√ü, orange und rot im Umfang enthalten. Andere Versionen des Spieles bieten zus√§tzliche Farben. In pers√∂nlichen Sessions haben wir es sogar auf 8 Spieler geschafft. Durch mehrere Catan-Spiele, die wir f√ľr den Aufbau verwendet haben, konnten wir die ben√∂tigte Fl√§che erschaffen. Das hei√üt zudem, dass ihr das Spiel immer wieder individuell gestalten k√∂nnt.

 

Es geht ans Besiedeln

Nun sind aber die ersten Spielz√ľge an der Reihe, f√ľr die ausgew√ľrfelt wird, wer anf√§ngt. Derjenige, der als Sieger hervorgeht, darf seine erste Siedlung sowie eine angrenzende Stra√üe errichten. Die Siedlung wird immer an einem Eckpunkt der Felder gelegt (siehe Bild) und bekommt ferner eine besondere Bedeutung. Danach ist der N√§chste an der Reihe, bis alle Spieler ihren ersten Spielzug vollzogen haben. Derjenige, der als letztes an der Reihe ist, darf sogleich eine weitere Siedlung mit Stra√üe errichten. Genau im umgekehrten Ablauf wird dies auch den anderen Mitspielern gew√§hrt. Durch die Platzierung der Ortschaften werden euch nun die ersten Rohstoffkarten zuteil. Diese ergeben sich aus den Feldern, auf denen ihr eure Siedlungen platziert habt. Die Karten, die ihr fortan im Besitz habt, sollten gegen√ľber euren Mitspielern verdeckt bleiben.

Und genau an dieser Stelle kommt Catan so richtig in Schwung, denn ab sofort werden die platzierten Nummern wichtiger Bestandteil des Geschehens. Mit jeder neuen Runde, die zumeist im Uhrzeigersinn abl√§uft, bekommen nun zwei W√ľrfel ihren Anwendungsbereich. Der Spieler, der gerade an der Reihe ist, w√ľrfelt einmal. Nun wird das Ergebnis mit den Feldern und den entsprechenden Siedlungen verglichen. Sofern eure Siedlung an einem wabenf√∂rmigen Feld angrenzt, dessen Zahl gew√ľrfelt wurde, bekommt ihr entsprechende Rohstoffe. Habt ihr beispielsweise eine Siedlung an dem K√§rtchen f√ľr Holz angrenzend, welches mit der Zahl 10 best√ľckt ist, die ebenso gew√ľrfelt wurde, bekommt ihr einmal den Rohstoff Holz im Kartenformat zugeteilt. Habt ihr vielleicht sogar 2 Ecken eingenommen, bekommt ihr zweimal Holz zugeteilt. Steht dort sp√§ter eine Stadt, wird die Ausgabe der Rohstoffe verdoppelt.

Mit jenen Karten kristallisiert sich das eigentliche Spiel heraus, denn die verschiedenen Ressourcen werden f√ľr die Erbauung weiterer Siedlungen (sp√§ter St√§dte) und Stra√üen ben√∂tigt. Wer jeweils eine Karte Holz und Lehm besitzt, kann eine Stra√üe erschaffen und fortlaufend platzieren. Wer hingegen eine weitere Siedlung platzieren will, ben√∂tigt jeweils einmal Getreide, Wolle, Lehm sowie Holz auf der Hand. Wer stattdessen seine bereits errichteten kleinen Domizile zu St√§dten ausbauen m√∂chte, ben√∂tigt zwei Erze und drei Karten des Getreide-Rohstoffes. Sofern ihr die Siedlung zu einer Stadt umwandelt, kommt die jeweilige Siedlung wieder zur√ľck in euer Inventar und darf sp√§ter gerne anderswo erbaut werden, sofern der Spielablauf es zul√§sst.

 

Mehr Gl√ľck als Verstand oder mehr Verstand als Gl√ľck?!

Derjenige, der als Gewinner aus Catan hervorgehen will, wird ohne vern√ľnftige Taktik kaum die Chance erhalten. Gelegentlich spielt aber auch ein wenig Gl√ľck mit, denn w√ľrfelt ihr zum Beispiel die Zahl 7, k√∂nnt ihr einen R√§uber auf ein Feld versetzen und dieses dadurch blockieren. Das hei√üt, wird die Zahl des Feldes gew√ľrfelt, werden die Rohstoffen dennoch einbehalten. Gleichzeitig m√ľssen alle Spieler, die mehr als 7 Karten auf der Hand haben, genau die H√§lfte an die Bank zur√ľckgeben, was f√ľr einigen Unmut sorgen kann. Bei einer ungeraden Anzahl von Handkarten wird abgerundet. Welche Karten es sein sollen, entscheiden wiederum der Betroffene selbst. Als letzten Zug darf derjenige, der die Zahl 7 gew√ľrfelt hat, einem erw√§hlten Konkurrenten, der eine Siedlung an der nun blockierten Stelle hat, eine Karte entziehen und in seinem eigenen Deck willkommen hei√üen. Hier spielt ebenso ein Qu√§ntchen Gl√ľck mit, da ihr lediglich die R√ľckseite der Karten gezeigt bekommt. Wer eine Ereigniskarte mit der Bezeichnung “Ritter ” besitzt und ausspielt, darf den R√§uber nach Wahl versetzen.

Euer Gl√ľck kann aber noch weiter ausgereizt werden. So erm√∂glicht Catan, dass der Spieler bei der Bank Ressourcen eintauschen darf. Besitzt er vier gleiche Karten im Deck, wird es ihm erm√∂glicht, diese gegen eine Rohstoffkarte nach Wunsch auszuwechseln. Dieser unrentable Wechselkurs kann aber mit der Einverleibung eines Hafens entgegengewirkt werden. Je nachdem, f√ľr welchen Rohstoff der Hafen zugeteilt ist, habt ihr Wechselkurse von 2:1 oder 3:1. Dennoch ist dies nicht auf die anderen Ressourcen √ľbertragbar. Einige H√§fen haben wiederum keine Eingrenzung, sodass ihr bei dem Tausch mit der Bank, etwas besser dasteht.

Wer so gar nicht zu Potte kommt, darf gerne mit seinen Mitspielern Handeln. Mit unpraktischen Ressourcen auf der Hand, k√∂nnt ihr anbieten, was nicht mehr ben√∂tigt wird und fordern, was euch stattdessen zusagt. Dem Gegen√ľber ist es jedoch √ľberlassen, andere Forderungen zu stellen und sogar 2 oder mehr Karten zu verlangen. Bieten sich mehrere Mitspieler zum Tausch an, sollte wiederum darauf geachtet werden, dass ihr dadurch nicht jemanden fr√ľhzeitig zum Sieg verhelft.

 

Mehrere Wege um Siegpunkte zu erhalten

Wie hoch die Punkte f√ľr einen Sieg ausfallen sollen, entscheiden die Spieler selbstst√§ndig. Zumeist sind 10 Siegpunkte der beste Mittelweg. Und diese k√∂nnt ihr √ľber mehrere Faktoren erwirken. Beispielsweise erhaltet ihr mit jeder platzierten Siedlung einen Siegpunkt. St√§dte werden sogar mit zwei Siegpunkten verg√ľtet. Wer die l√§ngste Stra√üe vorweisen kann, steht auch gut dar. Gleich zwei wichtige Punkte zum Sieg gibt es, wenn ihr mindestens drei Ritterkarten aufdecken k√∂nnt. Werdet ihr jedoch von einem Mitspieler √ľbertrumpft, m√ľsst ihr die Siegpunkte abgeben.

Siegpunkte k√∂nnen aber sogar √ľber Ereigniskarten in euren Besitz gelangen. Kauft ihr mit den vorgegebenen Rohstoffen eine dieser Karten, kann es vorkommen, dass ihr pl√∂tzlich im Besitz eines Siegpunktes seid. Im Deck sind zudem weitere wichtige Optionen mit bei, wie das Versetzen des R√§ubers, mit einhergehenden Kartenraub. Mithilfe der Fortschrittskarte “Stra√üenbau” d√ľrft ihr hingegen zwei Stra√üen kostenlos platzieren und mit Monopol einen Rohstoff nach Wahl allen Mitspielern abjagen. Die Karte Erfindung l√§sst es hingegen zu, dass ihr zwei Rohstoffe nach Ermessen ausw√§hlt und in eurem Deck platziert.

 

Fazit

Die Siedler von Catan, das vom Kosmos Verlag vertrieben wird, ist nicht grundlos eines der beliebtesten Brettspiele weltweit. Jedes Spiel gestaltet sich durch den individuellen Aufbau der Landfelder mitsamt seiner Rohstoffe komplett anders. Mit einer Mischung aus Taktik und Gl√ľck, k√∂nnen sogar jene einen Sieg davontragen, die das allererste Mal eine Partie spielen. Zudem ist Catan ein sehr geselliges Brettspiel, dass Menschen verbindet und sch√∂ne Geschichten im Kopf verankert. Wer mit den virtuellen Welten nichts anfangen kann und gerne auf Plastik gepaart mit Pappe zur√ľckgreift, hat hier ein ultimatives und vor allem zeitloses Must-Have, dass einfach in die Sammlung geh√∂rt.

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