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Bleach Box 1 REZENSION


Während Bleach in Deutschland eher ein Schattendasein fristet, ist die Reihe in Japan seit den frühen 00er Jahren enorm populär. Neben dem obligatorischen Manga, der 2016 nach rund 15 Jahren zu Ende geführt wurde, gab es von 2001-2012 auch eine Anime-Adaption, die aber leider nach 366 Episoden abgebrochen wurde. Hierzulande wurde die Lokalisation sogar nach Folge 53 vorzeitig eingestellt. Nun ist jedoch Kazé in die Presche gesprungen und veröffentlicht die bereits in Deutsch vorliegenden Folgen in Form von drei Boxen auf DVD. Außerdem sind für 2018 drei weitere Boxen geplant, die Arbeiten an der Synchronisation der entsprechenden Folgen laufen derzeit. Der richtige Moment also, um in den Anime einzusteigen?

 

Geisterjäger

Mit dem Auftauchen von Rukia ändert sich das gesamte Leben für Ichigo schlagartig.

Als der 15-jährige Teenager Ichigo Kurosaki eines Tages auf Rukia Kuchiki trifft, ändert sich sein Leben schlagartig. Rukia ist nämlich eine sogenannte Shinigami, eine aus einer Soul Society genannten Paralleldimension stammende Kriegerin, die Jagd auf Hollows macht. Diese wiederum wollen sich die Seelen von Menschen einverleiben und wüten daher in der uns bekannten Welt, ohne dass die meisten Menschen überhaupt davon Wind bekommen. Beim Kampf gegen einen Hollow wird Rukia so schwer verletzt, dass sie gezwungen ist, Ichigo ihre Kräfte zu übertragen. Nicht nur kann dieser als einer der wenigen Menschen überhaupt Geister wahrnehmen, auch scheint er ein enormes Talent im Kampf gegen die unheimlichen Wesen zu besitzen und besiegt kurzerhand den Hollow.

Auch nach dem Kampf ist Rukia noch schwer angeschlagen und kann nicht so einfach in ihre Welt zurückkehren. Deshalb entschließt sie sich zunächst bei Ichigo zu bleiben, quartiert sich in dessen Zimmer ein und besucht schließlich auch die gleiche Klasse wie er. Ichigo ist davon wenig begeistert, ist allerdings sehr angetan von seinen neuen Kräften und will mehr über die Shinigami herausfinden.

 

Kein bloßer Action-Anime

Bleach kann viel mehr als Action, sondern lässt sich auch Zeit für ruhige Momente.

Bleach wirkt zu Beginn wie ein typischer Vertreter des Shōnen-Genres, welches insbesondere auf männliche Teenager zielt und eine der populärsten Anime-Ausprägungen ist. Die entsprechenden Zutaten – ein durchschnittlicher Junge, der plötzlich übernatürliche Kräfte erlangt, seichter Humor und viel Action – sind gegeben und lassen gerade in den ersten zwei, drei Folgen die Vermutung aufkommen, das wir es hier eher mit einem durchschnittlichen Werk ohne richtigem Alleinstellungsmerkmal zu tun haben. Doch dieser anfängliche Schein sollte mich trügen, denn mit jeder weiteren Episode wurde ich immer mehr in die Welt von Bleach gezogen, lernte den nach und nach anwachsenden Cast immer mehr lieben, lernte den stetigen, aber sich Zeit lassenden Aufbau von Handlung und Etablierung der Welt schätzen und hänge spätestens mit dem Abspann von Folge 20 endgültig am Haken der Serie.

Sehr überrascht und positiv angetan bin ich von der Art und Weise wie der Anime seine Geschichte erzählt. Obwohl in beinahe jeder der ersten 20 Folgen ein Kampf gegen einen Hollow oder andere Kreaturen stattfindet und entsprechend ein hoher Actionanteil vorherrscht, so gibt die Serie ihrer Handlung auch viel Raum für ruhige, teilweise gar sehr melancholische Zwischentöne. Gerade die Folgen, in denen der Tod und die Folgen von Ichigos Mutter behandelt werden, sind sehr gefühlvoll erzählt und schaffen es zu berühren. Darüber hinaus gibt es aber auch einige humorvolle Szenen, in der sich aus den für Shōnen-Anime so typisch seichten Humor und Slapstick zusammensetzt. Diese sehr unterschiedlichen Stimmungen bringt Bleach erstaunlich gut unter ein Dach, ohne zu sehr in eine Richtung abzudriften.

Die visuelle Umsetzung gefällt mir ebenfalls gut. Der Anime stammt noch aus einer Zeit, in der die Anime-Industrie gerade erst in den Anfängen der digitalen Tricktechnik stecke, entsprechend hat Bleach noch den Charme früher 00er Produktionen und wirkt nicht so „geleckt“, wie es viele moderne Anime tun. Das Produktionsniveau hinterlässt einen hochwertigen Eindruck. Zwar merkt man gerade bei den Hintergründen immer wieder, das etwas gespart wurde, dafür sind die Zeichnungen der Figuren und ihre Animationen gelungen. Gerade das Charakterdesign gefiel mir mit der Zeit immer besser. Das Design der Hollows, die oftmals an mutierte Insekten erinnern, ist für meine Begriffe hingegen etwas austauschbar, dafür sind aber die Kämpfe stets gelungen und oftmals sehr blutig inszeniert.

 

DVD-Umsetzung

Die deutsche DVD von Bleach birgt eine Seltenheit für ältere Anime: nämlich die zusätzliche japanische Tonspur.

Eine Seltenheit bei älteren Anime wie Bleach; auf den DVDs findet sich neben der gelungenen deutschen Synchronfassung auch die Original japanische Tonspur. Ich bin ja ein durchaus großer Verfechter deutscher Anime-Lokalisationen und der hiesige Cast macht seinen Job in meinen Ohren auch durchaus gut, die japanischen Synchronsprecher gehen wie gewohnt hingegen sehr viel energischer an die Sache heran und geben dem Anime dadurch noch einmal eine imposantere Nuance. Die Audioqualität beider Tonspuren ist gut, man muss sich allerdings damit abfinden, das sie „nur“ in Dolby Digital 2.0 vorliegen.

Alle Episoden liegen im originalen 4:3 Format vor, die Bildqualität bewegt sich auf guten DVD-Niveau. Artefakte oder andere Störungen im Bild sind mir nicht aufgefallen, lediglich die Endszenen, in denen ein Ausblick auf die nächste Episode gewährt wird, scheint um 1, 2 Sekunden abgehackt zu sein. Da ich spätestens nach den Credits und dem sehr guten Ending-Theme sowieso in die nächste Folge skippe, macht mir dies nicht wirklich etwas aus, Puristen könnten sich trotzdem daran stören.

Die ersten 20 Episoden sind auf drei DVDs verteilt. Diese befinden sich in einem hübschen Mediabook inklusive Schuber. Die Verarbeitung der Verpackung ist wertig und lässt eigentlich keine Wünsche offen. Etwas bedauerlich finde ich das Fehlen eines Booklets oder Episodenguide, auch auf den Silberlingen selbst sind keine weiteren Extras zu finden.

 

Fazit

Es brauchte ein paar Episoden, bis mich Bleach wirklich gepackt hat. Gerade zu Beginn ist das Tempo nämlich etwas zu flott, spätestens nach 3,4 Folgen nimmt der Anime aber etwas Fahrt raus und baut sein Universum etwas gemächlicher auf. Trotz einiger bekannter Muster aus ähnlich gelagerten Werken schafft es Bleach dabei einen eigenen Stil zu finden und motiviert mit seiner gelungenen Mischung aus stimmig inszenierten Actionszenen, dem charmanten Humor, den erstaunlich feinfühligen ernsten Momenten und dem sympathischen Cast zum weiterschauen. Ich freue mich schon jetzt auf die weiteren Episoden und bin außerdem sehr glücklich darüber, dass Kazé noch weitere Folgen ins Deutsche lokalisieren will.

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