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Aven Colony PREVIEW

Schon in gut zwei Wochen schickt Team17 mit Aven Colony eine brandneue SciFi-Aufbausimulation ins Rennen. Entwickelt wird der Titel bei Mothership Entertainment, einem kleinen Entwicklerstudio in Austin, Texas. Wir konnten uns bereits im Vorfeld einen Eindruck verschaffen, ob Aven Colony sich gegen groĂźe Genre-Vertreter durchsetzen kann, mit denen es sich unweigerlich messen muss.

Wenn die Erde nicht mehr ausreicht

Viele Jahre in der Zukunft stößt die Menschheit mit Aven Prime auf eine potenzielle neue Heimat. Der Planet ist dem unseren sehr ähnlich, wenn es auch Unterschiede in der Zusammensetzung der Atmosphäre gibt. Doch zumindest gibt es reichlich Wasser, das alles Leben erst ermöglicht. Mit der Einschränkung, dass die neuen Bewohner ihr Leben unter einer Glaskuppel verbringen müssen, machen sich die Pioniere auf den Weg. Voller Tatendrang uns bis zum Bersten beladen, beginnt die weite Reise ins Ungewisse. Dem Spieler wird dabei die wundersame Rolle zum Teil, die erste Kolonie außerhalb unseres Sonnensystems gründen zu dürfen.

Als aufstrebender Bürgermeister bekommt man die Möglichkeit, rund um den Globus Kolonien zu errichten. Angefangen im dichten Dschungel, über karge Wüsten, bis hin zu frostig vereisten Landstrichen. Dementsprechend unterscheiden sich auch die Bodenbeschaffenheit sowie die Umwelteinflüsse. Ist nun ein passender Startpunkt gefunden, beginnt alles mit einer kleinen Siedlung, die gerade einmal 15 Seelen Unterschlupf bietet. Die mitgebrachten Ressourcen und Lebensmittel müssen dabei für die ersten Wochen reichen, bis die ersten Farmen errichtet wurden. Ständiger Begleiter dabei ist eine Glaskuppel über jedem Gebäude und jeder Straße.

Um die Expansion voranzutreiben und den Bürgern ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, werden Unterkünfte errichtet, Solarpanels aufgestellt und Farmen angelegt. Wäre das nicht schon genug, muss die Wasserversorgung gewährleistet werden und ganz nebenbei wird die Kolonie von herabstürzenden Meteoriten und außerirdischen Plagen bedroht. Wahrlich eine Mammutaufgabe, als neu ernannter Bürgermeister all diese Probleme zu stemmen. Im Hinterkopf tickt stätig die Uhr bis zu den nächsten Wahlen, bei denen alle drei Jahre entschieden wird, wer über Aven Prime herrschen darf.

Aufbausimulation für Casual’s

Damit der Aufbau der ersten Kolonien auch reibungslos funktioniert, durchläuft man im Zuge der Kampagne einige Einführungsmissionen. Diese bringen euch alle grundlegenden Gameplay-Elemente spielend bei. Unter anderem, wie Gebäude effizient platziert werden, die Produktion neuer Nanobots, die als Baumaterial dienen und das Management über den Nahrungsvorrat. Weiters wirken sich die vier Jahreszeiten auf die Produktion der Farmen sowie die Effizienz von Solarpanels aus. Besonders im Winter fällt die Ernte drastisch, weshalb man während der warmen Monate besser vorsorgen sollte. Anfangs wirken all diese Elemente durchaus komplex, jedoch nur, bis man sich richtig eingearbeitet hat.

Über kurz oder lang läuft eine Partie auf einige simple Punkte hinaus. Das Wachstum der Kolonie, Ressourcenmanagement und die Zufriedenheit der Bürger. Hat man die notwendigen Abläufe einmal verinnerlicht, sinkt der Anspruch deutlich, was Aven Colony auch für Neulinge attraktiv macht. Erfahrene Aufbaustrategen, die bereits unzählige Stunden in Anno oder Siedler verbracht haben, werden sich hier vermutlich nicht zu Hause fühlen. Dazu fehlt es einfach an Komplexität. Die wenigen Produktionsketten im Spiel sind zu kurz, der Schwierigkeitsgrad hält sich in Grenzen und durch die Pause-Funktion fehlt auch jeglicher Zeitdruck.

Selbst auf KI-Gegner muss man bis jetzt verzichten, die zumindest die Illusion eines Wettbewerbs erzeugt hätten. Die einzigen Aspekte, die zum Problem werden könnten, sind somit überschaubar. Der Hunger, diverse Umwelteinflüsse, fehlende Energie oder Über/Unterbevölkerung. Mit einem ausreichenden Vorrat an Luxusgüter, die zuerst im Forschungslabor freigeschaltet und danach synthetisiert werden müssen, lassen sich die meisten negativen Einflüsse aber glücklicherweise kompensieren.

Man hat zwar versucht, mit Kriterien wie Luftqualität, Krankheiten oder Meteoritenschauern etwas neuen Wind in die Spielwelt zu bringen, unterm Strich fehlt es jedoch an Innovationen. Selbst ein riesiger Sandwurm, der die Metropole von Zeit zu Zeit terrorisiert, kann hier nur wenig ausrichten. Auch wenn gigantische Würmer, die aus Erdlöchern hervorbrechen seit dem Trailer zu Star Citizen voriges Jahr, wieder langsam populär werden.

Mission – Konsolenmarkt

Was uns zudem etwas enttäuscht hat, war die recht flache Story, zumindest das, was wir in der Beta-Version zu Gesicht bekamen. Zugegeben, packende Geschichten waren in Aufbausimulationen noch nie der springende Punkt, aber gefreut hätten wir uns durchaus darüber. So werden Missionen während einer Partie stumpf abgeklappert, während dazwischen immer wieder Funksprüche ankommen, die einen Story-Fortschritt suggerieren sollen. Wer darauf keine Lust hat, wechselt einfach in den Sandbox-Modus, der zahlreiche, individuelle Einstellungen ermöglicht.

Vielleicht liegt es ja an der frühen Version, die wir testen durften, aber uns fehlt es aus derzeitiger Sicht einfach an Komplexität sowie Langzeitmotivation. Man hat nach gerade einmal einer Spielstunde schon das Gefühl, alles gesehen zu haben. Die meisten Gebäude stehen bereits von Beginn an zur Verfügung und bis auf die Jahreszeiten muss man nicht mit großen Veränderungen rechnen. Daran können wohl auch die Aufbaustufen der einzelnen Gebäude nichts mehr ändern, die diese in ihrer Effizienz steigern. Viele Abläufe im Spiel erfordern außerdem unnötige viele Einzelschritte, die bis zum Release hoffentlich behoben werden, etwa das Personalmanagement der Produktionsgebäude.

Nun könnte es aber sein, dass die Ansprüche eines PC-Spielers einfach zu hoch angesetzt sind. Möglicherweise möchten die Entwickler durch dieses hohe Maß Einsteigerfreundlichkeit besonders Neulinge ansprechen und nebenbei den Konsolenmarkt erobern. Denn, Aven Colony erscheint parallel für PC, Xbox One und PlayStation 4. Auf dem Konsolenmarkt steht Mothership Entertainment mit ihrem Spiel fast konkurrenzlos da, wodurch man natürlich möglichst viele Spieler ansprechen will und deshalb den entscheidenden Schritt in Richtung Casual geht. Auf PC bleibt Aven Colony leider hinter der Konkurrenz zurück.

Technik

Technisch kann man den Entwicklern immerhin nicht viel vorwerfen. In puncto Grafik erwarten euch abwechslungsreiche Kulissen. Unter anderem Eislandschaften oder Wüsten, dich sich natürlich nicht nur optisch unterscheiden. Auch das gesamte, futuristische Bauarsenal wurde entsprechend gut designt. Zur grafischen Oberklasse hat es aber leider nicht gereicht. Uns fehlte noch die gewisse Schärfe in den Texturen sowie der Farbpalette. Die Landschaften konnten durchaus noch kontrastreicher gestaltet sein. Vielleicht wird bis zum Release noch nachgebessert.

Die Soundkulisse wirkt thematisch passend und fügt sich unauffällig ins Gesamtkonzept ein. Während der Kampagne erreichen euch immer wieder Funksprüche oder Missionsanweisungen, die sich in ihrem Ausmaß zwar zurückhalten, jedoch überraschend gut vertont wurden. Leider aktuell nur auf Englisch mit englischen Untertiteln. In der fertigen Version sollen noch deutsche Untertitel folgen, was besonders hierzulande entscheidend sein wird.

Gesteuert wird in alter Manier mit Maus und Tastatur, wie es sich für PC-Veteranen gehört. Die Steuerung geht leicht von der Hand und ist auch für Einsteiger schnell zu beherrschen. Außerdem lässt sich die Tastenbelegung individuell vom Spieler anpassen, um das Siedeln so angenehm wie möglich zu gestalten. Worauf wir zudem gespannt sind, ist die Konsolensteuerung. Überaus schade ist, dass sich dieser in Kombination mit der von uns getesteten Beta-Version für PC nicht verwenden ließ.

Performance und Multiplayer

 

 

Viele Aufbausimulationen leiden teils unter starken technischen Problemen, sobald das Imperium bzw. die Stadt eine gewisse Größe erreicht. Dann wird die Last auf CPU oder Grafikkarte zu groß, dementsprechend geht die Performance in die Knie. Davon bleibt auch Aven Colony nicht verschont. Auf hohen Einstellungen bricht die Framerate, je nach Zoom-Stufe, sogar schon am Beginn einer Partie teils merklich ein. Im Gegensatz zu Genrevertretern fällt die Last an der CPU im Vergleich zur Grafikkarte dabei relativ gering aus. Möchte man Aven Colony in seiner vollen Pracht genießen, ist eine potente Grafikkarte der aktuellen Generation Pflicht.

Ăśber einen Mehrspielermodus verfĂĽgt Aven Colony momentan nicht und wir gehen auch nicht davon aus, dass dieses Feature in naher Zukunft implementiert wird. Zwar wĂĽrden sich, wenn man das Spielprinzip ansieht, Multiplayer-Elemente durchaus anbieten, aber da es selbst in der Kampagne keine KI-Mitstreiter gibt, gehen wir nicht davon aus, dass sich das Spiel in diese Richtung entwickeln wird. Schade eigentlich, denn ein Mehrspielermodus wĂĽrde sicherlich positiv zur Langzeitmotivation beitragen und einen leichten kompetitiven Aspekt in den sonst sehr ruhigen Alltag als KoloniebĂĽrgermeister bringen. Klarheit erhalten wir natĂĽrlich erst zum Release in wenigen Wochen.


Warum steht die Wertung auf Null? Aven Colony erhält noch einen Feinschliff und kann daher aus jetziger Sicht keine umfassende Wertung von uns erhalten. Diese reichen wir aber natürlich nach!


 

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Unsere Wertung
USK 1 PEGI 1
Singleplayer
76
76
-
Multiplayer

Fabian sagt:

Mit Aven Colony möchten Team17 und Mothership Entertainment das Genre Aufbaustrategie auf die Heimkonsolen bringen. Der Titel ist sehr einsteigerfreundlich, was vor allem Neulingen zugutekommt, auf der anderen Seite fehlt es leider an Tiefgang. Gerade eingefleischte Aufbau-Veteranen werden hier wohl unterfordert sein. Zudem fehlte es in der von uns getesteten Beta-Version an Feinschliff, den die Entwickler dem Spiel bis zum Release hoffentlich noch verpassen. Wir hoffen, dass Mothership Entertainment den Spagat zwischen PC und Konsole schafft und beide Lager bestmöglich zufriedenstellen kann.
Playstation 4Xbox OneMS Windows

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