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Asguaard REVIEW

Asguaard

Zur Freude vieler hat sich in den vergangenen Jahren ein zunehmender Retro-Trend entwickelt, der daf√ľr sorgt, dass beinahe vergessene Titel aus fr√ľheren Zeiten neu aufgelegt wurden, einen v√∂llig neuen Ableger spendiert bekamen oder komplett neue Spiele in einer retroartigen Aufmachung ver√∂ffentlicht wurden. Zu dieser letzten Gruppe z√§hlt sich auch Asguaard – ein Rollenspieltitel, der sich in seiner Aufmachung und dem Gameplay stark an Rollenspielen f√ľr das Super Nintendo orientiert, das f√ľr dieses Genre als Bl√ľtezeit gelten mag. Doch kann ein solches Spiel heutigen Ma√üst√§ben noch gerecht werden?

Die Story erinnert schon recht fr√ľh an vergangene Zeiten, da sie in ihren grundlegenden Elementen – ein junger Kerl wird pl√∂tzlich zum Auserw√§hlten und muss die Welt retten – viele Parallelen zu damaligen Titeln aufweist. Euer Protagonist Glen, ein 15-j√§hriger Junge, wird eines Tages pl√∂tzlich aus seiner Welt gerissen und wacht an einem f√ľr ihn v√∂llig unbekannten Ort auf – und bald stellt sich heraus, dass dies kein Zufall war: Glen wurde von dem Zwergenvolk, das in der Parallelwelt Asguaard lebt, beschworen, um die Gefahren in diesem Reich zu bannen, die seit der √Ėffnung der B√ľchse der Pandora das friedliche Zusammenleben der Zwerge bedrohen. Auserw√§hlt wurde Glen, da er als Mensch eine Seele besitzt, die dem Zwergenvolk wiederum fehlt – und das sich deshalb nicht in der Lage sieht, sich selbst vor dem drohenden Untergang zu retten. Glen, der alledem zun√§chst keinen Glauben schenken mag, nimmt seine Rolle bald mit gro√üer Begeisterung an – sp√§testens dann, als er von der m√∂glichen Benutzung von Magie erf√§hrt und dem einzigen anderen Menschen in Asguaard, der 19-j√§hrigen Rayanne, mit seinen Kampfesk√ľnsten imponieren will. Dem Spieler wird dabei schon schnell klar, dass Asguaard immer mal wieder augenzwinkernd auf das RPG-Geschehen blickt, ohne den Storyverlauf √ľberm√§√üig durch den Kakao zu ziehen.

 

Altbekanntes RPG-Gameplay

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Was dann folgt, d√ľrfte jedem, der einmal ein RPG in den H√§nden hielt, bereits bekannt sein: Ihr bewegt Glen und sein gr√∂√üer werdendes Gefolge durch das Reich Asguaard, erkundet nach und nach immer mehr Dungeons und bek√§mpft dabei allerhand Monster, die euren Weg kreuzen. Mit zunehmendem Spielverlauf erlangen eure Charaktere immer mehr Erfahrung, wodurch sie st√§rker werden, und erhalten auch immer bessere Waffen, um den Gegnern wirksamer den Garaus machen und selbst mehr Schaden wegstecken zu k√∂nnen. Der Schwerpunkt eurer Charaktere liegt dabei jedoch in unterschiedlichen Bereichen – so ist Glen beispielsweise eher der Krieger-Typ, der mit starker R√ľstung und effektiven Waffen k√§mpft, w√§hrend Rayanne in Sachen Zauberei sehr versiert ist, dabei jedoch weniger physischen Schaden anrichten kann.

Das Kampfsystem ist flott und sorgt dadurch daf√ľr, dass auch nach l√§ngerem Spielen die K√§mpfe nicht zur nervt√∂tenden Last werden. Wer dennoch lieber auf all das K√§mpfen verzichten will, kann zu Beginn des Spiels Einstellungen vornehmen, wie viele Gegner im Laufe des Spiels auf einen zukommen – ein durchaus innovativer Pluspunkt!

Negativ aufgefallen bei all den K√§mpfen ist hingegen, dass die Abstufung der einzelnen Gegner – also der Unterschied der Gegner zwischen zwei Arealen, die nacheinander zu bew√§ltigen sind – etwas ung√ľnstig ausgefallen ist. So wird der Beginn eines neuen Areals schnell zu einer gewaltigen Herausforderung, da selbst die h√§ufig auftretenden Gegner eine gro√üe Gefahr f√ľr den Spieler darstellen, w√§hrend die K√§mpfe im weiteren Verlauf desselben Areals sehr einfach werden. Ein feinerer Anstieg des Schwierigkeitsgrades w√§re hier von Vorteil gewesen.

 

Asguaard ist riesig!

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Asguaard wirbt bereits auf der Coverr√ľckseite mit einem immensen Umfang von bis zu hundert Spielstunden sowie zahlreichen Orten und Schaupl√§tzen, die es zu erkunden gilt. Tats√§chlich f√§llt fr√ľh auf, dass es sich bei der hier vorliegenden Spielwelt um eine besondere handelt – was sich vor allem am Anfang bemerkbar macht, wenn die verschiedenen Schaupl√§tze ebenso wie die √úbersichtskarte noch recht un√ľbersichtlich scheinen. Asguaard wirkt dadurch nicht, als w√§re es eine kleine Welt, in der jeder Schauplatz nach und nach abgehakt werden muss, wie es bei anderen Spielen oftmals der Fall ist, denen man anmerkt, dass die Welt vor allem dem Zweck dient, ein Spiel zu sein – was sie als Welten selbst wiederum weniger authentisch macht. Durch seine Gr√∂√üe wirkt Asguaard da anders.

Was weniger positiv anzumerken ist, ist jedoch die Tatsache, dass das Spiel dadurch oftmals so wirkt, als sei es k√ľnstlich in die L√§nge gezogen worden. Eine riesige Welt mag seine Vorteile haben, sch√∂n und gut – aber wozu braucht ein Spieler riesige kahle Fl√§chen in der √úbersichtskarte, die so gro√ü sind, dass er au√üer seiner Spielfigur nichts weiter sehen kann? Solche Fl√§chen etwa sind es, die so wirken, als wollten die Entwickler zwar eine gro√üe Welt schaffen, doch auf der anderen Seite f√ľllten sie diese deswegen nicht automatisch mit mehr Inhalt, als es bei anderen Spielen der Fall ist.

Auch in den Dungeons best√§tigt sich oft der Eindruck, als sei das Spiel k√ľnstlich in die L√§nge gezogen worden. Die meisten dieser Dungeons sind extrem verzwickte Labyrinthe, die dem Spieler oft verschiedenste Abzweigungen offen lassen – und auch die Abzweigungen, die nicht zum eigentlichen Ziel f√ľhren, ziehen sich sehr in die L√§nge, nur um den Spieler letztlich in die Irre zu f√ľhren und ihn mit ein paar Brocken Gold dastehen zu lassen. Am Anfang mag das noch interessant sein, diese Art von Labyrinthen zu haben, doch nach einer gewissen Zeit kann das dann doch eher als st√∂rend empfunden werden – zumal die Schaupl√§tze in sich selbst nicht abwechslungsreich genug gestaltet sind, um allzu viele Punkte zu lassen, an die man sich bei seiner Suche immer wieder erinnert und an die man zur√ľckkehren kann. Immerhin gibt es im Laufe des Spiels die M√∂glichkeit, durch Erlernen einer bestimmten F√§higkeit einfacher durch diese Labyrinthe zu finden.

 

Technik

Asguaard ist wie bereits eingangs erw√§hnt im Retro-Stil gehalten – und ob dieser dem eigenen Geschmack entspricht, muss jeder selbst entscheiden. Die Pr√§sentation bleibt dem, was aus den fr√ľhen 90ern bekannt ist, immer treu und wei√ü durch seinen Stil durchaus zu gefallen.

Bei einem neu entwickelten Titel im Retro-Stil muss jedoch auch bedacht werden, dass es sich hierbei zwar um eine R√ľckversetzung in die damalige Aufmachung handelt, die allerdings auch an die heutigen Rahmenbedingungen angepasst sein sollte. Worauf ich dabei hinaus will, ist die fehlende Anpassung an das Breitbildformat bei Asguaard. Klar – das w√§re auch vor zwanzig Jahren nicht drin gewesen. Heute allerdings sollte das als Standard anzusehen sein, und h√§tte man eine solche Anpassungsf√§higkeit eingebaut, w√§re der Retro-Stil keineswegs verloren gegangen.

Was ebenfalls etwas st√∂rt, ist die schwache Kollisionsabfrage in Asguaard, das sich hierbei wohl an den falschen Vorbildern orientiert hat. Die Kollisionsabfrage ist unpr√§zise und sorgt dadurch f√ľr den einen oder anderen Umweg, da man selbst an einfach zu scheinenden Hindernissen teilweise schwer vorbeikommt, obwohl man das Gef√ľhl hat, durch eine L√ľcke von Hindernissen zu gehen. Da muss sich Asguaard den Vorwurf gefallen lassen, dass auch dies im Retro-Stil besser sein k√∂nnte – schlie√ülich war es auch fr√ľher oft schon besser gewesen.

Was ebenfalls Abzug geben muss, ist die fehlende Übersetzung ins Deutsche РAsguaard ist komplett Englisch gehalten. Zwar bedient sich das Spiel keiner allzu hohen und komplizierten sprachlichen Gestaltung, sodass moderate Englischkenntnisse ausreichen sollten, doch eine Übersetzung wäre dennoch nicht zuviel verlangt.

Die akustische Untermalung hingegen wei√ü eher zu √ľberzeugen. Bei der Reise durch die verschiedenen Schaupl√§tze herrscht zwar keine akute Ohrwurmgefahr, wie es in den Rollenspielgr√∂√üen der 90er noch der Fall war, doch die Melodien passen gut zum Geschehen und wissen sehr zu gefallen.

 

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Unsere Wertung
USK 6 PEGI 3
Singleplayer
81
81
-
Multiplayer

Roman sagt:

Asguaard brilliert mit einem gro√üartigen Umfang, einem flotten Kampfsystem ohne Schn√∂rkel und wird zumindest Retro-Fans √ľberzeugen k√∂nnen. Leider sieht die Anpassung an die heutige Technik, die trotz Retro-Stil stattgefunden haben sollte, oft weniger rosig aus, was das Gesamtbild ebenso etwas tr√ľbt wie der oftmalige Eindruck, dass das Spiel oft in die L√§nge gezogen wurde. Was unterm Strich bleibt, ist ein gut unterhaltsames Spiel in altbekanntem Stil, das die elementaren Dinge sehr ordentlich macht und nur an einigen wenigen Stellen Schw√§chen zeigt.

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